Leere Flure im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und Nukleare Sicherheit. Unbesetzte Schreibtische beim Umweltbundesamt. Anrufbeantworter bei der Letzten Generation und dem WWF. Freie Parkplätze vor der Allianz-Umweltstiftung und Robin Wood. Ja wo sind die denn alle? Ist mal wieder Ferienzeit und ich habe es nicht mitgekriegt?
Stimmt nicht ganz, aber fast. Ist COP-time! COP steht für „Conferenz of the Parties“, sprich die sogenannte UN-Klimakonferenz. Kyoto, Buenos Aires, Rio, Bali, Marrakesch, Nairobi, Cancún, Paris, Baku, Sharm El Sheikh! Kein Weg ist zu weit, für die Weltrettungs-Mission, kein Flug zu teuer. Das erfolgreichste Instrument gegen den globalen CO2-Ausstoß ist ohne Zweifel das Miles & More-Konto.
Und zum 30. Jubiläum geht’s an die Mündung des Rio Guamá in den Rio Pará an der Bucht von Marajó. And the Winner for 2025 is: Belém, Brasil! Perle der portugiesischen Kolonialzeit, einstmals steinreiches Zentrum für Kautschuk, Kakao, Gewürze und Tropenprodukte. Irgendwie muss ich an Fitzcarraldo denken. Besonders an die Szene, wie Klaus Kinski auf dem Deck seines Dampfers „Molli Aida“ – benannt nach einer erfolgreichen Bordell-Besitzerin –, durch die Stromschnellen treibt und auf dem Grammophon die Oper Lucia di Lammermoor von Gaetano Donizetti erklingt: „Wer vermag den Zorn zu hemmen“.
Auf Deck 18 direkt am Schornstein (85.000 PS)
Im Hafen von Belem liegen aus Anlass der Konferenz-Sause erneut große Dampfer, darunter die Kreuzfahrtschiffe Costa Diadema und MSC Seaview. Zwar vermeldet das Umwelt-Bundesamt: „Flugzeuge und Kreuzfahrtschiffe sind sehr klimaschädliche Verkehrsmittel“, aber wenn’s ums Ganze beziehungsweise um die eigene Koje geht, muss man schon mal über den Schiffsdiesel springen. Die Costa Diadema der „Dream-Klasse“ kann bis zu 4.947 Klimakreuzfahrer beherbergen, die MCS Seaview 5.300. Mehrere Außen- und Innenpools versöhnen die Passagiere mit dem entbehrlichen Konferenzgeschehen. Ein „Waterfront Boardwalk“ und ein Aqua-Park mit vier Wasserrutschen liegen auf Deck 18 direkt am Auspuff, pardon Schornstein (85.000 PS). Hier befindet sich auch eine 120 Meter lange Seilrutsche, die am Heck des Schiffes endet. Sie gilt als längste Seilrutsche auf See und gehört offenbar zu den „modernen Technologien zur Reduzierung der Umweltbelastung“.
Belém verfügt normalerweise über etwa 14.000 Hotelzimmer, die geschätzt 45.000 Konferenz-Teilnehmer könnten also wie auf einem U-Boot nur in 8 Stunden-Schichten untergebracht werden, weshalb unter anderem zahlreiche „Love Hotels“, die – so die örtliche Sprachregelung – „traditionell auf Kurzaufenthalte ausgerichtet sind“ von ihren Besitzern in den Dienst des 1,5-Grad-Ziels gestellt wurden. Das spricht für den enormen Anteil dieser Etablissements am Unterbringungsgewerbe in Belém. Es wird berichtet, dass die Stundenhotels „mit stark erotischem Zuschnitt“ – für COP30 stubenrein gemacht wurden. Sex-Möbel und erotische Dekoration mussten bedauerlicherweise weichen, jetzt bleibt nur zu hoffen, dass keiner der Teilnehmer sich im Zimmer irrt, aus Versehen im Whirlpool landet und womöglich gar nicht mehr nachhause zurück will.
Die Anfechtungen und Versuchungen für religiöse Klimaseelen sind zahlreich, zumal der Teufel praktisch an jeder Ecke eine Filiale hat, die in Brasilien unter dem eingetragenen Markenzeichen „Churrasceria“ firmieren. Die brasilianische Küche besteht nämlich wenig sensibel aus den drei Zutaten Fleisch, Fleisch und Fleisch, das provokativ für vegane Seelen auf dem offenen Kohlefeuer gegrillt wird. Die Abfolge eines ordentlichen COP30-Menüs lautet: Wurst aus Schweinefleisch, Herz vom Huhn, Hähnchenkeule, Picanha (Schwanzstück mit Fettschicht), Rinderlende – und lässt selbst schwere Jungs nach kurzer Zeit im wohligen Mittagsschlaf wegdämmern.
Schwere Jungs auf Klima-Mission
Zu dieser Gruppierung zählt auch Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula, der nach seiner ersten Amtszeit zu acht Jahren Haft verurteilt und wegen Korruption hinter schwedische Gardinen geraten war. Er verließ seine Zelle im Polizeigefängnis von Curitiba nach 580 Tagen vorzeitig wieder. Lula wird vorgeworfen, eine Luxuswohnung als Gegenleistung für lukrative Aufträge des Staatskonzerns Petrobras an das Bauunternehmen OAS erhalten zu haben. Die 220 Quadratmeter Herberge lag am Strand „Praia da Ensenada“ im schönen Küstenort Guarujá, was auf eine gewisse Gleichmut gegenüber Veränderungen des Meeresspiegels hindeutet.
Vor der COP30-Konferenz prangerte Ocean-Front-Inácio allerdings „extremistische Kräfte“ und „Falschmeldungen“ hinsichtlich des Klimawandels an, die sich „Vorteile bei Wahlen" verschaffen wollten. Nachdem er selbst wieder Freigang hat, kam Lula nun zu dem sachdienlichen Schluss „künftige Generationen“ würden im Klimagefängnis „eingesperrt“, wofür er gleichsam als Treuhänder gewisse Kompensationen einzufordern gedenke. Leider spielte zu seiner Rede keine Oper, angeboten hätte sich I puritani von Vincenzo Bellini aus der Schlussszene von Fitzcerraldo: „A te, o cara“ – „An dich, oh Teure“ .
Jedenfalls erfolgte ein durch und durch altruistischer Vorschlag, die internationale Gemeinschaft möge als Gegenleistung für das Nicht-Abholzen des Tropenwaldes dezent 25 Milliarden Dollar Schutzgeld auf ein Konto der Lula-Regierung in einen „Tropenfonds“ überweisen. 100 Milliarden Dollar sollten dann private Investoren wie Blackrock beisteuern. Das Geld würde unter anderem in brasilianischen Staatsanleihen angelegt, die derzeit 12,5 Prozent Zinsen abwerfen. Sollte die Kohle weg sein, wovon angesichts der Kredithistorie von Lula und Konsorten auszugehen ist, sichern dann die Geberländer den Zahlungsausfall. Gehts noch? Es geht noch: Friedrich Merz will beim Tropenfonds (TFFF) unbedingt dabei sein. Die Logik ist bestechend: Blackrock & Co erhalten auf ihre Milliarden 12,5 Prozent Zinsen ohne Risiko, worauf die Welttemperatur sinkt und das Klima final gerettet ist. Und ich bin der Kaiser von China.
Um der Welt diesen Stuss zu verkaufen, versammeln sich also rund 25.000 Regierungsbedienstete und 11.500 Vertreter von sogenannten Nicht-Regierungsorganisationen, deren Agenda und Finanzierung im Dunklen liegt wie der unterste Schacht der Zeche Zollverein in Essen. Hinzu kommen rund 4.000 Medien-Illusionisten, die uns am kommenden Freitag von einer dramatischen Nachtsitzung berichten werden, in der die Welt mit den Unterschriften unter der Abschluss-Erklärung gerade noch einmal gerettet wurde, gleichsam mit der letzten Tinte. Im Vergleich zu dieser Veranstaltung ist ein Freudenhaus ein Gottesdienst.

Wenn man die die enormen Geldmengen, die so eine Veranstaltung verschlingt, sowie auch die Daueralimentierung sämtlicher involvierter NGOs nebst der fortwährenden Entlohnung der zuständigen Regierungsbeamten, direkt in die Forschung und Entwicklung nebst Ausbau der regenerativen Energien stecken würden, wäre die Energiewende längst geschafft. Aber vermutlich ist der Weg hier das Ziel. Wohl nicht bei allen, aber bei vielen. Man kann mit dem Bau eines „Hauses“ eine Menge Geld verdienen. Und je länger das dauert, desto mehr Geld kommt rein. Da sollten vielleicht andere Anreize gesetzt und die Strecke zwischen Konsument und Produzent verkürzt werden. Sonst fließt zu viel Geld in falsche Kanäle, wo sie dem eigentlichen Zweck des ganzen nicht dienlich sind. Aber das Problem hat es nicht nur bei der Energiewende, sondern mittlerweile fast überall. Die, die wirklich aktiv sich tagtäglich vor Ort den Hintern abarbeiten und laufend produzieren, verdienen immer weniger. Und die, die das alles nur politisch-medial vermarkten und verwalten, werden immer mehr. Wie gesagt: Das ist kein alleiniges Problem der Energiebranche, sondern nahezu überall in der gesamten Gesellschaft sichtbar. Und woran liegt das? Daran, dass es als clever gilt, mit möglichst wenig Arbeit möglichst viel Geld zu verdienen, anstatt den Job kompromisslos zu Ende zu bringen. Es wird allgemein zu wenig auf das Produkt und viel zu viel auf den Ertrag geschaut. Was dann zur merkwürdigen Entwicklungen führt, dass die Umsetzung von größeren Projekten immer länger dauert bis oftmals sogar scheitert. Man denke dabei z.B. auch an den Skandal um den BER in Berlin. Selbe Nummer.
Was mich am Klimawandel sehr stört, dass alle einer Meinung sind und Zweifel daran als unseriös, dumm, unmoralisch und weltfremd gelten. Als wäre es so klar, wie 1 und 1 zwei ist und als sei Wissenschaft, wie in dem Fall die Klimaforschung, unfehlbar. Wie oft hat man sich bei der Wettervorhersage schon vertan und da geht es nur um die Prognose von Tagen, wie oft ist schon der Wald gestorben und er steht immer noch, weil er sich immer selbst regeniert und es genug regnet, so viel, wie es ihm gut tut und wie oft ist das Wetter so, wie es aufgrund des Klimawandels und seiner Erderwärmung eigentlich nicht sein dürfte. Nichts ist unfehlbar, schon gar nicht dauerhaft, wenn es Menschen tun.
Fritzcarraldo muss wohl auf den steigenden Meeresspiegel warten, um die havarierte MS TakaTuka über den Berg zu bringen.
„Das wird hier nicht anders sein, weswegen Computertreffen nicht denselben Reiz haben.“ Da sind Sie aber sehr schlecht informiert… Die WoW waren schon immer sehr „reizvoll“ ;-)
Können die keine Zoom – Konferenz machen?
Jetzt haue ich mal einen für den Klimaschutz raus: Erst die „Machtergreifung der Ingenieurswissenschaft“ kann das Klima retten (tut sie zwar nicht, aber dieser Slogan kehrt das Monopol über dieses Thema aus) , erst wenn der letzte psychotische Schwätzer dem Entwickler Platz gemacht hat, wird das Bessere für einen praktischen Umweltschutz sorgen können. Warum immer gegen diesen Irrsinn, er enthält ein Argument ihn Abzuschaffen: „Alles für die Expertise“…. „keine Macht der Usurpation durch Laienpolitik“. Warum soll man keinen aggressiven konservativ – wissenschaftlichen Umwelt – und Klimaschutz postulieren: Man nimmt dieser Psychotikerfarm das Thema weg, macht wirklich Dinge besser und überzeugt durch Logik, Spekulation und Anwendung. Warum nehmen die Handwerker diesen Spinnern das gute Thema nicht weg ? Der bessere Diesel ist der bessere E- Antrieb. BESSERE AMPELREGELUNGEN und Verkehrserfassungen sind ein Beitrag an die Verbrauchsbilanz. Alles wird optimiert, aber nicht von irgendwelchen parasitären Weihnachtsbaumkerzen, sondern von gut ausgebildeten und konservativ – produktiv denkenden Menschen. Niemand ist grüner als ein konservativer Ingenieur. Effizienz ist Umweltschutz, Umweltschutz aber keine Effizienz. Ich habe nichts gegen Klima – und Umweltschutz, nur etwas dagegen, wenn das für gewisse Heuschrecken in der Politklapse ein Freibrief ist, sich ihre verkorkste Dekadenz durchfüttern zu lassen. Diese Fickurlaube mit Bedeutungsschweif.
Und schlussendlich noch einmal ziemlich OT (hier gibts keine Fussball-Ecke, eigene Schuld der Redaktion). ;-))
D.-schland besiegt das übermächtige Luxemburg heroisch mit 2 : 0
(welcher Schwarze der beste Schwarz-Rot-Goldner – wenn man das noch sagen darf) war, weiss ich nicht. Gewiss von Fall zu Fall wertvolle Menschen, aber die Tah, Sanè, N`mecha sind mir kulturell eher fremd. Immerhin spielte der Erdowahn-Verehrer Oztük, oder Ozmir nicht mehr mit.
Jämmerlichst dagegen das freiheitlich eingestellte Helvetien (CH).
Gegen die Schwächlinge aus Schweden nur 4 : 1, noch schlimmer PT (herrliche Überwinterungs-Nation). Gegen das erste christliche Land der Welt, die von den Türken fast ausgerotteten Armenier, ohne Ronaldo, ein mässiges 9 : 1.
ICH KANN NICHT SOVIEL FRXXXEN WIE ICH KOXXEN MAG:
Das übermächtige Luxenburg, oder Luxenbourg / Letzeburg, wurde gedemütigt. Kommt davon,