Kaum zieht irgendwo eine Krise auf, werden sie noch schneller wach als ein Bahn-Pendler, der das Wort „Schienenersatzverkehr“ hört. Die Straße der Hoffnung ist für die gegenwärtige Bundesregierung die von Hormus.
Das gesamte energiepolitische und wirtschaftliche Versagen ihrer Vorgänger und ihrer selbst lässt sich nun auf den mangelnden Öl- und Gasnachschub aus Nahost schieben, also auf Donald Trump, auf den ganz Deutschland sich als Bösewicht einigen kann. Und weil das Feindbild so schön stimmig ist, lässt sich der Katalog der ideologischen Folterinstrumente – von Fahrverbot über Flugverbot bis Denkverbot – alternativlos durchsetzen. Ein Geschenk des Himmels, als wären gerade Weihnachten, Ostern und Klimagipfel gleichzeitig.
Und so stehen gerade die üblichen Verdächtigen Schlange – mit frisch polierten Verbotsschildern und einem Funkeln in den Augen – wie die „Influencerin“ Melanie Löwenherz, wenn sie Männer öffentlich ihres Gemächtes berauben will. Diesmal soll es nicht bei einem kleinen, vorübergehenden Eingriff bleiben. Nein: Jetzt geht es ans Eingemachte. Dauerhaft. Nachhaltig. Für immer. Das alte Wohlstandsversprechen wird ersetzt: durch das neue Armutsversprechen. Der geplagte Bürger kennt das Drehbuch seit langem. Es beginnt immer mit: „Niemand hat die Absicht.“
Walter Ulbricht sagte am 15. Juni 1961 auf Nachfrage in einer Pressekonferenz: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“. Am 13. August 1961 begann der Mauerbau.
Am 14. März 2020 ließ Jens Spahn durch das Bundesgesundheitsministerium auf Twitter wissen: „Es wird behauptet und rasch verbreitet, das Bundesministerium für Gesundheit / die Bundesregierung würde bald massive weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens ankündigen. Das stimmt NICHT! Bitte helfen Sie mit, ihre Verbreitung zu stoppen." Zwei Tage später wurde der erste Lockdown beschlossen.
Am 27. März 2026 sagte der Verbraucherschutzbeauftragte der Unions-Bundestagsfraktion, Sebastian Steineke ( CDU): Für die Union „stellt sich die Frage nach autofreien Tagen oder Tempolimits nicht“. Das ist der Moment, in dem erfahrene Bürger anfangen, vorsorglich das Fahrrad zu ölen.
Nicht die Farbe, sondern die Begründung wechselt ständig
Winston Churchill, eine Mischung aus Zigarrenfabrik, Whisky-Destillerie und Sprachgenie, sagte einmal „Never let a good crisis go to waste“, – „eine gute Krise darf man nicht ungenutzt verstreichen lassen“. Churchill konnte gleichzeitig Krieg führen, Reden halten, literarische Preise gewinnen – und dabei aussehen, als hätte er gerade ein sehr gutes Mittagessen hinter sich. Friedrich Merz sieht aus, als ob er ständig Hunger hat, aber auch er versucht eine große Erzählung. Dabei ist er so wandlungsfähig wie ein Chamäleon, nur dass er nicht die Farbe, sondern die Begründung ständig wechselt.
Schuld an der deutschen Wirtschafts- und Selbstfindungs-Malaise sind aktuell die äußeren Umstände. Irgendwo zwischen Hormus, Washington und Weltlage wird gerade der energiepolitische Totalschaden verbuddelt, den Politiker dem Land angetan haben. Vorteil: Man muss eigene Fehler nicht erklären – man kann sie einfach bei jemandem anderen im Vorgarten deponieren. Und während alle Donald den Bösewicht digital steinigen und Haltet den Dieb! rufen, wächst im Hintergrund ein kleines, unscheinbares Regelwerk heran: Fahrverbot hier, Flugverzicht dort, Denkverbot optional.
Wie bestellt kommt da der Zehnpunkte-Plan von der Internationalen Energieagentur (IEA). „Wobei die Vorschläge einem durch die Corona-Jahre unheimlich bekannt vorkommen“, wie Martina Binnig gerade auf Achgut.com schrieb. Die IEA empfiehlt unter anderem langsamer fahren, weniger fahren, am besten gar nicht fahren. Das ist insofern genial, als Deutschland dieses Ziel bereits weitgehend erreicht hat. 2025 standen Autofahrer rechnerisch 54,5 Jahre im Stau. Die Staustunden auf deutschen Autobahnen erhöhten sich 2025 auf 478.000 – die Staulänge betrug mit 866.000 Kilometern mehr als 21 Runden um den Globus. Theoretisch besteht auf 73 Prozent der deutschen Autobahnen kein Tempolimit, praktisch sorgen bereits 28.000 marode Brücken und mehrere hunderttausend Schlaglöcher für ein flächendeckendes Tempolimit, die IEA hat es nur noch nicht gemerkt.
Genau wie übrigens die „Wirtschaftsweise“ Veronika Grimm, die ein „kluges Signal“ zu erkennen glaubt. Aber Hauptsache, die Moral stimmt: „Viele Länder des globalen Südens haben schon einschneidende Maßnahmen umgesetzt wie Homeoffice-Pflicht und Einschränkung der Fahrzeugnutzung. Je mehr wir verbrauchen, desto schlimmer trifft es letztlich diese Länder.“ Das ist die geistige Entsprechung von Eckart von Hirschhausen in der Corona-Zeit: „Wer sich nicht impfen lässt, ist ein asozialer Trittbrettfahrer". Die Worte „solidarisch“ und „unkompliziert“ haben unter grünen Geistern gerade wieder Hochkonjunktur.
An dieser Stelle vielleicht noch etwas Zahlenwerk als Wasser in den Messwein der Klimakirche. Solidarisch und unkompliziert ließe sich beispielsweise hier sparen: 1,5 Millionen Kilometer des Fahrdiensts des Deutschen Bundestages (davon ca. 500.000 Kilometer sogenannte Leerfahrten, besonders diese hier). 15 Millionen Kilometer an Flugreisen der Abgeordneten des Bundestages (davon alleine 2025 etwa 800 sogenannte Leerflüge).
Eine Ausgangssperre ist keine Ausgangssperre
Auch die anderen Vorschläge sind so alt wie der Club of Rome, der 1973 die „Grenzen des Wachstums“ ausrief und grandios irrte. Viele Rohstoffe und fossile Energien müssten demnach längst aufgebraucht sein. Sie sind aber noch reichlich vorhanden, sonst würde es ja nix bringen, deren Lieferkette vor Hormus zu versenken. Ergänzend zu diesem kriegerischen Akt hat die Bundesregierung die Atomkraftwerke gesprengt und die modernsten Kohlekraftwerke verschrottet. Und der Rest ist vom Wetter abhängig, dessen Launen auch nicht berechenbarer sind als die Ayatollahs, Donald Trump oder Wladimir Putin. Verarschen können wir uns in Deutschland selbst, da sind wir sogar Weltmeister drin. Und deshalb heißt es jetzt wieder: Mehr Homeoffice, weniger Reisen, weniger Bewegung, weniger überhaupt. Im Grunde ein Lebensmodell, das man früher als „Krankmeldung“ kannte.
Man könnte fast meinen, die Menschen hätten die Spar-Ideen der IEA nicht längst selbst umgesetzt – wenn 2,40 Euro pro Liter auf der Preistafel aufblinken (davon zwei Drittel staatliche Steuern und Abgaben), braucht es keine Kampagne mit bunten Grafiken mehr, um „effizienter zu fahren“. Was der Bürger nicht mehr bezahlen kann, muss der Staat nicht verbieten, der Bürger verbietet es sich selbst. Das erledigt der Blick aufs Konto ganz eigenständig.
Autofreie Tage sind für den Normalverdiener längst gelebte Realität, das Fahrrad sowieso, Busse und Bahnen auch, vorausgesetzt sie fahren. Wer zuhause sitzt, spart nicht nur Sprit, sondern entdeckt laut gängiger Frohmutsphrasen („Ihr werdet nicht besitzen, aber glücklich sein“) neue Freiheiten: zum Beispiel die Freiheit, nicht mehr wegzufahren oder zu fliegen. Das nennt man dann nachhaltige Mobilität.
Wenn ein Mobilitäts-Lockdown kommt, wird er übrigens keiner sein. Wer etwas anderes behauptet, will lediglich unsere Staatsorgane delegitimieren. Wir erinnern uns: Eine Ausgangssperre ist keine Ausgangssperre, solange man noch raus darf – nur eben nicht dahin, wo man hin will. Der DLF klärte uns 2020 auf: „Während der Coronakrise werden in den Medien viele Begriffe für die Einschränkungen im öffentlichen Leben verwendet. Besonders oft ist dabei die Rede vom Shut- oder vom Lockdown. Dabei sind diese Bezeichnungen für die Situation in Deutschland unpassend.“ Eine Ausgangssperre heiße, so erklärte uns das öffentlich-rechtliche Organ, dass niemand das Haus verlassen und öffentliche Straßen und Plätze betreten dürfe – und falls doch, dafür eine Ausnahmegenehmigung brauche. Aber: „Selbst im Saarland, wo ein paar der Regeln gerichtlich gekippt wurden, durfte man immer noch begründet auf die Straße.“ Und ein Fahrverbot ist kein Fahrverbot, solange man noch einen Kinderwagen schieben kann. Das stärkt außerdem das Recht, zu Fuss zu gehen.
Gewöhnt euch schon mal dran
Nun könnte man sagen: Warum die Aufregung? Das hatten wir doch schon einmal, bei der letzten Ölkrise 1973. Dabei war früher selbst in Krisenzeiten noch etwas anderes üblich: ein Versprechen. Während der Ölkrise 1973 gab es autofreie Sonntage. Aber es gab auch die klare Ansage: Das geht wieder vorbei. Heute ist das anders. Die Botschaft lautet: Gewöhnt euch schon mal dran.
Geradezu beängstigend hat das im Corona-Jahr 2020 ARD-Tagesthemen-Kommentator Rainald Becker formuliert: „Der Status quo ante – also zurück – ist vielen Wirrköpfen … gerade ein Herzensanliegen. All diesen Spinnern und Corona-Kritikern sei gesagt: Es wird keine Rückkehr zur Normalität mehr geben“. Nach der Corona-Krise müssten „Lebensstile, Konsumverhalten und Wirtschaft grundlegend“ verändert werden: „Diese weltweite Pandemie muss zu etwas Neuem führen. Zu mehr Wertschätzung für unser Gesundheitswesen, zu mehr Nachhaltigkeit und da auch zu einem sorgsameren Umgang mit der Natur und mit uns Menschen.“
Man muss sowas erfahrungsgemäß ernst nehmen. Denn hier wird nicht mehr Wohlstand in Aussicht gestellt, sondern seine Abschaffung als moralischer Fortschritt verkauft. Es geht seit Jahren mit wechselnden Begründungen darum, die Menschen auf einen Horizont niedriger Erwartungen einzustimmen. Wohlstand ist kein Ziel mehr – sondern ein Problem, das bewältigt werden muss. Wir befinden uns auf der Zielgeraden.
Die dahinterstehende Idee ist simpel: Man nehme weniger Ressourcen, verteile sie gleichmäßiger – und alles wird gut. Das Problem ist nur: So hat es noch nie funktioniert. Die Menschheit hat ihre Krisen nie durch Verzicht gelöst, sondern durch Fortschritt. Durch Erfindungen. Durch neue Ideen. Oder anders gesagt: nicht durch weniger, sondern durch mehr. Der wichtigste Rohstoff war dabei nie Öl, Gas oder Kohle. Sondern etwas deutlich Selteneres: Der funktionierende menschliche Verstand. Aber der wird ja auch abgeschafft.

Die Stunde der Umweltbewussten und Klimaapologeten ist da. Juchu. Endlich. E-Autos sind so sauber. Leise Panzer mit meist unfähigen Fahrern, die denken, die Straßen gehören ihnen allein. Wenn sie wenigstens wüssten, welche Masse ihr SUV hat, wäre ein großer Schritt getan.
Politiker können froh sein das 80 Prozent der Menschen das Gedächtnis einer Fruchtfliege haben.
Wenn man eine Leiche ist, verbraucht man keinen Sprit, atmet kein CO2 und kein Methan aus, bildet keine Staus und spart wertvolle Ressourcen der Erde.
Bitte SOFORT auf mindestens 6 Euro den Liter Sprit gehen – damit diese Dacias, Zitrons, Renaults, Prolos; Haytolas usw usf endlich von der Strasse verschwinden !
„Und ein Fahrverbot ist kein Fahrverbot, solange ..“ – Und während das Schlafschaf zu hause aufs Sofa verbannt wird, um Ressourcen, Sprit und alles mögliche sonst zu sparen, wird ein Mehrfaches des so Eingesparten für die aktuellen Kriege verballert, auch noch von dem „Sofaverbannten2 mit seinen Stuern bezahlt. Und um ihm ein wenig Freude zuz bereiten, darf er in der Glotze den auch nicht gerade energiebefreiten Mondumrundungsflug von “Artemis 2„ beklatschen, natürlich alkohol- und tabakbefreit beim Genuß eines Gläschen “Kraneburgers„ und den vielleicht kommend Mehrwertsteuer befreiten “Gesunden Lebensmitteln„, den Karnickeln Möhrchen und Salat wegknabbern.
„Kaum zieht irgendwo eine Krise auf, werden sie noch schneller wach als ein Bahn-Pendler, “ -- Solange Schland noch Diesel in das eine oder andere Nachbarland exportieren kann, kann es mit „Krise“ nicht so dramatisch sein. Und irgendwo stand zu lesen, daß Öltanker vor Belgien und den Niederlanden auf Reede liegen, aus welchen Gründen auch immer nicht zum Entladen in die Häfen kommen. Aber alles sicher nur böse Verschwörungstheorie. Und wie kompetent auch jetzt wieder das politische Führungspersonal agiert, zeigt die Idee des täglichen einmaligen „SpritpreisHoppings“.
Jeden Morgen das gleiche Szenario in millionen deutscher Badezimmern: Spieglein, Spieglein an der Wand. Wer ist der schönste und schlauste Wähler in diesem Land?„ Und der Spiegel antwortet: mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit du nicht!