Ulrike Stockmann / 13.12.2020 / 11:30 / 9 / Seite ausdrucken

Thilo Schneider und die dunkle Seite der Mittelschicht

Achgut.com-Autor Thilo Schneider spricht über sein aktuelles Buch „The dark side of the Mittelschicht“ und verrät, warum er sich wie der „letzte Bundesrepublikaner“ fühlt – und wieso die neuen Puritaner oft die eigenen Kinder sind. Das Buch „The dark side of the Mittelschicht“ ist hier erhältlich.

Foto: Thilo Schneider, Ulrike Stockmann

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Silvia Orlandi / 13.12.2020

@ alle Nichtraucher, Antialkoholiker,Vegetarier, Sportler,Gesundheitsgläubige: „I tell you, you must die.“ Jeder Genuss ,den man sich nicht gegönnt hat ,wird man am Ende bedauern. Die Rechnung kommt so oder so. Kerngesund ist noch keiner gestorben und ewiges Leben gibt es nur im Jenseits. Es ist der pure Neid und die Missgunst der Blockwarte auf die Lebensfreude der Anderen. Nicht umsonst ist Neid eine der 7 Todsünden.

Heike Olmes / 13.12.2020

Bin voll Ihrer Meinung. Nur die Sache mit dem Rauchen ist nicht ok. Ich war früher schwere Raucherin und im Nachhinein tut es mir leid , dass ich viele Menschen dem Krebsrisiko ausgesetzt habe. Nebenbei, , Ihr Profilfoto auf achgut ist nicht so ganz up to date…

Stefan Riedel / 13.12.2020

Fallschirmjäger. Ich verneige mich. Größte Verlustrate? Fallschirmjäger? Oder doch Sturmpioniere? (Ich war nicht bei den Sturmpionieren).

Helmut Scheid / 13.12.2020

Der Beitrag hat mir deswegen so gut gefallen, da die hübcheste Autorin von Achgut zum Interview mit Herrn Schneider beauftragt wurde. So alt wie Frau Stockmann war anfang der 80ger Jahre, also “Dinosaurier und..68ger Spätlese” halt. Damals hätte ich ohne gleich als Sexist bezeichnet zu werden, Ulrike als eine der heißesten Braut bezeichnen können, “die mir vor die Linse lief”. Alle die so eine Aussage mitbekommen hätten, hätten gelacht und die “Mädels” damals entsprechend gekontert. Heute ist so ein Verhalten und Aussage sofort durch die MeToo Bewegung eine sexuelle Belästigung und schlimmer….........Ich hatte damals wie heute den größten Respekt von den Frauen meiner Generation, bin als Gewerkschaftsmitglied auf einigen Demos für die Gleichberechtigung der Frauen mitgelaufen…......

Sybille Schrey / 13.12.2020

@ Thomas Kache: Na, da bin ich aber auch anderer Meinung. Zitat: „Dieses Rauchverbot in Gaststätten, resp. Innenräume, gibt es wohl mittlerweile Global.“ - Eben! - Corona ja auch, denken Sie mal drüber nach… Was das Großraumbüro betrifft, würde ich mir eine „Belästigung“ einreden lassen, wenn unter den 60 Mitarbeitern ein einziger Nichtraucher wäre. Aber den Vogel schießen Sie natürlich ab, wenn Sie von einem unter Altersschutz stehenden Kettenraucher schreiben. Ja, so kann man über die eigenen Stricke fallen. Süß! Aber nehmen Sie es ganz entspannt. Was nun die von der Zone übernommenen Unarten in die Bundesrepublik betrifft: In den vergangenen 30 Jahren war ich exakt 5x im gelobten Wessi-Land. Die von Ihnen als rheinisch, gemütlich und karnevalesk angegebene Charakteristik, kann man auch als dämlich und unterwürfig bezeichnen. Also das, was den deutschen Untertan „auszeichnet“. In der Zone mußte sich so mancher SED-Bonze von Fabrik-Arbeitern oder LPG-Bauern gehörig die Meinung geigen lassen. Im Westen habe ich, von devoten Verkäuferinnen bis zu jämmerlichen Bankern allein bei zwei (beruflichen) Aufenthalten, mehr verbogene Gestalten gesehen, als je zuvor. In einem Punkt muß ich Ihnen allerdings Recht geben: Einige Genossen waren tatsächlich stalinistischer als das Moskauer ZK. Das finde ich auch immer so niedlich, wenn einige im Ostblock, bspw. Letten, Litauer, Polen oder Deutsche, auf Rußland zeigen. Ich kann mich nicht an einen einzigen Russen beim Rat des Kreises oder bei der SED-Kreisleitung erinnern, in den anderen Ländern wird es wohl ähnlich gewesen sein. Das russische Militär war kaserniert und durfte kaum Kontakte pflegen. Aber zurück zum Wessi-Land: „Und in dieses lustige Dorf bricht eine Horde wildgewordene linientreue glaubensfeste Kommunisten ein.“ Ist das Ihr Ernst? Also ich bin nicht eingebrochen, aber ich war auch nicht linientreu und glaubensfest. Meinen Sie etwas Frau Lengsfeld oder Herrn Haferburg? Na, na, na, Sie Pösewicht!

Ilona Grimm / 13.12.2020

Sehr sympathisch, Herr Schneider! Ich bin geneigt, Ihnen sogar die FDP zu verzeihen – die Sie ja mittlerweile eh hinter sich gelassen haben. Was das Rauchverbot in Restaurants angeht, bin ich darüber sehr froh, weil ich vor Corona gern zum Essen gegangen bin und mich gefreut habe, frei atmen zu können, was mir zuvor nicht möglich gewesen war. Ich habe unter dem Zigaretten- und Zigarrenrauch meiner Mitmenschen schwer gelitten, und mein lungenkranker Mann erst recht. Dass man dabei übers Ziel hinausgeschossen ist/hat, gebe ich zu. In vielen Lokalen hätte es die Möglichkeit gegeben, Raucher von Nichtrauchern zu trennen, wie Österreich es ja auch gehandhabt hat (noch handhabt?). „Leben und leben lassen“, war mal ein gutes bayerisches Motto. Das hat Herr SöDDR nun endgültig beerdigt und dem trauere ich auch nach. Woher der Puritanismus stammt? Aus den grünen Ecken und Grüften in aller Welt. Allerdings gilt das Gebot nur für Nicht-Grüne, wie wir nicht nur in den letzten Tagen sehen konnten. Im Bioladen habe ich mal gehört: „Früher hatten wir Sex & Drugs & Rock n’roll. Heute haben wir Helene Fischer, Veganismus und Lactoseintoleranz.“ Aber wer hat’s erfunden?

Hans-Peter Dollhopf / 13.12.2020

“Wenn einer am Boden gelegen hat und hat geheult, dann wars rum, während ich heute das Gefühl hab, dann geht dann die Sache erst richtig los” (7:40) Herr und Knecht. Tatsächlich geht “die Sache” richtig los, wenn wer am Boden liegt und eine Unterwerfung annehmen muss. “Die Sache” war ja nur der Auslöser für die Aushandlung einer hierarchischen Ordnung, der handgreiflich hergestellten faktischen Ordnung. Strukturelle Gewalt war immer schon unter Kindern und Jugendlichen, aber hallo! Heute ist es nur so, dass der physisch Unterlegene nicht mehr interessiert als ab sofort Unterworfener. In den bunten “Gesellschaften” sind Exemplare aus vielen Gruppen anderer nicht mehr entsprechend weiter “verwertbar”, werden konsequenterweise darum gleich richtig ordentlich “weggemacht”! Man schafft sich Raum fürs “eigene Volk"sanliegen, da so viele der anderen von ihren eigenen Kulturen her praktisch gar nicht mehr als persönlich unterworfene Knechte, weniger die “Mägde”, zu verwerten wären. Sie sind zu fremd für die ablaufenden eigene soziale Skripte. Das ist real existierender Multikultialltagsvollzug! Da wird die UNO noch so viele “Friedenstruppen” auf diesem Affenfelsen im Weltall verstreuen, wird doch nämlich auch genau deren Infanterie vor Ort informell irgendwann anfangen und selbst Unterwerfung und Säuberung zu begehen nach den ältesten Prinzipien der Evolution. Was die Völker wirklich wollen, das sind wohldefinierte Schnittstellen zueinander. Und die sind mit sichern Nationalstaatsgrenzen zu noch relativ geringen Kosten und einfach zu verwirklichen, aber nicht mehr an den Grenzen zu den Banlieues der offenkundig UN-betriebenen Neuen Weltordnung.

Thomas Kache / 13.12.2020

Ich bin da etwas anderer Meinung, als Sie, sehr geehrter Herr Schneider. Was die „Puritanifizierung“ der Gesellschaft angeht- ich würde dieses nicht mit dem Rauchverbot verknüpfen wollen.  Dieses Rauchverbot in Gaststätten, resp. Innenräume, gibt es wohl mittlerweile Global. Man kann das auch ganz entspannt nehmen. Q.e.d. Man stelle sich ein Großraumbüro vor, mit z.B. 60 Arbeitsplätzen, und mittendrin hockt ein Ketterauchender, unter Altersschutz stehender, Transsexueller Mitarbeitender mit Migrationshintergrund (mit Quote, weil mit eingeschränkter Mobilität). Möchten Sie ihren Arbeitsplatz in diesem Büro haben? Die Veränderung der Gesellschaft datiert meines Erachtens nach in das Jahr 1990 zurück. Als die Unarten der D.D.R. in die Bundesrepublik übernommen worden sind. Die Ostergermanen hatten sich schon lange von der Sowjetunion emanzipiert- die Genossen sind stalinistischer als das Moskauer ZK gewesen. In der alten Bundesrepublik ist man auf die Westbindung mit der Schutzmacht USA fixiert gewesen. Und außerdem ging es Rheinisch, gemütlich, karnevalesk zu. Und in dieses lustige Dorf bricht eine Horde wildgewordene linientreue glaubensfeste Kommunisten ein. Der Rest ist Geschichte. Schönen dritten Advent allerseits

Heiko Stadler / 13.12.2020

Zwei Grundübel sehe ich: 1. Die Aufgabe des Nationnalstolzes. 2. Das Ersetzen der Leistungsgesellschaft durch die Gesinnungsgesellschaft. Zu 1: Ich finde es gut, wenn Franzosen stolze Franzosen, Italiener stolze Italiener und Deutsche stolze Deutsche sind. Gesellschaftlicher Zusammenhalt und auch äußerer Frieden beruhen auf Nationalstolz gepaart mit Respekt für den Anderen. Zu 2: Die Gesinnungsgesellschaft krankt schon daran, dass die Werte auf Konstrukten von weltfremden Ideologen basieren, die nie in einem demokratischen Prozess entstanden sind und unsere Gesellschaft auf lange Sicht in Chaos und Krieg führen.

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