Eine Arbeitsgruppe der Bonner Gleichstellungsbeauftragten hat für die Beschäftigten der Stadtverwaltung einen Leitfaden für geschlechtergerechte Kommunikation erarbeitet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen!
Es wird ja immer viel über die Bürokratie gemeckert. Umständlich, wenig effizient, langsam, so die gängigen Vorurteile. Da lässt eine Meldung aufhorchen, die der WDR vor einigen Tagen verbreitete: Die Bonner Gleichstellungsbeauftragte Stephanie Clemens-Krämer hat seit dem Winter gemeinsam mit fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Gender-Leitfaden ausgearbeitet.
Er führt rund 60 Formulierungen auf, die von den knapp 7.000 Beschäftigten der Stadtverwaltung in der externen und internen Kommunikation nicht mehr erwähnt werden sollen, um niemanden auszugrenzen. Im Durchschnitt hat also jede der sechs Personen der Arbeitsgruppe „seit dem Winter“ zehn Synonyme erarbeitet, sage und schreibe mehr als eines pro Monat, ein ganz erstaunlicher Output für die vielgeschmähten Beamten!
Aber auch qualitativ sieht man dem Resultat eine Menge Arbeit an: Aus „keiner“ wurde „niemand“, aus dem „Fahrzeughalter“ die „Fahrzeughaltende Person“, aus der „Teilnehmergebühr“ die „Teilnahmegebühr“, aus der „Rednerliste“ die „Redeliste“. Oberbürgermeisterin Katja Dörner (Bündnis 90/Grüne, natürlich) steht voll dahinter, Sprache und Kommunikation seien ja ein Schlüssel zur Welt, man wolle die Menschen zum Nachdenken darüber animieren, wie sie Sprache anwenden könnten, ohne jemanden, und sei es unwissentlich, auszuschließen.
Im Leitfaden heißt es außerdem: „Weitere Formulierungsvorschläge sowie Tipps und Tricks rund um die geschlechterneutrale Sprache finden Sie auf der Website geschicktgendern.de.“
„Ich bin eine Person auf der Jagd“
Die Geschicklichkeit, geschlechtsneutral zu formulieren, besteht dort im Wesentlichen darin, eine Art Definition anstelle des Begriffs zu setzen („Amateur“ = „Neuling, Person ohne Vorkenntnisse“, „Jäger- und Sammler-Gesellschaft“ = „nomadisierende Gesellschaft, die sich von der Jagd und dem Sammeln von Pflanzen ernährt“) oder eine Person etwas machen zu lassen: „frisierende Person“ (Friseur), „hütende Person“ (Hirte), „Bienenzüchtende Person“ (Imker), „auskundschaftende Person“ (Spion), „poetische Person“ (Dichter). Deutschland, Land der poetischen und – mitunter schräg – denkenden Personen.
Wobei im Falle der Anwendung schon die eine oder andere Irritation aufkommen könnte. Statt „Abnehmer“ (Pl.) empfiehlt geschicktgendern.de „Abnehmende“, leicht zu verwechseln mit Personen, die auf Diät sind. Die „beobachtende Person“, die den „Augenzeugen“ ersetzen soll, könnte auch ein Voyeur sein, die „Fisch fangende Person“ nicht nur ein „Angler“, sondern auch ein Fischer, und dem robusten „Schlägertyp“ wird gar ohne Umschweife unterstellt, eine „gewalttätige Person“ zu sein, auch wenn er nur so aussieht.
Und soll, wer in seiner Freizeit als Jäger unterwegs ist, wirklich sagen: „Ich bin eine Person auf der Jagd“? Da gibt der Gesprächspartner doch gleich Fersengeld.
Nun hat Johanna Usinger, die Betreiberin der von der Bonner Gleichstellungsbeauftragten empfohlenen Website, zwar einige originelle Synonyme kreiert (die Marktschreier etwa wurden zu „Angebotsausrufenden“ und der Ritter ein „Mensch in Rüstung“), doch zu einigen Wörtern fiel ihr noch kein passender Begriff ein: Bürgerbüro, landwirtschaftliche Erzeuger, Fachwirt, Gatte, Gefreiter, Insider, Justiziar, Narr (Karneval). Das lässt sich gendern! Wenn Sie weiterhelfen können, teilen Sie das doch bitte Frau Usinger per Kontaktformular mit, dann tragen Sie zu einem größeren Umfang des Genderwörterbuchs bei und machen die Welt ein bisschen geschlechtergerechter.
Auch „Spaßverderber“ vermochte Frau Usinger bislang noch nicht zu ersetzen. Ich schlage „Gendersprachschaffende“ vor. Gern geschehen.

Neulich beim Bewerbungsgespräch: Haararme Person, in schwarzer Ballonseidenjacke , schwarzen Stiefeln mit weisser Schnürung vergisst den Abstand und schreit die Personal/er /in/X an: „Was ist jetzt mit dem Job ? Da stand doch : M ännlich,W eiß, D eutsch….!
So kanns gehen, man nicht zu Ende denkt…oder vom Ende her.. :D
„Der Kollege, ….die Kollegen“….war schon immer so und wird so bleiben. Egal was die neudeutsch sprechenden Nichtsnutze so für Blödsinn aushecken.
Wie heißt Lustmolch auf genderisch?
Zu meiner Zeit an der Universität in den 70ern kandidierte mal eine „Liste der biertrinkenden Studenten“ zu den AStA-Wahlen, wohl um die Sache etwas zu veräppeln. Gendergerecht müsste diese Liste heute somit „Liste der biertrinkenden Studierenden“ heißen. Allerdings würden diese sich dann als betrunken beim Studieren darstellen, was wohl auch nicht ausgedrückt werden soll. Frau Usinger, übernehmen Sie (obwohl Ihre Chancen gleich null sind.)
Also wirklich! Warum denn nur die Aufregung?Wir sollten dankbar sein, dass wir in diesen schwierigen Zeiten durch Gendersprech-Akrobaten wie diese Bonner Spaßtruppe auf amüsante Art unterhalten werden. Einfach köstlich! Man stelle sich mal vor, die meinten das wirklich ernst. Das würde genug Potential bieten, um uns noch Jahrzehnte-lang mit den ulkigen „Umformulierungs-Versuchen“ zu erheitern. Bin jetzt schon gespannt, was so in der ganzen Bandbreite vom Seemann über Schornsteinfeger bis zur Hebamme dabei herauskommt. Und es hört ja nicht mit personenbezogenen Angaben wie Berufsbezeichnungen auf! Ich meine, also „DER Flaschenöffner“ und „DIE Waschmaschine“, – das ist doch Sexismus pur!! Also liebe Gender-Freaks, viel Arbeit wartet auf Euch!
Kann neuerdings eigentlich jeder Hirni seine eigenen „Recht“schreibregeln verabschieden? Gibt es dafür nicht den Rechtschreibrat??? (In diesem Sinne mache ich mir jetzt eigene STVO.) In spätestens 10 Jahren ist so wie so Schluss mit dem Unfug. Dann übernehmen endlich die Bootsgeflüchteten hier das Ruder. Zur Zeit sind in den Grundschulen schon mehr als 60 % der Kinder ohne deutschen Hintergrund mit steigendem Anteil. Meldung heute >>haz.de<< : 59 % mehr Migranten in der EU als 2020, wegen der aufgehobenen scharfen Coronabeschränkungen!!!! Na das sind doch mal positive Nachrichten.
Heute im ZDF Christion Otto mit Sport: Die sagt jetzt nicht mehr Fußballfans sonder „Gäste“. Depperter gehts nimmer.