
Wer einerseits nur Kapitalismus und auf der anderen Seite nur Sozialismus sieht wie der Autor, lebt in einer Schwarz-Weiß-Welt. Man kann durchaus für marktwirtschaftliche (nicht: kapitalistische!) Organisation in Teilen der Wirtschaft sein und gleichzeitig für staatlich betriebene - und somit demokratisch beeinflußbare - Daseinsvorsorge und Infrastruktur wie Strom, Wasser, Krankenhäuser, öffentlicher Verkehr - hervorragendes Beispiel für letzteres ist die staatliche Eisenbahngesellschaft der sonst sehr kapitalistischen Steueroase Schweiz, die ausgezeichnet funktioniert. Die Privatisierung der Eisenbahnen in England führte zu dem Dauerdesaster das seither dort vorherrscht und nebst maroder Infrastruktur auch Tote aufgrund mangelnder Wartung zur Folge hatte (die DB folgt demselben Weg). Auf der anderen Seite habe ich es persönlich erlebt, daß FDP-Politiker die Krankenkassen als “puren Sozialismus” beschimpften; ich halte sie - ebenso wie z.B. arbeitsrechtliche Vorschriften - für einen Fortschritt. - - Jan-Hendrik Schmidt hat recht, viele der genannten üblen Folgen sind Kapitalismus-Folgen - und auch nicht alle neu, gab es schon vor 150 Jahren- , die entmachtete und korrumpierte, den Parteien zur Beute gewordene Staaten nicht mehr in den Griff bekommen. Kurz: Wer alle Fragen durch den Markt gelöst sehen möchte, will von Menschen wie Bill Gates, oder George Soros regiert werden. - - Herr Giesemann: das wird so kommen, ein wenig anders aber, die Null Stundenwoche für die Araber, während die anderen die Arbeit tun (gugel “Jordanischer Abgeordneter: Araber seien nicht geschaffen worden, um wirkliche Arbeit zu verrichten”)
Echter Sozialismus verstaatlicht alle Privatwirtschaft. Echter Kapitalismus privatisiert den Staat und macht sich zum Staat im Staate. Das Ende beider Systeme ist gleich; sie leiden ob der Einseitigkeit an einem unkontrolliert wucherndem Schuldenberg, der plötzlich implodiert zum Schwarzen Loch. Die US-Administration war bis dato allergisch gegen Kommunismus. Wenn ein Land die Ölindustrie verstaatlicht hat, dann schickt die Administration die CIA, die für Unruhe sorgt, bis der Regime-Change da ist. Oder sie marschiert einfach ein. Der Grund ist, daß die eigene Ölindustrie die Rohstoffe für die Menschheit verfügbar machen möchte aus reinem Humanismus. Und ein bißchen wegen des Geldes. Der nächste Gau wird Draghis Börsenblase. Dann sind alle Krisen-Gewinner Verlierer, weil im steilen Abwärtstrend das wohlverdiente Geld wie Schnee in der Sonne schmilzt, bis alles alle ist.
Sehr geehrter Herr Schmidt, Sie irren in mehrfacher Hinsicht. Die Deindustrialisierung Deutschlands haben wir einer wahnsinnigen Bundeskanzlerin zu verdanken, die mit breiter Unterstützung der Medien grüne Politik betreibt, obwohl sie ein CDU-Parteibuch besitzt. Egal, ob Kernenergie, Gentechnik oder zur Zeit die Autoindustrie: die Politik zerstört ideologisch verblendet vorsätzlich vorhandenes Know-How, Produktionsstätten und Arbeitsplätze. Auch die Massenmigration haben wir einer kopflosen Politik zu verdanken, die nicht auf Qualifikation der Einwanderer achtet, sondern jedem, der das Wort „Asyl“ aussprechen kann, Zugang zum Land gewährt. Dass diese Einwanderer mehrheitlich in den Sozialsystemen oder prekären Jobs landet, ist die natürliche Folge der offenen Grenzen. Beides hat mit dem Kapitalismus nichts zu tun. Und dass sich Berufe verändern, ganze Berufszweige verschwinden oder abwandern, ist eine überaus positive Konsequenz einer Mischung aus Kapitalismus und technologischer Weiterentwicklung. Dafür gibt es in der Geschichte unzählige Beispiele: die Kutscher früherer Zeiten dürften über die Erfindung des Autos und dessen massenhafter Produktion nicht glücklich gewesen sein. Der Beruf ist nahezu ausgestorben. Aber wie viele Jobs hat das Aussterben des Transportmittels „Pferdekutsche“ gekostet und wie viele Jobs inklusive der Zuliefererindustrie, Tankstellen, Werkstätten, etc. hat uns das Automobil gebracht? Schonmal darüber nachgedacht? Andere Beispiele: der klassische Buchhalter, der reale Bücher führte, der durch Rechensoftware überflüssig wurde (dafür sind unzählige Berufe in der IT entstanden) oder der Schmied am Amboß, der durch die Stahlindustrie arbeitslos wurde (dem steht eine ganze Stahlindustrie gegenüber). Kapitalismus und Vertragsfreiheit sind die einzigen Wege zu mehr Wohlstand und einem besseren Leben für uns alle!
Verstehe nicht, wieso “die” es einfach nicht kapieren. Der Sozialismus läuft immer gleich und ist völlig einfach zu erklären: Die einen (wenig erfolgreich und dumm) wollen die Kohle von den anderen (erfolgreich und klug), weshalb dann nach Einführung des Sozialismus die Erfolgreichen und Klugen die Arbeit einstellen, denn sie sind ja nicht dumm. BOING!
“Novara-Media erreichen im Schnitt eine Drittelmillion Zuschauer” - hab ich was verpasst? Was ich sehen kann ist, dass die marxistischen Novara-Media-Videos meistens zwischen 30-40.000 Zuschauer haben, bei Spitzenwerten werder die 100.000 geknackt. Abgesehen davon liegen Novara-Media auch bei populären Themen wie dem derzeitigen Royals-Bashing wegen der pubertären Anschuldigungen der eingeheirateten Halb-Negerin-Halb-Europäerin ziemlich weit von jeder Spur, haben doch Meghan und ihr vermählter Simp derzeit ein absolutes Beliebtheitstief, während Novara-Media über das Ende der Monarchie phantasiert. Der Hauptgrund für den derzeitigen Fata-Morgana-Boom sozialistischer Ideen ist das Frauenwahlrecht, denn seitdem sich die “starken, unabhängigen Frauen” nicht mehr von den Männern retten und heiraten lassen wollen, sondern vom Staat, schlägt das halt auf die Wahldemographie durch.
@ Arjuna Shiva, Jan-Hendrik Schmidt. Der gewaltige Unterschied ist, dass der Kapitalismus funktioniert, wenn man ihn lässt. Es gibt gute theoretische Gründe (Informationsverarbeitung, Regelungstechnik) warum der Kapitalismus weit überlegen ist. Rein empirisch ist klar: Der technische Fortschritt und der Wohlstand, an dem wir uns noch(!) erfreuen, wurden durch den Kapitalismus hervorgebracht. Die 50 Versuche den Sozialismus zu realisieren, sind gescheitert. Ohne den internationalen Kapitalismus und den Welthandel würde die Eurozone keinen Monat überleben. ++ Was Sie beide als aktuelle Krise des Kapitalismus darstellen, ist eine Krise der bürokratischen Wohlfahrtstaaten, also des Soft-Sozialismus. Überdimensionierte, inhärent unproduktive Staatsapparate und die daran hängenden riesigen unproduktiven Sozialbereiche (insbesondere eine überalterte Bevölkerung) überfordern die schrumpfende produktive Basis der eigenen Gesellschaften - vor allen Dingen dann, wenn die Gesellschaft zunehmend technikfeindlich wird und sich deindustrialisiert. Bereits die Finanzkrise 2008 war eine Folge der laxen Geldpolitik der Notenbanken. Ab 2008 wird in immer größerem Stil durch die Notenbanken Geld “gedruckt” um die Wohlfahrtstaaten durch Umverteilung am Laufen zu halten. Die resultierende starke Konsumlastigkeit führt zur Investitionsschwäche (verrottende Infrastruktur) und Innovationsschwäche. Die aufsteigenden Schwellenländer (alle kapitalistisch organisiert) beweisen, dass der Kapitalismus immer noch funktioniert. Und der Abstieg der bürokratischen Wohlfahrtsstaaten zeigt, dass der Schumpeter’sche Mechanismus ebenfalls noch funktioniert. ++ Irgendwann in ferner Zukunft wird es vielleicht eine Art Mischsystem geben, aber das ist noch einige Schumpeter’sche Zyklen entfernt. Möglich ist allerdings auch ein weltweiter Stalinismus (wegen Überbevölkerung und schwindenden Ressourcen).
@ Herrn Sonnenschein “Ein Grossteil der Menschen ist bereit, Freiheiten gegen Versorgungsgarantien zu tauschen”. Wie wahr. Siehe Wahlergebnis 2017. Und ja, Frauen wählen besonders gerne links und haben noch nie Neigung verspürt, sich als Unternehmer zu profilieren und selbst zu versorgen. Blöd nur, daß jene vollmundig versprochenen “Garantien” für jeden erkennbar meist nur heiße Luft sind, wie Abermillionen Verhungerte in den sozialistischen Staaten erfahren mußten. Ich empfehle schon mal zur lockeren Einübung in das Paradies DDR 2.0, sich Gedanken über das Rentenniveau in sagen wir 10 Jahren zu machen. Und ja, es sieht schlecht aus mit der Flucht in den “Westen”, man wird vom Regen in die auch noch mit antiweißem Rassismus vergiftete Traufe geraten. Das große Idol unserer grünen Alt-Apparatschiks, Mao Tse Tung, hat es uns bereits 1967 gesagt: Politische Macht kommt aus den Gewehrläufen. Den Friedensaposteln jeder Couleur ins Gesangbuch geschrieben zur steten Mahnung und ewigem Bedenken.
@Richard Rosenhain: Wenn der Sozialismus in der Natur des Menschen läge, brauchte man dafür den “Neuen Menschen” nicht, den man letzten Endes in der DDR auch nicht fand. In der Natur des Menschen liegt vielmehr die materielle Interessiertheit, auch Gier genannt, und damit verbunden der Drang nach immer größerer Effizienz. Sonst würden wir heute noch als Jäger und Sammler durch die Gegend ziehen. Das hatte man zum Schluss sogar in der DDR erkannt, als man den sogenannten “ökonomischen Hebel” kreierte. Aber da war es schon zu spät. Nur der Wille, größtmöglichen Profit aus dem eigenen Engagement zu ziehen, hat überhaupt den Fortschritt ermöglicht. Im Sozialismus kann dieser Wille nicht befriedigt werden. Damit erlahmt jeder persönliche Ehrgeiz (die DDR hat sich trotzdem noch etwas besser über Wasser gehalten als andere Ostblockstaaten, weil der Deutsche bekanntlich eine Sache auch gern um ihrer selbst willen tut). Es gibt natürlich noch eine Möglichkeit, das ist die Sklaverei. Auf diese Weise hat z B. Stalin seine “Grossbauten des Sozialismus” errichtet. Aber so ein System ist nicht annähernd so effizient wie ein kapitalistisches System.
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