Archi W. Bechlenberg / 14.02.2021 / 07:47 / Foto: Archi Bechlenberg / 25 / Seite ausdrucken

The Oyster is my world: Funktionspunk

Als Anfang der 1970er Jahre zahlreiche Jazzmusiker die Wahl hatten zwischen Jazz und Hunger, entwickelte sich die Stilrichtung der Fusion, ein Amalgam aus dem erstarrten Jazz und dem höchst agilen Rock. Zu den Wegbereitern gehörte vor allem Miles Davis. Zahlreiche „seiner“ Musiker sprangen mit auf den Zug, der sowohl musikalisch als auch kommerziell in die richtige Richtung fuhr. John McLaughlin, Stanley Clarke, Herbie Hancock, Marcus Miller, Billy Cobham, Lenny White, Tony Williams, Al Di Meola... Ich habe gestern mal nachgesehen, was bei mir so alles an Fusion-LP aus dieser Zeit steht, da kommt locker ein halber Meter zusammen. Doch seltsam, auf den Hüllen liegt fingerdicker Staub, was alles sagt über die Häufigkeit, mit der ich diese Platten heute noch auflege.

Chick Corea war einer der bekanntesten frühen Exponenten des Fusionstils. Zu den Einflüssen des Pianisten (*1941) gehörte die Musik von Tastengenies wie Horace Silver und Bud Powell. Mit zwei Platten machte Corea sich rasch einen Namen und geriet 1968 in den direkten Kreis um Miles Davis, mit dem er weitere LP aufnahm. Zwei Jahre später machte er sich „selbstständig“ und war von da an über Jahrzehnte ein kreativer und produktiver Pianist, der immer wieder neue Gruppierungen und Stilrichtungen entwickelte und leitete. Dass sein Herz in erster Linie immer dem Jazz gehörte, war in allen Schaffensperioden deutlich, wie in diesem Beispiel aus München 1991 oder live mit Stan Getz 1972. Chick Corea, der mit zunehmendem Alter immer mehr wie Goofy aussah (aber nicht spielte), hat bis zuletzt einen wichtigen Platz in der zeitgenössischen Musik eingenommen. Langweiliges, redundantes Geklimper wie das von Keith Jarrett war ihm stets fremd. Jetzt ist er am 9. Februar gestorben. Erstaunlich: nicht wie 99% der Weltbevölkerung an Corona, sondern an einem „selten Krebs“, der erst vor kurzem diagnostiziert worden war.

Jetzt schon entschieden: Der Witz des Jahres

1984 heißt ein echter Klassiker der Literatur – der bekannte irische Schluckspecht Schorsch O'Well schrieb ihn vor bald 75 Jahren, darin versammelt sind nicht weniger als 1984 Cocktailrezepte, die bis heute Gültigkeit haben. Nun wurde das Buch neu aufgelegt (Edition Phimose, St. Kützelmütz, 2021 Seiten). Als besonderen Gag hat man sich im Verlag etwas ausgedacht, auf das jemand nur nach dem Zusammenmixen und Aufextrinken der ersten 30 Seiten kommen kann: Vorangestellt ist O'Wells Werk („Anleitung für ein Leben in einer genussvollen Gesellschaft“) nämlich ein Vorwort, verfasst von Habert Robeck, seines Zeichens treibende Kraft des Antialkoholikerbundes „Ade Grüne Fee – Die Grünen“, der sich seit vielen Jahren für die weltweite Ächtung jeglicher alkoholischen Getränke und deren Konsum einsetzt. Leider haben diesen garantiert im Vollrausch erdachten Gag nicht alle Leser verstanden und kritisieren die Wahl Robecks als Vorwortschreiber scharf („ersparen Sie sich dieses Gestammel“, „der Gipfel der Verlogenheit“, „Absurdität bei der Auswahl des Autors des Vorwortes“, „schlicht unfassbar“, „Absurder geht es kaum noch“) Nur ein Rezensent hat die Absicht verstanden: „Der Verlag beweist Sinn für absurden Humor“.

The Talking Dread

Nachdenklich gemacht hat mich letzte Woche ein Leserkommentar unter meiner Kolumne. „Ich kann nicht mehr lachen.“ Das darf nicht sein, im Gegenteil. Humor ist wichtig für Menschen, die nichts zu lachen haben. Also für uns. Für Eltern, für Großeltern, für Selbstständige in downgelockten Metiers, deren Familien, Lieferanten, Kunden, Klienten. Anders als mit Humor kann man die Fakten doch nicht mehr nehmen. Ich jedenfalls nicht.

Sehen Sie sich Karl die Fliege an! Er heißt bei mir nur noch The Talking Dread, was Freunde von Endzeitfilmen sofort verstehen dürften. Möchten Sie den als Nachbar haben? Würden Sie da nicht lieber wegziehen? Würden Sie ihm ihren Rasenmäher leihen? Oder die Rasenkantenschere? Oder wenigstens den Straßenbesen? Einen Eimer? Zwei Eier borgen? Eben. Kein Gedanke. Dass so jemand führend an dem beteiligt ist, was uns als unerlässliche Freiheitsberaubungeinschränkung im Überlebenskampf gegen das Virus verklickert und aufgezwungen wird, lässt sich einzig noch mit Humor ertragen. „I better laugh because if I don’t laugh I’ll go mad“, hat Marty Feldman auf die Frage geantwortet, warum er Komiker geworden sei. Heute sind nicht mehr Komiker Komiker; Politiker sind Komiker und Komiker sind Politiker. Karl die Fliege ist da bei weitem nicht der Einzige, ja mir scheint, diese beiden Metiers wachsen immer weiter zusammen.

Mein Rat: Folgen Sie Martys Rat. Nutzen Sie nach jüdischem Vorbild den Witz als Überlebenshilfe und Lebensklugheit, als Widerstand in Zeiten der Bitternis und Verfolgung. Ich jedenfalls kann längst nichts mehr ernst nehmen. „Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch etwas noch Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.“ So Douglas Adams. Ich finde, dass diese andere Theorie inzwischen hinreichend bewiesen ist.

Was ist der Unterschied

zwischen einer jiddische Mamme und einem Terroristen? Mit Terroristen kann man verhandeln.

Glück im Unglück

Karnevalszeit – Reisezeit. Zu Beginn der närrischen Tage brechen bei mir immer der kalte Schweiß sowie ein unstillbarer Fluchtreflex aus. In diesem Jahr ist Flucht keine Option, darf ich doch nur aus absolut wasserdichten Gründen das Land verlassen. Dass Karneval ein ebenso triftiger Grund für eine Flucht wäre wie, sagen wir, der Ausbruch eines Vulkans in der nahen Eifel, müsste im Fall des Erwischtwerdens ein Gericht klären, und das könnte dauern. Zum Glück ergänzen sich in diesem Jahr zwei Faktoren: Zwar darf ich nicht fliehen, es findet aber auch gar kein Karneval statt. Von daher besteht kein Fluchtgrund. Wie das in den kommenden Jahren geregelt wird, muss sich zeigen. Ich kann jedenfalls jetzt in der Auster bleiben.

Guter Rat

„Inhaltsempfehlung: Sexuelle Inhalte, Gewalt, Nacktheit, Blackface, Drogenkonsum“. So Amazon über einen Film. Wenn das keine Empfehlung ist.

Neue Produkte

Fischstäbchen stellten für ambitionierte Hobbyköche schon immer eine gewisse Herausforderung dar. Beliebt sind sie seit ihrer Erfindung 1955, selbst in der DDR wurden sie vom VEB Fischkombinat Rostock ab 1969 hergestellt. Und nun das: Endlich gibt es auch glutenfreie Fischstäbchen! Was habe ich in meiner Kindheit – das klassische Lebensalter für Fischstäbchenkonsum – darauf gehofft, dass diese panierten, zusammengepressten Fischabfälle endlich glutenfrei wären! Doch erst jetzt, im 21. Jahrhundert, ist es endlich vollbracht, und jetzt esse ich sie nicht mehr. Ob die glutenfreie Version ein Nebenprodukt der Weltraumforschung ist? Immerhin sind sie auch noch „nahezu grätenfrei“, was darauf hindeutet, dass zu den Zielen der Entwicklung auch Abfallvermeidung gehört. Die entglutinierten Fischstäbchen „aus saftigem“ (sprich: tüchtig mit Wasser versetztem) „Alaska-Seelachsfilet“ erhielten beim Online-Test eine sehr positive Bewertung: „Meine Katze mochte den Fisch sehr gerne.“

Was für Fischstäbchen gilt (frei von irgendwas zu sein), gilt auch für Yogamatten. Sie enthalten oft Stoffe, die dafür sorgen, dass Yogamatten sich rollen lassen und keine Yogabretter sind. Diese Stoffe sind sogenannte Weichmacher oder, in einfacher Sprache ausgedrückt, Phthalate. Nun kenne ich mich nicht mit Yogamatten aus, aber dafür mit anderen Produkten, die ebenfalls Phthalate enthalten, darunter PVC-Bodenbeläge, Vliestapeten, Kunstlederbezüge, Spielsachen und Kabelisolationen. Vor allem letztere ließen mich erstarren, bin ich es doch seit frühester Jugend gewohnt, Kabelenden bis 3 mm Durchmesser mit einer feinen Lücke zwischen Dens caninus und Dens praemolaris (33,34) abzuisolieren. Was, so weiß ich erst jetzt, vermutlich schädlicher für meine Gesundheit ist als eine Stunde Yoga auf einer phthalatfreien Matte. Diese sollen, sofern phthalatfrei, völlig unbedenklich sein, nur darf man sie wegen ihres Hauptbestandteils Acrylnitril-Butadien-Kautschuk nicht verschlucken, dabei sind sie rein vegan.

Noch ein Nachruf

Wer verhasst bei Feministinnen und Religioten ist, kann kein schlechter Mensch sein. Larry Flynt war so einer. Zunächst zusammen mit seinem Bruder Stripclubbesitzer, wurde er 1974 Verleger. Der Hustler, so der Name des Magazins, war so etwas wie der Playboy mit Mumus, er bot also tiefere Einblicke als das septisch reine Heft von Hugh Hefner, das, jeder weiß es, nicht wegen der Bilder, sondern wegen der guten Texte gekauft wurde. Flynt ging da weniger idealistisch ins Rennen, von Anfang an zeigte man das, was „hart arbeitende Männer“ sehen wollen. Heute reicht es, für diesen Anblick einen Kirchentag zu besuchen.

Das Imperium des Larry Flynt entwickelte sich im Laufe der letzten 45 Jahre zu einem Großkonzern. Auch wenn es nicht immer geradeaus ging; 1978 wurde er vor einem Gerichtsgebäude angeschossen. Der Täter begründete den Mordversuch damit, dass in einer Ausgabe des Hustler Bilder eines Paares mit unterschiedlicher Hautfarbe veröffentlicht worden waren. Larry Flynt saß seither im Rollstuhl und gab in den folgenden Jahren nach eigenen Angaben über 50 Millionen Dollar für Rechtsstreitigkeiten aus. Zu denen nicht wenige Prozesse im Sinne der Meinungsfreiheit gehörten, die über Flynts persönliche Belange hinaus Bedeutung besaßen, "Freie Meinung bedeutet nicht, dass sie denen garantiert wird, deren Ansichten du teilst, sondern auch denen, deren Meinung du hasst.“

Am 10. Februar 2021 ist Larry Flynt in Los Angeles mit 78 Jahren gestorben. Sein Leben wurde 1996 von Regisseurs Miloš Forman verfilmt. Der Streifen ist ab 12 Jahre frei.

Surftipp: Funktionspunk

Mein Leben lang habe ich gefrickelt, hauptsächlich an Fahrzeugen. Vielleicht steckte ein wenig genetische Veranlagung in mir, mein Vater war Ingenieur und frickelte auch gerne, und das auch noch erfolgreich, zahlreiche Patente wurden auf ihn zugelassen. Bei mir war es aber hauptsächlich die schiere Not. An einem 15 Jahre alten VW Käfer für 250,- DM, mein erstes eigenes Auto, musste nun mal zwangsläufig gefrickelt werden; auch mein erstes Zweirad, eine Dürkopp MD200 für 200,- DM, erwartete, dass ich mir einen gewissen Fundus an Werkzeugen und Kenntnissen zulegte. Wenn ich allerdings sehe, was Andi Feldmann so frickelt, bleibt mir nur Ehrfurcht und Bewunderung. Andi ist der Bruder des Comiczeichners Brösel, der heute ein eher langweiliger Ökofreak ist, aber keineswegs dessen Anhang. Sein Youtubekanal Andis Funktionspunk ist für jeden Bastler und Frickler und Fan von Schrott aller Art eine Art Ali Babas Höhle. Als Einführung empfehle ich diesen Clip, die höhere Kunst demonstriert Andi bei der Präsentation seiner Waldfee Nr. 1. Wenn Sie sich dran halten, haben Sie bis nächsten Sonntag alle Videos von Andi Feldmann gesehen.

Zuletzt: Etwas Musik

Zu den Opfern der – nicht nur in Deutschland – zerstörerischen Coronapolitik gehören Spielorte für Musiker. Nicht große Hallen, sondern kleine Clubs, so wie „mein“ Jazzclub im belgischen Lüttich. Hoch über der Stadt liegt Thier-a-Liège, wo im früheren Wohnhaus des Apothekers und Musikers Jacques Pelzer (1924–1994) ein kleiner, familiärer Club existiert(e), mit Restaurant in der ehemaligen Apotheke und Bühne im früheren Wohnzimmer mit Platz für ein paar Dutzend Besucher, die sich im Sommer auch im weitläufigen Garten vergnügen. Der Club ist geschlossen, auf unabsehbare Zeit. Was kulturell dadurch verloren geht, mag dieses Video zeigen, Gypsy Swing mit Samon Schmitt (F), Johan Dupont (B) und Joachim Iannello (B) und ein paar Eindrücke vom Club.

P.S. Der Humor macht das Unerbittliche erträglich. (Friedrich Dürrenmatt)

 

Hinweis:  Wenn Sie das oben im Foto abgebildete Fahrzeug mit dem schönen Namen Koslovsky in Bewegung sehen wollen, hier gehts lang.

Foto: Archi Bechlenberg

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Leserpost

netiquette:

Ellen Vincent / 14.02.2021

“In diesem Jahr ist Flucht keine Option, darf ich doch nur aus absolut wasserdichten Gründen das Land verlassen.”  Lieber Herr Bechlenberg, liebe Grüße aus einem nordwestlicher gelegenen Teil des Freiluftgefängnisses Belgien! ;-) Als “Tanzschaffende” seit März 2020 mit einem Auftrittsverbot Berufsverbot versehen, haben mein bester Kumpel (wir sind “Lockdown-Buddies”) und ich uns mit vielen neuen Instrumenten und Gadgets eingedeckt. Darunter eine wunderschöne Art&Lutherie; Folkgitarre, eine Schecter E Gitarre, einen e-Touché (ein geniales Teil!), einen Waldorf Synthesizer, ein Konzertmonochrom, verschiedene Effekte etc… Musik machen hilft so viel! Mein bester Kumpel hat dann noch eine Bar hier in der Scheldestadt gekauft. Sie hat noch keinen Namen, aber “Achgut” würde mir schon gefallen, wenn ich nicht sicher wüsste, dass mindestens 99,999…% der Leute hier den Namen nicht aussprechen können. Jetzt stelle ich mir gerade vor, Alexander De Croo würde über “reeds langer hier levende” schwafeln… ich glaube, das käme hier nicht so gut an. “Laten we naar de Achgut gaan…” schöner Traum :) Vielleicht eröffnet Achgut ja mal irgendwann eine Achgut-Bar :)) Anyway, wenn Sie mal die Scheldestadt besuchen kommen, vllt. im Sommer, wenn die Bar hoffentlich öffnen darf. Ich habe so viel bei den Umbauarbeiten geholfen, dass ich für mindestens 3 Leben Freibier habe. Das ist aber zu viel für mich, und ich teile gerne. Wenn Sie also mal die Stadt besuchen kommen und Lust auf Freibier haben, dann schreiben Sie es in einem Artikel oder so. Sie sind nämlich van harte welkom!!

Frances Johnson / 14.02.2021

Und soll ich darüber lachen, Archi B., dass das auch ein kaschierter Holodomor ist? Denn es ist effektiv so, dass nicht nur andere Erkrankungen zunehmen werden,. sondern Leute in Bangladesh und einzelnen afrikanischen Staaten schlicht und einfach verhungern, wenn sie uns nichts mehr liefern müssen, oder wenn man ihnen Lockdowns überzieht, so dass sie gar nicht mehr produzieren können. Soll ich darüber lachen, dass Big Pharma und Staaten sich immer zu gut waren, denen die Pille zu schenken und dazu noch DDT verteufelt wurde? Oder darüber, dass solches für Linke und Grüne derzeit absolut kein Thema ist wie auch unsere Kleinunternehmer, darunter ihre türkischen Schützlinge (oder Reisen Öger) nicht? Dass sie alle die Klappe halten und sich das gefallen lassen und Widerstand Rechts nennen? Dass wir gut aufgestellt waren bis auf ein Terrorattentat in regelmäßigen Abständen, dass das saubere Wasser in Afrika vermutlich wieder weniger werden und z.B. der Guinea Worm zurückkehren wird? Nein, es gibt ganz und gar nichts zu lachen bei diesen Aktionen für 2 Mio deutsche Pflegefälle, die aber nicht separat geschützt wurden. Gar nichts. Man kann nur trotzdem lachen, wird aber dabei zynisch, echt. Man kann seine Moral aufrecht erhalten, aber nur, weil Nelson Mandela das im Gefängnis auch geschafft hat. Und auch Vera Lengsfeld letztlich. Oder Haferburg. Rein theoretisch muss man daran verzweifeln.

Frances Johnson / 14.02.2021

Anti-Atomkraft: Man hat dort Leute sitzen, die können Kobalt nicht von Kobolden unterscheiden und eine Physikerin als Kanzlerin, die aber nicht Rhetorik kann, aber vielleicht auch nicht mehr Physik und nicht fähig ist, sich dem entgegen zu stellen mit Know-How. Ähnlich der Nikotin-Krimskrams: Einer der Sprüche auf einer Schachtel: Rauchen verursacht neun von zehn Lunkenkarzinomen. Punkt eins: Lungenkarzinome gibt es nicht. Es sind Bronchialkarzinome. Der Rest ist von der berühmten Seite wiki. 80-90%, beginnt die Seite, der BC, entstünden bei Rauchern, was sie auf derselben Seite als fake beschreiben, denn weiter unten führen sie auf, dass das Plattenepithelkarzinom 40-45% ausmacht. Das Adenokarzinom und der Kleinzeller lassen sich nicht auf Rauchen zurückführen. Der Kleinzeller ist der schlimmste. Ich kannte einen Mann Ende 30, der innerhalb eines Jahres, klugerweise am Ende bei Herrn Hackethal, den man auch verteufelt hat, gestorben ist. Er war immer Nichtraucher gewesen. Alle Adenokarzinome, die ich gesehen habe, waren Nichtraucher. Man kriegt das hin, a) wenn man Nieten nach Brüssel schiebt und b) wenn man die amerikanische Zigarettenindustrie beschädigen will. Und das war nur Kapitel 1. Kapitel zwei waren EON und solche Leute, Kapitel 3 die Autofirmen, und jetzt sind wir angelangt bei Kapitel 4 (alle außer Pharma). Kapitel 5 (Pharma) kommt, wenn für Pharma kein Geld mehr da ist, zumal BigTech wenig Steuern zahlt. Jetzt soll ich lachen (Archi B.), gute Laune haben (Roger K.) Na ja, man hat die Wahl: Aber nur zwischen trotzdem Lachen oder Verzweiflung. Beides zusammen führt zu Zynismus, der noch zunimmt, wenn man sich überlegt, ob die Leute, die draußen Maske tragen, dieselben sind, die zusammenzucken, wenn sich draußen im Biergarten einer mal eine Ziese anzündet. Oder gar eine Havanna. Wären die nicht in einem sterilen Zelt auf dem Mars besser untergebracht?

Martin Ruehle / 14.02.2021

Lieber Archi W. Bechlenberg, an dieser Stelle muss ich mal ein ernstes Wort mit Ihnen reden. Sie haben mir und meiner Anvertrauten den Sonntagsspaziergang im arktischen Winterwonderland - pardon - versau…! Zum einen mit dem Link zu einem der absolut coolsten YouTube Kanäle ever: “Andis Funktionspunk” einfach nur KLASSE ! Ich habe mir u.a. die von Ihnen empfohlenen Videos zur Waldfee, zur Honda Monkey und zu viel zu vielen anderen, großartigen Schrauberprojekten von Andi Feldmann angesehen und werde kommende Woche mal meine (geerbte) 125 DKW RT ausgraben. Die Inbetriebnahme duldet nun mehr keinen Aufschub und sollte zur Saisoneröffnung in ca.2 Monaten möglich sein ;-)) ### Ja - und das ist der sehr traurige Part - zum Tod von Chick Corea. Ich habe - wie Sie - viele Jazz (-Rock) Alben -  auf denen sich allerdings kaum Staub angesammelt hat. Chick Corea gehört zu meinen “favorites”! Seine ruhigen Solo-Alben (Children´s Songs, die Piano Improvisationen 1 & 2), die Fusion Alben u.a. mit Stanley Clarke (light as a feather) und die legendären Auftritte mit Miles Davis (Bandleader) bleiben “Milestones” der Jazzmusik !  R.I.P. Chick Corea ...

Frances Johnson / 14.02.2021

Ich komme nochmal zu K19, weil ich das wichtig finde. Von denen, die in den Reaktorraum ohne PPE (Personal Protective Equipment, in diesem Fall aus Blei) gingen, acht Personen, starben alle innerhalb von wenigen Tagen an akuter Strahlenkrankheit. Von denen, mit denen sie in Berührung kamen, starb ein weiteres Fünftel in den zwanzig folgenden Jahren. Das Essen war kontaminiert. Falls jemand etwas gegessen hat, obwohl das sofort verboten wurde, starb er in diesen 20 Jahren. Der Rest hat überlebt immerhin zwischen 75 und 80%. Der Kapitän und sein XO wurden beide 72 Jahre alt. Der Unfall war beherrschbar - es fehlte nur an Schutzausrüstung. Ich meine, dass die K19 die “Diamond Princess” der Atomkraft ist, und dass die Atomkraft genauso unsachlich verteufelt wird wie ein Virus, gegen das man keine Schutzkleidung hatte. Mit Schutzkleidung zu Beginn wäre der Virusgalopp gar nicht entstanden. Allerdings sollte man wissen, wie man Brennstäbe entsorgt, und ich las mal, am besten wäre hierfür Fusion.

Manni Meier / 14.02.2021

Hatte heute Morgen bei meiner sonntäglichen Lieblingslektüre, den Oyster-Nachrichten, wohl einen Knoten im Gehirn. Nachdem mir von allen genannten Namen, in ihrer zweifellos fundierten und exellenten Musik-Kritiker-Kolumne, eigentlich nur “Goofy” durch Aussehen und Wirken bekannt war, konnte ich auch das Rätsel um “Habert Robeck” (genialer Dreher, Resekt) zunächst nicht lösen, weil mich Wiki auf die Fährte eines gewissen Uwe Robeck aus Bad Berleburg ansetzte, der 2009 zusammen mit Erhard Pöppel Abitur gemacht hatte. Danach wollte mir doch ums Verrecken nicht einfallen, wer denn zum Teufel “Karl die Fliege” sein könnte. (Zum Anklicken des Links war ich nun zu stolz). Als ich dann noch rumrätseln musste, ob “Yogamatten” (Zu meiner Entschuldigug, hatte dieses Nomen noch nie schriftlich gesehen) eventuell der Spitzname für Hengameh Yaghoobifarah, dieses “Etwas” von der TAZ, sein sollte, gab ich es erstmal auf. // Karnevalszeit – Reisezeit. Osterzeit – Oysterzeit! “Osterurlaub in Deutschland kann es dieses Jahr leider nicht geben“, sagte Kretschmer der „Bild am Sonntag“. // Ja, die besten kreativen Köpfe gehen immer zuerst, Hugh Hefner vom Playboy († 2017); Larry Flynt vom “Hustler”(† 2021)  Bleiben uns in Deutschland glücklicherweise noch zwei alte Haudegen der Aufklärung und Befreiung, Henryk M. Broder (heute Achse) und Stefan Aust (heute ZEIT und WELT). Sie hatten ihre journalistische Heimat zunächst ja bei den “Sankt Pauli Nachrichten” gefunden, einem Magazin mit “zahlreichen pornografischen Bildern und Kontaktanzeigen… Redakteure waren in dieser Zeit unter anderem Henryk M. Broder und Stefan Aust” // p.s. Amazon Buch „Inhaltsempfehlung: Sexuelle Inhalte, Gewalt, Nacktheit, Blackface, Drogenkonsum“. Link????

Bechlenberg Archi W. / 14.02.2021

Lieber Herr Schüler, ich weiß, Jarrett hat eine große Gemeinde, was schon alleine die Unzahl an “The XXX Concert” und “Live in…” Platten beweist und obwohl er das Publikum auch schon mal sitzen ließ, wenn sich in Reihe 17 jemand geräuspert hatte. Nichts dagegen. Ich selber habe eine Reihe von seinen Platten, allerdings die Trioaufnahmen mit Jack DeJohnette und Gary Peacock oder seine zugegeben bewegende CD “The Melody At Night, With You”. Mag sein, dass auch all die “Live in” Aufnahmen hoch artifiziell sind, aber für mich ist es hochartifizielle Langeweile. Mein Ex-Freund Wiglaf Droste, mit dem ich einmal eine ganze Nacht in “Erlebnissen” mit dem Köln Concert schwelgte (alle diese Erinnerungen hatten etwas mit umworbenen Frauen zu tun), nannte das Köln Concert “Pickel in Noten”. Er hat einen Text darüber geschrieben (“Schlug man, während diese Platte lief - und sie lief quasi immer - egal was vor, so erhielt man chronisch die Antwort:  Ach nee . . . mir geht’s heut’ nicht so gut . . . ich weiß auch gar nicht, wer ich bin.`”) Sie finden den Text bei Youtube mit dem Titel “Wiglaf Droste : Späte Rache oder The Köln Concert”,

Wolfgang Schüler / 14.02.2021

Sehr geehrter Herr Bechlenberg. Gestatten Sie mir bitte ein paar Worte zum Herrn Jarrett, da er meiner unmassgeblichen Meinung als ehemaliger Pianist und Schlagzeuger in Ihrem ansonsten gelungenen Artikel doch zu sehr auf seine hochemotionalen Momente - ich vermute, Sie spielen auf “The Köln Concert” an- reduziert wird. Natürlich ist Musik letztlich Geschmackssache, aber man kann trotzdem - speziell aufgrund eigener Bemühungen um eine glückliche und erfüllende Beziehung zu einem Musik- Instrument -  objektiv relativ gut die Größe des Sprachschatzes und die Innigkeit der Romanze des Körpers mit dem Instrument bei einem Musiker einschätzen. Anstatt tausender vergeblicher Versuche, die Größe der musikalischen Regionen zu schildern, in denen sich Keith Jarrett bewegt, möchte ich hier nur auf seine erstklassigen Einspielungen von J. S. Bachs Wohltemperiertem Klavier hinweisen - im Studio und auch live. Diese Aufnahmen lassen keine Fragen mehr offen, bezüglich der von mir vorgenannten objektiven Kriterien zum Erfassen des Niveaus eines Musikers. So, ich muss nun los zum Pfandgutsammeln - morgen soll es ein Festessen geben : Haferflocken mit…. nein - eben nicht mit Leitungswasser - sondern mit frischer H-Milch, haltbar bis 2/2023. Vorne an der Bundesstrasse liegen besonders oft leere Dosen und Plastikflaschen, vormals befüllt mit Energydrinks - aber nicht weitersagen bitte. Die Konkurrenz schläft nicht und wächst täglich. Zur allgemeinen Lage kann ich nur zwei meiner Lieblings - Jazzstandarts nennen: “Smoke gets in your eyes” und “What a difference a day makes”. Zum Abschluss noch ein Zitat aus “All the Way” (ich verehre die Version von F. Sinatra) : “Who knows, where the road will lead us?..... only a fool would say….”. Alles Gute.

Joerg Haerter / 14.02.2021

“Karl die Fliege” die beste Karikatur hat “Compact” geliefert, einmalig, habe ich mir gleich als Bild abgespeichert. Wollt ihr den totalen Lockdown? Ja, ja, ja, ja!

Andreas Zöller / 14.02.2021

Inner Space, meine erste LP. War wohl 1975, und keiner wollte sie hören.  Darauf unter anderen: “Windows” ein Ohrwurm, summe ich heute noch. Und dann Zappa. “Watermelon in Easter hay” auf Joe’s Garage. Und dann noch:Jazz Form Hell, Frank Zappa. Und dann nocher: Miles Davis mit den Schnulzen, “Human Nature” und “Time after Time”. Das reicht doch vollkommen für den Ethikrat. Hoppla, falscher Artikel.

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