T. Rex: 50 Jahre „Electric Warrior“

In den 70ern avancierte die englische Band T. Rex um den androgyn aufgemachten Marc Bolan zu den Begründern des Glamrock. Mit „Electric Warrior" gelang ihr ein durchweg glänzendes Album.

Wenn sich irgendwelche Sternchen gerade besonders „woke“ vorkommen, weil sie sich an die LGBTQ+-Community dranhängen und sich als „gendervariabel“, „genderqueer“, „bigender“ oder „non-binär“ (oder weiß der Teufel was) gerieren, dann sei ihnen versichert, dass es solcherlei Gebaren im Prinzip schon seit mindestens einem halben Jahrhundert gibt und heute keinen Opa und keine Oma mehr vom Sofa lockt. Alles schon mal dagewesen, nur nicht so vulgärideologisch aufgeblasen. Denn neu daran ist allenfalls das pseudoakademische Geschwafel über eine vermeintliche Geschlechtervielfalt – die Rede ist von über sechzig Geschlechtern, Tendenz steigend –, die bestenfalls als Kuriositätensammlung verschiedenster sexueller Orientierungen durchgehen kann, aber halt eben von fast ausschließlich biologischen Männchen und Weibchen der Art Homo sapiens der Gattung Homo.

Dass man sich überhaupt auf dieses Niveau begeben muss, um allen Ernstes banalste naturwissenschaftliche Evidenzen zu verteidigen, gehört zu den geistlosesten Zumutungen dieser unseligen Zeit. Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich übertrieben ist, diesen irrationalen, wissenschaftsfeindlichen und letztlich durch und durch sexistischen Genderfetischismus als Menetekel einer verhängnisvollen Wohlstandsdekadenz zu begreifen, welche jenen Zersetzungsprozessen zuzurechnen ist, die möglicherweise den Anfang vom Ende der westlichen Kultur markieren (in Analogie zum Verfall antiker Hochkulturen). Bevor ich jetzt aber vollends aus dem Fenster kippe, lehne ich mich lieber wieder zurück und besinne mich auf den angenehm undogmatischen Umgang mit dem Geschlechterthema in der glitzernden Ära der Popmusik.

Einer der ersten Popstars, der mit geschlechterübergreifenden Attributen spielte, war Marc Bolan, Sänger, Gitarrist und Kopf der britischen Band T. Rex. Als er am 10. März 1971 seine neue Single „Hot Love“ in den britischen Top of the Pops vorstellte und dabei etwas Glitzer auf den Wangen trug, sollte das die Geburt einer neuen Musikrichtung einläuten: des Glamrock (hier nachzusehen). Darunter wird eine einfache, direkte Rockmusik verstanden, die in der ersten Hälfte der 70er Jahre die Hitlisten dominierte. Im Gegensatz zum aufstrebenden Art- und Progressive-Rock besann man sich wieder auf die Anfänge des Rock'n'Roll und legte die Betonung auf einen tanzbaren Beat und eingängige Melodien. Bei härteren Gangarten, wie sie etwa von Bands wie Slade und The Sweet – oder in den USA allen voran von den New York Dolls – eingelegt wurden, aber durchaus auch in einzelnen Stücken von T. Rex anklangen, zum Beispiel „Children Of The Revolution“ oder „20th Century Boy“, gehörte auch ein gewisses Maß an Wildheit und Noise dazu. Nicht umsonst gilt der Glamrock auch als Wegbereiter des Punk.

Das wirklich Neue daran war jedoch das Experimentieren der in aller Regel männlichen Akteure mit bis dahin typisch weiblichen Accessoires wie Schminke, Schmuck, Frisuren und Bekleidung in Verbindung mit einer gewissen androgynen Erotik. Und die hatte keiner besser drauf als Marc Bolan, wenn er sich geschminkt, mit Federboa und in Frauenschuhen bei seinen Auftritten präsentierte. Ein paar Jahre zuvor hatten sich auch schon die Rolling Stones oder Frank Zappa mit seinen Mothers Of Invention in Frauenkleidern und weiblicher Haartracht ablichten lassen, jedoch in gänzlich unerotischer Absicht (erstere verkleidet als Militärkrankenschwestern und letztere unter der Selbstetikettierung als „Freaks“). Im Prinzip könnte man sogar bis zu Elvis zurückgehen, der aufgrund seines als feminin wahrgenommenen Hüftschwungs von sich reden machte („Elvis the Pelvis“). Oder zu den Beatles, die nicht zuletzt wegen ihrer damals für Männer ungewöhnlich langen Haare zur Sensation wurden und über deren Bassist und Sänger Paul McCartney gesagt wurde, er singe wie eine Frau.

An Coolness kaum zu überbieten

Marc Bolan hatte zunächst mit dem Percussionisten Stephen Ross Porter alias Steve Peregrin Took das Psychedelic-Folk-Duo Tyrannosaurus Rex gegründet. Unter diesem Namen erschienen insgesamt vier Alben, denen jedoch nur mäßiger Erfolg beschieden war. Während einer Tour durch die USA, die sich aufgrund mangelnden Interesses als Flop erwies, kamen sich die beiden wegen musikalischer Differenzen und Bolans erklärtem Streben nach Erfolg und Ruhm in die Haare, sodass sie sich kurz nach ihrer Rückkehr nach England trennten. Als Ersatz für Took engagierte Bolan den jungen Conga-Spieler Mickey Finn. Der war zwar kein besonders guter Musiker, fügte sich dafür aber optisch umso besser in das neue Image ein, das Bolan für seine musikalische Zukunft vor Augen hatte und für das er auch den vermehrten Einsatz von elektrischen Gitarren zugunsten rockiger Blues- und Boogie-Riffs vorsah.

Aber erst als ihr amerikanischer Produzent Tony Visconti sie dazu überredete, den sperrigen Bandnamen mit „T. Rex“ abzukürzen und Bolan es gelang, die musikalische Neuausrichtung mit dem Song „Ride A White Swan“ optimal umzusetzen, begann die neue Idee zu zünden. „Ride A White Swan“ kletterte allmählich bis auf Platz 2 der britischen Charts und wurde T. Rex' erster großer Hit. Die nächste Single, das besagte „Hot Love“, schaffte es im Vereinigten Königreich dann sogar auf Platz 1 und konnte sich in mehreren europäischen Ländern in den Top 10 platzieren. Die Wandlung vom Acoustic Folkie zum Electric Warrior war perfekt gelungen und sollte den größten Fankult in Großbritannien seit der Beatlemania auslösen, für den schon bald die Bezeichnung „T. Rextasy“ gefunden wurde.

„Electric Warrior“ hieß dann auch das zweite Album, das unter dem neuen Bandnamen veröffentlicht wurde und im September 1971 erschien. Schon für die Aufnahmen zur Single „Hot Love“ engagierte Bolan den Bassisten Steve Currie und später noch den Schlagzeuger Bill Legend, womit er das ursprüngliche Duo zum Quartett aufstockte. Außerdem fügte Produzent Tony Visconti dem neuen T. Rex-Sound die kultigen, aber reichlich kitschverdächtigen Streicherarrangements hinzu und holte die beiden ehemaligen Sänger der kalifornischen Sunshine-Pop-Band The Turtles, Mark Volman und Howard Kaylan, mit ins Boot, die zu dieser Zeit als Flo & Eddie fester Bestandteil von Frank Zappas Mothers Of Invention waren (unvergleichlich ihre satirisch-dadaistische Live-Performance bei „Billy The Mountain“ vom Mothers-Album „Just Another Band From L.A.“ von 1972). Zudem war „Electric Warrior“ die erste Scheibe, die in der neuen Bandbesetzung aufgenommen wurde und im Vergleich zum Vorgänger einen regelrechten Quantensprung vollzog.

Schon der Opener „Mambo Sun“ ist an Coolness kaum zu überbieten. Vom ersten Ton an besticht Viscontis markantes Sounddesign mit dem furztrockenen Schlagzeug, über das er Handclaps mit einem kurzen Slapback-Echo mischte. Und dann setzt Bolans sexy hingehauchte Stimme ein, die mit dem quäkenden Gesang von Kaylan und Volman unterlegt ist, was dem Stück einen gewissen burlesken Touch verleiht. Einfach nur geil! Im Anschluss daran folgt das wunderbare „Cosmic Dancer“, das mit der Zeile „I was dancing when I was twelve“ beginnt, die Bolan in schönstem British-English singt („dancing“ mit „a“ statt mit amerikanischem „ä“). Und als ob es nicht schon genial genug gewesen wäre, setzen die vier Engländer mit dem ultralässigen „Jeepster“ noch einen obendrauf. Nicht nur wegen der flippigen Schlusssequenz eine der coolsten Nummern ever und zusammen mit den beiden vorhergehenden Stücken ein absolut überragender Einstieg in ein durchweg glänzendes Album, das mit „Monolith“, „Get It On“, „Planet Queen“, „Girl“ und „Life's A Gas“ weitere Highlights des T. Rex-Repertoires zu bieten hat.

Von denen, die sein Image inspirierte, überholt

Gleich die erste Singleauskopplung „Get It On“ sollte zum international erfolgreichsten Hit der Glamrocker avancieren, der es unter dem umbenannten Titel „Bang a Gong (Get It On)“ sogar auf Platz 10 der amerikanischen Charts schaffte (die Jazzrock-Formation Chase hatte in den USA zuvor schon ein Stück namens „Get It On“ veröffentlicht). Das wiederkehrende Piano-Glissando wurde übrigens von dem frischgebackenen Yes-Keyboarder Rick Wakeman eingespielt und dürfte einer seiner entspanntesten Jobs gewesen sein. Nur zwei Jahre später und nach einer beeindruckenden Reihe von internationalen Top-Hits (allein elf in den Top 10 der UK-Charts) war der Spuk um die „T. Rextasy“ jedoch schon wieder vorbei. Mit den 70er Jahren hatte auch die Schnelllebigkeit in das Musikbusiness Einzug gehalten. Die neu aufkommenden Stile und Moden gaben sich quasi die Klinke in die Hand, wobei sich das Spektrum gleichzeitig immer mehr auffächerte.

Zu den wie Pilze aus dem Boden sprießenden Spielarten der Pop- und Rockmusik kamen schon bald der Philly-Sound, Disco, Reggae, Rap, Punk und New Wave hinzu. Diesen raschen Wandel bekam auch Marc Bolan zu spüren, er musste zusehen, wie andere, die sich von seiner Musik und vor allem von seinem Image hatten inspirieren lassen, an ihm vorbeizogen. Dazu gehören insbesondere so wohlbekannte Namen wie David Bowie, Elton John, Freddie Mercury von Queen, Bryan Ferry und Brian Eno von Roxy Music oder die oben bereits erwähnten The Sweet, die im Anschluss an Bolan anfingen, sich ein sexuell uneindeutiges Image zuzulegen und damit den Weg für zukünftige androgyne Popstars wie Grace Jones, Nina Hagen, Gary Numan, Klaus Nomi, Boy George (Culture Club), Annie Lennox (Eurythmics) oder Marilyn Manson ebneten.

Auf den nachlassenden Erfolg reagierte Bolan mit einer Steigerung seines Alkohol- und Drogenkonsums, kombiniert mit einer zunehmend überzogenen Bühnenshow, die immer öfter zur Peinlichkeit geriet und von seinen Kritikern, auch den einst wohlgesonnenen, gnadenlos verrissen wurde. Trotz einer recht erfolgreichen Asien-Tournee brach darüber letzten Endes die Band auseinander, und Bolan setzte sich aus steuerrechtlichen Gründen ins Ausland ab. Ende 1975 kehrte er nach England zurück, um mit einer neu formierten Band ein Comeback zu starten. Obgleich es das 1976er-Album „Futuristic Dragon“, für mein Dafürhalten, qualitativ mit „Electric Warrior“ aufnehmen kann, kam es nur auf Platz 50 der britischen Album-Charts. Das nachfolgende und letzte T. Rex-Album „Dandy In The Underworld“ von 1977 schaffte es immerhin in die Top 30 und die Singleauskopplung „I Love To Boogie“ sogar auf Platz 13 der UK-Hitlisten. Es schien sich ein Silberstreif am Horizont abzuzeichnen, an den sich Marc Bolan nur allzu gern geklammert hätte. Als ihn jedoch seine Lebensgefährtin am 16. September 1977 nach einem Restaurantbesuch in der Londoner City nach Hause in seine Wohnung nach Richmond fuhr, kam sie mit Bolans Mini Clubman von der Straße ab und prallte erst gegen einen Betonpfahl und dann gegen einen Baum. Während sie schwerverletzt überlebte, war Marc Bolan sofort tot. Nur zwei Wochen später wäre er dreißig Jahre alt geworden.

 

YouTube-Link zu einer Performance von „Get It On“ in Top of the Pops vom 27.12.1971 mit Glitzer auf den Wangen und Special-Guest Elton John am Piano

YouTube-Link zum ultracoolen „Jeepster“

YouTube-Link zum very British „Cosmic Dancer“

Foto: ABC Television via Wikimedia Commons

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Leserpost

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Waschimir Betton / 25.09.2021

Schöner Artikel über die Band. Aber warum muss man den damaligen Cool Glam Style überhaupt in eine Relation mit dem heutigen LGBTQ+-irgendwas - Quatsch stellen? Finde ich ein bisschen weit hergeholt. Ich war dabei, damals, ich kaufte mir die 45er Singles als Pennäler. Einige davon habe ich noch heute.

L. Bauer / 25.09.2021

Schöner Artikel. Auch meine Jugend. Zu empfehlen, der herrlichen T.Rex Musik wegen, der Film : Billy Eliott- I will dance. Fängt exakt mit der besagten Liedzeile an.

lutzgerke / 25.09.2021

Die Zweigeschlechtlichkeit, Androgynie, ist in der Alchimie und Mystik ein “geheiligtes” Symbol, in dem das Gegensätzliche, Männliches und Weibliches, in einem besteht und daher Totalität, Einheit und Absolutheit repräsentiert. Auch das Böse hat seine “geheiligten” Symbole. Wenn man heute nicht nur Familienkrimis, auch T-Shirts, Computerspiele, Tattoos, Hollywood-Filme anschaut, darf man feststellen, daß das luziferische, dämonische und furcheinflößende Element überwiegt und mit allerlei seltsamen Zeichen erscheint. Die Alchimie beruht auf der Astrologie, auf welche das mittelalterliche Christentum eine Fatwa gelegt hat. Rosenkreuzertum, Freimaurerei, Zauberei, Wahrsagerei, Okkultismus - da findet man die Spuren des alchimistischen Werks, das Gegensätzliches zu vereinigen wünscht. Das Endprodukt ist der Stein der Weisen. Bei der Andogynität sollte man auch den Einfluß gewisser Pillen und Drogen berücksichtigen. Gerade Leute, die sich durch Einnahme gewisser Stimulanzien, Kokain, LSD, Canabis mentale Vorsprünge erwarten, sind für Okkultismus, Androgynie und allerlei abstruse Vorstellungen besonders offen. Daß die Grüne immer wieder Anläufe unternommen haben, Drogen zu legalisieren, sei hier mal verraten. / Drogenkonsumenten werden oft überheblich.

Johann Wayner / 25.09.2021

So lernt man jeden Tag dazu: Flo & Eddie mit Marc Bolan…..Das schmälert Letztgenannten nicht, ganz im Gegenteil!

Johann Santi / 25.09.2021

T. Rex, Sweet, Slade, NY Dolls, mein Gott, wurden die gehasst im damals so “progressiven” Pop Shop im SWF Baden-Baden 3! War das nicht die erste internationale Popsendung bei den Öffis im Radio? Und Frank Laufenberg war da der Oberkritikaster, der liebte doch Genesis und diesen anderen Prog-Mist. Der Pop Shop lieferte die Hintergrundmusik zu meinen Schulhausaufgaben. Danke, Herr Scheuerlein, für die Erinnerungen!

E. Franke / 25.09.2021

Danke, für diesen wunderbaren Artikel, der mir sogleich ein Grinsen ins Gesicht gezaubert hat ! Und danke auch dafür, dass ich diese aufregende Zeit live und in Farbe miterleben durfte. Bedauerlicherweise habe viele aus meiner Generation die grandiose Manipulation, der wir ausgesetzt sind und waren nicht unbeschadet überstanden und turnen heute auf “Omas gegen Nazis” oder wahlweise auf “Atomkraft Nein Danke” Veranstaltungen rum oder sind zu moderaten Spiessern verkommen, die gar nichts mehr mitkriegen. Sei’s drum.. ich habe mich Gott sei Dank niemals verbiegen lassen und sehe mir diese lustige Veranstaltung entspannt und gelassen an. Die “Schneeflöckchen” vor dem Bundestag und auf den FFF Demonstrationen werden in nicht allzulanger Zeit wohl jeder für sich, ein blaues Wunder erleben und der ein oder andere sich verwundert die Augen reiben. Kleine Anmerkung am Rande: Als ich mich mit 46 Jahren nach einer Firmenpleite um eine neue Arbeitsstelle bewarb, erzählte mir so ein aufgeblasener Mops: Sie sind schon zu alt….. Ich: und wie stehts mit der Erfahrung? Er: die zählt nicht. Die Jungen Leute lernen schneller.. bla bla bla Deshalb freut es mich umso mehr.

Andrej Stoltz / 25.09.2021

Hab ich natürlich in meiner Vinylsammlung, die deutsche Erstausgabe 1971. Wobei ich Electric Warrior von den klassischen Bolan Alben eher für das schwächste halte. Aus meiner Sicht sind T-Rex, The Slider und Tanx schon noch etwas besser. Zu Gender: Ich schliesse mich an und glaube nicht, dass Marc Bolan, anders als zB ein Bowie, als “androgyn” wahrgenommen werden wollte. Bolan war straight, er stammte aus der Mod Bewegung, die auch straight war. Was aber stimmt, Bolan wurde dann ein Hippie. Und zu den späten Hippies der 70er Jahren passten nun mal ganz gut lange Haare, etwas Make Up und Glittersternchen. Daraus Bolan irgendwie zu gendern geht aber gar nicht, das müsste man ja dann auch mit solchen Supermachos wie Hawkwind, Lemmy oder Gary Glitter tun. Ganz richtig weist der Autor auch darauf hin, dass Bolans musikalischer Stern zum Zeitpunkt seines Todes schon arg tief gesunken ist. Es war der Höhepunkt einer neuen, zugleich auch der letzten, Rock-Revolution namens Punk. Und am Horizont zeichneten sich bereits Post-Punk, New Wave, sowie die neue elektonische Musik ab. Und im Vergleich dazu klang Bolans Dandy in the Underworld nur noch von übervorgestern. Ob er, wie Bowie oder auch die Bryans Ferry und Eno, eine Anpassung in die neue Zeit geschafft hätte, wage ich mal bei Marc Bolan zu bezweifeln. Wenn ich noch was hinzufügen darf: Interessant auch seine Nachlassgeschichte. Bolan war zu seinem Todeszeitpunkt praktisch mittellos. Es war nicht genug Geld für seine Bestattung vorhanden. Sogar seine Wohnung wurde noch am Todestag von Souvenirjägern aufgebrochen und komplett ausgeräumt. Wie kann das sein, dass jemand noch 10 Jahren ununterbrochenen Charterfolgen so arm sein kann ? Und was sagt das über die Gepflogenheiten der Musikindustrie, sowie deren Hintermänner in Soho, aus ? Erst Jahrzehnte später wurde bekannt, dass er doch noch einige Songrechte behalten konnte und in einen karibischen Fond einbrachte, der nach und nach anwuchs. Die Manager sich jedoch weigerten

Karsten Paulsen / 25.09.2021

... vergessen: Roxy Music!

Karsten Paulsen / 25.09.2021

Danke für den Artikel, 1971 war ich 16 Jahre alt ... die schönste und zugleich schrecklichste Zeit in meinem Leben. T.-Rex, Procol Harum, Jethro Tull, Hendrix, Chuck Berry, Miles Davis, Ornette Colemen, Joplin, The Flock, Stones ... die Musik war viel vielfältiger als heute.

Heiko Stadler / 25.09.2021

Als Jugendlicher hielt ich T. Rex für die coolste Band der Welt. Heute ist es mir nur noch peinlich, denn coole Musik ist nichts anderes als der Brunftschrei des Menschen und Marc Bolan ist ein glänzend röhrender Hirsch.

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