Archi W. Bechlenberg / 27.06.2021 / 06:10 / Foto: Pixabay / 20 / Seite ausdrucken

The Oyster is my world – Hunderte Taucher im Rhein versenkt

Zunächst die aktuellen Warnungen und Empfehlungen: Mitglieder der eigenen Familie dürfen ab sofort wieder in Ferienwohnungen gemeinsam einkaufen. Schutzmasken dürfen das zulässige Gewicht von 180 kg nicht überschreiten, so dass sie mühelos von bis zu acht Personen getragen werden können, außer bei Kneipensport und Glücksspielen. Die Verwendung von Plexigläsern beim Bierkonsum auf Floh- und Trödelmärkten ist nur in Einbahnstraßen erlaubt, es gilt Pils vor Export. 

Nächtliche Zusammenkünfte enden. Team-Buildings bis zur Dauer von 18 Jahren sind ab dem 30. September (das Jahr steht noch nicht fest) erforderlich. Bei Kirmessen mit mehr als 0,5 Promille pro Teilhaber ist unbedingt auf Social Distancing  bis 1 Uhr nachts zu achten. In Night Shops dürfen Umkleideräume und Duschen für bis zu 200 Personen innen und bis zu 400 Personen außen zugänglich sein. Bei Veranstaltungen im Freien sowie auf Terrassen ist das Tragen einer Maske nicht mehr erforderlich, sofern man sitzt. 

Waffen, Drogen, Sex – fast ohne radioaktiven Müll!

Bei Sportaktivitäten dürfen Teilnehmer ausschließlich gegen ein Mitglied ihrer Familie antreten, sofern dieses älter als 18 Jahre ist und sich am Eingang der Veranstaltung hat testikeln lassen. Im Juli und August ist das Tragen einer ges. gesch. Schutzmarke Pflicht. Die Eineinhalb-Meter-Regel ist unter 4 Prozent gesunken. Serviervorschläge müssen eingehalten werden.

Das Endspiel der Fußball-EM wird in die ungarische Hauptstadt Budapest verlegt, Sofern Orbán bis dahin einen Ehemann präsentiert hat. Dafür gibt es keine Begrenzung der Anzahl an Spielern mehr.

Homeoffice-Pflicht im Freien leicht gefallen, Dax schwächelt in Fitnesszentren

Das letzten Sonntag schmerzlich vermisste Internet ist wieder da; allerdings weiß ich nach ein wenig Surfen nicht, ob die Reparatur wirklich eine guten Idee war. Ganz ohne WWW lebte es sich eigentlich gar nicht schlecht, ich konnte in Ruhe die letzten drei Bände der Entenhausen-Edition lesen und einfach mal wieder ein schlechtes Buch zur Hand nehmen. Aber ich will den Erfolg dreier fleißiger Arbeiter nicht schmälern, die in aller Frühe, so sei es per E-Mail vereinbart worden (finde den Fehler!) unerwartet vor meiner Türe standen. Mitsamt dem, was in Zeitungsmeldungen über Unfälle oder die Rigaer Straße gerne als „schweres Gerät“ bezeichnet wird, zuzüglich eines schnuckeligen kleinen Baggers. Den Kurzen hatte man in genau 18 Meter Entfernung von der Verteilerdose lokalisiert, ruckzuck war meine Einfahrt aufgebuddelt, Stunden später war alles wieder so weit zu, und der Router blinkte orgiastisch. Jetzt bin ich wieder drin. Nun ja.

Was hilft, wenn die Brust schwitzt? Eine romantische Samstagnacht auf dem See

Am heutigen 27. Juni wäre Wiglaf Droste 60 geworden. Als wir uns im Mai 2015 verkrachten, war er bereits ziemlich krank, trotzdem dachte ich damals nicht, dass wir uns zum letzten Mal sehen würden. „Wenn er wieder nüchtern ist, wird er anrufen“, dachte ich, aber er rief nicht mehr an. Vielleicht war er ja seitdem nie mehr nüchtern. Im Frühjahr 2019 starb er. 

Auch wenn er von vielen als Linker angesehen wird – Wiglaf war ein undogmatischer Kopf, der es sich mit allen zu verderben wusste. Er legte sich mit den Kreuzberger Eingeborenen ebenso an wie mit Feministinnen und Frauen ganz allgemein; er verließ die taz im Streit und fluchte über die Antifanten und war Mitverfasser des 1995 erschienenen „Wörterbuch des Gutmenschen“, in dem man das komplette Labervermögen von Grünen und Grünlichen und Frommen finden kann.

Wo würde er wohl heute stehen? Ich habe so meine Vermutung, gegründet auf vielen nächtlichen Gesprächen live und am Telefon. Er kannte seine Hassobjekte, und das waren keineswegs nur Nazis und Sogenanntnazis. Claudia Roth gehörte dazu in vorderster Linie. Auch Josef Fischer. Einer wie Droste ließ sich nicht von einer Seite vereinnahmen, dazu lag er zu oft zwischen allen Stühlen. Etwas, das uns verband. Ich trinke heute Abend auf ihn ein Rochefort 10, wie am Abend unseres letzten Krachs. Warum ich mich so genau an die Marke erinnere? Ich hatte die Flaschen damals vor ihm versteckt. 

Lesen Sie seine Bücher; manches, vielleicht vieles, wird Ihnen nicht gefallen, aber manches, wenn nicht vieles, wohl. Seine Abrechnungen mit dem grünen Juste Millieu und dessen Fetischen sind so aktuell wie vor Jahren und inhaltlich luzide und sprachlich brillant. Welche Schönheit liegt doch in dem Zweizeiler „Ist der Geist zu kurz gekommen / wird sehr gern Moral genommen.“ Kann man prägnanter Protagonisten und Ziele heutiger Politik pointieren?

Teenies legen Feuer in Leichenhalle mitten in Europa

Apropos pointieren: Angela Merkel hat „in den vergangenen 16 Jahren ihre Kraft und ihre intellektuellen Gaben stets uneigennützig in den Dienst Deutschlands und Europas gestellt. Und damit […] sich große Verdienste erworben.“ Ein echter Broder, dachte ich beim Lesen des Zitats; diesen in ein scheinbares Lob verpackten Spott bekommt nur unser von allen Verehrter so eindrücklich hin. 

Voll daneben. FDP-Feinripper Lindner hat's gesagt, und da ich dem Mann alles zutraue, nur keine intellektuelle Substanz und keinen süffisanten Sprach-Spott, darf angenommen werden, dass er das in vollem Ernst abgelaicht hat. Zwar gehört das Redaktionsnetzwerk Deutschland, dem ich es zuerst entnahm, für mich nicht gerade zu den zitierfähigen Quellen, aber der Artikel wurde von der dpa vorgekaut, so dass man ihn in der gesamten Knallpresse im gleichen Wortlaut findet, und ich denke mal, dass unsere Staatsmedien nicht einem der ihren etwas Erfundenes in den Mund legen. Kurz: Lindner hat gemeint, was er sagt; ja sogar gesagt, was er meint.

Alkohol- und Drogeneskapaden – Gaffer-Horde und drei schlimme Finger amputiert

Ein gefeierter Popstar besucht ein schwerkrankes Mädchen an dessen 9. Geburtstag, Das Kind ist sein Fan und hat sich diese Begegnung gewünscht. Damit alles für die Presse schön aufbereitet werden kann, ist noch sein Manager sowie eine Promotorin dabei. Frankie J Parsons, so heißt der Sänger, setzt sich aufs Bett zu dem Kind, und das bittet ihn, einen Luftballon aufzublasen.

Dabei erleidet Frankie einen Herzanfall und haucht, auf dem Kinderzimmerboden liegend, sein Leben aus. Die Erwachsenen sind entsetzt, doch nur im ersten Moment. Jemandem fällt nämlich ein, dass eine Locke von Elvis bei einer Auktion eine halbe Million Dollar eingebracht hat. Was würde wohl der letzte Atemzug im Ballon...? Frankie ist zwar nicht Elvis, aber 50.000 Pfund könnten trotzdem locker drin sein.

Es beginnt ein Hauen und Stechen, bei dem alle zivilisatorischen Dämme reißen, und als sei das nicht genug, kommt auch noch plötzlich ein unerwarteter Fünfter ins Spiel... 

t-online: Espelkamp – Schießerei mit einem Toten 

Ich liebe englische Comedies und den dahinter steckenden Humor, der mir gar nicht schwarz genug sein kann. Leider ist vieles, das noch vor 15, 20 Jahren möglich war, heute undenkbar, die Moralpolizei hat auch in Einstgroßbritannien längst die Meinungshoheit in Beschlag genommen. Die beschriebene Szene stammt aus der großartigen Serie „Inside No. 9“, die es zwar nicht einmal zu einem deutschen Wikipediaeintrag gebracht hat, dafür aber im Heimatland inzwischen zu 36 Folgen. In der englischen Wikipedia ist sie natürlich ausführlich gewürdigt. Auf Arte liefen im vergangenen Jahr die ersten 24, jeweils voneinander unabhängigen Teile, und eine glückliche Fügung ließ mich damals davon erfahren, so dass ich auch ohne Fernseher einen Weg fand, die meisten davon zu sehen. Ein Erlebnis, so böse, so genial. 

Die einschlägigen Versender bieten recht wohlfeil die Staffeln auf Datenträgern zum Kauf an, auch wird Inside No. 9 von Amazon prime gestreamt. Wer dem britischen Humor etwas abgewinnen kann, sollte die kleinen Meisterwerke aus den Federn von Reece Shearsmith und Steve Pemberton (The League of Gentlemen, Psychoville) unbedingt sehen. Englische Sprachkenntnisse sollten vorhanden sein. Und verwechseln Sie diesen Humor nicht mit Schenkelklopfern nach deutscher Art. Er ist manchmal gar nicht lustig.

Eine leider seit Jahrzehnten nicht mehr unter uns weilende Ikone des britischen Humors war Marty Feldman, er verstarb 1980 während Dreharbeiten in Mexiko, angeblich an einer Fischvergiftung, was ich nicht recht glauben mag, der Mann war Vegetarier, Egal, tot ist tot. Vor kurzem nun hat jemand bei Youtube die Marty Feldman Comedy Machine in der sehr gelungenen, deutschen Synchronisation online gestellt. Martys Stimme könnte Ihnen bekannt vorkommen: gesprochen wurde er vor immerhin 50 Jahren von Dieter Hallervorden. Ebenfalls bekannt dürfte Monty Python Fans der Schöpfer von Intro- und Zwischenanimationen sein. Nicht alles ist brillant, manche Füllsel sind in ihrer unfreiwilligen Komik geradezu bizarr, so die Ballettszenen. Dennoch: unbedingt sehenswert! Hier ist der Link zu einer der Folgen, die anderen finden Sie dann von selber. Mit dabei die göttliche Barbara Feldon aus „Get Smart“ und der Comedyveteran Spike Milligan.  

Die EU hat in Europa nichts mehr zu suchen

Das Saarland, berühmte Brutstätte besonders brillanter Bestsellerautoren wie Heiko Maas („Aufstehen statt wegducken“, Amazon Bestseller-Rang: Nr. 590,768) oder Biografierten (Annegret Kramp-Karrenbauer, „Ich kann, ich will und ich werde“, Amazon Bestseller-Rang: Nr. 531,363) oder auf beiden Ebenen (Erich Honecker, „Revolutionäre Theorie und geschichtliche Erfahrungen in der Politik der SED“, Amazon Bestseller-Rang: Nr. 977,788 bzw. „Honeckers letzter Hirsch: Jagd und Macht in der DDR“, Amazon Bestseller-Rang: Nr. 399,090), hat(te) einen herben Verlust hinzunehmen: Irina Gaydukova, stellvertretende Quotenfrau der Grünen im Saarland, hat zwar ihre 15 Minuten Ruhm erlebt, allerdings nicht ganz im eigenen Sinne und gewiss nicht im Sinne der Partei. Die Schatzmeisterin des Ortsverbandes Saarbrücken-Mitte offenbarte bei einer Rede anlässlich ihrer Vorstellung als Bundestagskandidatin doch einige Informationsdefizite.

Ich habe mir die Rede angesehen, wenn auch nicht ganz bis zum Ende. Mein Eindruck: inhaltlich ebenso frei von jeglichem Sinn wie bei anderen Grünen, somit also nichts, was Erwähnung verdienen würde. Doch es fehlen ihr außer Worten auch Eloquenz und Ausdrucksstärke, wie sie zum Beispiel die Kanzlerinnenkandidatin aufzuweisen hat. Was kein Wunder ist, kommt Frau Gaydukova doch aus der Ukraine und nicht aus Hannover, wo bekanntlich das sauberste Deutsch gesprochen wird. Aber müssen denn so komplizierte Ausdrücke wie „Zehohzweizertifikatehandel“ wirklich zum Sprachschatz einer zukünftigen Bundestagsabgeordneten gehören? Hätte man ihr nicht eine einfachere Aufgabe geben können? 

Dass AKK der Grünen beisprang („Hier wird gerade ein Mensch kaputt gemacht!“), konnte diese leider nicht retten: Irina Gaydukova hat nach der etwas amorphen Rede nun ihre Ämter zur Verfügung gestellt und (angeblich) die Partei verlassen. Zum Glück besitzen die Grünen ein schier unerschöpfliches Repertoire an begnadeten Unterhaltungskünstlern. Wer erinnert sich nicht an Jan, Terry und Ska im Europaparlament oder Claudia Roth. Und Annalena Baerbocks Wortneuschöpfungen, das muss man schon sagen, geben als Interpretationsgrundlage einfach mehr her als das stammelnde Schweigen von Irina. 

Dass die Grünen im Bezirksrat Saarbrücken-Mitte den „Rücktritt sehr bedauern, da die Zusammenarbeit hier im Rat stets produktiv und kompetent war“, zeigt immerhin, dass man auf dieser Seite keine Zweifel an Frau Gaydukovas Kompetenz hegt. Vielleicht gibt es ja doch noch ein gutes Ende.

Fast 30 Schüsse vor Shisha-Bar in Wedding – drinnen war Maskenpflicht

Mehr als 11 Jahre lang habe ich insgesamt 68 Ausgaben der Entenhausen-Edition mit den Geschichten von Carl Barks bezogen. Nicht die einzige Donald Duck Serie, die meinem Sammelzwang ausgeliefert war. Wenn ein Heft mal nicht pünktlich in der Post lag, wurde ich kribbelig und fuhr in die große Stadt zum Bahnhof, um eins zu holen. Drum gab es einige doppelt, die ich dann, wenn die Post doch noch kam, verschenkt habe.

Mit dieser Ausgabe 68 ist Schluss. Nachdem beschlossen worden ist, die Donald Comics politisch zu bereinigen und sogar Wörter wie "Indianer" zu tilgen, endet meine Beziehung mit der Egmont-Ehapa-Media-GmbH, die, was manches erklären kann, im Obershithole Berlin residiert. Für mich kein wirklicher Verlust, ich sammle seit den frühen 60er Jahren Donald Geschichten und habe ohnehin, nur etwas verstreut auf zahlreiche Editionen, alles von Barks und Erika Fuchs vorliegen. MIT Indianern.

The Harry Formerly Known As Prince

Mindestens 500 E-Scooter sollen sich in und nahe Köln nicht mehr ordnungsgemäß auf der Straße, sondern „in dä Ring“ befinden. Was unter Berücksichtigung der damit verbundenen Fremdstoffe, insbesondere in den Batterien, für den Fluss nicht ganz unproblematisch zu sein scheint. Die Frage ist, wie kommen die Roller in dä Ring äring? Meine Vermutung: Von der Treibstoffmafia angeheuerte Nazis beobachten die umweltbewussten Mieter der Stromer, und wenn diese dann das Gefährt abstellen, schleichen sie sich heran, greifen, wie einst Schnappi, das Krokodil, nach der Beute und werfen sie in den Fluss. Anders kann es nicht sein – wer woke genug ist, um so einen Roller zu mieten, würde im Leben nicht derart läppsch mit dieser umweltfreundlichen, zukunftsweisenden Technologie umgehen. Die Vermieter, so kann man lesen, haben offenbar gar kein großes Interesse an der Bergung ihres Eigentums, das auch an vielen anderen Stellen offenbar einer Art Einwegmentalität zum Opfer fällt. 

Ehemaliger Elefant von Nebenbuhler verscheucht – mehrere rote Ampeln missachtet

Auch der heutige 27. Juni hat in der Menschheitsgeschichte seinen festen Platz. Papst Agatho wird 678 als Nachfolger von Donus auf den Thron gehievt, Papst Johannes Paul II. erhebt 1994 die Apostolische Administratur Görlitz zum Bistum Görlitz, die deutsche Mannschaft scheidet in der Vorrunde aus, Scheich Hamad setzt 1995 seinen Vater von der Steuer ab, und an der Comédie Italienne in Paris wird der komische Opa Ladislau de Souza Mello Netto, genannt Penny, aufgeführt. Torkel Halvorsen Aschehoug versucht, auch in Norwegen ein Ministerium für albernen Gang zu etablieren, und Konrad Kujau wird am 27. Juni 1938 geboren, nach anderen Quellen am 28. Juli 1893, am 25.7.1953, 1935, 1930, und vereinzelt 1923. Der von ihm persönlich vorgelegte Geburtsschein mit dem Datum 20. April – das Jahr ist nicht mehr lesbar – wird von renommierten Historikern als authentisch angesehen, von noch renommierteren Historikern hingegen eher nicht.

Die Musikwelt verlor an einem 27. Juni die Komponistin und Konzertcembalistin Élisabeth Jacquet de La Guerre (1729), John Entwistle (2002) , Bassist der Who, am selben Tag den Jazzpianisten Russ Freeman, vor allem bekannt durch seine Aufnahmen mit Chet Baker, Bassist Chris Squire, bekannt als Mitglied von Yes, und Bobby Womack 2010. Ob Paul Schreckenbach, deutscher Pfarrer und Schriftsteller, musikalisch tätig war, ließ sich auf die Schnelle nicht feststellen, zumindest war er der Herausgeber des Buches „Martin Luther: Geistliche Lieder. „Ein guter Wehr und Waffen“. Ihn holte der Schnitter 1922.

Richtig Antwort könne rauche in de Pfeif

Zuletzt noch einmal zu Wiglaf Droste. Er sang gut und gerne, auch wenn die zahlreichen Tonträger überwiegend Lesungen seiner Texte enthalten. Als wir uns 1999 kennenlernten, tourte er mit dem Spardosen-Terzett. Der Text zum Lied „Ausgeplündert in Paris“ entstand, nachdem wir in Paris tatsächlich ausgeplündert worden waren, ich glaube im Lipp. Oder was es im La Coupole? Vergessen.

Ebenfalls mit den Spardosen entstand das bizarre Video zu „Du kleine Löterin“, in dem man sich prächtig über sozialistischen Agitprop und christliche Erweckungslyrik lustig machte. Und „Musse pfeife in de Wind“ ist seine ganz persönliche Abrechnung mit allen, die Bob Dylans Musik „zerbongot“ haben.   

Unsere Reihen von jeglichen Kritiken, Schwäche- und Ohnmachtgedanken säubern!

Zuguterletzt die Worte des Vorsitzenden Mao Kretsch Tung: „Die demokratische Diktatur des Volkes, von uns verkörpert, verfügt über starke Mittel. Den Impfkritikern gegenüber bedient sie sich der Methode der Diktatur, das heißt, für eine notwendige Zeitspanne gestattet sie ihnen nicht, sich öffentlich zu äußern und zu betätigen, zwingt sie, die Gesetze der Coronaregierung zu befolgen, körperliche Arbeit zu leisten, und erzieht sie durch intensiven Medieneinfluss zu neuen Menschen.

Dies sind Maßnahmen, die sehr hart und womöglich zu diesem Zeitpunkt nicht verhältnismäßig gegenüber den Bürgern sind. Doch mit diesen Mitteln, mögen sie auch undemokratisch sein, setzen wir die unerlässliche Erziehungs- und Überzeugungsarbeit unter ihnen durch. So können wir eine Pandemie schnell in die Knie zwingen. 

Bis das erreicht ist, werden wir an diesen Maßnahmen fest halten. Die Minister und Ministerpräsidenten dürfen unter keinen Umständen auch nur im geringsten in ihrem Kampfwillen nachlassen; jeder Zweifel, der ein Nachlassen des Kampfwillens verursacht oder eine Unterschätzung jeglicher Kritiker bedeutet, ist falsch.“

Einmann

Nachtrag. Als ich diesen Text Freitag Nachmittag zu schreiben begann, lebten in Würzburg drei Menschen mehr als jetzt um 20:39 Uhr, und ein halbes Dutzend weiterer Menschen lag noch nicht im Krankenhaus. Bei allem Spott und Zynismus weiß ich manchmal auch einfach nichts mehr zu schreiben. Passen Sie auf sich auf. Lieber Generalverdacht, als tot.

Foto: Pixabay

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Burkhard Goldstein / 27.06.2021

Habe Ihre sonntäglichen Gedanken wieder einmal sehr gerne und mit großem Vergnügen gelesen, Herr Bechlenberg. Wiglaf Droste habe ich zu spät entdeckt und leider, genau wie Harry Rowohlt, nie live erleben dürfen. Nur einmal in der heimatlichen Kirche um ein Autogramm gebeten, kurz vor seinem Tod. Droste ist als Satiriker, Schreiber und Sänger ähnlich wenig bekannt wir zum Beispiel Townes Van Zandt als Singer Songwriter. Beide hätten mehr Beachtung verdient – aber so ist das nun mal. Ihre Gedanken, Herr Bechlenberg, erscheinen ja auch nur in einem „Nischen- und Randmedium“, und hätten mehr Leser verdient. Sei‘s drum… Vielleicht bündeln Sie all Ihre Geschichten irgendwann mal in einem Buch, gerne auch mehrbändig. Ich tät‘s auf der Stelle kaufen tun…

Andreas Mertens / 27.06.2021

=>Bei allem Spott und Zynismus weiß ich manchmal auch einfach nichts mehr zu schreiben<=  Kann/muss mich dem nur anschließen. Nicht, das man nichts sagen sollte (es tatsächlich zu tun kann eine gewagte Sache werden), gerade jetzt sollte man die passenden Worte parat haben. Leider fehlen auch mir ob des eisigen Schweigekartells aus Medien & Politik die wirklich passenden. Die bodenlose Verachtung dieser unheiligen Allianz gegen “die Menschen die schon länger hier leben”, raubt einem den Atem ¨ Worte.

Bernd Ackermann / 27.06.2021

Internet oder nicht, das richtige Leben ist ja auch nicht viel besser. Als ich am Freitag durch die Fußgängerzone der nahen Kleinstadt schlappte (noch vor Würzburg), konnte ich einmal mehr die vielen bunten Menschen bewundern, die dort lagerten. Die uneigennützige Angela Merkel hat sich wohl an Walter Ulbricht orientiert, ein noch viel größerer Philosoph als Christian Lindner: “Wenn ich durch die Straßen gehe, und etwas Neues, Schönes sehe, weis’ ich stolz darauf: Das hat mein Freund getan! Mein Freund, der Plan!” Am Samstag bin ich dann vorbildlich zuhause geblieben, habe den Rasenmäher (Benzin, 4-Takter, kein Kat) aus dem Schuppen geholt und das Grünzeug gestutzt. Ob ich das ohne Maske und Impfung durfte weiß ich nicht, aber wenn es darum geht Greta Thunbergs Träume in die Tonne zu treten (einmal mehr) lasse ich mir das nicht nehmen. Es bleibt weiter spannend: Wird der Egmont-Verlag auch den Namen von Peter Altmaier ändern? Wenn Fridolin Freudenfett einen neuen Namen verpasst bekommt wäre das nur gerecht. Irina Gaydukova darf sicher noch länger so heißen, weiß ohnehin kein Schwein was der Name bedeutet. Die Kritik an ihr finde ich ungerecht, hat sie doch perfekt Dieter Nuhrs “Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten” umgesetzt. Wenn Annalena ohne nachzudenken einfach drauflos plappert ist es ja auch nicht recht. Um Tschegewahra zu zitieren: “Schweigen ist Beweisführung mit anderen Mitteln.” John Entwistle ist gestorben wie es sich für einen Musiker gehört, an eine Überdosis Drogen, Jeff Buckley wurde von einem Schiff überfahren, allerdings am 29. Mai. Bizarr. Nicht der 29. Mai, die Sache mit dem Schiff. Auch Kirsty MacColl kollidierte mit einem Boot und verstarb, ihr verdanken wir zusammen mit Shane MacGowan “Fairy Tale of New York”, das wahrscheinlichste schönste Weihnachtslied aller Zeiten: “You scumbag, you maggot // You cheap lousy faggot // Happy Christmas your arse // I pray God it’s our last.” Faggot dürfte man im heute nicht mehr singen.

Hans-Peter Dollhopf / 27.06.2021

“Revolutionäre Theorie und geschichtliche Erfahrungen in der Politik der SED“. Danke für den Tipp!

Manni Meier / 27.06.2021

Mein lieber Archi W. Bechlenberg, ich weiß, wie sehr Sie meine konstruktive Kritik zu schätzen wissen. Leider müssen Sie heute darauf verzichten, denn ich habe zwar nicht das Internet gelöscht, aber alle meine “Tabs” (was auch immer das genau sein mag), die sich, mal mehr mal weniger selbständig, in der Dachzeile meiner Startseite eingenistet hatten und dort quasi das bildeten, was man in der guten alten Bücherei einen “Karteikasten” genannt hatte. Normalerweise ließen sie sich nach einem Absturz problemlos durch einen Druck auf das Knöpfchen “Letzte Sitzung wiederherstellen” immer retten. Da Morzilla aber mal wieder meine Startseite verschlimmbessert hat, habe ich mich heute früh dazu verleiten lassen vor dem Druck auf besagtes “Letztesitzungwiederherstellenknöpfchen” auf ein Faz-online-Knöpfchen zu drücken, von Morzilla schön prominent plaziert und von der Faz schön verführerisch formuliert: “Das Ende des gutherzigen Trottels”. Zack und das wars!!! Das Ende meiner mehrmonatigen Tabs-Sammlung war besiegelt - die letzte Sitzung besteht nun nur noch aus dem “Ende des gutherzigen Trottels”. Ich werde mich heute und die nächsten Tage also auf die Suche nach den verschwundenen Tabs begeben müssen, wobei ich zweifellos weiteren Schaden an und in meinem Coputer anrichten werde, aber was hilft’s. Ich hoffe, Sie, verehrter Herr Bechlenberg, haben Verständnis dafür, dass ich ihre Arbeit deshalb heute nicht mit meinen gutgemeinten Ratschlägen und scharfsinnigen Kommentaren begleiten kann, zumal Sie ja selbst erst kürzlich ihr “schmerzlich vermisstes Internet” wieder hergestellt bekommen haben. Ich rufe Ihnen nichts desto trotz ein herzliches “Archi, der Kampf geht weiter” zu.

Wolf von Fichtenberg / 27.06.2021

Oh, Inside No. 9?—Ich empfehle diese Serie, ebenfalls aus Grins Britain, das ganz harmlose und auch Trans beinhaltende “Nick Helm- Uncle”... Und singen kann er auch noch>> Nick Helm: No Survivors

Walter Weimar / 27.06.2021

Mein Fazit, das Unheil in Deutschland geht von einer überschaubaren Anzahl Leuten aus. Leider gibt es wie immer unzählige Anhänger, geistige Trittbrettfahrer und selbsternannte Hilfpolizisten, die auf der Suche nach einem Guru jeden Schwachsinn zum Programm erheben. Bildung könnte helfen, leider sind wir in Deutschland über diesen Punkt weit hinaus. Betreutes Denken und Leben, Zuckerbrot und Peitsche ist schon lange angesagt.

A. Ostrovsky / 27.06.2021

Ich möchte auf den neuen Polit-Terminus WUWW hinweisen. Es handelt sich dabei um die Achse München-Berlin-Brüssel. Die Langform, die es zwangsweise zu jedem Polit-Terminus gibt, spätestens sobald ein Verwirrter ihn erklären will, lautet “Wegen Unfähigkeit Weggelobt Wordende”. Damit werden kleinkarierte Dummköpfe, Hochstapler*Innen und Psychoneurotische Phänomen*Innen zusammengefasst, die irgendwo an ungeeigneter Stelle die absolute Macht haben. Mittelerde ist denen nicht genug! Deshalb auch un Großbuchstaben.

Wolfgang Schüler / 27.06.2021

Lieber General Verdacht, als Major Näse

HaJo Wolf us Kölle / 27.06.2021

Lieber Archi W., schreiben Sie weiter, besonders die Oyster. Aber, bitte, bitte, schreiben Sie nicht Kölsch. Trinken Sie lieber eins oder zwei… Es heißt nicht „ Mindestens 500 E-Scooter sollen sich in und nahe Köln nicht mehr ordnungsgemäß auf der Straße, sondern „in dä Ring“....Die Frage ist, wie kommen die Roller in dä Ring äring? Korrekt wäre ....“sondern „em Ring“ sowie „en dr Ring erin“; allenfalls ginge noch „en der Ring erin“.

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