Ich habe fast Mitleid mit den Linken. Denn jetzt müssen sie so tun, als würden sie sich um das Leben der Iraner sorgen, obwohl sie das Massaker an Tausenden von Iranern durch das wahnsinnige islamische Regime erst letzten Monat ignoriert haben. Sie müssen sich in den sozialen Medien zu Wort melden und „Oh nein, Iraner könnten sterben!“ schreien, obwohl sie nichts gesagt haben, als Tausende von Iranern durch die Hand der theokratischen Tyrannen starben, die über sie herrschen. Durch die aktuellen Ereignisse werden sie gezwungen, ihre eigene heuchlerische Doppelzüngigkeit zur Schau zu stellen und der Welt die Scheinheiligkeit und völlige Unmenschlichkeit zu offenbaren, die heutzutage allzu oft als „Antiimperialismus“ durchgeht.
Es ist so weit. Kaum hatten die USA und Israel Luftangriffe gegen Ziele des iranischen Regimes gestartet, kochte die Anti-Kriegs-Linke im Internet bereits vor Wut. Sie wettern gegen diese „Schurkenstaaten“, die nicht nur dem Iran, sondern „der ganzen Welt“ den Krieg erklärt hätten. Es sei ein „illegaler Angriffskrieg“, sagen sie, „eine imperialistische Aggression der USA“. Frühe Berichte über eine geringe Zahl ziviler Opfer veranlassten sie dazu, von „Mord“ zu sprechen. Wenn unschuldige Iraner auf tragische Weise durch den Krieg ums Leben kommen, ist es also Mord, aber wenn sie absichtlich von islamistischen Monstern abgeschlachtet werden, die sie dafür verachten, dass sie Freiheit wollen, ist es keine große Sache?
„Hände weg vom Iran!“ lautet die Parole. Ich sage es ganz offen: Wenn Sie während der Revolution der letzten zwei Monate nicht „Hände weg von den iranischen Dissidenten“ gerufen haben, dann will ich von Ihnen kein Wort über die Luftschläge gegen das Regime hören. Wenn Sie nicht „Hände weg von den Freiheitskämpfern“, „Hände weg von Frauenhaaren“ oder „Hände weg von ihren Kehlen“ gerufen haben, als unzählige Iraner vom Regime und seinen religiösen Handlangern aus dem Irak und dem Libanon massakriert wurden, dann ersparen Sie uns bitte Ihre moralisches Posieren. Denn Sie haben bereits deutlich gemacht, dass Ihnen das Leben und die Freiheit der Iraner völlig bedeutungslos sind.
Mehr Empörung über Luftschläge als über Massenmord
Wo blieben Ihre „Eilkundgebungen“ aus Solidarität mit den Millionen von Arbeitern und Studenten, die einen äußerst mutigen Aufstand gegen die Islamische Republik gestartet haben? Ich habe an zwei großen pro-iranischen Versammlungen in London teilgenommen, und dabei ist mir aufgefallen, dass die Kufiya-Klasse durch ihre Abwesenheit aufgefallen ist. Keiner dieser bürgerlichen Angeber, die sich durch wöchentliche Demonstrationen „für Gaza” die Schuhsohlen abgetragen haben, konnte sich dazu durchringen, auch nur ein einziges Wort „für den Iran” zu sagen. Wenn Sie sich über die gemeldeten Todesfälle einiger Schläger des Regimes mehr aufregen als über die nachgewiesenen Todesfälle tausender gewöhnlicher Iraner, dann sympathisieren Sie nicht mit dem Iran, sondern mit der rücksichtslosen Theokratie, die diese einst so große Nation seit fast 50 Jahren unterjocht.
Wie lassen sich moralische Universen erklären, in denen Luftschläge gegen eine Regierung mehr Empörung hervorrufen als deren Massenmord an den eigenen Bürgern? Das ist leider das, was aus dem „Antiimperialismus“ geworden ist. Es gab Zeiten, in denen diese alte, edle Sache der Verteidigung der Unabhängigkeit von Nationalstaaten diente, die sich im Fadenkreuz der Großmächte befanden. In den letzten Jahren ist jedoch eine zynische, blinde Abneigung gegen Amerika daraus geworden. Heute ist er nur noch anti-westlich. Er wird weniger von der Liebe zu Souveränitätsrechten angetrieben als von einer Art kultischer Selbstgeißelung, bei der die modische Misstrauenshaltung gegenüber allem Westlichen fälschlicherweise als „Antikriegsaktivismus“ verkleidet wird.
Die Vorstellung, dass der Westen immer im Unrecht ist und seine Feinde daher Mitgefühl verdienen, ist weniger das Erbe der großen Friedensbewegungen von einst, sondern vielmehr ein Auswuchs der zivilisationsfeindlichen Tendenzen, die in der universitären Welt und im gesamten kulturellen Establishment vorherrschen. Wir befinden uns in einer abscheulichen Situation, in der die moralischen Wächter der neuen Linken schweigen, wenn eine Volksrevolte brutal niedergeschlagen wird, aber aufbegehren, wenn die Verantwortlichen eine Rakete durch ihr Schlafzimmerfenster bekommen. Denn nach den kindischen Geboten des Anti-Westlertums ist Amerika die Quelle aller irdischen Probleme. Verursacht Amerika also einen Todesfall im Iran, ist das der Dritte Weltkrieg, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Wenn das Regime jedoch unendlich mehr Todesfälle im Iran verursacht, zuckt man mit den Schultern.
Islamische Republik ist Imperialismus in Aktion
Dieses Beharren darauf, den Westen für alles Schlechte verantwortlich zu machen, hat etwas von seltsam umgekehrtem Rassismus. Es infantilisiert die Regime dieser Welt und behandelt ihre Verbrechen fast wie Fälle verminderter Schuldfähigkeit, anstatt sie als echte Angriffe auf den menschlichen Geist zu betrachten. Um Imperialismus in Aktion zu erleben, braucht man nur auf die Islamische Republik zu schauen. Sie setzt grausame Stellvertreter ein, um ihre theokratische Herrschaft durchzusetzen – vom Libanon über Gaza bis zum Jemen. Am 7. Oktober 2023 gab sie grünes Licht für die islamfaschistische Invasion Israels – als Warnung sowohl an den jüdischen Staat als auch an die Saudis, die ihre Beziehungen zu Israel wiederhergestellt hatten. Sie ruft ihre brutalen Stellvertreter von Zeit zu Zeit zurück, um sie gegen das iranische Volk selbst einzusetzen – ein klassisches Verhalten von Kolonialherren. Wenn Sie Antiimperialist sind, sollte sich jede moralische Faser in Ihnen gegen die Islamische Republik sträuben.
„Antikriegs“-Linke nahmen die Hamas in Schutz. Sie vergossen mehr Tränen über die explodierenden Hoden der Hisbollah-Kämpfer als über die von diesen getöteten drusischen Kinder. Sie skandierten Parolen für die antisemitischen Brutalos der iranischen Privatarmee im Jemen, die Huthis.
Es muss eine ernsthafte Diskussion darüber geführt werden, ob das, was derzeit geschieht, wirklich klug ist. Viele von uns stehen einer Intervention von außen weiterhin skeptisch gegenüber, da wir glauben, dass sie eher zu einer Verschärfung der regionalen und globalen Spannungen führen wird als zur Befreiung der unterdrückten Bevölkerung. Aber wir haben das Recht, uns zu fragen, ob diejenigen, die „Hände weg vom Iran“ rufen, nicht in Wahrheit meinen: „Hände weg von diesem Regime, das unschuldige Männer und Frauen abschlachtet, weil es wenigstens so antiamerikanisch ist wie wir.“
Dieser Text erschien zuerst auf Englisch in Spiked und in deutscher Übersetzung von Sabine Beppler-Spahl auf Novo-Argumente.
Es ist nicht mehr lange hin bis zum nächsten Eurovision Song Contest. Schon jetzt lässt sich prognostizieren: Es wird wieder Forderungen von Linken geben, Israel auszuschließen, und der israelische Sänger wird während seines Auftritts wahrscheinlich ausgepfiffen werden. Es ist paradox: Die Linke solidarisiert sich bei einem Songwettbewerb mit denjenigen, die auf einem Musikfestival ein Massaker angerichtet haben, und möchte gleichzeitig das Opfer dieses Massakers vom ESC ausschließen. Man verurteilt das Opfer dafür, dass es sich wehrt und sicherstellen will, dass sich so etwas nie wiederholt.
Während Israelis auf Festivals wie dem Supernova oder beim ESC gemeinsam mit anderen feiern wollen, würde die Hamas – wenn sie könnte, wie sie wollte – aus jedem ESC ein zweites Supernova 2023 oder München 1972 machen. Zuschauer im Saal mit Pride-Flaggen, die gerade noch Israel ausgepfiffen haben, wären dabei mit die ersten Ziele. Diese Absurdität könnte sich Monty Python nicht besser ausdenken.
Nun wurde die iranische Führung durch Luftschläge Israels und der USA getroffen. Wohlgemerkt die Führung eines Regimes, das den Terror der Hamas finanziert und auch im eigenen Land über Leichen geht, um die Opposition zu vernichten. Und während die Linke das Attentat auf Charlie Kirk mit Ignoranz bis hin zu Jubel auf X und TikTok bedacht hat, fällt ihnen bei Chamenei und Co. plötzlich wieder das Völkerrecht und der Wunsch nach Verhandlungen ein. Wer den friedlichen Austausch von Argumenten im Westen verachtet, sollte ihn nicht plötzlich als Schutzschild für ein Terror-Regime einfordern, vor allem, wenn dieses Terror-Regime dieses Recht der eigenen Bevölkerung nie zugestanden hat.
Linkenbashing ist beim Thema Iran komplett falsch. Es gibt keine Antikriegsdemos. Und die sonderlichen antiamerikanischen Kommentare im Netz kommen hier auch von rechts. Von dem völkerrechtlichen Quark abgesehen, ist die taz beste Informationsquelle, weil diese traditionell direkte Kontakte in den Iran unterhält. Das war auch vor und während der Massaker so.
Das sind mir viel zu vollmundige Töne. Wer sich rühmt, Präzisionswaffen zu haben und einen Enthauptungsschlag auf das Terrorregime geführt zu haben, sollte dann nicht feige winseln, wenn am Ende mehrere dutzend Grundschülerinnen tot sind. Solche Fehler sind unverzeihlich. Sie dann aber auch noch zu bestreiten, ist unter jeder Kultur. Und sich dann auch noch hinzustellen, es würde an unvoreingenommenen UNO-Sachverständigen fehlen, und solange geprüfte Informationen fahlen, könne man nicht sagen, wohin man mit den Präzisionswaffen gezielt hat, ist das Letzte. Wahrscheinlich war es wieder Putin. Der ist es immer, wegen dem zuckenden Fuß. Daran sieht man es ja.
Die Linke, besonders unsere schreiende Heidi sind ungebildete Schreihälse ohne Ahnung von der Geopolitik der Weltmächte. Natürlich friedliebende, aufgeklärte Iraner feiern die Befreiung vom Terror Regime im Iran, aber wir haben dank unkontrollierter Masseneinwanderung ebenfalls auch iranische Terroristen in D. die in einer Berliner Mosche, Gabriel setzte sich ja für einen iranischen fanatischen Lehrstuhl in D. ein, dadurch könnte es auch in D. krachen. Berlin schießt wieder den Vogel ab, selbst die CDU, wo sie einen antiislamischen Feiertag einfordert und alle Bürger unter Generalverdacht stellt zwischen gemäßigten und radikalen Islamisten nicht unterscheiden zu können. Was ist mit der Christen und Judenverfolgung die wir importiert haben? Am15. März demonstrieren wenigsten ein paar Frauen in Berlin dagegen, sie haben die schnauze voll von den Vergewaltigern von Frauen und Kindern und der importierten Gewalt.
Die Luftschläge sind Massenmord. Was die 1000ende angeblich vom Regime Abgeschlachteten betrifft, wären Belege nicht schlecht. Ich kann mich noch gut an die angeblich 60.000 von Schah und Savak grausamst Ermordeten erinnern, die dann über die Jahre zu 3000 wurden, die meisten davon in Kampfhandlungen.
Verunmenschlichung des Gegners ist so alt wie der Krieg.
Natürlich sorgen die sich nicht um die Iraner, natürlich haben die nichts gegen Krieg oder Gewalt. Es kommt darauf an, wer es tut. Jetzt wird dafür deutlich und klar, auf wessen Seite die stehen, wenn Krieg herrscht oder Gewalt angewendet wird.
@Robert Schleif: das Schweigen gewisser Linksgrünextremer zu den Massakern des iranischen Regimes – selbst wenn sie diese nicht begrüßt hätten, wozu sie dann aber besser genau dies hätten sagen sollen – war so unüberhörbar, dass es spätestens jetzt, wo sie den Mund wieder aufreißen, nicht mehr verschwiegen werden kann und offen auf sie zurückfällt. „Die Ermordung (ja, “Mord„!) von Führungspersönlichkeiten eines souveränen Landes“ betrifft iranspezifisch mordende Führungspersonen eines das Völkerrecht verachtenden Regimes und ist deshalb nicht Mord, sondern Tötung als Nothilfe. Hitler als Führungspersönlichkeit eines souveränen Landes hat das immerhin selbst erledigt.