
Die Rede ist für sich genommen gar nicht schlecht. Aber das geht eben nicht mehr so einfach, nach allem, was vorher war und wohl weiter fortgesetzt wird, das Abstimmungsverhalten der Deutschen bei der UN-Vollversammlung, das Verhalten gegenüber Iran, all das, was Henryk Broder in seinem Video anspricht. Ich war vor mehr als 10 Jahren in Israel mit einer geführten Reisegruppe, unser israelischer Reiseführer war ein polnischer Jude, mit einem herrlichen Jiddisch. Joshi, der immer ganz fein lächelte, wenn ihn ein Teilnehmer in seinem Deutsch korrigierte. Er war damals gerade 70 geworden, ich hoffe, es geht ihm gut. Am Krieg 1967 hat er als Fallschirmspringer teil genommen - wir hatten so ein Gesprächsthema, zB am Berg der Seligpreisungen, wo der kath. Pfarrer eine Messe unter freiem Himmel abhielt und ich mit Joshi abseits spazieren ging so lange. Er als Springer, ich als Flieger - bin selbst nie gesprungen, obwohl wir immer einen Schirm dabei hatten. Er fragte: Du bist auch nicht so mit dem Zeugs vom Pfarrer? Und ich: Und du, mit dem Zeugs vom Rebbe? Dann haben wir gesungen, wie von ihm beigebracht: Wenn der Rebbe lacht, lachen alle Kassidim ..., wenn weint, wenn säuft, wenn fürckt usw. Nicht koscheres Essen hat er trotzdem als “sehr gut” gelobt, wenn in Bayern mal aus Versehen serviert. In Jerusalem habe ich den Turm mit dem Konterfei des Hadschi Kaiser Willem Zwo mit Pickelhaube als Dach bewundert und einmal stand ein Mädchen am Vorabend des Schabbes da, ich sah sie an und sie: Schabbes Shalom - habe ich gerne erwidert. Bin sehr dankbar über die freundliche Aufnahme dort, sie wussten, dass wir Deutsche waren. In Haifa als Stadt der Jecke so wie so.
Wer den Keim des Schulhofjihad totschweigt, der ist mitverantwortlich für dessen Todesopfer. Und wenn er noch so oft mit zuem Arsch den falschen Teufel zückt.
Also verglichen mit Merkels Reden kann man hier immerhin davon sprechen, dass es sich um eine Rede handelt. Ich finde, auch, dass sie gut, sinnvoll aufgebaut ist und, insofern dies überhaupt möglich ist, den richtigen Ton trifft. Nur leider zerstört der Teil über den Antisemitismus heute in Deutschland jede Glaubwürdigkeit, ja lässt die anderen Teile als geradezu zynisch erscheinen. Der “deutsche” Antisemitismus ist heute i.d.R. kein militanter, keiner der auf jüdische Schüler spucken lässt. Er ist deshalb nicht weniger von übel. Wenn Steinmeier “Verantwortung” empfinden und ihr gerecht werden wollen würde, hätte er den importierten Antisemitismus ansprechen müssen, der zwar kein deutscher ist, der aber in Dutschland also von Deutschland mit zuverantworten ist. Verantwortung ist nie abstrakt, man hat sie vor jemandem, der einem etwas anvertraut hat. Die deutsche Verantwortung gegenüber den Juden besteht nicht gegenüber den Ermordeten. Dafür tragen die Mörder und Helfershelfer die Schuld, sondern gegenüber den (Über-)lebenden, die die Hand ausgestreckt haben und sagen: Lasst uns neu beginnen. Verantwortung tragen heisst, den, der einem etwas überantwortet hat, Rede und Antwort zu stehen, zu fragen, ist es in Deinem Sinne, wie ich mit meiner Freiheit, die ich dank der ausgestreckten Hand von Dir habe, hier umgehe. Steinmeier tut dies scheinbar, kehrt aber gleichzeitig Wesenliches unter dem Teppich in dem er weniger Wesentliches aufbauscht. Das ist verlogen, das Gegenteil von Verantwortung.
Man kämpft gegen “kruden Antisemitismus”? Aber nur gegen den kruden, der islamische Antisemitismus ist ja Kültür. Da gratuliert man zum Geburtstag… Antisemitismus ist in Deutschland wohlfeil, außer man kann ihn gegen das eigene Volk instrumentalisieren. Da wird der krude Antisemitismus noch gebraucht. Krude heißt übrigens unfein und so ist Feine Sahne Steinmeier wohl selber krude.
Herr Steinmeier, welcher Herr sei gepriesen? Der, der Sie nachlässigerweise Bundespräsident werden ließ oder der, der es zuließ, dass Ihre Ahnen Millionen Menschen bestialisch aber bürokratisch korrekt ermirdet hat. Sogar mit weniger Empathie als sich die Nachfahren in die Klimahysterie stürzen.
Das einzige, was er zu seiner “Entschuldigung” sagen kann, ist, er habe die Rede ja nicht selber geschrieben. Aber er hat sie dennoch vorgelesen. Hätte er nur geschwiegen. Aber das hätte sich nicht mit seinem Selbstverständnis als eitler Selbstdarsteller vertragen.
Wie lautete wohl die Rede, die er am Grab Arafats gehalten hat? ... Was er den Schergen in Teheran zum 40-jährigen Bestehens ihres Terrors wünschte, wissen wir ja. ... und wenn er jetzt sagt: “Nie wieder!” - warum tut er´s dann fortgesetzt - der DEUTSCHE - und “würdige” Nachfolger seiner Väter ?!
“Wir trotzen dem Gift des Nationalismus!” - und gleichzeitig “Wir Deutsche….” “Vor diesem Denkmal stehe auch ich als Mensch – und als Deutscher” Die Täter waren Deutsche… das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte – es wurde von meinen L a n d s l e u t e n begangen. Nach meiner Ansicht fängt der Nationalismus an mit “wir Deutsche..” Ihr “Franzosen”, Ihr “Amerikaner” oder Ihr “Israelis” Ihr “Evangelen” “Ihr Katholiken” “Ihr Juden”... Deutsche haben… Dieses allgemeine Schuldbekenntnis ist bekannt, auch weiß man von der Aufarbeitung des Geschehenen… Nur die meisten Deutschen, oder “schon länger hier Lebenden” sind Nachgeborene und Zugezogene… und viele stehen ratlos vor dieser Erinnerungskultur. - Es gilt eher Schritte nach vorne zu gehen: Antisemitismus “überwindet” man eher durch Förderung von Tugenden und Werte: Integration in die Gesellschaft von jüdischem Leben, Völkerverständigung durch Schüleraustausch, Sportbegegnungen, Städtepartnerschaften. Entscheiden wichtig: Förderung von demokratischen Strukturen, Rechtsverständnis und Einhaltung von Regeln auf allen Ebenen. Die Gesetzestafeln, die Gesetze, die auf dem Sinai übergeben wurden, letztlich an alle Menschen gilt es in den Staaten zu befolgen und durchzusetzen.
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