Da fällt mir doch ein Stein vom Herzen: „Berlin-Besucher werden künftig fürs Müllsammeln belohnt“ vermeldete dieser Tage die Welt. Und die Berliner Zeitung weiß: „Ein neues Projekt nach dänischem Vorbild soll umweltbewusstes Verhalten an Berliner Gewässern belohnen. Touristen können sich so Rabatte oder Erlebnisse verdienen“. Das scheint mir nicht zu viel versprochen, denn nirgendwo lässt sich der Berliner Stoffwechsel authentischer erleben als beim Einsammeln von Papierwindeln am Landwehrkanal.
Ich weiß, wovon ich rede, schließlich befindet sich meine Wohnstatt zwar nicht in Berlin, aber samt Vorgarten in einer 1A-Entsorgungslage mitten in Augsburg an einer Kreuzung von viel benutztem Fußweg, Straßenbahn, Taxistand, Kiosk und Döner-Kebab. Wobei das mit den Windeln seltener geworden ist, die Kleine oder der Kleine, scheint aus dem Gröbsten heraus zu sein oder Mama ist nach Berlin gezogen. Und so fliegt nur noch ab und zu ein Jägermeister „Mini Meister Shot to Go“ über die Sichtschutz-Mauer und haarscharf an meinem Ohr vorbei. Das ist eine klassische asymmetrische Kriegführung, weil ich ja nicht einfach zurückwerfen kann, denn die Gegenseite sucht Schutz unter der flanierenden Zivilbevölkerung.
Die Berliner Aktion nennt sich „BerlinPay“ und wird von „visitBerlin“ propagiert. Das ist die zentrale Tourismus-, Marketing- und Management-Organisation der Stadt Berlin. Sie ist dafür verantwortlich, „Berlin weltweit als Reise- und Kongressdestination zu vermarkten und den Tourismus nachhaltig zu entwickeln“. Sie tut dies „als GmbH strukturiert“ und im Rahmen eines „Public-Private-Partnership“ wofür gleich zwei Geschäftsführer notwendig sind. Die Unternehmenszahlen zeigen eine hohe „Home-Office-Quote“.
Für 2024 wurde der Finanzbedarf in einer Tabelle der Senatsverwaltung mit einer Summe von über 32 Millionen Euro aufgeführt, wobei fast alles durch öffentliche Zuschüsse gedeckt wird. Davon könnte man immerhin eintausend gut bezahlte hauptamtliche Müllwerker (32.000 Euro Jahresgehalt) engagieren, allerdings nicht im Home-Office, was der Berliner Grundphilosophie widerspricht. Insgesamt liegen die Kosten für illegal entsorgten Müll in Berlin mit 10 Millionen Euro pro Jahr übrigens deutlich unter dem finanziellen Aufwand für legalen Müll, den Berliner Public-Private-Partnerships übers Jahr so absondern.
„Den Tourismus langfristig verändern“
Aber warum Müll entfernen, wenn man ihn pädagogisch nutzen kann? In Berlin sollen „Besucher Teil der Lösung werden“, nicht „nur konsumieren“. Wo kommen wir auch hin, wenn Touristen als Profiteure einer funktionierenden Stadtreinigung die Füße hochlegen? Sie sollen stattdessen als engagierte Streiter für das Gemeinwohl „sichtbar werden“, schließlich ist die Stadt die Weltmetropole der Volkserzieher.
An Experimenten dieser Art mangelt es ja nicht, ich erinnere mich an das „japanische Modell“, infolge dessen beispielsweise München die öffentlichen Müllkörbe ausdünnte. Der Gedanke dahinter: Wenn die Japaner den Müll mit nach Hause nehmen, sollten die Lederhosen dazu wohl auch in der Lage sein. Die Bazis entsorgten ihren Müll aber daraufhin in den Fahrradkörben der Schwabinger Schickeria, was diese nachhaltig aus der Spur beförderte. Man nennt das auch Umverteilungs-Politik. Berlin schuf stattdessen die Abfallbehälter in S- und U-Bahnen ab und verfügt jetzt über die mobilste und am engsten getaktete Müllwagenflotte mit dem ersten rollenden Kompostierungsversuch der Welt. Der Müll liegt nicht mehr auf der Straße, sondern pendelt mit der S7 zwischen Potsdam und Friedrichstraße.
„Berlin wagt einen innovativen Schritt, der den Tourismus langfristig verändern könnte, jubelt es über die neueste Berliner Entsorgungs-Initiative, die am 13. Mai gemeinsam mit der „Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Franziska Giffey“ der staunenden Menschheit vorgestellt werden soll. Wobei die Sache meiner Meinung nach nicht ganz zu Ende gedacht wurde. Vom olfaktorischen Exklusiv-Erlebnis einmal abgesehen, erscheinen mir die Prämien für das „gemeinsam Verantwortung übernehmen“ doch ein wenig bescheiden. Da ist von „Vorteilen“ etwa in Restaurants die Rede (Rabattmärkchen für Mc-Donalds sind genau das Richtige für Müllsammler ehrenhalber), verbilligten Museumstickets und dergleichen. Na prima, du fischst eine halbvolle Windel aus dem Landwehrkanal und bekommst dafür zehn Prozent auf einen Flat White im Prenzlauer Berg, der ohnehin 9,80 Euro kostet. Nachhaltigkeit muss sich schließlich lohnen. Fehlt nur noch eine kostenlose Corona-Impfung.
Sich touristisch aufhaltende Fachkräfte mit Durchsetzungsvermögen
Ich schreite deshalb jetzt mal zur Gegenrechnung. Laut Bußgeldkatalog kostet ein weggeworfenes Papiertaschentuch in Berlin zwischen 30 und 100 Euro, Hundekot 35 bis 250, ein Kaugummi 35 bis 150, eine Zigarettenkippe 55 bis 250. Kurzum: Klassisches „Littering“ wird über den Daumen gepeilt zwischen 50 und 500 Euro geahndet. Theoretisch. Wiederholungstäter zahlen mehr. Ebenfalls theoretisch. Praktisch wird kaum jemand erwischt. Dennoch habe ich zunächst einmal eine grundsätzliche Frage: Wieso bezahlt derjenige, der eine Kippe wegwirft, 250 Euro an die Stadt Berlin und der, der sie wieder aufhebt, kriegt nur einen Rabatt fürs Currywurst-Museum? Hier werden vom Magistrat der Stadt klassische Übergewinne aggregiert.
Im Sinne des positiven Sichtbar-Werdens von Tourist*innen schlage ich hiermit deshalb folgende Innovationen vor: Sich in Berlin touristisch aufhaltende Fachkräfte mit Durchsetzungsvermögen werden sich ab sofort an der Reinhaltung des öffentlichen Raumes sichtbar beteiligen dürfen. Rugby-Mannschaften aus Irland, Bodybuilder aus dem Kosovo und Kegelclubs aus Afghanistan können unbürokratisch an der Durchsetzung der Berliner Littering-Bestimmungen mitwirken. Mit „Sofortkasse“ wie mittlerweile vielerorts bei Radarkontrollen üblich. Dafür dürfen sie 50 Prozent des Bußgeldes als Grundeinkommen behalten und 50 Prozent als Erfolgsprämie, macht pro Kippe im Schnitt 125 Euro, da wird selbst der Drogendealer im Görlitzer Park neidisch.
Ich bin sicher, dass Berlin in Nullkommanix so sauber sein wird wie der Blechnapf meines Riesenschnauzers nach einer Schweinshaxe. Das Modell „BerlinPay“ könnte sodann auf die öffentlichen Verkehrsmittel inklusive der Deutschen Bahn ausgedehnt werden. Die weiterentwickelte Methode für „Bahnpay“ ist von bestechender Einfachheit und Effizienz und sensibilisiert den Besucher aufkommensneutral für das deutsche Meldewesen: Wer einen Schwarzfahrer überführt, darf dafür umsonst fahren.

„Nach Berlin nur auf Ketten!“
Zitat des ehem. Achgutautors
A. Bechlenberg
@Ilona Grimm: Herzlichen Dank für den Tip bezüglich der YT-Videos von „Ali Tabrizi“! Es ist erhellend, dass weltweit noch Menschen aktiv sind, die mit dem Scheinwerfer auf verrückte Vorgänge leuchten, erst recht, wenn sie von links-woken Regierungen/Medien ausgeblendet werden und somit für die Mehrheit „nicht existieren“. Südafrika ist ein spannendes Beispiel. Die Filme zu Grossbritannien und die dort dokumentierten Vorgänge sind noch erschreckender. Scheinbar sind die dort sogar Deutschland ein paar Schritte voraus und setzen voll auf Islam, an Schulen, an Gerichten, Jugendorganisationen, während sämtliche, europäischen Wurzeln ausgemerzt werden. Die Indigenen verzichten noch stärker auf Nachwuchs, um zu arbeiten und den Muslimen die Familiengründung und die Besiedlung Grossbritanniens zu finanzieren. Das Ganze so völlig surreal und wahnsinnig, gegen jede Vernunft und gegen jedes Wissen. Die Europäer wollen aussterben, weil sie an Stelle von wichtigen Werten das „nichts“ gesetzt haben. An ihre Stelle setzen sie die schlimmste, freiheits- und minderheitenfeindliche Unterdrückungs-Ideologie, die man derzeit auf dem Planeten finden kann. Man sollt Europa bombardieren und nicht den Iran. Das Ganze ist längst nicht mehr lustig.
Wieder ein wahres Lesevergnügen, danke! Besonders eindrücklich die Gegenüberstellung der Millionenzahlungen für eine komplett überflüssige „Agentur“ wie visitBerlin.
Der Vorschlag für eine muskulöse und tätowierte Sharia-Müllpolizei ist sicherlich zukunftsweisend, wenn man sich die Ticketkontrolleure in manchen Großstädten ansieht. Ob man die Geister, die man rief, aber unter Kontrolle behalten kann?
Reisen wirklich noch Menschen freiwillig in dieses linksrot versiffte Ghetto?
Der Berliner Schlendrian, es gibt ihn noch trotz der drastisch gestiegenen Lebenshaltungskosten. Während Corona fand die Stadt zu eigenen Lösungen, wie der Schlauchbootparty am Urbanhafen. Wenn ich mich nicht sehr täusche, wird in Deutschland bald der Spannungsfall ausgerufen. Man darf sich schon auf Berliner Sonderwege freuen, nicht nur beim Müll. Ganz sicherlich aber werden sich die meisten schön umgucken.
Tja nu, ich würde mich hüten in Berlin (oder sonstwo) den schlimmsten Müll zu sammeln und zu separieren. Die volle Härte der Staatsgewalt würde mich treffen.
Wann verstehen Bürger das sie für die Politik und Politiker egal ob links-rechts nichts anderes als Abfall sind und sich der Bürger um seinen Abfall selbst kümmern soll?
Sollen auch die Utensilien der Obdachlosen in Berlin eingesammelt werden? Niemand soll hungern ohne zu frieren.
S.Wagenknecht „Während die Bürger an der Tankstelle verzweifeln und mit läppischen 17 Cent abgespeist werden, wollten sich Merz und seine Minister ein gigantisches Gehaltsplus genehmigen. Unfassbare 65.000 Euro mehr pro Jahr für den Kanzler und 52.000 Euro für die Minister waren in einem Gesetzentwurf des Innenministeriums vorgesehen.“
M. Lanz ZDF „Selenskyj soll die Sprengung unserer Energieinfrastruktur persönlich genehmigt haben.“ Und der den Ukro nationalistischen Verbrecherbande überweist Deutschland zig Milliarden Euro als Dank dafür.
P.S. „Ein ukrainischer Dolmetscher nennt Selenskyjs Pressekonferenz in den Niederlanden “den reinsten Horror„ und sagt, so etwas habe er noch nie erlebt. Im Hintergrund seufzt eine Frau: “Oh, Jesus Christus!„
Kurz darauf lässt Selenskyjs Präsidialamt das Video von YouTube entfernen“ Es gibt Kopien.