Einerseits will unsere Regierung den Ausbau kleiner Solaranlagen nicht mehr fördern, weil er die Netzstabilität gefährdet, andererseits ist vielerorts genau dieser Ausbau für Sanierungen und Neubauten vorgeschrieben. Da passt nichts mehr zusammen.
Die Energiewende wenden? Um Himmelswillen! Aber wenigstens ein ganz kleines bisschen? Geht auch nicht! Deutschland steht zwar mittlerweile völlig allein da mit seinem Kinderglauben, dass Sonne und Wind keine Rechnung schicken, aber man hält zäh an seiner Bibel fest: CO2 einsparen, um die Klimakatastrophe zu verhindern. Mittlerweile steht das sogar im Grundgesetz, wo es so ganz und gar nicht hingehört: „Klimaneutralität“ bis 2045.
Während die USA CO2 mittlerweile als das anerkennen, was es ist, Pflanzennahrung und kein „Klimagift“, kriegt die deutsche Wirtschaftsministerin kräftig auf die Mütze, weil sie verlauten ließ, „neue, kleine PV-Anlagen rechnen sich schon heute im Markt und bedürften keiner Förderung“. Katharina Reiche meint, Betreiber sollten keine Anlagen errichten dürfen, ohne auf das Stromnetz Rücksicht zu nehmen. Wind an Land und Solaranlagen müssten sich in Zukunft stärker an den Kosten des Netzausbaus beteiligen.
Reiche will auch an die Einspeisevergütung ran, die den Betreibern gezahlt wird, wenn ihre Anlagen aus Schutz vor Netzüberlastung abgeregelt werden. Diese Regelung habe zu lange gegolten. Klingt völlig vernünftig und ist den Aufschrei aus der grünen Ecke nicht wert, wo man zum Widerstand aufruft. Denn auch die Bundesnetzagentur warnt: Mit dem weiteren Ausbau, insbesondere von Photovoltaik-Anlagen, werde es immer wichtiger, verlässliche Eingriffsmöglichkeiten für Netzbetreiber sicherzustellen, da der Bedarf an kurzfristiger Steuerung absehbar zunehme. Man denke an den Zusammenbruch des Stromnetzes in Spanien, an dem natürlich Putin schuld war. Oder vielmehr die massive Einspeisung von Solarstrom zur Mittagszeit, was zu einer enormen Instabilität des Netzes führte.
In den USA ist es vorbei mit der Verteufelung des CO2 als Klimagift: Die vom US-Energieminister Chris Wright im März 2022 einberufene Expertenkommission lobt vielmehr die positiven Wirkungen des CO2, das zu einer grüner werdenden Erde geführt hat, mit deutlich positiven Folgen für die Ernährungslage der Welt.
Und was ist mit der Solarpflicht?
Doch so weit lassen wir es in Deutschland nicht kommen. Und so mutig ist auch Katharina Reiche nicht. Denn der Wahnsinn ist ja damit nicht abgestellt. Zum einen will Reiche an der Einspeisevergütung für bestehende Solaranlagen nicht rühren, dafür gebe es Bestandsschutz.
Zum anderen gibt es die Pflicht zum Einbau von Solaranlagen bei Neubauten und Sanierungen bereits in mehr als der Hälfte der Bundesländer. Und das ist wieder eine der vielen Maßnahmen, die das Bauen extrem verteuert, das Klima nicht rettet und die Gefahr von Blackouts erhöht. Mit anderen Worten: Eigentlich bewegt sich wieder mal so gut wie nichts.
Die Bundesnetzagentur hat als wirksamste und sicherste Handlung ein Moratorium des Ausbaus von PV- und Windkraftanlagen gefordert, bis der Netzausbau aufgeholt habe. Aber daran dürfte wohl auch Katharina Reiche nicht rühren. Und die Bundesländer schreiben munter genau das Gegenteil in den Bauvorschriften fest.
Während unsere Nachbarn in den neuen Atomreaktoren die Zukunft sehen, dürfte die Ministerin wissen, was sie erwartet, wenn sie in dieser Hinsicht allzu forsch auftritt. Es wurde ihr ja bereits übelgenommen, dass sie Ende Mai in Brüssel Kollegen aus atomkraftfreundlichen EU-Staaten getroffen hat, natürlich nur als Beobachterin. Ihre Bemerkung, dass man technologieoffen sein müsse, wurde von Bundesumweltminister Carsten Schneider umgehend zurückgewiesen: Deutschland lehne die Einstufung von Atomkraft als nachhaltig weiterhin ab. „Eine Positionierung der Bundesregierung gibt es nicht und wird es mit der SPD auch künftig nicht geben.“
Soso, die SPD. Die fand einst Atomkraft in Volkes Hand wunderbar. So beschwor sie 1959 in der Einleitung ihres Godesberger Programms die technikeuphorisch-prometheische Hoffnung, „dass der Mensch im atomaren Zeitalter sein Leben erleichtern, von Sorgen befreien und Wohlstand für alle schaffen kann, wenn er seine täglich wachsende Macht über die Naturkräfte nur für friedliche Zwecke einsetzt.“ Das galt bis in die 70er Jahre.
Doch spätestens mit Brokdorf 1976 hatte die Parole „Atomkraft – nein danke“ gesiegt und damit der Markenkern der Grünen, den sie niemals aufgeben werden.
Cora Stephan ist Publizistin und Schriftstellerin. Viele ihrer Romane und Sachbücher wurden Bestseller. Ihr aktueller Roman heißt „Über alle Gräben hinweg. Roman einer Freundschaft“.
Die in diesem Text enthaltenen Links zu Bezugsquellen für Bücher sind teilweise sogenannte Affiliate-Links. Das bedeutet: Sollten Sie über einen solchen Link ein Buch kaufen, erhält Achgut.com eine kleine Provision. Damit unterstützen Sie Achgut.com. Unsere Berichterstattung beeinflusst das nicht.

Es ist kein Widerspruch. Der Bau von Eigenheimen wird auf Dauer sowieso wegfallen. Die Landfläche vergrößert sich nicht bei steigender Bevölkerungszahl. Monaco und Singapur mit deren Bevölkerungsdichten weit über 19000 Einwohner/km² bzw. über 8000 Einwohner/km² sind leuchtende Beispiele der Zukunft. Und zufrieden und nicht am Hungertuch nagend, leben deren Bewohner auch noch.
So, hier: Der heißeste Sommer aller Zeiten ist endlich gelaufen. Muss ein T-Shirt drucken: „Heißester Sommer ever – Ich war dabei und habe überlebt!“
@ Ostrowsky Ich stimme umfänglich ihrem Gedanken zu, daß gerade ökonomisch nur das Bessere sich durchsetzten sollte, stetze aber dagegen, daß in der „Klapse“ durchaus Besseres durchsetzen ließe. Die Kultur- und Menschheitsgeschichte verdankt wesentliche Impulse von Menschen mit schweren seelischen Erkrankungen. In dem Werk „Genie Irrsinn Ruhm“ von W Lange-Eichbaum sind in 9 Bänden die Krankengeschichten von Berühmtheiten aufgezeichnet. Der Witz ist, das die meisten seelischen Erkrankungen bereits von Aristoteles diagnostiziert worden und seither kaum Heilmittel aufgekommen sind. Womöglich sitzen in einer durchschnittlichen „Klapse“ mehr Menschen mit weitaus vernünftigeren Vorschlägen zur Stromversorgung herum, als im Bundestag, die mittlerweile neurotisch auf Beleidigungen reagieren. Ein Fortschritt im psychiatrischen Bereich wäre ein gesellschaftlicher und kultureller Meilenstein. Ansonsten vielen Dank für ihre vielen akribischen Anmerkungen und Ausführungen!
AN EINEN KLIMABESORGTEN – Das Klima macht mir keine Sorgen, denn Klima gibt es auch noch morgen, am Klimahype ist das Absurde, gefährlich war’s, wenn’s kälter wurde. Will kaltes Klima man erreichen, dann heißt das, man geht über Leichen. / Das es schon öfter wärmer war, ist Klimaspinnern gar nicht klar. Woher soll’n die denn das auch wissen, Klimageschichte sie nicht missen. Weil die politisch nicht korrekt, wird sie mit Schweigen zugedeckt. / Um Klimawahnsinn zu begründen, müssen sie Daten neu erfinden. Geistig wird es für sie zur Qual, wenn’s Stichwort fällt: Multikausal. / Wenn im Dunkeln Winde nicht wehen, damit das Leben bleibt nicht stehen, muss Energie aus Kern und Kohlen man aus dem Nachbarlande holen. / Wehen die Winde doch recht doll, verschenkt man Strom, bezahlt Strafzoll. / Der Wahn in Deutschland galoppiert, der Stromkunde wird abkassiert, als Masochist liebt er die Qualen, bedankt sich bei den nächsten Wahlen.
@G. Männl : >>Eine PV auf dem neuen Eigenheim mit Speicher kostet weniger als mancher Luxus. Die Einspeisung in das Netz muss ja nicht sein, aber das ist nicht gewollt. Stattdessen soll an kleinen Anlagen rumgeregelt werden. Riesen Aufwand ohne wirklichen Nutzen. Man stelle sich vor die Kaffeemaschine wird nur freigeschaltet wenn es der Netzbetreiber zulässt. Wie das steuern? Nach Zufall? Eine nach der anderen? Dann wird das Netz wieder überlastet und die gehen dann alle aus?<< ## Danke! Endlich mal jemand mit gesundem Verstand hier in den Kommentaren. Danke, ich habe lange gewartet. Ich stehe 100% bei Ihnen.
Kleinere Solaranlagen haben mit Klimaneutralität gar nichts zu tun. Wer vermischt das nur immer wieder. Es gibt keine Klimakrise, und was es nicht gibt kann man weder mit großen noch mit kleinen Anlagen irgendwelcher Art verhindern. Es ist purer UNSINN, der in die Köpfe mit Druckluft gepresst wird. Und die Scheindebatte darum ist gewollt. So sind die Angepassten und die Anpasser wenigstens beschäftigt und denken nicht über die Hintergründe nach. Nur die Freiheit wird zerstört, die Freiheit, mit den technischen Mitteln der Neuzeit wenigstens einen Teil des Strombedarfs selbst zu produzieren, um die unverschämten Geldforderungen zu mildern! Das war längst fällig! Sollen die doch Flaschen sammeln. Was, die wurden von aggressiven Zugereisten verdrängt? Ja, soll etwa der Staat sich auch darum noch kümmern? Lieber nicht! Am Flaschenautomat beim Disconter gibt es kein deutsches Wort mehr. Sollen die Alten doch timbuktisch lernen, damit sie nicht mehr auffallen beim Discounter. Sie sind doch selber schuld, wenn sie überall gedisst werden.
Mit dem Schüren der Angst vor dem Strahlentod, und seiner Fortsetzung, dem Hitzetod, ist es den GRÜNEN mit ihren Helfern in anderen Parteien und den Medien gelungen, die Kern- und Kohlekraftwerke in D abzuschalten und damit die preiswerte Energieversorgung zu liquidieren. Preiswerte Energieversorgung ist wie gute Ausbildung Voraussetzung für erfolgreiche Industriegesellschaften. Aus beidem haben sich die D am Gängelband der GRÜNEN verabschiedet, und so den Abstieg beschlossen. Mittel- und langfristig wird die Energieversorgung der Menschheit mit Kernkraftwerken, Spaltung und Fusion, sichergestellt, nicht mit Wind- und Sonnenkraft, die höchstens ergänzend sinnvoll sind. Solange diese Ängste nicht bearbeitet werden, wird es keine andere Energiepolitk in D geben, und die negativen Folgen des Wohlstandsverlustes immer deutliche werden. Damit treten neue Ängste vor Arbeitslosigkeit und wirtschaftlicher Not hervor und werden mit neuen politischen Kräften die Energiepolitik verändern.