Kraftwerkssprengungen wie am Sonntag in Ibbenbüren werden in Deutschland mittlerweile als Happening inszeniert. Die Menschen schauen begeistert zu, wie ihr Wohlstand sinnlos vernichtet wird.
Der Wahnsinn geht ungebremst weiter. Unter dem Jubel der Grünen und ihrer Jubelperser-Medien wurde das Steinkohle-Kraftwerk Ibbenbüren am Sonntag in die Luft gesprengt. Bild frohlockt: „Spektakulär: Sprengmeister legt Kraftwerks-Riesen flach”. Etwa 130 Anwohner und „rund 700 Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft“ mussten für das „Flachlegen“ Ihre Häuser vorübergehend verlassen.
So ist das in Deutschland: Die Sprengung eines funktionstüchtigen Kraftwerks wird von 350 eingeladenen politischen Honoratioren gefeiert. Der Umwelt- und Verkehrsminister von NRW Oliver Krischer – ein abgebrochener Biologiestudent – jubelte:
„Die Sprengung dieses ehemaligen Steinkohlekraftwerks ist ein Sinnbild für die Energiewende in unserem Land. Hier in Ibbenbüren wird der Übergang von fossilen zu erneuerbaren, klimafreundlichen Energieträgern sichtbar. Hier treiben wir den grundlegenden Strukturwandel voran und gehen den nächsten Schritt. Mit dem Einsatz innovativer Technologien wie dem neuen Konverter holen wir Offshore-Windstrom nach Nordrhein-Westfalen“. Anschließend gab es wahrscheinlich zur Feier des Tages Sekt und Häppchen.
Das Kraftwerk Ibbenbüren war ein deutsches Steinkohlekraftwerk in Nordrhein-Westfalen und hatte eine Leistung von 838 Megawatt. Das Kraftwerk ging am 29. November 1985 in Betrieb, und es erzeugte zuverlässig und günstig Grundlast aus Steinkohle. Nach einer Betriebszeit von knapp 40 Jahren wurde es 2021 „zur Stilllegung ausgeschrieben“ und abgeschaltet. Es hätte noch gut und gerne 20 Jahre weiterlaufen können.
Das Zerstörungswerk mit markigen Sprüchen abfeiern
Nun ist es mitnichten so, dass auf dem Gelände wieder Strom erzeugt werden soll. Das Kraftwerksgelände soll künftig für eine „Konverterstation“ des Projektes BalWin2 genutzt werden. Eine Konverterstation ist für Techniker nichts weiter als ein Wechselrichter.
Das Projekt BalWin2 soll den Anschluss von Offshore-Windparks an das Stromnetz in Nordrhein-Westfalen ermöglichen. Denn der Strom von den Offshore-Windmühlen kommt in NRW über Erdkabel als Gleichstrom an. Die Gleichstromtechnik ermöglicht es, große Energiemengen über die „weite Strecke“ von 380 Kilometern verlustarm zu transportieren.
Die geplante Konverteranlage auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände in der Nähe des Netzverknüpfungspunktes an der Umspannanlage Westerkappeln soll – falls der Wind weht – 2.000 Megawatt des ankommenden Gleichstroms in Wechselstrom umwandeln können, der dann ins öffentliche Übertragungsnetz eingespeist werden kann. Ein Kraftwerk benötigt gar keine solche aufwändige Konverter-Anlage, da es direkt einspeisbaren Wechselstrom erzeugt.
Das BalWin2-Projekt wird angeblich 4,5 Milliarden Euro kosten. Für diese Summe hätte man drei hochmoderne Blöcke ähnlich der gesprengten Anlage Ippenbüren neu errichten können, die dann unabhängig von Wind und Wetter 2.500 Megawatt Grundlast erzeugen könnten. So ist das eben in Deutschland. Kraftwerke werden von erfahrenen Sprengmeistern im Beisein von ungelernten Politikern flachgelegt, die dieses Zerstörungswerk mit markigen Sprüchen abfeiern. Wind und Sonne schicken zwar keine Rechnung, die Windradbetreiber und der Netzbetreiber Amprion aber schon. Und diese Rechnung zahlen Sie, verehrter Leser.
Manfred Haferburg wurde 1948 in Querfurt geboren. Er studierte an der TU Dresden Kernenergetik und machte eine Blitzkarriere im damalig größten AKW der DDR in Greifswald. Wegen des frechen Absingens von Biermannliedern sowie einiger unbedachter Äußerungen beim Karneval wurde er zum feindlich-negativen Element der DDR ernannt und verbrachte folgerichtig einige Zeit unter der Obhut der Stasi in Hohenschönhausen. Nach der Wende kümmerte er sich für eine internationale Organisation um die Sicherheitskultur von Atomkraftwerken weltweit und hat so viele AKWs von innen gesehen wie kaum ein anderer.
Zum Thema kürzlich von Manfred Haferburg und Klaus Humpich erschienen:
Atomenergie – jetzt aber richtig
Das Nachwort stammt von dem Wissenschaftsphilosophen Michael Esfeld. Sie können es hier in unserem Shop bestellen, Auslieferung erfolgt ab kommenden Montag.
Zum Inhalt des Buches: Es ist keine Frage ob, sondern lediglich wann „die dümmste Energiepolitik der Welt“ (wallstreet-Journal) - in Deutschland euphemistisch „Energiewende“ genannt - beerdigt wird. Und was dann? Überall auf der Welt werden längst wieder die Weichen für die Kernenergie gestellt, CO2-frei wie bisher, aber intelligenter, resilienter, mobiler und preiswerter als je zuvor. Die Atomenergie kann auch hierzulande der Nukleus für einen neuen Wohlstand sein, auch diese Einsicht wird sich unter der Last des Faktischen durchsetzen. Die beiden Energieexperten Manfred Haferburg und Klaus Humpich analysieren den deutschen Irrweg und zeigen Wege aus der Sackgasse. Dieses Buch ist ein Almanach der Vernunft für alle, die in Deutschland erfolgreich wirtschaftlich tätig sind und damit fortfahren wollen.
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Beitragsbild: Rene Schwietzke Flickr CC BY 2.0 via Wikimedia Commons

Wer seinen eigenen (wirtschaftlichen) Suizid feiert, kann halt nicht mehr „alle Tassen im Schrank haben“. Denken ist bei diesen Klatschhasen Glückssache, Nachdenken nicht mehr im Plan.
Sehr geehrter Manni Gerstenschloß! Was mich bei diesem ganzen Irrsinn, wie auch Moorburg oder Isar II wundert ist folgendes. In der DDR gab es den Spruch vom Volkseigentum. Das man sorgfältig damit umgehen soll und es nicht zerstört. Und wenn es die Schulbank war, die Turnhalle oder was im VEB! Für Wessis: Volkseigener Betrieb. Also das Bewusstsein, das bestimmte Dinge dem Volk, damit allen gehören, war durchaus vorhanden. In der Bundesrepublik sprach man immer vom Steuerzahler und von Steuergeldern die vernichtet werden. Auch heutzutage juckt das niemanden, dass da von Steuergeldern errichtetes Volkseigentum zerstört wird. Das Volk empfindet nichts mehr, wenn etwas durch sie aufgebautes einfach so vernichtet wird. Volkseigentum, siehe auch Deutsche Bundesbahn, wird einfach verscherbelt und privatisiert. Das deutsche Volk hat überhaupt gar keine bewusste Beziehung mehr zu seinem Eigentum! Das Kraftwerk Moorburg der Hamburger war ja noch neu. Also muss doch noch rauszufinden sein, wieviel Fördergelder dort drin stecken. Und zwar auch Fördergelder vom Bund. Die sind von allen Steuerzahlern bundesweit. Ich tippe da mal auf 30% mindestens. Und dann entscheiden nur die Mitglieder der Hamburger Bürgerschaft und da nur die Regierungsmehrheit, wir reißen das Werk ab. Ohne die 30% der Geldgeber zu fragen! Zahlen die jetzt die Milliarden Fördergelder an den Bund, den Steuerzahler, das Volkseigentum zurück? Oder kann man einfach so als Minderheit das Geld anderer Bürger vernichten? Ein bisschen Sozialismus mit dem Bewusstsein für Volkseigentum täte dieser Bundesrepublik dringend sehr gut! Es gehört allen! Freundschaft!
Das sind die Deutschen, bejubeln ihren eigenen Untergang, haben immer noch nichts dazugelernt.
@Klaus Meyer / 07.04.2025 -
„Es gilt, wie immer in einer Demokratie: Wie gewählt wird, wo wird geliefert! (…)“ --- Denken Sie allen Ernstes, dass wir in einer echten Demokratie leben? Oder sind Sie einfach nur … ignorant?
Kraftwerkssprengung – egal ob Atomkraft oder Kohle – ist das neue Bücher verbrennen. Schaulustige und direkt Beteiligte hatten wir früher schon mal. Die grundsätzliche Frage ist nicht, ob sich Geschichte wiederholt, sondern wer sie wiederholt.
Demnächst wird auf der Industriebrache Offshore-Windstrom gleichgerichtet, was sogar 30 Arbeitsplätze schafft, oder auch nur 12. Dafür bremsen die Hochseepropeller den Nordwestwind ab, ihre Kumpels in der norddeutschen Tiefebene geben ihm den Rest, das letzte Lüftchen verwirbeln die Inlandsmühlen. Und schon haben wir wieder den trockensten März seit Fred Feuerstein, gemessen nach DIN Martin. Die Atlantiktiefs umströmen uns südlich und überfluten Spanien und Italien. Ich warte noch immer auf den heroischen emeritierten Einhornforscher, der einmal diese Zusammenhänge untersucht. Verdammter gutmenschengemachter Klimawandel.
Artikel, 06.04.2025, in der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK):
„ 370 Millionen Euro in einem Monat: Höchste Redispatch-Kosten seit Energiekrise
Im vierten Quartal 2024 stiegen Maßnahmenvolumen und Kosten für Netzengpassmanagement im Vergleich zum Vorjahr nochmal an. Besonders ein Monat sticht heraus.“