In Rom brach kürzlich eine 60-jährige Fremdenführerin bei einer Tour durchs Colosseum zusammen und starb. Trotz vergleichsweise gemäßigten Temperaturen ist natürlich der Klimawandel schuld.
Im Sommer ist Rom keine besonders angenehme Stadt. Die dicht besiedelte Metropole heizt sich gnadenlos auf, und wer kann, flieht ans Meer oder in umliegende Hügellandschaften wie die Albaner Berge, wo auch Castel Gandolfo liegt, der Sommersitz des Papstes. Hier ist es zumindest etwas erträglicher als auf sonnenbeschienenen römischen Plätzen oder in verwinkelten Altstadtgassen, wo sich die Hitze staut. Leider eignet sich der Tiber nicht – wie die Seine in Paris – zum Baden. Und wem einfiele, im Trevi-Brunnen zu plantschen oder auch nur seine Füße hineinzuhängen, muss mit saftigen Geldstrafen rechnen.
Der sommerliche Exodus der Römer ist keineswegs ein neues Phänomen. Auch Tivoli im Osten von Rom war seit jeher eine beliebte Sommerfrische. Nur dreißig Kilometer von der römischen Altstadt entfernt, steigen die Ausläufer des Apennin auf bis zu 600 Meter an, ein idealer Ort, um der Sommerhitze zu entfliehen, was römische Kaiser, Päpste und Kardinäle nutzten, um hier prachtvolle Villen und Parks zu errichten, wie die Villa d’Este oder die Hadriansvilla.
Heute bevölkern im Hochsommer vor allem Touristen die von den Einheimischen verlassene Stadt. Und wenn man die weite Reise auf sich genommen hat, will man auch bei 40 Grad im Schatten – in Rom in den Monaten Juli und August keine Seltenheit – nicht im Hotelzimmer oder am Pool sitzen, sondern etwas sehen. Also quält man sich hinaus in den Glutofen und versucht, die Lebensfunktionen mit dem Dauerkonsum von Speiseeis und Mineralwasser aufrechtzuerhalten.
„Die Arbeit im Freien bei diesen Temperaturen ist unerträglich“
Doch diesmal war es gar nicht so heiß, für römische Verhältnisse sogar ausgesprochen angenehm, nur um die 30 Grad an einem Dienstagabend um 17.30 Uhr. Wie Spiegel Online meldete, war eine 60-jährige Fremdenführerin mit einer Gruppe von 25 Touristen im Colosseum unterwegs, als sie plötzlich zusammenbrach und vor den Augen ihrer Gäste starb. Wiederbelebungsversuche durch Anwesende hatten sich als erfolglos erwiesen.
Ein – wie man so sagt – tragischer Unglücksfall und sicher kein schönes Erlebnis für die Menschen, die das miterleben mussten. Eigentlich wäre dies höchstens eine Meldung im Lokalteil einer römischen Zeitung wert gewesen, doch SPON berichtete ausführlich, thematisiert den „Übertourismus“ in Rom, der für Fremdenführer unerträgliche Arbeitsbedingungen zur Folge habe.
Auch die angeblich mörderische Hitze an diesem Tag wird mehrfach erwähnt. Weiter unten fällt dann der Begriff, den man schon fast sehnsüchtig erwartet hat: „Der Klimawandel ist ein Faktum, und die Arbeit im Freien bei diesen Temperaturen ist unerträglich“, wird eine gewisse Isabella Ruggiero, Präsidentin des Verbandes der zertifizierten Fremdenführer in Italien (AGTA) zitiert.
Schon zuvor „unwohl“ gefühlt
Der Artikel suggeriert zwar, dass die zum Extremwert aufgebauschten 30 Grad Celsius sogar noch „am Abend“ gemessen worden seien, doch eine kurze Internetrecherche hätte ausgereicht, um herauszufinden, dass die höchsten Temperaturen nicht, wie oft angenommen, um die Mittagszeit, sondern erst am späten Nachmittag erreicht werden.
Was allerdings die Botschaft konterkariert hätte, die da lautet: Die Klimakrise tötet, und sie tötet vor aller Augen. Kollegen der verstorbenen Fremdenführerin kommen mit dramatischen Aussagen zu Wort: „Sie musste bei hohen Temperaturen arbeiten. Sie ist an der Hitze gestorben.“ Nur nebenbei erfährt man, dass sich die 60-Jährige schon „zuvor“ unwohl gefühlt habe.
Die journalistische Absicht, uns diesen Fall nahe zu bringen, ist ziemlich durchschaubar. In Deutschland ist es ja gerade gar nicht sonderlich sommerlich, alles irgendwie „business as usual“. Und dann stehlen auch noch Trump und Putin den Klimahysterikern die Schau. Da greift man nach jedem Strohhalm, um das geneigte Publikum bei Laune zu halten.
Frau Ruggiero fordert dann noch, die Arbeitszeiten im Sommer „anzupassen“ und die Öffnungszeiten des Kolosseums zu ändern. Bislang schließt die Arena um 19.15 Uhr. Vielleicht ist das Kolosseum im Sommer aus Gründen des Hitzeschutzes ja bald nur noch nachts zu besichtigen – geführte „Sonnenuntergangstouren“ gibt es heute schon, aber nur für kleine Gruppen. „Ein nie dagewesenes, magische Erlebnis, bei dem das sanfte Licht und die Abwesenheit von Menschenmassen das Amphitheater in einen noch stimmungsvolleren Ort verwandeln.“
Demnächst bitte drei Jahre im Voraus buchen!
Georg Etscheit schreibt auch für www.aufgegessen.info, den von ihm mit gegründeten gastrosophischen Blog für freien Genuss.
Beitragsbild: Pixabay

Tja – hätten wir nicht die „Sommerzeit“, wäre die Sonne schon eine Stunde weiter gewesen. Besonders speziell ist das in Spanien, die haben dieselbe Zeitzone wie Deutschland, sind aber wesentlich weiter westlich. In Madrid ist der Sonnenhöchststand dann erst um 14:15, entsprechend verschiebt sich die Temperaturverteilung. Kein Wunder, daß die Siesta bis nachmittags um fünf dauert…
Ave SPON, die Todgeweihten grüßen dich!
Erst Frost (+10 Grad), dann wieder Hitze (+26 Grad)… sagt der Wettermann… lol
Zur PLÖTZLICH und UNERWARTET verstorbenen Fremdenführerin: Impfstatus? Wahrscheinlicher als Klimawandel. Der tötet doch langsam.
„…eine kurze Internetrecherche hätte ausgereicht, um herauszufinden, dass die höchsten Temperaturen nicht, wie oft angenommen, um die Mittagszeit, sondern erst am späten Nachmittag erreicht werden“. Daran kann man sehen, daß die Südländer nix schnallen…Die machen ihre „Siesta“ seit Jahrhunderten zur falschen Zeit, wie wir Internordländer längst wissen!
Als es den „KLIMAWANDEL“ noch nicht gab , ist im Sommer „ NIEMAND“ gestorben !
Es ist einfach nur irre, was wir mit uns veranstalten lassen. Das erinnert mich an einen Scherz, den angeblich Werkstattmitarbeiter mit einem ihrer Kollegen in den 1970er Jahren getrieben haben sollen. Der ging so: Arbeitsbeginn war 7 Uhr. Kaum war der Kollege am Arbeitsplatz, kam schon der erste Mitarbeiter auf ihn zu: „N’Morgen Karl. Du siehst aber schlecht aus heute morgen. Geht’s Dir nicht gut“? Karl: „Nö, mir geht’s gut. Alles ok.“ Um 7.30 Uhr waren alle 9 Mitarbeiter an ihm vorbei defiliert und hatten ihn ähnlich begrüßt. Um 8 Uhr meldete Karl sich im Personalbüro ab mit den Worten „Mir geht’s heute gar nicht gut. Ich muß nach Hause“. # Hier wird Hysterie geschürt. Nicht nur beim Klima, auch bei Corona, bei Gluten, Laktose und Mikroplastik im Essen und auch bei der AfD – und allzu Viele fallen bereitwillig darauf herein. # Seit 8 Jahren lebe ich in Bangkok. Der heißesten Stadt der Welt. Hier werden bei 30, 35°C Straßen, Brücken und Hochhäuser gebaut. Da ruft Keiner nach „Hitzefrei“. Da fallen auch nur ganz Wenige wg. Hitze um. Und noch weniger sterben daran. # „Der Mensch“ scheint mir ein ziemlich sonderbares Exemplar der Erdbewohner zu sein.