
Also ich hab’ mich als Berliner (West) im Kapitalismus immer wohl gefühlt. Nur in den letzten 30 Jahren hat man das irgendwie kaputt gemacht. Da bleibt nicht mehr viel vom “wohlfühlen” übrig….
Das Fabulieren vom “echten Sozialismus” ist im Wesentlichen eine westliche Macke totalitärer Fantasien. Es beruht immer auf den selben Grundannahmen: Wenn jeder sich auf eine bestimmte Art gleich verhalten würde, sich dem Ganzen unterordnet, dann ... und wer dagegen ist, der wird bitter bekämpft. Im muslimischen Kreis führte diese Grundannahme zur Bildung des Islamischen Staats. Auch dieser ist ein genauso entzückendes Produkt möchtegern-intellektueller Menschenhasser. Auch dort hieß es, wer sich an die Regeln hält, den richtigen Glauben hat und wer alle Kritiker und Gegner brutal bekämpft, der lebt im Paradies auf Erden. Die Organisations-Struktur war sogar dort ähnlich, der IS versorgte seine Unterstützer fürstlich, wie man es vom Sozialismus kennt. Wie im Sozialismus kamen beim IS die Gegner ins Arbeitslager, verrichteten Sklavenarbeit. Eine Forderung, die man auf jedem Parteitag der Linken hören kann. Der einzige Unterschied war nur, dass die Religion die Religion war und nicht die Staatsform. Kapitalismus ist nicht das Gegenteil von Sozialismus. Sozialismus, der auch nur für kurze Zeit funktionieren soll, muss immer kapitalistische Züge haben. Das Gegenteil von Sozialismus ist Liberalismus, Freiheit. Nur ein System, dass jedem Menschen in gewissen Grenzen ermöglicht, frei zu handeln, sich frei zu organisieren, auch sich frei mit anderen der eigenen Wahl zu solidarisieren, kann überhaupt “eine bessere Welt” schaffen. In einer besseren Welt gibt es keinen Zwang, sondern nur Freiheit und Möglichkeiten. Sozialismus kommt nie ohne Zwang aus, weil es darin nicht sein darf, dass es einem besser als dem anderen geht. Ist das der Fall, schürt das sofort Neid und Hass und führt zur Denunziation. Sozialismus appelliert immer an die niederen Instinkte, führt aber nie zum Besseren.
Echter Sozialismus, unechter Sozialismus. Mein Gott wird da viel geschwafelt von Denen die nie den Sozialismus ob nun echt oder unecht erlebt haben. Fragen sie die, die Jahrzehnte in in diesen Verhältnissen leben mussten. Die ihnen sagen können wiviel Astlöcher die Klapppritsche an der Wand in der Dunkelhaft im Arbeitslager Berndshof hatte. Wir werden immer weniger. Und wenn es uns nicht mehr gibt ist alles Paletti . Keiner wird sich mehr erinnern wie SCHÖN der Sozialismus in der Deutschen DEMOKRATISCHEN Republik war. Die Parteien der Nationalen Front, CDUCSUSPDFDPSEDGRÜNE , Wir Schaffen das !
Das Thema ist durchlöchert von ungenauen Scheindebatten, wo jeder definierend selektiert, wie er will. Obschon ich meine eigene Grundhaltung als recht libertäre bezeichnen würde, gebe ich Herrn Rosenhain recht: Der Ur-Mensch lebte in und von der Geborgenheit einer quasi-sozialistischen Kleingruppe und Erst Besitz brachte den Krieg wirklich in die Welt. Die moderne Welt ist kompliziert und schnell und brutal, da gibt es eine Sehnsucht nicht nur, aber gerade der Minderbemittelten gleich zu sein, selbst unter einer Herrschaftselite. Das abzustreiten oder lächerlich zu machen ist dumm. Man muss damit umgehen. Auch muss man mit dem Begriff Kapitalismus vorsichtig sein- was ist das und wo gibt es das auch nur annähernd? (Vermutlich nirgendwo) Ich will mehr Freiheit und mehr Marktwirtschaft und vor allem will ich nicht, dass die Milliardäre von heute als Kapitalisten durchgehen, es sind eher Finanzsozialisten, die sozialistische Idioten zu ihren Hilfstruppen machen. Aber Ideologien sind immer schlechte Modelle für die Wirklichkeit, auch die kapitalistische.
es sind genau solche peinlichen Beiträge, die vor allem Jugendliche zum Sozialismus führen. Niemand, absolut niemand ist für den theoretischen Sozialismus, schon gar Millenial. Ich frage meine Studenten regelmäßig, ob sie ihre Klamotten, iPhone und später mal ein Haus besitzen wollen. Ich habe noch keinen gefunden, der nein gesagt hat und damit ist das eine Axiom (kein Privatbesitz) der Theorie des historischen Materialismus’ weg. Ich habe auch noch keinen Studenten gehabt, der es moralisch gut fände, keine Freunde, und keine Eltern zu haben, oder daß alle die gleiche Note bekämen. Damit ist das zweite Axiom, nämlich das Gleichhandeln aller Menschen vom Tisch. Es ist kompletter Blödsinn, daß Menschen immer positiv über die Theorie des Sozialismus’ fühlen und immer nur die Geschichte vergessen.
Man wird das Phänomen Sozialismus auch nicht vollständig erklären können, wenn man weiter die Frage außer acht lässt, welche menschlichen Persönlichkeitsstrukturen vorliegen müssen, um sich von sozialistischen Ideen angesprochen zu fühlen. Welcher Menschenschlag ist es, der sich zu sozialistischen Idealen hingezogen fühlt? Verdächtig fand ich immer das Eintreten von Intellektuellen für die Belange der Arbeiterklasse. Es gibt kaum jemanden, den westliche Intellektuelle mehr verachten, als den Proll am Ballermann, der zu Wolfgang-Petry-Musik um den Sangria-Eimer tanzt. Das aber ist der Proletarier wie er leibt und lebt. Zugegeben in klischeehaft zugespitzter Form. Warum wurde die Arbeiterklasse von den Intellektuellen zum Helden der Geschichte erklärt? Wurde der Arbeiter von den Intellektuellen vielleicht nur instrumentalisiert, um gegen die Bosse und ihren Reichtum zu stänkern? Litten die Intellektuellen unter folgendem Befund: intelligent, aber wirtschaftlich impotetent? Klug, aber arbeitsscheu bzw. den unbestreitbaren Verzicht an Freizeit und Lebenskomfort scheuend, um wirtschaftliche Reichtümer zu erarbeiten? Entstand die Dynamik des Kapitalismus in der Anglosphäre nicht auch aus Puritanismus und Calvinismus, in Deutschland aus dem preußischem Protestantimus? Alles Dinge, welche die Sozialisten verabscheuten, wie der Teufel das Weihwasser. Wir müssen den Sozialismus stärker unter dem Aspekt der psychologischen und mentalen Struktur seiner Protagonisten betrachten, um Antworten für seine scheinbar unsterbliche Attraktivität zu erhalten.
Mit dem Frame “Gerechtigkeit” kann man besonders jungen Menschen gut ködern, Da diese eben nicht wissen, dass unter “Gerechtigkeit” jeder etwas anderes versteht, diese auf dem Verordungswege nicht herzustellen ist und wenn überhaupt immer in Richtung alle gleich arm (Funktionäre selbstredend ausgenommen) nie zu einen kollektiven Leben in Überfluss und Glückseligkeit führt. Links als in ich jung war. Interessant. Alle dagegen, blumige Reden. meine Ernüchterung kam allerdings früh. RAF war nicht mein Dig und der erste DDR-Besuch 1973 (Da hätte ich nicht tot überm Zaun hängen wollen. in so einem Land zu leben, wie in einem Knast. Horror. Genau wie jetzt auch.) haben links bei mir desillusioniert. Ich versehe ehrlich gesagt nicht, warum viele so extrem lange daran festhalten. Links sprach doch immer schon für sich.
@ Jürg Casanova Es freut mich, daß hier etliche meine kurz und bündige Definition des Sozialismus als Schmarotzerideal teilen, der “Arbeiter” gehört längst nicht mehr zur Klientel. Zweifelsfrei gehören aber überwältigende Teile der von Ihnen genannten Gruppen dazu, insbesondere die hochsubventionierten Maden des “Kulturbetriebs” (Deutsch mich nicht an!) und mediokren Schmierfinken der Afterjournaille, die SED ist längst wiedererstanden. Der tödliche Fehler des Bürgertums war es, die hochkriminelle Energie und absolute Skrupellosigkeit des neosozialistischen Packs zu ignorieren. Man hätte es wissen können: “Ein sozialistisches System erkennt man daran, daß es die Kriminellen verschont und den politischen Gegner kriminalisiert” (Solschenyzin), längst finden Treibjagden auf den politischen Gegner durch die Merkel-Junta statt und bald werden wir auch wieder wissen, was bei den Stalinschen “Säuberungen” so abging. Die Antifa-SA als Schlägertruppe der New world-Propagandisten von Gates bis Zuckerberg und Bezos- gestandene Altsozialisten drehen sich im Grabe um. Kann man sich nicht ausdenken…
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