Vor 28 Jahren ist unser schöner Sozialismus I leider vorerst gescheitert. Die Druckmaschinen waren kaputt und wir hatten kein Westgeld für die Ersatzteile. An unserer Bereitschaft, das „Kapital" von Karl Murx immer und immer wieder zu drucken, lag es wirklich nicht. Diese blöden, real fehlenden Ersatzteile hatten uns flachgelegt. Doch wir haben aus unserer Niederlage gelernt. Es hatte doch eigentlich alles funktioniert, wie von unseren Klassikern genial erdacht: Die Armut hatten wir auf alle Bürger gleich verteilt, das an Zahl kleine Führungspersonal dabei wohlberechtigt ausgenommen. Im Schnitt waren alle gleich und auch wenn die Genossen weiter oben vielleicht etwas gleicher waren, bei Unbotmäßigkeiten hatte nahezu jeder die Chance, in den Knast zu kommen. Auch zuvor verdiente Kader.
Wir waren mit der Umsetzung unserer guten Idee nach innen und außen perfekt abschreckend. Sozialistenherz, was wollten wir mehr?! Niemand liebte uns, wir liebten alle. Niemand wollte hier leben, aber fast alle Insassen mussten bleiben.
Nur einen einzigen Fehler hatten wir gemacht: Hätten wir unsere DDR bereits nach zwanzig Jahren Vollverschleiß in die kapitalistische Sanierung gegeben, wir hätten sie schon nach zehn Jahren von diesen naiven Demokraten vollsaniert zurückbekommen. Nach wiederum zwanzig Jahren, oder vielleicht auch nur nach fünfzehn, hätten wir sie halt wieder für zehn Jahre in die Sanierung gegeben. Die Sieger der Geschichte wären immer wir geblieben.
Doch warum über vertane Chancen jammern, jetzt bietet sich doch wieder eine Gelegenheit, die historische Überlegenheit des Sozialismus unter Beweis zu stellen. Europas Demokraten wissen sich bei der Flüchtlingszuwanderung gerade nicht zu helfen. Dabei haben die doch uns - die vereinigten Sozialisten aller Länder ! Wir können Europa retten. Bauen wir einfach den Sozialismus wieder auf, dieses Mal in ganz Europa! Sofort! Der Sozialismus II rettet Europa!
Fragt endlich die Experten für Totalabschreckung
Wir wissen es doch leidvoll genau, dass damals kein vernünftiger Mensch schutzsuchend ins sozialistische Lager flüchten mochte (Ausnahmen mögen die Regel ja bestätigen. Meist dauerten solche Aufenthalte nicht zu lange). Das klappt auch heute wieder. Hier bin ich eins mit unseren Klassikern: In Verbindung mit der sofort einsetzenden Konsumgüterknappheit würden die Flüchtlinge augenblicklich auf ihren Hacken kehrt machen. Die Österreicher müssten ihre Busse plötzlich nicht mehr leer von der deutschen Grenze zurückfahren lassen.
Wir werden gar nicht so schnell gucken können, wie sich die Millionen Füße im Gehen umdrehen werden. Im Sozialismus I wollte kein Aas in den Osten, im Sozialismus II wird niemand nach Europa wollen. Gleich arm dran ebenfalls im Kontrast zu ihrer emir- und scheichmäßigen Herrschaft sind die Leute da unten ja jetzt schon. Außerdem: Aus dem Sozialismus kommt niemand mehr raus – im Unterschied zu Seehofer's Transitzonen. Deshalb, liebe Genossinnen und Genossen, liebe sozialistische FriedensfreundInnen: Für Frieden und Sozialismus II – Seid bereit! Schrecken wir die Flüchtlinge mit unseren Ideen ab.
Beitragsbild: Bundesarchiv CC BY-SA 3.0 de via Wikimedia Commons

Die Satire hierzu ist sehr unterhaltsam zu lesen. Mir fehlt nur zwischenzeitlich der Galgenhumor der erforderlich ist um das alles zu ertragen. Das Abwirtschaften dieses Landes, welches im Wesentlichen durch meine Großeltern und Eltern aufgebaut wurde, ist unerträglich. Diesen Schaden zu beheben wird nicht mehr möglich sein. Zumindest nicht unter Randbedingungen welche für den "Durchschnittsbürger" als akzeptabel angesehen werden. Das kann ja heiter werden !
Wir schaffen das (die Sache mit dem Sozialismus II, die andere Sache schafft D ab). Versuchen Sie eimal, eine Liste zu erstellen. In die linke Spalte kommen die ökonomischen Bereiche, in denen bei uns noch freie Marktwirtschaft herrscht, in die rechte Spalte diejenigen politischen Bereiche, in denen D noch ein funktionsfähiger demokratischer Rechtsstaat ist. Bei mir wird diese Liste jedes Jahr kürzer. Und Herr Weißgerber, Sie haben natürlich völlig Recht. Unser nächstes großes Planziel kann nur heißen: Verknappung der Konsumgüter (Autos sind in Arbeit). Handys und Handynetze z. B. , die man womöglich auch noch benutzen kann, sind doch wohl das "neue" Opium fürs Volk (Religion, genauer der Islam,sind ja nun erlaubt).
Wenn wir weiter Milliarden für illegale Eindringlinge ausgeben, weiter unser Sozialsystem überlasten, weiter die zahlenden Bürger ausbluten lassen zugunsten radikaler Minderheiten, dann werden die Menschen mehrheitlich schlechter dran sein als im Sozialismus 1!
Solange es ordentlich Sozialhilfe gibt,werden sie bleiben.Wir würden ja das letzte Hemd dafür hergeben, daß es ihnen an nichts mangelt!
Geniale Idee, klappt hundertprozentig. Den Sozialismus, in seinem Lauf, halten weder Öchsin noch Eselin auf.