Das neue weibliche Selbstbewusstsein ist konservativ. Und das ist wenig verwunderlich. Mit der abgetakelten feministischen Attitüde ist nichts mehr zu gewinnen. Ein gutes Beispiel ist Italiens Giorgia Meloni, die zu einer festen Größe der EU aufgestiegen ist.
Vielleicht stimmt das ja gar nicht, dass die „konservativen“ Frauen in der Politik – also jene, die weder woke noch links oder feministisch sind – meist weit attraktiver sind als die Ideologinnen von links. Vielleicht liegt das nur daran, dass viele dort so verbissen wirken wie Saskia Esken.
Oder daran: Annalena Baerbock im Januar in Syrien. Besuch bei den neuen Machthabern. Man verweigert ihr den Handschlag. Ein Eklat? Nein. Das ist da so üblich bei Islamgläubigen gegenüber Frauen. Was unüblich war: Baerbock, sonst durchaus stilbewusst, reiste in schlechtsitzenden Jeans und weißem Blüschen an, während die Männer im dunklen Anzug auftraten. Das hätte man für mindestens so unhöflich halten können wie die Verweigerung des Handschlags. Fast kann man verstehen, dass ein syrischer Fernsehkanal, regierungsnah, sie fortan verpixelte, also unkenntlich machte.
Bella Figura hingegen Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni: sie erscheint in Saudi-Arabien in einem makellosen weißen Anzug und all die kopfbetuchten Männer schütteln ihr die Hand. Später sitzt sie im Schneidersitz neben Mohammed bin Salman bei einem anscheinend entspannten Gespräch, obzwar sie dafür bekannt ist, dass sie den Islam nicht für kompatibel mit Europa hält. Sie ist Diplomatin. Und die einst als faschistische Gefahr denunzierte Frau ist mittlerweile der „Darling des Westens“.
Meloni lederte im Wahlkampf schon mal ordentlich los. Und doch wirkt sie im Auftreten wie in ihren Reden meist unaufgeregt konservativ. Elegant. Unprätentiös. Intelligent. Und nicht so verkniffen wie deutsche Politikerinnen in den „Unsere-Demokratie-Parteien“, die sich, wie etwa SPD-Vorsitzende Saskia Esken oder die grüne Familienministerin Lisa Paus, an die Queer-Szene anbiedern oder, wie Baerbock, eine eher skurrile Spielart des Feminismus propagieren. All diese Frauen haben übrigens bis heute noch nicht begriffen, wie frauenfeindlich das sogenannte „Selbstbestimmungsgesetz“ ist.
Die Männer handzahm machen
Na gut, das Gesetz erweist sich mittlerweile wenigstens als geniales Geschäftsmodell für eine „Transperson“, die sich auf alle möglichen Stellen bewirbt, und eine Absage darauf zurückführt, dass man dort „transfeindlich“ sei. Deshalb klagt sie auf Schmerzensgeld – mehr als 240 Mal bereits – und hat fast immer kassiert. Das ist unser modernes Deutschland.
Italien aber macht bei diesem Spaß nicht mit. Meloni hat längst begriffen, was Donald Trump ebenfalls weiß: mit maßlosen Ansprüchen von Minderheiten gewinnt man keine Mehrheiten – also die Normalen, die keine Zeit für jede neue Mode haben. Der „Rechtsruck“ ist der Pendelschlag, der nicht ausbleibt, wenn es eine Seite übertreibt. Und vor allem zeigt sich Meloni im Unterschied zu Baerbock als Diplomatin, die auch Charmeattacken nicht scheut.
Während in Deutschland noch die Fama gepflegt wurde, ein amerikanischer Präsident Donald Trump wäre eine Gefahr für die Welt – Hass und Hetze, was Trump sich merken dürfte –, knüpfte Meloni schon vor Trumps Inauguration Freundschaftsbande, nicht nur zu Trump, sondern auch zu Elon Musk. Das hat bereits zu Spekulationen geführt: haben die etwa was miteinander? Man weiß es nicht. Was man aber merkt: Meloni scheut sich nicht im geringsten, dem Patriarchat auch mit den Waffen der Frau beizukommen, anders gesagt: die Männer handzahm zu machen. Das macht eine selbstbewusste Frau nicht kleiner, sondern mächtiger.
Keine Klageweiber als Opfer des Patriarchats
Es dürfte klug sein, freundschaftliche Kontakte in die USA zu pflegen und zugleich Wert auf gute Beziehungen zur Europäischen Union zu legen. Vielleicht könnte Meloni sogar als Brückenbauerin zwischen der neuen amerikanischen Administration und dem aufgescheuchten Europa fungieren, heißt es in der NZZ. „Giorgia Meloni geht ihren eigenen Weg. Die Tür nach Rechtsaussen hat sie nie zugeschlagen, aber sie hat die Bande auch nicht vertieft. Ihre Agenda ist nationalistisch und wertkonservativ, aber nicht extrem.“ „Sie ist eine der talentiertesten Politikerinnen auf dem Kontinent und eine der mächtigsten dazu.“ Von ihrer Entzauberung, die viele nach ihrer Wahl vorhersagten, ist nichts zu spüren. Vor allem: mit ihr hat Italien seit langem wieder eine stabile Regierung.
Sie steht für einen Frauentypus, der nicht konservativ-mütterlich wirkt, und der dennoch mittlerweile gerade bei den Konservativen verbreitet ist. Jung, attraktiv, unideologisch, definitiv nicht links, keine Klageweiber als Opfer des Patriarchats: Da ist ein neues Selbstbewusstsein herangewachsen, wie man es etwa bei Trumps Pressesprecherin Karoline Leavitt beobachten kann, mit 27 Jahren die Jüngste in diesem Amt. Sie verweigern sich der feministischen Rollenzuschreibung.
Das neue weibliche Selbstbewusstsein ist konservativ. Und das ist wenig verwunderlich. Mit der abgetakelten feministischen Attitüde ist nichts mehr zu gewinnen.
Dr. Cora Stephan ist Publizistin und Schriftstellerin. Viele ihrer Romane und Sachbücher wurden Bestseller. Ihr aktueller Roman heißt „Über alle Gräben hinweg. Roman einer Freundschaft“.
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@ Altmann (Pseudonym?) Was haben 100 Jahre Feminismus gebracht? Sind die Frauen heute glücklicher? Sind die Männer heute glücklicher? Geht es den feministischen Gesellschaften besser? Wenn auch Pfennig für Pfennig, irgendwann muss doch der Groschen dann doch gefallen sein. Und jetzt Huch nach Hause, selbstredend im Frauentaxi wg. Die Männers.
@ Sybille Eden: Es waren die Soufragetten (!), die zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Thema der Frauenrechte auf die Straßen getragen haben. Und sie waren es auch, die zusammengeprügelt wurden und ins Gefängnis geworfen. Und die dort in den Hungerstreik traten und mit den damaligen Methoden zwangsernährt wurden. Also erzählen Sie mir nichts über Geschichte, wenn Sie dermaßen ahnungslos sind. Die Männer in führenden Positionen haben irgendwann nachgegeben, weil sie keine guten Gründe fanden, sich dem noch entgegenzustellen. Das war der Beitrag der Männer. Ich finde Ihre Argumentation so übel wie die von Frau Stephan. Immer gegen die anderen Frauen treten, richtig?
Klara ALTMANN, – … das den Feministinnen „ die Frauen “ alles zu verdanken haben ist mir allerdings neu. Ihre Geschichtskenntnisse lassen doch sehr
zu wünschen übrig. An den „ Frauenrechten und der Emanzipation “der Frauen waren mindestens genauso viele Männer beteiligt ! Aber das passt sicher nicht in ihr ideologisch – feministisches Weltbild .
Die Achse beschwert sich immer über den Mangel an Einnahmen. Und schreibt dann schön regelmäßig gegen die Hälfte der Menschen in Deutschland an. Wie viele Frauen arbeiten hierzulande und verdienen ihr eigenes Geld? Vielleicht würden viele Frauen der Achse gerne spenden, aber lesen dann wieder und wieder so einen hinterwäldlerischen Steinzeitmist und behalten ihr Geld lieber. Wieso euch spenden, dafür, dass ihr gegen unsere Grundrechte als Frau anschreibt? Ich überlege es mir gerade auch wieder anders. Mir tut es wirklich leid, dass ihr es nicht in die Moderne schafft, aber wieso sollte ich das unterstützen? Ich sehe keinen Grund.
Mit abgetakelten frauenfeindlichen Beiträgen wie diesen von Frau Stephan kann die Achse nichts mehr gewinnen. Sie als moderne Frau haben den Feministinnen alles zu verdanken, Frau Stephan. Ihre Bildung, ihre Selbstbestimmung, ihr freies Leben. Dass Sie nicht einem Mann untergeordnet sind, den Sie heiraten mussten, weil ihre Eltern es so wollten und dem Sie 8 Kinder gebären müssen. Sämtliche westlichen Frauen profitieren von der heutigen Lebensart auf den Schultern des Kampfes der Feministinnen. Bis in die 90er-Jahre war sogar noch die Vergewaltigung in der Ehe straffrei, wussten Sie das, Frau Stephan? Ich finde Ihre Beiträge grundsätzlich verzichtbar, denn sie richten sich immer gegen die anderen Frauen. Und damit dienen Sie sich unterwürfigst Männern an, die offenbar geistig im vorletzten Jahrhundert leben. Das ist nicht einmal konservativ, das ist einfach nur peinlich. Dass Sie die Woken nicht mögen, geschenkt. Dass sie aber deren Dummheiten nutzen, um allen Frauen zu schaden, ist in meinen Augen vollkommen inakzeptabel. Schließen Sie doch bitte endlich zum 21. Jahrhundert auf, schönen Dank.
„Aufgescheucht“ wir fürs Nächste mein Lieblingswort sein. Hühner, die planlos hin- und herrennen, dabei auf Rettung warten. Selbst können sie es sowieso nicht.
Frau Meloni und Frau Baerbock miteinander zu vergleichen, macht vor allem deutlich, dass die eine etwas hat, für das sie steht und arbeitet – ihr Land -, und die andere nur sich selbst. Alexander Wendt hat dazu vor drei Jahren ein brillantes Essay geschrieben, „Das Drama des unbegabten Kindes“.