Der mediale Umgang mit dem Mord in Southport zeigte: Die britische Polizei leidet unter einer zurückhaltenden Informationsstrategie und einer mangelhaften Kommunikation. In Deutschland gibt es ähnliche Problematiken.
Der Spiegel schrieb im Teaser seiner Onlineausgabe vom 01.08.2024: „Nach der tödlichen Attacke auf Kinder im britischen Southport muss sich der tatverdächtige Teenager wegen Mordes verantworten. Derweil randalieren Rechte nun auch in London, es gibt mehr als hundert Festnahmen.“
Hier wird ein Gewalttäter ausdrücklich als „Teenager“ beschrieben und damit augenscheinlich verharmlost nur, weil der Tatverdächtige noch minderjährig ist. Doch das ändert nichts an der Schwere des Verbrechens. Laut Polizeiangaben handelt es sich bei dem (bald) Angeklagten (steht kurz bevor) um den noch 17-jährigen Axel Rudakuban. Was der Spiegel in diesem Beitrag verschweigt: Bereits in der kommenden Woche tritt die Volljährigkeit des „Teenagers“ mit dem 18. Lebensjahr ein. Er wurde in Großbritannien geboren, seine Eltern sind Einwanderer aus Ruanda. Das sind die nachgereichten polizeilichen Informationen.
Auch die Zeitung „Die Welt“ berichtet ungenau: Sie schreibt, „es handele sich nicht um eine Terrortat“ – obwohl das Motiv noch unklar ist. Wenn das Motiv unbekannt ist, kann man doch nicht einfach ausschließen, dass es sich um einen Terrorakt handeln könnte.
Fragwürdige Informationsstrategie
Die britische Polizei hatte erst so gut wie gar nicht, später nur sehr zurückhaltend informiert. Das hat dazu geführt, dass Gerüchte die Lage unnötig angeheizt haben und eskalieren ließen. Die Informationsfreigabe der Polizei kam aus meiner Sicht viel zu spät. Und selbst dann war die Kommunikation in Teilen noch unklar – man stritt einen Terrorhintergrund explizit ab, obwohl das Motiv ungeklärt blieb. Solche Informationsdefizite nutzen immer die extremen Kräfte in jeder Gesellschaft. Hier wurde quasi eine Steilvorlage für Gerüchte geliefert. Zumal drei kleine Mädchen getötet, acht weitere Kinder sowie zwei Erwachsene teils schwer verletzt wurden.
Das lässt niemanden kalt. Auch das bürgerliche Lager kann sich darüber sehr empören. Dieses mögliche Informationsversagen mussten unter anderem die verletzten Polizisten und die dadurch zusätzlich beanspruchten Hinterbliebenen ausbaden. Eine offensivere und transparentere Kommunikationsstrategie hätte die Ausschreitungen womöglich vermindern können und Druck aus dem Kessel genommen. Wer zu spät oder unvollständig informiert, muss sich im Zeitalter der „sozialen Netzwerke“ nicht wundern, wenn andere extreme Personen und Organisationen diese Lücke füllen und das Geschehen anfeuern.
Das ist leider auch in Deutschland ein bekanntes Problem. Deshalb ist es richtig, dass die Polizei in einem Medien-Erlass in Nordrhein-Westfalen angewiesen wurde, ab Herbst die Herkunft von Tatverdächtigen zu nennen. Auch wenn das beispielsweise bei den Kollegen in Hamburg schon immer der Fall war.
Mangelhafte Kommunikation
Leider haben noch nicht alle in den deutschen Medien verstanden, dass es sich um eine notwendige Präventivmaßnahme handelt. Der WDR möchte dieser Strategie nicht folgen und verweist in diesem Zusammenhang auf den „Pressekodex“, (der für die Polizei nicht bindend ist). Dort ist festgehalten: „In der Berichterstattung über Straftaten ist darauf zu achten, dass die Erwähnung der Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu ethnischen, religiösen oder anderen Minderheiten nicht zu einer diskriminierenden Verallgemeinerung individuellen Fehlverhaltens führt. Die Zugehörigkeit soll in der Regel nicht erwähnt werden, es sei denn, es besteht ein begründetes öffentliches Interesse.“
Wie das britische Ereignis zeigt, kann punktgenau das Gegenteil der guten Absicht eintreten. Deshalb ist es wichtig, Gewaltkriminalität stärker, zeitnaher und konsequenter zu ahnden, als das in Deutschland erfolgt. In diesbezüglichen Versäumnissen, zum Beispiel viel zu wenig Personal in der Justiz, liegt gesellschaftlicher Sprengstoff, dem wir uns immer weniger verschließen können. Das hat nichts mit dem wohlfeil angepriesenen „subjektiven Sicherheitsgefühl“ zu tun, sondern ausschließlich mit der zunehmend veränderten Realität.
Das sollte allen nach den Ausschreitungen in Großbritannien klar geworden sein. Allerdings schränkt Ideologie das rationale Lösungsvermögen mitunter stark ein. Das trifft auch auf Zeitungsberichte zu, die bewusst oder unbewusst, ganz oder teilweise Nebelkerzen verbreiten. Böse Zungen können solche Berichte schnell als „Desinformation“ bezeichnen. Freilich, für wüste Randale und Angriffe auf andere Menschen gibt es keine Entschuldigung. Wer Straftaten bekämpfen will, darf nicht selbst zum Täter werden. Es mangelt den zuständigen Behörden in Southport an einer klaren und deeskalierenden Kommunikationsstrategie.
Steffen Meltzer ist Buchautor von „Ratgeber Gefahrenabwehr: So schützen Sie sich vor Kriminalität – Ein Polizeitrainer klärt auf.“ Zuletzt erschien von ihm „Die hysterische Republik“ von Steffen Meltzer (Hrsg.), 2021, Potsdam: Ehrenverlag. Hier bestellbar.

Als nur dementiert wurde, dass der mutmaßlich offensichtliche Verbrecher von Southport ein illegaler Immigrant namens Ali sei, sondern gesagt wurde, er sei in GB geboren und Sohn ruandischer Einwanderer, so bedeutete das noch nicht, dass er nicht etwa Mohammed hieße oder seine Eltern nicht illegale Einwanderer wären.
@Thomas Kurt: als Auslandsdeutscher könnte ich mir Zynismus leisten. Und Sie? Um Konrad Adenauer zu zitieren: dann kämpft mal schön!
„Die britische Polizei hatte erst so gut wie gar nicht, später nur sehr zurückhaltend informiert“ . Eine reißerische Kommunikation hätte die Ausschreitungen ganz sicher verhindert !
@Klara Altmann: ich sehe nicht einfachen Rassismus gegen Weiße, sonst würden diese Leute auch sich selbst angreifen, morgens, wenn sie sich im Spiegel sehen, wenigstens den Spiegel zerschlagen. Sondern ich ziehe es vor, es spezifisch als wokistischen oder links-wokistischen Rassismus gegen alle nicht-wokistischen Weißen zu bezeichnen. Zudem wendet es sich tendenziell auch gegen alle nicht-wokistischen Nicht-Weißen, etwa gegen explizite Ex-Muslime. Derzeit gelingt es noch, in dem wegen seiner Verbrechen noch schwankenden Deutschland, vermutlich nicht mehr etwa in Belgien, die wokistischen Rassisten auch als Judenhasser und damit als neue Nazis bloßzustellen.
Die „Deutsche Polizei“ leidet unter gar nichts sondern ist fest in SPD/GdP-Hand.
Also lauter Jawohl-Sager im Führungssegment und der DDR VP ebenbürtig.
Sollte es einmal ( hoffentlich nicht ) Kinder der „ Anderen “ treffen, ist die Ka**e am dampfen ! Dann geht es richtig Rund und die Polizei wird absolut machtlos sein !
„Diese Verachtung wird lange anhalten.“ Den Rest des Lebens…