Manchmal ist man auch als toxisches Wesen und erklärter Einzelgänger gerührt und weichgeklopft. So geschehen auf der Buchmesse „Seitenwechsel“ in Halle. So viele Umarmungen und Dankesbekundungen! So viele Menschen, die sich nicht mehr so allein fühlen, seit es die Achse oder Tichys Einblick oder den Kontrafunk gibt. Und seit es die kämpferische Susanne Dagen vom Buchhaus Loschwitz aus Dresden fertiggebracht hat, eine derart großartige Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Nicht wir sind die Blase, dachte man nach der Messe, die Anderen sind es, die über den Tellerrand nicht hinausschauen mögen.
Als „Blase“ wird gewöhnlich eine Gruppe von Menschen bezeichnet, die sich der allgemeinen Weltsicht widersetzt und ihre eigene pflegt. Schwurbler und Leugner, die sich dem Impfzwang während Corona entzogen haben. Leugner, die nicht daran glauben, dass man das Klima retten kann und dass es ausgerechnet die Pflanzennahrung CO2 sein soll, die uns den baldigen Hitzetod beschert.
Doch der Mensch ist nicht gern allein und leidet darunter, ausgeschlossen zu sein. Während der Coronapanikpandemie war das am heftigsten und am hässlichsten zu spüren. Mögen sie sich heute schämen für ihre abfälligen Blicke und Bemerkungen gegenüber den Ungeimpften, die mehrfach Geboosterten, die dadurch mitnichten vor dem Virus geschützt waren und denen durch die Impfung womöglich Schlimmeres widerfahren ist.
Ja, man ist nicht gern allein, zumal dann, wenn man sich so gar nicht als Schwurbler oder gar als Nazi fühlt – und längst gelernt hat, dass es nicht hilft, sich gegen dieses Etikett zu verwahren. Es gehört einiges dazu, nicht mit der Masse zu heulen. Aber es tut gut, in einer freundlichen, entspannten Menge zu baden, kurz: unter Freunden zu sein. Das gilt selbst für Einzelgänger.
Die übervolle Buchmesse in Halle hat vielen gezeigt, dass sie eben nicht allein sind – auch dank alternativer Medien wie der Achse des Guten, Tichys Einblick, der Jungen Freiheit oder Kontrafunk. Nun kann man auch aus mehr als einer Schwalbe nicht gleich schließen, dass der Sommer gekommen ist – und aus dem Erfolg der vielen alternativen Medien, ob digital oder gedruckt, dass der Wind of Change die Blasenbewohner der Herrschenden bereits zum Schlottern bringt, obwohl …
Keiner fragt nach der Gravitation
Man schaue sich einmal die hässlichsten Kommentare über „Seitenwechsel“ an – an vorderster Front: die einst ehrwürdige FAZ. Das ist so bösartig, dass einem der Angstschweiß geradezu in die Nase steigt, der Julia Encke befallen haben muss bei ihrer Schilderung des Geschehens: „Organisierter Angriff auf den Rechtsstaat: Wie Wertkonservative, Rechte und Rechtsextreme sich unter dem Vorwand der Kultur während der Büchermesse ‚Seitenwechsel‘ in Halle an der Saale am Wochenende in den Armen lagen“, titelt das Blatt ihren Verriss. „So kann man in Halle dabei zusehen, wie hier die Teilnehmenden zu einer Volksfront von rechts verschmelzen und sich vernetzen. Wertkonservativ, rechts, rechtsextrem, offen verfassungsfeindlich – die Unterschiede spielen vordergründig keine Rolle, weil man unter sich ist“, schreibt Encke. „So ist diese ‚Büchermesse Seitenwechsel‘ vor allem eins: ein organisierter Angriff auf den Rechtsstaat unter dem Vorwand der Kultur.“
Also sind die vielen Bücher der Aussteller bereits staatsstreichverdächtig? Oder zickt hier lediglich eine Funktionärin der Frankfurter Buchmesse? Einer versteckt im Grunde ein Kompliment in seiner Kritik: der Journalist Thomas Datt, der vor Ort war: „Was die AfD und ihr Vorfeld im ländlichen Raum schon geschafft haben, wurde hier bei der Buchmesse wie durch ein Brennglas deutlich: Sie erreichen in einem immer größeren Kreis die kulturelle Hegemonie.“
Man hatte indes nicht das Gefühl, dass die vielen gut gelaunten und entspannten Besucher auf „kulturelle Hegemonie“ aus waren. Sie wollten womöglich einfach nicht mehr übersehen oder diffamiert werden. Und im Unterschied zur Frankfurter Buchmesse ertrugen viele auch Aussteller, Bücher oder Meinungen, mit denen sie nicht einverstanden waren. Das ist der Kern der Freiheit.
„Das Feuilleton schreibt nicht mehr über, sondern aus seiner eigenen Diskursblase heraus – jeder Satz zugleich Beschreibung und Abwehr. So verschiebt sich die Funktion des Journalismus: vom Beobachten zum Signalisieren. Sie alle schauen gebannt auf den Schaum auf den Wellen, ekeln sich, wenn Absterbendes sie grünlich oder bräunlich färbt – doch niemand achtet auf die Tiefenströmungen des Meeres, die diese Wellen tragen. Keiner fragt nach der Gravitation. Sie schreiben seit Jahren gegen die Flut an und ahnen, nichts ändern zu können“, kommentiert der Chefredakteur von tumult, Carsten Germis. Zeitenwechsel? Wer weiß.

Die einst ehrwürdige FAZ ist längst zur kritiklos-langweiligen Resterampe dessen verkommen, was sie für den Zeitgeist hält. Das ist überhaupt mein zentraler Vorwurf an den Mainstream: Er ist so furchtbar langweilig, und die FAZ ist sein Zentralorgan. Dass auch sie die Alternativen abräumen will, ist der Beweis dafür. Ich habe den Quark allerdings nicht gelesen. Die FAZ kommt mir nicht mehr ins Haus, sie wäre mit inzwischen selbst für die Nutzung am Gegenteil meines Gesichts zu eklig.
Der Buchhandel verarmt aus Rüchsichtnahme. – Das war mein Merksatz für heute.
Die (einstmals) gute alte FAZ ist also zu einem billigen Hetzblatt geworden; wir haben vor Jahren das Abo gekündigt und nehmen daher schon lange nicht mehz zu Kenntnis, was dort so gemeint wird, aber, ehrlich, dass es so extrem ist hätte ich nicht gedacht. Wie konnte dieses Blatt so weit herunterkommen? Es könnte Angst sein, die ahnen, dass sie in Kürze vielleicht nicht verschwinden werden, der von den Erwachten gekaperte Staat wird sie schon auffangen, um das zu gewährleisten veröffentlicht man ja solchen Bödsinn wie den besprochenen Artikel, aber sie werden nicht mehr zur Kenntnis genommen werden, denn wer bitteschön sollte denn noch die Zielgruppe dieses einstmals bürgerlich-konservativen Blatts sein? Die CDU-Wähler? Die sind entweder woke geworden, dann „informieren“ sie sich sowieso aus ganz anderen Quellen, oder sie haben wg. galoppierender Senilität nicht gemerkt, dass die FAZ gar nicht mehr konservativ ist, was bedeutet, dass sie keine große Zukunft mehr haben und ihre Zeitung dann eben auch nicht. Die FAZ hats gemacht wie die CDU, sie hat ihre eigentliche Klientel verraten bzw. für dumm verkaufen wollen, das funktioniert bei der Zeitung auf längere Sicht noch viel weniger (Stichwort kluge Köpfe) als bei der Partei, beide sind mittelfristig dem Untergang geweiht und schlagen nun in ihrer Angst und in ihrer Wut wild und unkontrolliert um sich, was ihren Untergang nur beschleunigen wird. Kein Verlust, ihre ehemalige Kundschaft hat längst andere Quellen gefunden, die Achse etwa, und vergnügt sich putzmunter auf den vielen liberal-konservativen Events, die dieses Jahr geboten wurden (unmöglich, da überall teilzunehmen). Dass es die alten Medien immer noch gibt, merkt man doch nur, wenn es mal seltsam verschimmelt riecht, denn dann liegt gewiss irgendwo eine Ausgabe von FAZ oder ZEIT herum und wartet darauf, entsorgt zu werden.
Tatsächlich fand schon lange vor Merkels illegaler Grenzöffnung eine große politische Säuberung statt. Nicht nur die Sprache wurde gesäubert, was darf man alles nicht mehr sagen, sie ist dem schmalbrüstigen Journalisten angepaßt worden, damit er seine leichten Gedanken leicht ausdrücken kann. Fernsehen, Zeitungen, Verlage wurden gesäubert, die europäische Geschichte ist gleichgeschaltet, einer haftet für alle, das Christentum ist verbarrikadiert, und die Kritik an der Politik mit dem Etikett „Nazi“ belegt worden. Wir mußte lernen, was in Diktaturen usus ist, politisch korrekt zu sprechen, schreiben, denken, gehen, stehen, beten, sitzen, pinkeln, gucken. Man darf nicht über ein bestimmtes Momentum hinauslernen, weil da der Nazi-Bereich beginnt. Wenn man in einen Buchladen geht, ist alles bunt. Da liegt nichts Anspruchsvolles in der Auslage, nur politisch Korrektes, Junk Food und Empörung. Der Buchhandel ist verarmt. Und umgebaut zum billigen Ramschladen. Geistig arm heißt neudeutsch: „Vielfalt“. Seit wir die Vielfalt haben, stirbt alle Kultur ab. Worüber wir just sprechen: die Wirtschaft. „Vielfalt“ heißt auch Firmentod.
Hier mein Vorschlag an Julia Encke (FAZ) und andere „Seitenwechsel“-Gegner: Organisieren Sie nächstes Jahr, meinetwegen auch schon vorher, doch ganz einfach – in bester hierzulandischer Tradition – eine Veranstaltung (vor ein paar Jahrzehnten sagte man dazu: Happening; heute eher: Event), auf welcher die Ihnen sauer aufgestoßenen Druckwerke der Vernichtung zugeführt werden. Als geeignetes Werkzeug hierfür bietet sich ein Reißwolf (Lupus domesticus destructivus) an. – Bein Füttern des gefräßigen Geräts sollten zur Unterhaltung des sicherlich zahlreich anwesenden Publikums entsprechende Formeln aufgesagt werden; etwa: „Gegen Hass und Hetze im Mäntelchen des gesunden Menschenverstands – Ich übergebe dem Reißwolf die Machwerke von Peter Hahne“; „Gegen schnöde Verächtlichmachung des Begriffes ‚woke‘ und des dahinterstehenden Ideals – Ich übergebe dem Reißwolf die Schriften von Professor (dieses Wort ist mit besonderer Herablassung auszusprechen!) Norbert Bolz“; „Gegen jü… sorry: gegen zionistische Chuzpe, garniert mit zynischem ‚Humor‘ – Ich übergebe dem Reißwolf die Schmierereien von Henryk M. Broder…“ – Ohne jeden Zweifel wird eine solche Schaunummer im In- und Ausland erhebliche Aufmerksamkeit finden – !
Übrigens gehe ich immer noch davon aus, dass die Autoren die anderen Artikel , auf TE und anderen alternativen Medien, lesen und sich auch anderweitig darüber informieren, was in Schland so läuft. Sogar Instagram und You Tube sind hier mitunter durchaus interessant. Eigentlich müsste das alles mehrfach genügen, um zu einer realistischen Einschätzung der Lage zu gelangen. Warum es trotz allem wenig bis nicht funktioniert , kein neues Phänomen in Schland, ist die Frage. Ihre Antwort ist ebenso klar wie leider peinlich. Herr Brandenburg versuchte in einer veröffentlichten Runde , einer davon ist Patrick Baab, dem deutschen Problem auf den Grund zu gehen. Abgesehen vom Erkenntnisproblem , das es auch gibt, schlägt der deutsche Bias jedenfalls danach gnadenlos zu. Man ahnt oder erkennt etwas, schafft es aber nie, über die Kausalitäten zu den alternativlosen Konsequenzen zu gelangen, egal, wie offensichtlich der Verlauf ist und ob die Täter bekannt sind. Es genügt, dass sie ein Amt innehaben. Das macht sie sacrosanct. Wenig demokratisch.
Na ja. Da wissen also sechstausend Leute, dass es anders war als in den Großqualitätsmedien dargestellt.