Akif Pirincci (Archiv) / 22.07.2013 / 22:52 / 5 / Seite ausdrucken

Titel Thesen Staats-TV

Viele Leser dieses Blogs denken bestimmt, Mensch, bei der ACHSE DES GUTEN sitzen nur Genies rum! Die göttliche Schreibe der Autoren und Autorinnen, dieser Witz und Esprit, dieser Sachverstand und Röntgenblick, einfach klasse! Wie die wohl auf ihre Themen kommen? Tja, das ist ein Betriebsgeheimnis, über das ich nicht so gerne sprechen mag, denn Inspiration geht im Kreativitätsgeschäft oft mit ihrem deprimierenden Gegenteil einher, und woher nehmen, wenn nicht stehlen? Wenn jedoch alle Stricke reißen und einem partout nichts einfallen will, so gibt es in dieser Sache eine sichere Bank. Wer sich von dieser nicht zu einem Artikel inspirieren lassen kann, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Eigentlich sind es drei sichere Banken: Die Kulturmagazine der Öffentlich Rechtlichen KULTURZEIT, ASPEKTE und TITEL THESEN TEMPERAMENTE, kurz ttt genannt. Da wird man immer fündig.

Gestern war es wieder soweit. Eigentlich hatte ich die Kiste ohne große Hoffnung auf eine Idee eingeschaltet, um mich an ttt zu laben. Doch was soll ich sagen, gleich der erste Beitrag darin war ein Blattschuß! Der Moderator Max Moor, ein witzig sein sollender Kleiderschrank von einem Mann mit einer Supermeise, der mit 55 Jahren seinen richtigen Vornamen (!) Dieter abgelegt hat, weil der ihm nicht mehr gefallen hat, beginnt die Sendung mit einer Fakemeldung. Wegen Sparmaßnahmen hätte die Regierung beschlossen, das öffentlich rechtliche Fernsehen dichtzumachen und alle Mitarbeiter zu entlassen, sagt er mit aufgesetzt ernstem Gesicht. Ich nehme an, daß der Texter dieser schwindelerregend lustigen Anmoderation geglaubt hat, der Zuschauer würde darob in bittere Tränen ausbrechen und nur mehr die letzten Monologzeilen von Marlon Brando in “Apocalypse Now” vor sich hinwispern: “Das Grauen! Das Grauen! Das Grauen! …”

War aber alles nur Spaß, korrigiert sich dann Moor, denn es wäre ja in einem demokratischen Land ein Ding der Unmöglichkeit, daß die Politik einfach so das öffentlich rechtliche Fernsehen abschalten würde. Ja, denkt man sich, das wäre nicht nur ein Unding, sondern Blasphemie in ihrer Rheinform, so wie wenn man im Petersdom auf den Altar kackte. Wo sollten wir dann auch unsere zehn Milliarden an Zwangsgebühren jährlich (mit Werbung) überweisen? Die Kohle etwa für Medien ausgeben, die wir uns freiwillig selbst ausgesucht haben? Absurd! Aber ttt, ist dir schon mal in den Sinn gekommen, daß dein ganzer links durchwirkter Saftladen in Wahrheit vom Gutdünken der Politik abhängt, du keineswegs unparteiisch oder gar frei sprechen und handeln kannst, sämtliche deiner Mitarbeiter nach ihrem Parteibuch ausgesucht werden, fast neunzig Prozent von ihnen grünen-, wenn nicht sogar Die-Linke-hörig sind und als bestbezahlte Medienparasiten genau das wiederkäuen müssen, was der politische Mainstream und irgendwelche Ministerpräsidenten aktuell vorgeben? Wieso tust du so, als würde die Presse- und Meinungsfreiheit ausgerechnet von einem öffentlich rechtlichen Moloch garantiert werden, in dem die Politik, vornehmlich die halb kommunistische, ein- und ausgeht wie ein dauergeiler Freier im Puff? Meinst du, ich bin doof?

Doch worum geht es? Moor verkündet Ungeheuerliches: In Griechenland hätte man jetzt genau das getan, nämlich wegen Sparmaßnahmen haste nicht gesehen den öffentlich rechtlichen Rundfunk abgeschaltet und alle Mitarbeiter entlassen. Tja, und in China ist ein Fahrradreifen geplatzt. Was machen die armen Griechen nun, sich bei den bis in die Haarwurzeln unabhängigen Sendern ARD und ZDF informieren, wann sie die nächsten 100 Milliarden vom deutschen Steuerzahler erhalten werden? Der Bericht zeigt ein Bild des Jammers. Ausgerechnet in diesen entbehrungsreichen Zeiten, in der viele von der blöden Sparerei betroffen seien, sagt der Off-Kommentator mit Tränen im Rachen, gäbe es kein Staatsfernsehen mehr, ja, keine “kritischen Stimmen”. Hahaha, kritische Stimmen, ausgerechnet beim Staatsfernsehen! Was haben diese kritischen Stimmen wohl so unfaßbar Kritisches gesagt, bevor man sie zum Verstummen brachte? Daß die EU, vornehmlich Deutschland nicht immer solche Zicken machen soll und locker unbürokratisch den Zaster rüberschieben soll für das Heer an Staatsbediensteten, Luxusrentnern, Blinden, die sehen können, maroden Staatsbetrieben, Politikern mit Onassis-Gehalt und ihren Clans? Ja, diese Stimmen werden nun bitter vermißt.

Aber dann offenbar doch nicht. Man hätte inzwischen den staatlichen Rundfunk in einer Miniaturausgabe wiederhergestellt, welcher jedoch verwerflicherweise nur alte Filme und Folklore senden würde, verlautet es auf einmal. Empörend! Und gar nicht mal so wenige ehemalige Mitarbeiter hielten das Sendezentrum besetzt und machten nun Internetfernsehen. Na dann ist ja alles wieder in Ordnung, könnte man denken. Doch so langsam kommt man dem Kern dieses fürs deutsche Publikum völlig uninteressanten Berichts näher, als ein Wirtschaftsprofessor zunächst in einem Nebensatz durchblicken läßt, daß in Griechenland mit diesem barbarischen Akt keineswegs das Fernsehen abgeschafft worden sei, weil es ja noch die Privatsender gäbe, diese jedoch die Leute nicht so dolle “politisch” informieren würden. Und hier schließt sich der Kreis und bekommt endlich einen Bezug zum Mediensystem hierzulande. Medienhäuser, die ihre Kohle nicht selber generieren müssen, propagieren stets ihr eigenes “Geschäftsmodell”, nämlich daß der Wohlstand durch die “richtige Politik” zu generieren sei und diese gefälligst den allein seligmachenden Zustand fürs Volk herbeizuzaubern habe. Nun ja, zumindest in Griechenland hat das ja bis jetzt immer geklappt. Staatliche Rundfunkanstalten sind per se politisch, weil Politik ja ihre Geschäftsgrundlage ist, und handeln nach dem Spruch “Wes Brot ich ess, des Lied ich sing”. Was natürlich automatisch zu einer Verfilzung und Verbrüderung mit der Politik und den Politikern führt. Für alle anderen gilt jedoch, daß man schon Erfolg beim Publikum haben sollte, falls man konsumiert werden möchte. Deshalb geht auch die Politik RTL und Konsorten am Arsch vorbei.

Doch auch in einer schlechten Nachricht kann sich bisweilen eine gute verstecken. In dem ttt-Bericht meint irgendein gefeuerter Typ, das Ganze sei eine Farce, denn die Rundfunkgebühr habe doch nur 4 Euro im Monat betragen. Griechenland, du hast es besser! möchte man da zurufen. Im nächsten Satz allerdings sagt er wieder etwas sehr Rätselhaftes, nämlich daß der abgeschaltete Staatssender einer der profitabelsten gewesen sei. Häh, Profit bei Zwangsgebühren? Heißt das, daß die Gebührenzahler irgendwann ihre Kohle plus Gewinn (Profit) wieder zurückbekommen? Ein Geheimnis. Und das Geheimnis wird noch geheimnisvoller, als der Off-Kommentator plötzlich damit herausrückt, daß ein neuer Staatssender im Entstehen begriffen sei, allerdings mit der Hälfte der Anzahl der Leute, die im abgewickelten Betrieb gearbeitet haben. Aber ob darin die ehemaligen “unabhängigen Journalisten” übernommen werden, fragt die Stimme aus dem Hintergrund scheinheilig und bange. Dabei ist die Sache glasklar: Wie das so ist im sonnigen Griechenland ersetzt die neue Politikerkaste die alten “unabhängigen Journalisten” durch ihre eigenen “unabhängigen Journalisten”. Eigentlich bleibt also alles beim Alten! Und wetten, daß die alte Mannschaftsstärke schon am Ende des Jahres wieder hergestellt ist?

Wieso sich ttt für solch eine durchsichtige und schmutzige Politintrige hergibt, ist eigentlich auch kein Geheimnis. Obwohl man fest im Gebührensattel sitzt, will man nach dem Motto “Wehret den Anfängen” bei sich vorbeugen und schlägt mit solchen Worthülsen wie “unabhängig” und “Meinungsfreiheit” um sich, damit man eines Tages selber nicht drankommen möge. Und das ausgerechnet bei einem von Klüngeln und Politkommissaren durchsetzten System wie dem Staatsfernsehen – noch sonst was? Vielleicht hat es aber auch mit der Weisheit „Blut ist dicker als Wasser“ zu tun. Das Greek-TV ist halt der verarmte Cousin aus der der buckeligen Verwandtschaft. Da legt man gern ein gutes Wort für ihn ein, auch wenn jeder in der Familie weiß, daß er ein Trottel ist.

Liebe ttt, vielleicht kannst irgendwelche Leute verarschen, die Abitur haben und dadurch derweise linksdrehend hirngewaschen sind, daß sie die Kunst- und Pressefreiheit tatsächlich nur beim Staat garantiert wissen. Bei mir, dem Hochbegabten, der nur einen Hauptschulabschluß besitzt, beißt du aber auf Granit. Und dieser komische Moor, den kannst du … Ach komm, ich gehe mir jetzt einen Porno reinziehen!

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Leserpost

netiquette:

Engelbert Gartner / 25.07.2013

Ich empfinde für die Macher von TTT ein wenig Mitleid. Diese armen Menschen müssen, weil im TV-Programm schon lange vorher festgelegt, auf Teufel komm raus immer wieder ein neues Thema finden. Also haben die Ärmsten in ihrer letzten Sendung halt diese Sau durchs Dorf gejagt. LG Engelbert Gartner

Jemeljan / 23.07.2013

Die konnten ja vor lauter, von weinerlicher Solidarität getriebener Anteilnahme, ein paar Millionen von unseren GEZ-“Demokratieabgaben” an ihre Staatsfunk-Kollegen in Griechenland überweisen. Wir wär´s denn, Herr Moor und Konsorten, mit einem “Soli-Beitrag” für verarmte, “ach-so-unabhängige”, griechische Journalisten ? Oder müssten Sie sich dann ein paar Rotweinchen weniger in der Woche reinziehen und vielleicht gar einmal im Monat den Edel-Italiener meiden ? Buhu, meine Trauer würde sich dennoch in Grenzen halten. Wenn etwa gar “TTT” und Co. eingestellt werden müssten, wegen dieser Solidaritätsbeiträge… NICHT AUSZUDENKEN ! Na, unsere Euros fließen so oder so nach Griechenland, Zypern und bald auch nach Italien, Spanien, Portugal…

Mark Mallokent / 23.07.2013

Auch du, mein Brutus! Jetzt fangen Sie auch schon an, von Autoren und Autorinnen zu schreiben! Wenn Sie so weitermachen, werde ich anfangen, an die feministische Weltverschwoerung zu glauben.

Martin Unger / 23.07.2013

Natürlich erscheint ein Mensch, der seinen Vornamen ändert, auf den ersten Blick sehr weicheierig. Allerdings sollte man sich doch erst einmal mit dem Vornamen “Dieter” näher auseinandersetzen. Ich empfehle daher, das Video “Dieter-Therapie” zu googeln. Es zeigt einem, welchen Nöten ein schwacher Mensch ausgesetzt ist, wenn er ein “Dieter” ist.

Alexander Garnreiter / 23.07.2013

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man über Ihren Kommentar herzlich lachen! Ob es nun aus Absicht geschieht, wegen Einsparungsmaßnahmen bei der Recherche oder auf Grund mangelnder Bildung, die Berichte, Reportagen und sonstigen Sendungen werden immer mehr und mehr durch Weglassung relevanter Informationen entstellt. So wird, ohne dass direkt gelogen werden muss, die objektive Meinungsbildung sabotiert. Nachrichten sind oft keine unparteiischen Informationen mehr, sondern Klimahysterie Förderung, Diskreditierung von allem was politisch rechts von Die Linke-Grünen-SPD steht, aufgefüllt mit ein paar üblen Unfällen und den Meldungen über die kapitalistischen, alles in den Abgrund reißenden Finanzmärkten, sowie das von uns Menschen gemachte Wetter mit wahlweise Rekordhitze/-kälte/-regen/-flut/-schnee/-sturm/-hagel/-nebel usw. Doch nicht nur die Nachrichten und Reportagen, sondern auch historische Ereignisse werden gezielt durch Weglassen von Informationen ideologisch eingefärbt. Zum Beispiel die Kreuzzüge werden regelmäßig dargestellt, als ob der Papst damals eines schönen Morgens aufgewacht ist und gedacht hat, holla die Waldfee, heute starten wir mal einen Kreuzzug gen Jerusalem und massakrieren ein paar Moslems. Also völlig unmotiviert und grundlos einfach drauf los. Ein schönes Beispiel ist auch immer die Berichterstattung über die armen, armen Palästinenser, denen ‘ihr Land’ auch plötzlich von den bösen, bösen Zionisten weggenommen wurde. Also im Grunde genommen schon überhaupt diese unrechtmäßige Staatsgründung von Israel an einem Ort wo zuvor noch niemals nie nicht Juden gelebt haben. Und dann diese ständigen Kriege gegen die unschuldigen Nachbarländer. Tststs… Aber wen interessierts? Wird sowieso nur wiederholt, was schon in der Schule unseren Kindern vorgesetzt wird.

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