Das war zu erwarten: Ungeachtet aller Stasi-Skandale drängt die SPD-Linke auf eine Zusammenarbeit mit der Linken: Reinhard Höppner, früherer Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, rät seinen hessischen SPD-Freunden, es ihm nachzutun und sich von der Linkspartei tolerieren zu lassen
Das Risiko für die SPD, sich von dem Gutdünken ehemaliger SED/PDS Strategen abhängig zu machen, sollte nicht unterschätzt werden. Eine stark angeschlagene und ruderlos im Wind wehende SPD könnte durch ein leichtsinniges Abdriften wichtige Wählerschaften nach rechts und nach links verlieren. Nicht viel besser sieht es allerdings für Angela Merkel und die CDU aus. Denn eine von der Linken geduldete rot-grüne Minderheitsregierung in Hessen könnte ja nur dann realisiert werden, wenn die Bundeskanzlerin und die Christdemokraten die radikale Kehrtwende ihres Koalitionspartners tolerieren würden. Eine derartige Entwicklung kann ich mir freilich kaum vorstellen. Und dennoch: Man hat schon Pferde kotzen sehen! Allerdings dürfte eine von der Linken abhängige rot-grüne Landesregierung in Wiesbaden der SPD teuer zu stehen kommen: Das Auseinanderbrechen der CDU-SPD Koalitionsregierung, Machtverlust auf Bundesebene und neue Bundestagswahlen. Die SPD ist wirklich nicht zu beneiden.
