Die Öffentlichkeit gewöhnt sich schulterzuckend daran, dass soziale Netzwerke willkürlich Meinungen zensieren und User aussperren. Die Autorin dieses Beitrags berichtet von ihrer Verbannung.
Als ich gestern morgen aufwachte und feststellte, dass sowohl mein Instagram- als auch mein Twitter-Account deaktiviert waren, kam mir spontan der Anfang von Kafkas „Der Prozess“ wieder in den Sinn. Denn ich fühlte mich ein bisschen wie Josef K., der gar nicht wusste, was er angestellt hatte: „Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne, dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“ Nun gut, verhaftet wurde ich nicht. Aber ich bin weg. Und meine Leser können meine Social-Media-Seiten nicht mehr aufrufen. Und daher dieser Beitrag zur Information für meine Leser und zum Teilen, damit möglichst viele wissen, was da passiert.
Vorab hatte mich Facebook schon für einen Monat gesperrt, weil ich mich gegen die Beleidigung eines Mannes auf meiner Seite zur Wehr gesetzt hatte. Warum – nachdem eine Zeit lang halbwegs Ruhe war – das Sperren jetzt in dieser Intensität betrieben wird, weiß ich nicht. Ich bin wohl jedoch derzeit nicht die einzige, die diese Sperrorgie betrifft.
Anders als bei Facebook, habe ich bei der zeitgleichen Deaktivierung von Twitter und Instagram zudem weder eine Begründung erhalten noch eine Angabe zum Sperrzeitraum. Von Instagram erhielt ich auf meine Support-Anfrage lediglich die Antwort, dass ich mit meinem Account wohl gegen die „Terms of Use“ verstoßen hätte und dieser deshalb deaktiviert worden sei.
Eine Möglichkeit, daran etwas zu ändern, scheint es nicht zu geben. Wenn es nach Twitter und Instagram geht, sollen meine Accounts dauerhaft gelöscht bleiben. Eine Beschwerde bei Twitter blieb bis jetzt ohne Erfolg, und ein Einspruch gegen die Entscheidung von Instagram ist gar nicht erst möglich, da ich mich dafür anmelden müsste, was mir mittlerweile von Instagram verwehrt wird.
Was eine solche Sperre bedeutet
Es ist schwer, Menschen, die die sozialen Medien nicht beruflich nutzen, zu erklären, was eine solche Sperre aus heiterem Himmel und ohne Grund für jemanden wie mich bedeutet. Mein Einkommen generiere ich im Wesentlichen über das, was ich auf meinen Social-Media-Kanälen täglich an Content für meine Leser liefere, die das mit Spenden fördern. Ohne diese Plattformen kein Inhalt, ohne Inhalt kein Einkommen. Eine dauerhafte Sperrung auf diesen Kanälen kommt damit einer Vernichtung meiner ökonomischen Existenz von heute auf morgen gleich.
Für einen privaten Nutzer dieser Seiten mag es mitunter einfach sein, sich abzumelden und auf Telegram oder der neuen Trump-Plattform GETTR eine neue virtuelle Heimat unter Gleichgesinnten zu finden, aber für mich bedeutet das Ende des Austausches über die eigene Bubble hinweg zugleich das Ende jeder Sinnhaftigkeit der sozialen Medien.
Mein Ziel war es immer, über die Blase der politisch interessieren Konservativen und Liberalen hinweg, Menschen für die von mir vertretenen Inhalte und für Politik an sich zu begeistern. Ich schreibe und poste nicht, um Kollegen zu gefallen, sondern um im Rahmen meiner eigenen begrenzten Möglichkeiten den Fokus auf Themen zu richten, die mir wichtig erscheinen und dabei eben auch neue Leser zu gewinnen. Vor allem Instagram gab mir die Chance dazu, die vermeintlich verlorene Generation der 18- bis 30-Jährigen thematisch anzusprechen und aufzuzeigen, dass es mehr gibt als Links und Grün. Die wachsende Reichweite gab mir recht.
All das aufzugeben, mich nicht mehr der Konfrontation in einem Raum zu stellen, auf dem viele verschiedene politische Ansichten vertreten werden und stattdessen nur noch meine Blase zu bedienen, kommt für mich einem Bankrott des demokratischen Diskurses und einem intellektuellen Inzest gleich, der mich sicherlich finanziell über Wasser halten würde, aber mir jedweden ideellen Wert meiner Arbeit und damit meine Motivation nimmt. Sicherlich wird der eine oder andere insistieren, dass man sich nicht in so hohem Maße abhängig von solchen Plattformen machen sollte und finanziell gesehen hat er damit sicherlich recht.
Ist ihnen bewusst, was sie anrichten?
Ab und zu frage ich mich auch, ob denjenigen, die gerne unliebsame Meinungen verschwinden lassen, tatsächlich bewusst ist, was sie damit anrichten. Ob man wirklich so wenig Weitblick besitzen kann, dass man nicht imstande ist, zu erkennen, dass man damit die endgültige Spaltung der Gesellschaft vorantreibt und eine Selbstradikalisierung bei vielen vorprogrammiert ist.
Der Zeitgeist entscheidet darüber, wer gerade am längeren Hebel sitzt. Wer heute über den einen richtet, indem er ihn cancelt, kann morgen schon selbst gecancelt werden. Genau aus dem Grund hat man einmal die Meinungsfreiheit und den liberalen Rechtsstaat erfunden. Aber von diesem Bewusstsein scheint nicht mehr viel übrig zu sein.
„Freiheit stirbt immer zentimeterweise“, zitierte Guido Westerwelle bei einer Rede einst Karl-Hermann Flach. Und genau deshalb empört sich niemand. Weil die Veränderungen schleichend kommen. Weil sie zunächst nur ein paar Leute wie mich betreffen. Und weil man da vielleicht noch sagt: „Die Schunke mochte ich eh noch nie.“ Aber Meinungsfreiheit ist nichts, was an persönliche Animositäten geknüpft ist. Sie ist vorhanden oder eben nicht.

Denen ist genau bewusst was sie anrichten, sie dürfen ruhig auf Achgut oder bei Tichy für die Nische der konservativen 50+ Leser schreiben, deren Gehirne sind ausgeformt, sie sind nur eine kleine Gruppe, und komplett harmlos. Und die Natur entledigt sich dieses Problems ohnehin bald. Facebook, Instagram etc mit großer Reichweite und formbaren jugendlichen Gehirnen sind dagegen Tabu. Jeder Diktator, jede Religion hat immer nach dem Prinzip „Frauen und Kinder gehören mit“ gehandelt, die wussten intuitiv, wo Gehirnwäsche Sinn macht. Alte zynische Männer sind eh verloren, und junge hormongeflutete Männer lassen sich stets durch die 2 Worte „Mut und Ehre“ in den Tod treiben, da lohnt sich der ganze Aufwand der Gehirnwäsche gar nicht.
Nun ja, es könnte schlimmer kommen: Bankdaten, Personalausweis, Geburtsregistereintrag, sämtliche Meldedaten der früheren und des aktuellen Wohnortes, Arbeits- Miet- und alle anderen Verträge sowie alle anderen Einträge bei Vereinen, in Presseartikeln, selbst im Telefonbuch über Sie könnten plötzlich verschwunden sein.
„Person nicht nachweisbar -Sperrt die Irre weg.“
Wer die Daten hat, hat die Person, kurz gesagt: Es WIRD schlimmer kommen.
Wohin die Unterdrückung von Kritik, Wegschauen und Ausblenden führen, sieht man sehr gut am Fall Bärbock. Die Grünen waren durch die Abwesenheit jeglicher Kritik und Distanz derart eingelullt, dass bei denen jede Sicherung durchgeknallt ist und sie eine sachlich und charakterlich völlig ungeeignete Frau zur Spitzenkandidatin gemacht haben. Die haben nicht im Ansatz ihre Fehleinschätzung erkannt und wollen das auch jetzt noch nicht. Wer sich keiner Kritik und keinem Wettbewerb stellen muss und will, kann nicht erfolgreich sein. Lustigerweise haben die Unterstützer aus dem linksgrünen Millieu genau damit Annalenas Untergang besiegelt und sich im Ergebnis selbst geschadet. Die taz hat das nun gemerkt. Allerdings ist es nun – glücklicherweise – zu spät.
Sehr verehrte Frau Schunke: Zu „Die Öffentlichkeit gewöhnt sich schulterzuckend daran, dass soziale Netzwerke willkürlich Meinungen zensieren und User aussperren. Die Autorin dieses Beitrags berichtet von ihrer Verbannung.“ Ich werde mich niemals daran gewöhnen! Gut, daß Sie über Ihre Aussperrung schreiben. Ich selbst meide alle sozialen Medien, welche Meinungen zensieren. Was mich jedoch vielmehr interessieren würde,- welche Wege werden Sie jetzt einschlagen?
@ Alfred Alex und alle die es interessiert:
Habe heute mein Commerzbank-Konto gekündigt, inklusiv Depot, CC, und noch einiger weiterer Kleinigkeiten.
Außerdem eine kurz Notiz zum Warum an der Co-Ba-Vorstand.
Klingt lächerlich, ist es wohl auch, aber wenigstens sollen die Herrschaften nicht glauben, derlei bliebe unbemerkt.
Ungeheuerlich. Diesem willkürlichen Treiben muss man einen Riegel vorschieben. Wehren Sie sich!
Auch wenn Sie es nicht gern hören, Frau Anabel, aber das eigentliche Problem sind Leute wie Sie! Sie begeben sich in Abhängigkeit privater Firmen u. jammern dann, wenn man Sie rauswirft. Obwohl es schon seit OrangeMan bekannt war, wohin die Reise geht, haben alle weiter gemacht wie bisher. Und gejammert. Die richtige & korrekte Strategie wäre aber gewesen, sich Alternativen zu suchen. Am Besten hätte man sich bündeln können u. ein eigenes Netzwerk aufgebaut, wenn man denn fremde Plattformen nicht mag oder denen nicht traut. Sie haben es lange gewusst und nichts dagegen getan. Keine Vorsorge getroffen. Fehlende Eigenverantwortung u. Bewusstsein für die Lage. Einfach blauäugig. Ist so. Da hilft auch kein Jammern.