Unabhängige neue Medien bekommen in den Pressekonferenzen des Weißen Hauses einen festen Platz – auch dank der neuen Pressesprecherin Karoline Leavitt. Hierzulande sollen sie hingegen noch mehr gegängelt werden als bislang schon.
Die Bundespressekonferenz ist ein Verein von ca. 920 Parlamentskorrespondenten. Dreimal wöchentlich (montags, mittwochs und freitags) findet eine sogenannte Regierungspressekonferenz statt, zu der die Pressesprecher der Bunderegierung und der Ministerien eingeladen und befragt werden. Alles überwiegend brav und gesittet.
Man kann das natürlich nicht mit amerikanischen Verhältnissen vergleichen, obwohl – naja: es juckt einen schon in den Fingern. Während in Deutschland dank überwiegend rotgrün gesonnener Journalistenschaft nur wenige kritisch nachfragen, geht es in den USA aus ähnlichen Gründen weit schärfer zu, na klar: weil Donald Trump im Amt ist.
Bereits in seiner ersten Amtszeit hat Trump mehrere Pressesprecher verschlissen. Ist ja auch nicht gerade einfach, den oft erratischen Stil des Dealmakers zu erklären und/oder zu verteidigen. Nun aber hat er Karoline Leavitt, sie ist mit 27 Jahren die jüngste Pressesprecherin eines US-Präsidenten in der Geschichte und seit Jahren Trump treu ergeben. Die Mutter eines Sohnes war bereits von 2017 bis 2021 Assistentin des Pressestabs des Weißen Hauses und ist intelligent, schlagfertig, selbstbewusst und unterhaltsam. Die Katholikin trägt ein Halskette mit Kreuz und ist seit Jahren eine feurige Anhängerin von Trump. Nicht nur deshalb bereitet sie den gestandenen Journalisten der klassischen Medien wenig Freude.
„Der Presseraum gehört dem amerikanischen Volk“
Das erste, was sie bei ihrem Debüt am Pult im Weißen Haus verkündete: Der Presseraum stehe künftig auch unabhängigen Journalisten, Podcastern, Influencern offen, man wolle Platz für „Neue Medien“ schaffen. Wer legitime Nachrichteninhalte produziere, dürfe eine Presseakkreditierung für das Weiße Haus beantragen.
Das bedeutet einen erheblichen Eingriff in alte Privilegien. Bislang haben die Journalisten von der „White House Correspondents’ Association (WHC)“ über die Sitzordnung im Briefing Room entschieden, nun wird ihnen das aus der Hand genommen, mit der Folge, dass Altgediente nicht mehr unbedingt in den ersten Reihen sitzen. Der eine oder andere nennt solche Attacken auf Altgewohntes bereits einen Angriff auf kritische Stimmen, ja, es sei ein Angriff auf die Unabhängigkeit der freien Presse. Nur, weil der eine oder andere ein paar Reihen nach hinten rücken muss? Ehrlich?
Karoline Leavitt zeigt kein Verständnis für derlei Empfindlichkeiten. Der Presseraum gehöre dem amerikanischen Volk und nicht den elitären Journalisten aus Washington.
Ist das tatsächlich ein Angriff auf die Pressefreiheit? Vielleicht. Trump vergisst bekanntlich keine Beleidigung, und davon gab es reichlich. Andererseits haben es die amerikanischen Elitejournalisten jahrelang nicht fertiggebracht, etwa den Gesundheitszustand Joe Bidens zu recherchieren. Und dass sie stets unvoreingenommen gegenüber Donald Trump gewesen seien, kann man wirklich nicht behaupten. Was also kann falsch daran sein, das Meinungsspektrum zu erweitern?
Im Unterschied zu deutschen Politikern scheint die amerikanische Administration sich nicht vor unabhängigen Medien zu fürchten, die man hierzulande gern der „Desinformation“ bezichtigt und über deren Gängelung man öffentlich nachsinnt. Doch was wären wir ohne die Gegenöffentlichkeit, die mittlerweile immer mehr Menschen erreicht, die das Spiel der Polit- und Medienblase gründlich leid sind?
Aus der womöglich künftigen Regierungskoalition verlautet: „Die bewusste Verbreitung falscher Tatsachenbehauptungen ist durch die Meinungsfreiheit nicht gedeckt“, weshalb man gegen „Informationsmanipulation sowie Hass und Hetze“ vorgehen müsse. An die eigene Nase fassen sie sich nicht. Gab es da nicht schon einmal etwas Ähnliches?
„Wer öffentlich gehässige, hetzerische oder von niedriger Gesinnung zeugende Äußerungen über leitende Persönlichkeiten des Staates…“ von sich gibt, "wird mit Gefängnis nicht unter einem Monat bestraft". So lautete das "Gesetz gegen heimtückische Angriffe auf Staat und Partei" vom 20. Dezember 1934.
Dr. Cora Stephan ist Publizistin und Schriftstellerin. Viele ihrer Romane und Sachbücher wurden Bestseller. Ihr aktueller Roman heißt „Über alle Gräben hinweg. Roman einer Freundschaft“.
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@m.mueller, Kritik ist dann okay, wenn diese auf wahren Grundlagen zurückgreift. Was in Ihrem Fall eindeutig nicht zutrifft. Sie spielen auf die korrupteste Nachrichtenagentur dieses Planeten an, AP, die wiederum Reuters gehört, welches den Rothschilds gehört, die sehr arm sind und sich, ich versichere Ihnen, niemals politisch einmischen und vollkommene Demokraten sind und immer alle Parteien fair und gleich behandeln. Diese Leute lügen nie, alles was aus deren Mund entfleucht wird zu „Gold“. ++ Gegenfrage: wieviele Straßen, Plätze, sind in diesem Land bereits von den menschenverachtenden Linken unbenannt worden? Gegen den Willen der Bevölkerung? ++ Trump hat diesen in Golf von America unbenannt, was sein Recht ist. Die USA soll genau soviel Küste an diesem Golf haben, wie das menschenverachtende, mexikanische Drogenkartell, welches seine eigene Bevölkerung wie den letzten Dreck behandelt. ++ AP lügt in jeder Hinsicht und treibt die Lügenmärchen der menschenverachtenden Transhumanisten an (WEF, Mafia, Kinderpornographie, Kriege). ++ Und wenn Sie, wie einige andere hier, nicht die eklatante Qualitätsverbesserung im Weißen Haus, anerkennen können, in Bezug auf deren Pressearbeit, dann beleuchten Sie mal die Drecksarbeit, die sehr vielen bösartigen Diskriminierungen, des pädophilen Biden. Wenn Ihnen dann nicht schlecht wird, dann sollten Sie noch mal lernen wollen, was das Wort Kritik eigentlich bedeutet. ++ AP nahm nur an den Presseveranstaltungen teil, um Trump zu verleumden. Der Nachrichtenwert dieser Lügner war stets gleich NULL. ++ Diesen Straftaten hat das Team um Trump einen intelligenten Riegel vorgeschoben. Etwas, wovon wir hier nur träumen können.
@Sepp: Die Grundausstattung von uns Menschen ist faschistisch: In der Horde fühlen wir uns sicher vor den Fährnissen der Welt. Kann sich zwar als Irrtum erweisen, aber bis dahin … . Religionen stiften derlei, aber auch starke Führer, Monarchen („ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche“). Selbst wenn es nur ein starker Anarch ist, das langt meistens auch schon. Ist ja nicht Hirn, sondern Gefühl – marschieren kann man allein mit dem Rückenmark, ohne Filtration durch das Großhirn. So schaut’s aus.
@ Bremmhuber Sepp / 03.04.2025
MIt Verlaub: Entgegen der sprachlichen Kontradiktionen wohnt NICHT dem Kapitalismus der Faschismus inne, sondern dem autoritären Staat, der regelmäßig wie aktuell in sozialistischer Version auftritt.
@Dieter Helbig / 03.04.2025
Wenn Sie recht haben, und hierfür spricht einiges, würde das eine Art Offenbarungseid für das sich zweite Demokratie auf deutschem Boden nennende Staatswesen bedeutet.
Ja Ja es kommt alles wieder. Dem Kapitalismus wohnt der Faschismus inne!
Die Grundlagen dafür sind schon lange nach und nach geschaffen worden.
Das vielleicht beste, was mit dem Wechsel der Sprecherin für das Weiße Haus an Frau Karoline Leavitt einhergeht ist, daß sie angesichts ihrer Vorgängerinnen Jennifer „Jen“ Psaki und (intensiver) Karine Jean-Pierre gelobte, nicht zu lügen. Wobei, soviel Ehrlichkeit gebietet die Fairness, man als Sprecher einer – mit Verlaub – „verlogenen Administration“ „wahrheitsmäßig“ auf verlorenem Posten steht. – Nachtrag: Gleiches gilt übrigens hierzulande. Wer daran zweifle, betrachte die Antworten der Regierung auf die Fragen Herrn Warwegs von den ‚Nachdenkseiten‘ in der Bundespressekonferenz – Zum SCHÄMEN!
Tja, „der (USA-)Presseraum gehört den Amerikanern“. Und die BRD-Pressekonferenz gehört der Presse. Von welcher Einrichtung sollte man also erwarten, dass die Regierung gründlicher gegrillt wird?
Dazu passend : die SPD will „ zuverlässige“ Medien staatlich fördern.
(thema in den Koalitionsverhanldungen)
Wenn die Medien brav sind, gibt s Geld vom Staat.