Tausche Führerschein gegen Chauffeur

Etliche Stadtwerke bieten Senioren ein merkwürdiges Geschäft an: Wenn sie ihren Führerschein abgeben, bekommen Sie im Gegenzug für eine bestimmte Zeit ein 49-Euro- oder ein regionales Nahverkehrsticket fürs Jahr. Das ist viel zu inkonsequent, da geht noch mehr.

Wer seinen Führerschein abgibt, dem bieten einige Städte im Gegenzug ein kostenloses 49-Euro-Ticket. Endgültig auf seine Fahrerlaubnis verzichten, um ein paar Monate oder ein Jahr lang Bus und Bahn für lau nutzen zu können? Das mag nicht jeden überzeugen, ein westfälischer Bürger war aber sofort Feuer und Flamme. Er schrieb die Dortmunder Stadtwerke an, die ein solches Angebot bereithalten. Mit seiner freundlichen Genehmigung (und leichten sprachlichen Anpassungen) dokumentieren wir sein Anliegen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe Interesse daran, meinen Führerschein abzugeben und dafür 2 Monate lang das Deutschland-Ticket zu erhalten. Allerdings gibt es da noch eine Kleinigkeit zu besprechen, die nur eine Formalie ist. Ich gehe davon aus, dass Sie für das Genannte komplett Verständnis haben werden:

1) Wenn ich keinen Führerschein mehr habe und mit meinem Auto irgendwo hinfahren möchte, dann benötige ich einen Chauffeur, den Sie mir – da bin ich ganz sicher – gerne bezahlen werden, und zwar einschließlich Rufbereitschaft.

2) Wenn ich im November 2023 nach Mexiko fliege, dann mache ich eine Rundfahrt per PKW. Auch da werden Sie, so freundlich wie Sie sind, mir einen Chauffeur zahlen, einschließlich seiner Übernachtungskosten. Gleiches gilt für alle zukünftigen Reisen.

Das ist doch alles ein fairer Deal, oder? Ich freue mich, von Ihnen den Entwurf eines entsprechenden Vertrags zugeschickt zu bekommen. Da Sie als Stadtwerke Dortmund ja generell so vernünftig sind, sehen Sie mir sicherlich nach, dass ich meinen Führerschein nicht abgeben werde, bevor der Vertrag nicht o.g. Bedingungen erfüllt. Ach so, er ist natürlich für Sie unkündbar. Dafür haben Sie mit Sicherheit auch Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen

Die Stadtwerke versprachen ihm übrigens ganz im Ernst, „die gestellten Bedingungen ausführlich [zu] prüfen“. Na dann, gute Fahrt und Glück auf!

Foto: Bundesarchiv CC BY-SA 3.0 de via Wikimedia

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Gregor Horn / 05.10.2023

Sagen wir‘s mal so. Diejenigen die so, … sagen wir mal, einfältig sind, dieses Angebot anzunehmen, sind eh geistig nicht geeignet ein Fahrzeug verantwortungsvoll zu führen. Von daher. Diese Aktion hat meine volle Zustimmung.

Sam Lowry / 05.10.2023

p.s.: In einem Ranking von 2017 landete Acapulco auf Platz 3 der gefährlichsten Städte der Welt…

Hans-Peter Dollhopf / 05.10.2023

Fragt man sich, wer bei den Dortmunder Stadtwerken in - was sonst: Nordrhein-Westfalen - solche Wahnschübe ausleben darf, stellt sich zwangsläufig die Frage nach deren Personalabteilung, die angehalten ist, entsprechend einzustellen. Hier wird der Marsch durch die Institution fassbar, anschaulich. Die ideologische Seilschaft. Die ideologische Seilschaft. Das Spezielle in Szene zu setzen geht ja nicht ohne dessen Vorbereitung, also der Formatierung der Unternehmensleitungsspitze, die schon keine Resilienz gegen die Grüne Khmer mehr haben darf. In der “parteilosen” Heike Heim finden wir so auch die Grünen-Wunschbesetzung der Vorstandsspitze der DSW21. SPD-OB Thomas Westphal, Aufsichtsrat dort, freute sich sehr über ihre Ernennung. Heim startete erst vor einem halben Jahr mit ihrer transformatorischen “Arbeit” und jetzt schon bricht der Wahnsinn durch.

Sabine Heinrich / 05.10.2023

@Wilhelm Lohmar: Tun Sie es! Kaufen Sie sich einen Kleinwagen! Das empfiehlt Ihnen eine nicht mehr ganz so junge Führerscheinbesitzerin (grauer Lappen), die aber nie ein Auto hatte (Brauchte ich nicht, aber ich liebe das Autofahren bis heute als Beifahrerin.  Ich war begeisterte Zugfahrerin. Vorbei! Was ich nahezu jedesmal selbst auf kürzeren Strecken erlebe, spottet jeder Beschreibung! Ich brauche hier nichts aufzuzählen, Bahngeplagte wissen, was Sache ist! - Ein kleines nicht alltägliches Erlebnis von gestern möchte ich aber erwähnen: Ich wartete an einem Bahnhof der Linie Lübeck -Travemünde - Lübeck. 5 Minuten Verspätung wurden angekündigt. Der Zug näherte sich, war schon in etwa 200m in Sichtweite, schlich plötzlich - und blieb dann stehen. ??? Und dann sah ich, dass sich ERST DANN die Schranken am nahe vom Zug entfernten rege genutzten Straßenübergang senkten!! Besser dann mit 10 Minuten Verspätung weiterfahren, als einen Unfall beobachten zu müssen! - Dass ich mich oft in der Bahn auch noch zwangsläufig wie eine Fremde im eigenen Land fühlte - geschenkt! - Gerade älteren und gesundheitlich beeinträchtigten Menschen kann ich nur empfehlen: Lassen Sie sich Ihr Auto nicht nehmen! Gehen Sie auf die Straße, wenn man Sie mit Zwangsmaßnahmen terrorisieren oder von Ihrem fahrbaren Untersatz befreien möchte! Auf dem Dorf wären Sie vom Leben abgeschnitten - und an manchen Bahnhöfen wären Sie rettungslos verloren, wenn Sie auf den Gebrauch eines Fahrstuhls angewiesen sind, um zu Ihrem Zug zu kommen. In der schleswig-holsteinischen Mittelstadt A. (der mit dem Sklavenhändlerschloss) z.B. dauert der Austausch EINES Fahrstuhls seit Juni an - und er soll bis November (genaues Datum nicht bekannt) dauern!!! Arbeiter sehe ich da nie. Vielleicht wird auf Bauteile aus China gewartet?! Andere Bahnmitarbeiter gibt es dort natürlich auch schon lange nicht mehr. DB - eines der dramatischsten Symbole für den Abstieg unseres Landes. Ich empfinde nur noch unendliche Wut - und Trauer!

Heiko Stadler / 05.10.2023

... und ich verkaufe eine meiner beiden Nieren, damit ich die erzwungene Wärmepumpe bezahlen kann. In bekloppten Zeiten muss man eben kuriose Geschäfte machen.

Hans Bendix / 05.10.2023

Nun, seit ich fahren darf, fahre ich selbst. Mein erster Wagen war ein W115, 200D mit 55 PS, mit dem es bei Bergauf-Autobahnauffahrten lebensgefährlich werden konnte. Sein Nachfolger war ein W123, 200D mit sensationellen 60 PS, den ich mit 135.000 km vom Freund meines Vaters übernommen hatte; unsere Wege trennten sich bei 795.000 km wegen eines Lagerschadens an der Nockenwelle. Die nachfolgenden W201, W124 und W202 waren nicht der Rede wert, weil sie einen Zweitwohnsitz in der Werkstatt hatten. Seither fahre ich wieder einen W123, 300D, mit Klimaanlage, Fahrerairbag, 5-Gang-Getriebe, mechanischem ABS, el. Fensterhebern, Schiebedach u. Antenne, serienmäßiger Kraftstoffheizung und der zugerüsteten Möglichkeit zur Verwendung (CO2-neutralen) Rapsöls. Derzeit haben wir etwas über 300.000 km runter und meine Töchter streiten sich schon jetzt (obwohl das wohl noch in weiter Ferne liegt), wer diesen Wagen mal erben wird. Meinen Führerschein abgeben? Die haben den Schuß nicht gehört!

Wilfried Cremer / 05.10.2023

hi, die vollverwanzten Autos heute sind mir eh ein Graus.

Sam Lowry / 05.10.2023

Kleine Anekdote aus Mechico: Dort habe ich ziemlich jeden gefragt, wie oft er/sie bereits überfallen wurde. Mindestens 3 bis zu 17mal. >Mexicaner parken immer direkt vor oder wenn es geht im Haus. Bei Ausfahrten werden die Knöpfchen gleich runtergemacht, allerdings schlagen die Täter im Stau einfach mit einem Hammer die Seitenscheibe ein und rauben die Handtasche auf dem Beifahrersitz. Vor fast jedem Laden steht einer mit einer automatischen oder Langwaffe. Die Kaufhausdetektive joggen mit 20 Mann im Gleichschritt durchs Kaufhaus. Sicherer fühlt man sich dadurch eher nicht. Geht man abends in eine Bar, darf man erstmal “den Adler machen”, wird also auf Waffen untersucht. Ich rate von einer “Rundreise Mechico” an dieser Stelle ab. Siehe auch “Morde Acapulco”.

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