
Wenn ich durch die Niederlande fahre, fühle ich mich wohler, da ich mit 130 wesentlich stressfreier fahre. Zurück in Deutschland wird die „Waffe“ Auto wieder hemmungslos eingesetzt. Ich bin daher für eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Ob es 130 km/h sein müssen, darüber lässt sich streiten.
@Reiner Gerlach: Wenn der Leerlauf beim TDI nach einiger Fahrt unter grünen Bedingungen um ca. 10 bis 50 RPM höher ist, als nach einer Autobahnfahrt, dann hängt ein Injektor, oder das Regelgestänge vom Lader, beides verursacht mehr Ausstoß an Ruß und erhöht den Verbrauch, soviel zum grünen Schwachsinn mit den 130 km/h. Ich fahre in der Innenstadt auch mal im 2. Gang 50 (Tiptronic) und nach einem kalten morgen mit Versottung, fällt die Drehzahl dann auch schön in den Bereich des Solls ab. Ach ja, geschichtlich sind die 130 auch interessant, soweit mir bekannt, wurde beim NSKK, also dem Taxidienst von Adolf H. die Flotte auch damals auf 120 gedrosselt, nach einigen Unfällen mit Adolfs näheren Bekannten der Partei. Die Idee ist also Nazi schlechthin - genau so wie die Windkraft, die in einem Almanach der Technik schon 1942 beschworen wurde und Deutschland “sauber” machen sollte. Und die Horten 9 war ein Ragout aus mehreren andern LfZ und v. Braun mußte auch Debatten führen um sein Raktenprogramm am Laufen zu halten, Goering wollte keine Strahltriebwerke und Hitler lieber Pferde im Krieg statt Panzer. Das mit der Rückständigkeit ist also oberste “Reichssache” und nichts Neues dann folgen Ängste und Intrigen. So schlecht sind E- Autos nicht, auch wenn sie den Diesel nicht ersetzen werden, nicht so schnell jedenfalls. Wenn das “Projekt 1000” (allerschlimmsten Nazi) kg/km/km/h mit Akkus mal machbar ist, wird es interessant.
Die nicht versiegen wollenden Diskussionen rund ums Tempolimit und gefühlte Raser entsprechen der linksgrünen Blockwartseele aus tiefstem Grunde. Mitarbeiter im Aussendienst und Freiberufler können ein Lied davon singen: gefährlich sind Insbesondere die Oberlehrer und notorischen Links und Mittelspurfahrer. Wozu überhaupt dreispurige Autobahnen gebaut werden, erscheint manchmal wie ein Rätsel, wo sich doch alle in trauter Eintracht links und mittig versammeln. Die Vermittlung und Einhaltung des Rechtsfahrgebotes scheint nur noch eine untergeordnete Rolle zu spielen. Gegenseitige Rücksichtnahme sollte selbstverständlich sein. Aber genauso wie das Platz anbieten in öffentlichen Verkehrsmitteln für ältere Mitbürger scheint auch das Platz machen auf der linken Spur nicht mehr in Betracht gezogen zu werden. Wo kämen wir denn dahin?!
Ich finde, maximal Tempo 130 wäre ausreichend für die innerstädtischen Leistungsvergleiche zwischen Hakans Audi und Mustafas BMW, aber das ist nur meine persönliche Meinung. Denn natürlich muss das mit den Oberhäuptern der Familien zu ihrer Zufriedenheit ausgehandelt werden.
“2018: The National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) reports that 36,560 people died in motor vehicle crashes in 2018, down 2.4 percent from 37,473 in 2017, declining for the second consecutive year.” Zu finden unter Deadly crashes on American highways, google o.ä. Spitzengeschwindigkeit: Ca. 100 km/h. Schlaftablette. Alles, was dynamisch ist, hält den Menschen wach.
Wenn ich von Mailand nach Stuttgart “nach Hause” fahre, ist fuer mich das stressigste Stueck ab Singen; dank der hier schon beschriebenen Disziplinlosigkeit, die leider immer mehr um sich greift. Aber eine meiner absoluten Horrorfahrten war vor 2 1/2J durch Burgund. Sonntag, Anfang August. War praktisch allein auf der Autobahn, zweispurig, schoene breite Spuren, nicht so eng, wie ich das seit der wunderbaren Spurenvermehrung in der Lombardei gewohnt bin, nahezu topfeben und ohne Kurven und das mit 130km/h! Obwohl ich immer wieder Halt machte, um mich mit ein wenig in den wirklich sehenswerten Staedtchen abzulenken, war ich dem Einschlafen und der Verzweiflung nahe.
Wir erleben auf den Autobahnen dasselbe wie überall: einen rasanten Sittenverfall und zivilisatorischen Niedergang. Drängeln, Schneiden, Ausbremsen, Nichtblinken sind vollkommen normal geworden. Wir brauchen allerdings weder ein Tempolimit noch andere sinnfreie Gesetze, die ausnahmslose Einhaltung bestehender Gesetze würde schon reichen. Denn wenn der Staat selbst nach Belieben und folgenlos Gesetzte bricht, fragt sich der Bürger zu Recht, wieso ausgerechnet er noch alle Regeln einhalten soll.
Und Corona sagt: Ick bün all da. Da kannsu noch so schnell rasen - also bleib’ besser suhause.
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