Das "sanfte Monster Brüssel" (Copyright: Hans Magnus Enzensberger) hat gerülpst, beziehungsweise geknurrt. Durch den Mund des Nachfolgers von Martin Schulz auf dem Sessel des EU-Parlamentspräsidenten, eines Italieners, den man bei uns genauso wenig kennt wie Schulz in Italien, stieß das sanfte Monster Brüssel eine ebenso rauhe wie klare Botschaft hervor: „Ich will mehr Geld.“ Nein! „Ich will doppelt soviel Geld.“ Sofort kamen die Monsterdiener nicht nur in Brüssel, sondern auch in Berlin und anderswo aus ihren Kemenaten gelaufen und versuchten zu beschwichtigen. Sie sagten: „Pssst, sanftes Monster, knurre und rülpse nicht so laut, jedenfalls nicht jetzt, denn gerade jetzt muß sich in dem irren Lande Germany eine monsterfreundliche Regierung bilden, und zwar eine, die auch dann Dein Fressen noch bezahlt, wenn das perfide Albion die Opfergaben demnächst einstellt.“
Es gab natürlich auch andere Stimmen. Gerade in dem irren Lande Germany schlossen die grünen und roten Monsterfreunde sich fröhlich der Forderung nach Verdoppelung des Monsterfutters an. „Es hat eben Hunger“, sagten sie; „der Vorstoß“, so Sven Giegold von den Grünen, „geht in die richtige Richtung“. Die eigentliche Monsteridee besteht dabei darin, daß das Monster nicht mehr von seinen Regierungs- und Behördenfreunden in Germany und den anderen Kaumnochnationen gefüttert werden, sondern sein Fressen direkt von jedermann bekommen will. Steuern nennt man dieses Geld.
Da nicht ganz sicher ist, ob die Steuerzahler in der Europäischen Union von der Idee einer zusätzlichen Monsterabgabe hellauf begeistert sind, werden die Regierungen den üblichen Weg gehen und auf die Meinung der Steuerzahler pfeifend letztere zum Zahlen zwingen – vorausgesetzt, es stehen keine Wahlen vor der Tür. Doch genau an dieser Stelle wird die Sache zweifelhaft und widersprüchlich, denn bisher haben alle Politiker aller Nationen das ihren Steuervölkern abgeknöpfte Geld stets selber ausgegeben – und zwar so reichlich, daß es nie gelangt hat. Immer wurden Schulden und noch mehr Schulden gemacht. Wieso sollten sie jetzt andere Politiker im fernen Brüssel an diese köstlichen Quellen heranlassen?
Wer so redet, hat allerdings nicht begriffen, daß das sanfte Monster Brüssel erst allmählich erwacht. Es blinzelt und reckt seine Glieder. Später wird man feststellen, daß die Forderung nach verdoppelter Ration geradezu lachhaft war im Vergleich zu dem, was dann kam. Denn wieso sollte Faktor zwei jemals bei einem Monster ausreichend sein? Warum nicht gleich Faktor acht oder sechzehn? Erst wenn das Monster alles Geld und alle Energie aller Bürger in sich aufgenommen hat, wird die EU in ihrer apokalyptischen Größe zu sich selbst gekommen sein. Bei einer Supernova nimmt die Leuchtkraft auf das Millionen- bis Milliardenfache zu. So hell werden unsere Finanzen brennen und sich danach zu einer unfaßbar kompakten Schwärze kontrahieren, ein Denkmal für das Schicksal Europas und das irre Germany.
Beitragsbild: NASA/ESA CC BY 3.0 via Wikimedia Commons

Wer sich bei all dem Wahnsinn noch einen gesunden Menschenverstand bewahrt, sollte den Nobelpreis und das Bundesverdienstkreuz bekommen. Es wird höchste Zeit, daß die EU scheitert, damit sie sich danach mit neuen,bürgerfreundlichen, umsetzbaren Ideen und vor allem NEUEN Politikern, die sich BODENHAFTUNG !! bewahrt haben, aufstellen kann. Der Vorschlag kommt von einem Italiener, aha, mehr muß man dazu nicht sagen.