Das Bundeskriminalamt, Abteilung Staatsschutz, und das Landeskriminalamt Bayern und mittlerweile auch die Staatsanwaltschaft Augsburg ermitteln gegen Achgut.com in einer geradezu kafkaesken Angelegenheit. Dazu passt der erste Satz aus dem Roman „Der Prozess“ von Franz Kafka: „Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“
Es geht um einen knapp zwei Jahre alten Artikel. Darin weist unser Autor anhand historischer Belege nach, dass auch Sozialdemokraten in der Weimarer Republik die Parole „Alles für Deutschland“ verwendeten. Der deswegen gegen uns erhobene Vorwurf: „Verwendung verfassungsfeindlicher Kennzeichen“ (Paragraph 86 a StGB). Das Strafmaß für Verstöße beträgt bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe. Dabei ist der genannte Artikel ein Musterbeispiel für staatsbürgerliche Aufklärung.
Im Mai 2024 veröffentlichte Achgut den Artikel „Auch Sozialdemokraten riefen ‚Alles für Deutschland‘“, der auch auf X (Twitter) gepostet wurde. Der Beitrag beschreibt eine historische Wahrheit. Achgut bedient sich dabei des Rückgriffs auf einen historischen Zeitungsartikel und zeigt als Titelbild einen Ausschnitt aus der Ausgabe der SPD-nahen Zeitung „Das Reichsbanner“ vom 26.12.1931. Die Überschrift des historischen Artikels ist ein Zitat von Karl Höltermann (SPD), der die Parole des Reichsbanners wiedergibt, die da lautet: „Nichts für uns, alles für Deutschland.“
Karl Höltermann war in der Weimarer Republik ein hochrangiger SPD- und Gewerkschaftsfunktionär und Gegner der Nationalsozialisten. Das (übrigens bis heute existierende) Reichsbanner war ein politischer Wehrverband, der zwar parteiübergreifend, aber im wesentlichen sozialdemokratisch und gewerkschaftlich geprägt war, sich dem Schutze der Demokratie verschrieben hatte und in strikter Gegnerschaft zu den Nationalsozialisten stand.
Dieser Artikel mit dem Zitat einer SPD-nahen Organisation und eines SPD-Funktionärs führte zu einer Denunziation der Meldestelle HessenGegenHetze bei der Zentralen Meldestelle für strafbare Inhalte im Internet (ZMI). Die ZMI ist eine Abteilung des Bundeskriminalamts (BKA). Von dort wurde die Angelegenheit an das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) abgegeben und von dort dieser Tage an die Staatsanwaltschaft in Augsburg weiterexpediert. Es ist also schon ein recht umfangreicher Personenkreis, der sich innerhalb der deutschen Strafverfolgungsbehörden mit diesem Stuss beschäftigt, möglicherweise auch beschäftigen muss.
Grund für die Verfolgung von Achgut ist augenscheinlich die Annahme, dass es sich bei der veröffentlichten sozialdemokratischen Losung „Nichts für uns, alles für Deutschland“ um eine verbotene Losung im Sinne des § 86a StGB handeln soll. Doch nach allgemeiner Ansicht gehören weder SPD noch Reichsbanner zu den verbotenen nationalsozialistischen Organisationen, so dass auch deren Parolen nicht verboten sind.
Bayerisches LKA beschreibt Achgut
Vielleicht war es der nicht ganz gewöhnliche Name der Zeitschrift und die damals allgemein gebräuchliche Fraktur-Schriftart des historischen Zeitungsartikels, der zu falschen Rückschlüssen geführt hat. Dass die Sache nicht bereits beim BKA in der (digitalen) Mülltonne entsorgt wurde, ist schwer nachvollziehbar. Achgut empfiehlt dringend die Lektüre seiner Artikel. Den beanstandeten (und auf Twitter verlinkten) Beitrag in seiner Gesamtheit zu lesen, wäre ein guter Einstieg. Er ist ein Musterbeispiel für historische Aufklärung durch Medien.
Verloren sind Hopfen und Malz zumindest beim Bayerischen LKA aber noch nicht. Wenn auch möglicherweise KI-generiert, so doch überraschend fair charakterisiert das Bayrische LKA Achgut.com (so erfuhr Achgut.com aus Behördenkreisen) wie folgt: „Die Medienfirma selbst läßt sich beschreiben als deutsche Medienplattform, die konservative, rechts-liberale und libertäre Perspektiven auf Politik und Gesellschaft veröffentlicht und sich häufig kritisch gegenüber dem Mainstream, linken Positionen und etablierten Medien äußert. Die Seite bietet Analysen, Kommentare und Artikel zu Themen wie Migration, EU, Klimapolitik und gesellschaftlichen Veränderungen aus einer alternativen, oft provokativ-konservativen Sicht.“
Unsere diversen Anfragen an die diversen Behörden sorgten für erstaunlich viele Aktivitäten innerhalb der Behörden und zu durchaus zeitnahen Reaktionen, aus denen wir aber bisher leider nicht entnehmen können, was da eigentlich mit welcher konkreten Begründung gespielt wird. Unsere Anfrage an das BKA bestätigte im wesentlichen den Verdacht, dass dort tatsächlich Hinweise des „Kooperationspartners“ ZMI eingegangen waren und Ermittlungen gegen uns laufen oder gelaufen waren, weil man den Vorgang für ein strafrechtlich relevantes Verfahren erachte. Im übrigen verwies man an die Kollegen im bayrischen Landeskriminalamt, die wegen unseres Firmensitzes in Bayern zuständig sind, und an die das Verfahren abgegeben worden sei. Die waren unserem Eindruck nach nicht gerade entzückt, die heiße Kartoffel in Händen zu halten und ließen uns schließlich wissen, „der von Ihnen beschriebene Achgut-Post ist nicht Bestandteil eines Verfahrens des Bayerischen Landeskriminalamtes“. Das war insofern ziemlich verlogen, als das Verfahren inzwischen an die Staatsanwaltschaft Augsburg expediert worden ist, mithin ein Verfahren in Augsburg anhängig ist, wie wir dann aus einer erneuten Nachfrage erfuhren. Das macht möglicherweise für den Behörden-Apparat einen Unterschied, aber nicht für uns. Bis dato war es uns aber nicht vergönnt, Kenntnis von einem entsprechenden Aktenzeichen zu erhalten.
Es ist für den seine Meinung äußernden Bürger schon ein besonderer Moment, davon zu erfahren, dass das Bundeskriminalamt oder ein Landeskriminalamt gegen ihn offenbar wegen einer im Kontext völlig legalen Äußerung ermitteln. Zumindest für diejenigen unter uns, die aus dem Westen stammen und nicht aus der DDR. Letztere haben ein Deja-vu, wenn die Staatsmacht zu Zersetzung und Zensur greift. Im Westen war das bis vor einigen Jahren noch undenkbar. Inzwischen nicht mehr. Von dem bekannten Autor Michael Klonovsky stammt das Bonmot: „Ich komme aus der Zukunft, ich komme aus der DDR.“
Warum den Vorgang nicht in der Mülltonne entsorgt?
Aus dem mittlerweile umfangreichen Mailverkehr in dieser Sache mit den diversen Dienststellen, hier einige der Fragen, die die Herausgeber von Achgut.com, an das Bundeskriminalamt / die Zentrale Meldestelle für strafbare Inhalte im Internet (ZMI) gleich zu Beginn gestellt haben, nachdem wir von den Ermittlungen erfuhren.
1. Ist es zutreffend, daß der Achgut-Post „Auch Sozialdemokraten riefen „Alles für Deutschland“ vom 13.05.2024 Gegenstand eines Vorgangs/Verfahrens bei der ZMI war/ist?
2. Wurde dieser Vorgang von der ZMI selbst aufgegriffen oder von einem Dritten gemeldet? Welche Organisation oder Person hat ggf. die Meldung vorgenommen (falls Namensnennung der Person nicht möglich erscheint, Funktion nennen z. B. Bundestagsabgeordneter Partei X)?
3. Der genannte Achgut-Artikel hat große Aufmerksamkeit erfahren. Er ist ein Musterbeispiel für staatsbürgerliche Aufklärung durch Medien. Das Titelbild ist ein historischer Ausschnitt aus der Zeitung „Das Reichsbanner“. Darin wird Karl Höltermann (SPD) mit dem Ausspruch „Nichts für uns, alles für Deutschland“ zitiert.
a) Ist der ZMI bekannt, daß das genannte Zitat von einem hochrangigen SPD- und Gewerkschaftsfunktionär stammt und der Achgut-Artikel einen Gegner der Nationalsozialisten „zu Wort kommen läßt“?
b) Ist der ZMI bekannt, daß es sich bei der Zeitung „Das Reichsbanner“ um die Verbandszeitung der gleichnamigen Organisation handelt, die zwar parteiübergreifend, aber im wesentlichen sozialdemokratisch und gewerkschaftliche geprägt war, sich dem Schutze der Demokratie verschrieben hatte und in strikter Gegnerschaft zu den Nationalsozialisten stand?
c) Ist der ZMI bekannt, daß es sich bei dem Zitat um eine Leitparole des Reichsbanners selbst handelte, wie der Achgut-Artikel belegt?
d) Gehört die SPD bzw. das Reichsbanner nach Ansicht der ZMI zu den verbotenen nationalsozialistischen Organisationen, deren Parolen verboten sind?
4. Wenn diese Umstände der ZMI bekannt sein sollten:
a) Warum hat die ZMI den Vorgang an das Bayrische Landeskriminalamt weitergeleitet statt ihn in der (digitalen) Mülltonne zu entsorgen?
b) Sieht die ZMI in der Weiterleitung eines ersichtlich nicht strafbaren Vorgangs an eine andere Strafverfolgungsbehörde den Anfangsverdacht einer falschen Verdächtigung iSd § 162 StGB als erfüllt an?
c) Ist der ZMI bekannt, daß die Meinungs- und Pressefreiheit konstituierend für die freiheitlich-demokratische Grundordnung ist und die Behandlung solcher Vorgänge durch Strafverfolgungsbehörden die Wahrnehmung dieser Grundrechte beeinträchtigt? Will die ZMI die künftige staatsbürgerliche Aufklärung über historische Geschehnisse verhindern oder erschweren?
d) Stimmen Sie der Aussage zu, daß die Verfolgung von Achgut.com in dieser Angelegenheit den Eindruck historischer Unbildung erweckt und von böswilligem Verfolgungseifer gegen Unschuldige zeugt und damit Einschüchterungscharakter hat?
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Das Stellen solch banaler Fragen auf die es eine eindeutige Antwort gibt und sich eine Antwort von denen zu erhoffen, die losgeschickt werden, achgut anzuklagen, ist zwecklos. Es geht eindeutig darum, Menschen zu disziplinieren und da muss die Vernunft auf der Strecke bleiben, wie uns hier bewiesen wird.
Im Jahr 2025 gab es einen Vorfall in Bamberg, bei dem ein Amtsleiter wegen der Verwendung einer NS-Parole Schlagzeilen machte.
Der Vorfall: Ein hoher Amtsleiter der Stadt Bamberg (nicht der Staatsanwaltschaft) postete auf der Plattform X (ehemals Twitter) die nationalsozialistische Parole „Alles für Deutschland“.
Konsequenzen: Der Beamte wurde umgehend vom Dienst freigestellt und versetzt.
Hintergrund: Es handelte sich um einen NS-Tweet, der intern untersucht wurde, nachdem der Beitrag öffentlich bekannt wurde.
Fränkischer Tag
Fränkischer Tag
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Wichtige Unterscheidung:
Es gab im gleichen Zeitraum (2025/2026) auch Verfahren vor dem Landgericht Bamberg gegen den Publizisten David Bendels (wegen eines Memes über Nancy Faeser, „Deutschland-Kurier“), dieser wurde jedoch in der Berufung freigesprochen.
Legal Tribune Online
Legal Tribune Online
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Der oben genannte Fall des Amtsleiters bezieht sich direkt auf die Verwendung der SA-Parole „Alles für Deutschland“.
Fränkischer Tag
Fränkischer Tag
Zielstrebig wird von den verbliebenen Altparteien-Sektenmitgliedern („UnsereDemokratie“) hier ein zusätzliches (zu den unzähligen bereits errichteten) potemkinsches Dorf errichtet. Der Ablauf ist bereits mehrfach erprobt und erfolgreich durchgeführt: In der von der Sekte abhängigen Presse kommt der Vorwurf die Achse huldigt den Nationalsozialisten, alles Nazis und Antidemokraten. Jeder SektenführerIn weiss von Beginn an, davon stimmt selbstverständlich gar nichts, es ist nur eine banale, geschichtliche Dokumentation, welche die Verlogenheit der Sekte und ihr faschistisch verleumderisches Vorgehen bzw. den doppelten Massstab aufdeckt. Aber, selbstverständlich bleibt nach dem Vorwurf immer was hängen. Bei mindestens 70% der Gläubigen wird die Angst vor dem vermeintlich Bösen gefestigt. Nur darum geht es. Ein weiter so, mit Sondervermögen, dogmatischer Propaganda und religiösem Eifer so lange nur möglich. Die schaffen das noch eine Weile. Das Erwachen und die Wählerwanderung dauert seeehr laaange. Bei SPD-Wählern scheinbar etwas schneller als bei CDU-Wählern. Zum Glück trauen sich immer mehr Menschen nachhaltig der Sekte und deren verlogenen Mitgliedern die heuchlerische Maske vom Gesicht zu reissen und deren nackten, hässlichen Fratzen sichtbar für alle zu entblössen und ins Licht zu zerren. Wir schaffen das.
Die Ermittlungen gegen die Achse haben einen interessanten Nebeneffekt. Die Achse-Redaktion und diejenigen Leser, die Kommentare schreiben, werden eingeschüchtert. Die Einschüchterung betrifft nicht nur die Achse: Der Vorgang spricht sich in ganz Deutschland herum. Der Beamtenstaat macht seinen Kritikern unmissverständlich klar, dass Kritik am „Staat“ gefährlich werden kann. Gerade die Unberechenbarkeit und Willkür der staatlichen Maßnahmen verbreiten Angst, selbst wenn später das Verfahren im Sand verläuft. Ein einzelner Bürger, der keine größere Organisation im Rücken hat, wird es sich gut überlegen, ob er den Mund aufmacht: Den beteiligten Beamten kann nämlich rein gar nichts passieren, während der Schaden für den Kritiker unkalkulierbare Ausmaße annehmen kann. Auf diesem Effekt beruht die einschüchternde Wirkung. ++ Je schneller dieser unfähige, zwangsfinanzierte Beamtenstaat absteigt, desto mehr wird Kritik unterdrückt. Jeder Depp kann doch jetzt klipp und klar sehen, wer das Land beherrscht: Beamte und Politiker (defacto ebenfalls verbeamtet). Die fetten Privilegien dieser Kaste, die von der produktiv arbeitenden Bevölkerung finanziert werden müssen, werden mit allen Mitteln verteidigt. Und über die Leistungen dieser Kaste lasse ich mich hier besser nicht aus.
In Deutschland kann man immer weniger auf Rechtsstaatlichkeit vertrauen. Der bekannte Blogger Hadmut konstatiert anlässlich seiner gerichtlichen Auseinandersetzung mit Hateaid: „Zack*, verurteilt. Und zwar nicht wegen dem, was man schreibt, sondern wegen der Gesinnung, die die Richter da reininterpretieren und herauslesen.
Man darf nicht mehr schreiben, was Politikern zu sehr nicht passen könnte.
Man darf nicht einmal mehr auf der Meta-Ebene schreiben, dass man es für zulässig halte, etwas gegen Politiker zu sagen, und für geboten, um das gleiche Recht für alle zu erhalten.
Verfahrensrecht zählt nicht mehr. Materielles Recht zählt nicht mehr.
Man kann sich bei dem, was man schreibt, nicht mehr an bekannten Kriterien und Regeln orientieren, um sich im Rahmen des Zulässigen zu halten. Es zählt jetzt ein Gesinnungsrecht, weil man Äußerungen danach beurteilt, welche – unterstellte – Absicht man damit verfolgt habe, nicht was tatsächlich da steht.“
Man darf gespannt sein, was Achgut „widerfährt“.
Zeit 1990-er Jahre. Ort: Lockere Kaffeerunde unter ca. 8 dt. Landsleuten nach dem Lunch in einer Intern.-Organisation in den Niederlanden. Das Gespräch drehte sich um die aktuellen Begriffe Deutschland, Leitkultur, Stolz. In der Runde auch Jochen, ein knapp 28-jähriger Young Graduate (Junger Graduierter als Praktikant). Jochen äußerte sich zum Thema folgendermaßen: „Ich fühle mich entweder als Saarländer oder als Europäer. Deutscher ist für mich ein Schimpfwort.“ Wörtlich!
Der Spruch ist historisch belegt und hat nichts mit der NSDAP zu tun:
Eine vom König gegebene Parole
Quelle: „Proklamationen und Versprechungen deutscher Fürsten 1813- 1849“,
Leipzig, 1851, S.60
„Bayern Euer Vertrauen wird erwiedert es wird gerechtfertigt werden!
Schaaret Euch um den Thron
Mit Eurem Herrscher vereint, vertreten durch Eure verfassungsmäßigen Organe, laßt uns erwägen was uns was dem gemeinsamen Vaterlande noth thut.
Alles für Mein Volk!
“Alles für Deutschland!„
München den 6. März 1848, Ludwig
Bamberg, Staatsbibliothek
Identifikator
OCLC: 162590929
B3Kat-ID
BV020598715
BSB-ID
991125041809707356
MDZ Bayerische Staatsbibliothek
Ludwigstraße 16
80539 München