News-Redaktion / 14.11.2019 / 12:00 / 0 / Seite ausdrucken

Streit um Sichtbarkeit von Facebook-Seiten

Der „SZ“-Ableger „jetzt“ prangert in einem aktuellen Artikel die Drosselung der Sichtbarkeit seines Facebook-Auftritts wegen angeblichen „Clickbaitings“ an und bemängelt das Fehlen von transparenten Kriterien für solche Strafmaßnahmen. Facebook definiert Clickbaiting als das Posten von Links mit einer Überschrift, „die Personen zum Klicken animiert, um mehr zu erfahren“. Bei Clickbait „werden entscheidende Informationen bewusst weggelassen oder die Einzelheiten einer Meldung übertrieben, damit sie bedeutender erscheint, als sie wirklich ist.“ Nach dem zweiten Verstoß wird die Sichtbarkeit der kompletten Seite für einen variablen Zeitraum eingeschränkt.

Die „jetzt“-Redaktion erhielt nach eigenen Angaben von Facebook die Information, dass ihre Seite aufgrund der Beiträge bzw. Überschriften „Fast-Food-Kette schließt nach Protesten die einzige Filiale in Europa“ (ein Bericht über die Proteste von Schwulenaktivisten gegen die amerikanische Schnellrestaurantkette „Chick-fil-A“, deren Management sich offen gegen die gleichgeschlechtliche Ehe ausspricht) und „Das neue Facebook-Unternehmenslogo sorgt für Spott auf Twitter“ gedrosselt worden sei. Einen Einspruch gegen die zweiwöchige Drosselung habe das Unternehmen abgewiesen. Außerdem habe Facebook „jetzt“ eine Erklärung geschickt, die kaum etwas mit dem Fall zu tun hat und die bereits seit zweieinhalb Jahren auf Facebooks eigenem öffentlichem Blog steht.

„Jetzt“, das mehr als 190.000 Facebook-Follower hat, kann in den oben genannten Überschriften kein Clickbaiting erkennen und schreibt: „War es ein übereifriger Algorithmus? Spielt es eine Rolle, dass wir einen Text über Facebook geteilt haben? Hat den Einspruch ein Mensch überprüft, oder waren das auch Maschinen? Wir wissen es nicht. Facebook bleibt wie so oft eine Black Box.“

Das Problem des geschäftsschädigenden Reichweitenverlustes betrifft nicht nur die „jetzt“-Redaktion. Auf Twitter schreibt z.B. der Chefredakteur Daniel Drepper: „Die Erfahrung von den @jetzt-Kolleg*innen können wir bei BuzzFeed Deutschland bestätigen.“ Auch das Online-Magazin „Krautreporter“ hat offenbar mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Beim „Social Media Watchblog” schreibt Bent Freiwald, dass die die Facebook-Seite der Krautreporter wegen der Überschriften „Viele Kommunen haben ein Geldproblem – diese Bürgermeisterin hat es gelöst“ und „Noch nie war es so einfach, sich ein gutes Gewissen zu kaufen“ wochenlang gedrosselt worden sei.

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