Deutschlands Wirtschaft könnte ohne Energiewendewahn bis zu einer halben Billion jährlich mehr produzieren an nützlichen Anlagen, Infrastruktur, Bildungsleistungen, Konsumgütern und so weiter. Hier Fallbeispiele.
Mit all dem, was im ersten Teil dieser Analyse vorgeführt worden ist, von inzwischen acht Jahren der Rezession „für das Klima“ bis zu fundamentalen Fehlberechnungen (und Falschbehauptungen), ist die „Energiewende“ längst argumentativ erledigt, und zwar mit mehrfachem Overkill. Aber in einer weiter ausfassenden makro-ökonomischen Betrachtung wird es noch viel schlimmer. Töter als tot.
Dazu lassen wir erneut alle widrigen physikalisch-technischen Zusammenhänge großzügig außer Acht, bleiben eng bei den realen ökonomischen Kosten und kehren zurück zum fehlenden Wirtschafts-Wachstum in Deutschland: Ohne die Selbstverstümmelung durch Klimaneutralitäts-Wahn wäre Energie in Deutschland billiger und zuverlässiger. Produktionsanlagen bräuchten nicht zu befürchten, zukünftig alle naselang stillgelegt zu werden, weil gerade Strommangellagen herrschen und die Energiewender das System von der Angebotsseite steuern wollen, anstatt sich an der Nachfrage zu orientieren. Der Schwanz wedelt mit dem Hund.
Wie stark könnte die Wirtschaft wachsen ohne Energiewende-Zwangsregime? Wir hatten gesehen, dass das Wachstum vor 2017 noch irgendwo zwischen etwa eineinhalb und zwei Prozent lag – das war noch der Schwung von Gerhard Schröders Politik. Amerika nähert sich gerade einem Wachstum von beinahe vier Prozent.
Aber sagen wir sehr, sehr zurückhaltend, die Energiewende bedeute nur einen Unterschied von einem halben Prozent Wachstum jährlich. Hätten wir das erzielt seit 2017, stünden wir fast vier Prozent besser da. In absoluten Zahlen: Deutschland würde jährlich etwa 170 Milliarden Euro mehr erwirtschaften (BIP 2024: 4,3 Billionen).
Aber warum sollte Deutschland ohne die Fesseln und Hürden des Klimawahns nicht zumindest 1,5 Prozent schaffen, immer noch weniger, als was zwischen 2005 und 2017 trotz weltweiter Finanzkrise möglich war? Das, mal acht Jahre, würde sich schon auf 12 Prozent plus addieren – Deutschlands Wirtschaft würde damit, Stand heute, eine halbe Billion jährlich mehr produzieren an nützlichen Anlagen, Infrastruktur, Bildungsleistungen, Konsumgütern und so weiter.
Was für eine gewaltige Differenz zwischen der tatsächlichen schmerzhaften Stagnation und dem, was ohne Belastung durch die Energiewende plausibel möglich gewesen wäre. Weil die Wirtschaft sich auf echte Produktivitätssteigerungen und nützliche Innovationen konzentriert hätte, anstatt das Gleiche wie vorher nur umständlicher und zu hohen Extrakosten zu produzieren, „wegen Klima“, oder die Produktion sogar einzustellen, weil es sich im internationalen Wettbewerb einfach nicht mehr lohnt.
Preis der De-Industrialisierung
Dies sind echte Kosten, auch aus streng ökonomischer Sicht – nämlich sogenannte „Opportunitätskosten“. Ein Unternehmer, dessen Laden gut läuft, kann Millionengewinne herausnehmen und sich eine schicke Yacht auf dem Mittelmeer zulegen. Oder er kann investieren, etwa in neue Produktlinien oder besseres Marketing, und in Zukunft noch höhere Gewinne erzielen. Sich zum Privatvergnügen die Yacht zu kaufen, kostet den Unternehmer nicht nur den Preis für das Schiff, sondern er verzichtet automatisch auf die alternativ möglichen Einkünfte in den Folgejahren – das sind die Opportunitätskosten der Yacht-Entscheidung.
Laut Umweltbundesamt ist der CO2-Ausstoß Deutschlands von 2017 bis 2024 von 785 auf 572 Millionen Tonnen CO2 zurückgegangen (hier ohne weitere „Treibhausgase“ und „Äquivalente“). Nur mal grob gerechnet: Wir haben per Energiewende (und alles, was dazu gehört, insbesondere zunehmende De-Industrialisierung) jährlich gut 200 Millionen Tonnen CO2 vermieden, aber wir bezahlen dafür mit einer vielleicht um 500 Milliarden Euro verminderten Wirtschaftsleistung. Das bedeutet allein aus diesen „Opportunitätskosten“ heraus, dass zusätzliche Vermeidungskosten je Tonne CO2 in Höhe von rund 2.500 Euro angefallen sind.
Selbst wenn es – bei zurückhaltenderen Annahmen – „nur“ 2.000 oder 1.500 Euro je Tonne CO2 sind, ergibt das atemberaubende Werte. Wohlgemerkt, das ist zusätzlich zu den unmittelbar spürbaren betrieblichen Kosten für den „Umbau“ der Energieversorgung und auf der Anwendungsseite, die ohnehin (jeweils!) schon mindestens bei hunderten Euro je Tonne liegen, wie am Beispiel E-Mobile im ersten Teil vorgeführt.
Noch einmal: Es wird von hier aus nicht billiger, „weil die Energiewende jetzt so viel Schwung hat“, sondern es wird immer schwieriger und teurer. Bisher sind wir zum Teil deswegen noch gerade so über die Runden gekommen, weil wir energetisch auf Kosten des Auslands gewirtschaftet haben. Da sind allerdings inzwischen Grenzen nicht nur des Anstands erreicht, sondern auch des technisch überhaupt möglichen. Atomstrom aus Frankreich zu beziehen, ist keine große Leistung, auch wenn wir dafür natürlich bezahlen müssen. Massenhaft neue Gaskraftwerke selbst aus dem Boden zu stampfen, mit gigantischen Kapitalkosten, das ist viel anspruchsvoller. (Wenn es denn überhaupt faktisch möglich wäre, wogegen massive Bedenken bestehen.)
3.000 Euro je Tonne CO2?
Vor diesem Hintergrund ist es noch absolut konservativ, für weitere „Fortschritte“ bei der CO2-Vermeidung mit einem Komplettpreis je Tonne von 3.000 Euro zu rechnen – einschließlich des Preises, den wir durch Abwürgen der Wirtschaft zahlen, also mutwillig verhindertes Brutto-Inlands-Produkt. Das, mal rund 600 Millionen Tonnen CO2 (und Äquivalente), würde einen jährlichen Aufwand für die Kanzler-befohlene „Klimaneutralität“ von alptraumhaften fast 2 Billionen Euro bedeuten, oder beinahe die Hälfte unseres heutigen BIP.
Einfach mal sacken lassen und Luft holen: eine knappe Hälfte der gesamten deutschen Wirtschaftsleistung für eine ideologische Fiktion, freundlich formuliert – nicht um etwas auf die Beine zu stellen, was wir als nutzbares Produkt oder Dienstleistung sonst nicht haben könnten, sondern um theoretisch den gleichen Nutzen zu erzielen, nur eben ohne CO2. Für „das gute Gefühl, dass der Weltuntergang zwar trotzdem stattfindet, aber ohne dass Deutschland daran schuld ist“.
Dumm ist nur: Den gleichen Nutzen wie vorher werden wir gar nicht mehr auf die Beine stellen können, wie eigentlich leicht zu erkennen ist, wenn man auf hoher Abstraktionsebene versucht, sich den weiteren Fortgang auszumalen. Der größenwahnsinnige Umbau ist keine bloße Organisationsfrage, oder ein bürokratisches Unterfangen, das lässt sich auch nicht ordnungspolitisch befehlen, sondern man braucht ganz physisch zum Anfassen neue Technik, Maschinen, Anlagen, Gebäude … alles Dinge, die industrielle Produktion und massenhaftes quasi-handwerkliches Arbeiten erfordern.
Selbst wenn „nur“ jährliche Sachinvestitionen von etwa einer Billion Euro vorgenommen werden sollten (ohne die außerdem in Kauf zu nehmenden Opportunitätskosten gerechnet – mit durchschnittlichen Vermeidungskosten von höchstens 1.500 Euro je Tonne, was wir heute schon in vielen Fällen erreichen), würde das leicht erkennbar den Rahmen sprengen. Produzierendes und Baugewerbe zusammen liegen überhaupt nur bei knapp drei Zehnteln der gesamten deutschen Wirtschaftsleistung – noch, wie man leider sagen muss. Das ist nicht sehr viel mehr als eine gute Billion.
Das heißt, und hier wird es endgültig pathologisch irre, die komplette heutige Industrie und sämtliches Handwerk in Deutschland müssten so gut wie sämtliche Kapazitäten in „Klimaschutz-Projekte“ stecken, und noch dazu müsste es nach Einzelsektoren, Anforderungsprofilen und so weiter wie durch Zufall perfekt passen: Genau die jeweils passende Anzahl von Elektrikern, Monteuren, Ingenieuren nach Fachrichtungen, Hoch- und Tiefbauarbeitern.
Maßlosigkeit zerstört das Land
Das Problem ist nicht, dass Industrie, Infrastruktur, Gebäudebestand und vieles mehr fortlaufend modernisiert und auf neuere Technik umgestellt werden. Das ist völlig normal und gehört dazu. Das ist genau, was die westlichen Industrienationen wohlhabend gemacht hat: Fortschritt durch Technik. Aber die „Energiewende“ ist nicht das, nur mehr davon. Mit ihr und „Klimaneutralität“ soll alles auf den Kopf gestellt werden, in kürzester Frist, mit unausgereiften „Lösungen“, die keine sind und jede Menge neuer Probleme erzeugen (auch im Blick auf Naturschutz, Gesundheit, Soziales). Selbst bei wohlwollendster Betrachtung ist das „Zuviel des Guten“, und zwar um Größenordnungen. Es kommt, wie bei jeder Medizin, auf die Dosis an. Man kann Systeme so überfordern, dass man sie nicht mehr optimiert, sondern zerstört.
Die grüne Vorstellung, man könne für das Klima gar nicht genug tun und je mehr, desto besser, ist wie eine Onkologie, in der man den Patienten zehnmal so stark bestrahlt und mit Chemo vollstopft. Und das gilt schon unter der irrigen Annahme, „Klimaschutz“ sei im Grundsatz nützlich und notwendig. CO2 ist aber kein Krebs, niemand stirbt daran, sondern die Menschen sterben an Armut, in Folge mangelnder Energie und mangelnden materiellen Wohlstands. Ein Sturm an der Küste ist kein Problem, wenn man in einem Betonhaus statt in einer Wellblechhütte wohnt.
Selbst wenn man die CO2-Vermeidung für erstrebenswert hält, müssen die Anstrengungen hierzu in einer vernünftigen Relation zum Gesamtsystem stehen. Wenn alle Industrie überhaupt nur noch „Energiewende“-Umbauten betreibt, bleibt ja nichts mehr übrig für das, was die Industrie eigentlich zu tun hat, nämlich für Kunden unmittelbar nützliche Produkte zu generieren. Das ist wie eine Bürokratie, in der es nur noch eine Personalabteilung gibt, die sich aufwändig selbst verwaltet – und keine Abteilungen mehr, die die „eigentlichen Sachaufgaben“ erledigen.
Selbst die theoretische Alternative, dass wir uns fleißige Ausländer einkaufen, die das alles umsetzen, kann nicht funktionieren, denn erstens sollten wir doch annehmen, dass das Ausland unserem „Vorbild“ endlich folgt und sich um sich selbst kümmert; zum anderen könnten wir diese Art des Imports gar nicht bezahlen, denn wir haben ja nichts mehr zu exportieren, wenn wir unsere Industrie weiter abwürgen oder hypothetisch davon abhalten, außerhalb von Klimaprojekten überhaupt noch etwas anderes zu produzieren. Es gibt keinen Ausweg. Es gibt kein Szenario, wie sich „Klimaneutralität“ praktisch umsetzen ließe.
Alles hängt an der Industrie
Selbst unabhängig von solchen Umsetzungs-Überlegungen, die nur in Sackgassen führen, ist das eingangs in groben Zahlen skizzierte Szenario (und die tatsächliche Sachlage seit 8 Jahren!), wonach sich Deutschland wegen CO2 mit dauerhafter Stagnation abfindet, von vornherein noch zu optimistisch. Wenn es denn so wäre, dass wir „nur“ auf zusätzliche Wirtschaftskraft verzichten, auf mehr Lebensqualität und Sicherheit für alle – das wäre an sich schon verhängnisvoll und unverantwortlich, oder man könnte auch sagen: menschenverachtend, gegenüber dem Volk.
Wir würden aber zudem von dort aus immer weiter zurückfallen, was die Attraktivität im internationalen Vergleich angeht, immer mehr qualifizierte Menschen würden auswandern. Stillstand ist nicht Stillstand, sondern schon gefährlicher Rückschritt. Auch aus einem weiteren Blickwinkel gilt: Wir werden nicht einmal den Stillstand halten können, denn wenn heute schon die Industrie in Deutschland dichtmacht wegen zu teurer und unzuverlässiger Energie, wird sich der Prozess bei weiter steigenden Kosten noch stark beschleunigen.
Damit verschwinden ausgerechnet diejenigen Teile der Wertschöpfung, die wirklich produktiv sind und mit der wir noch etwas an Exporten verdienen können. Hunderttausend Euro BIP aus der Arbeit eines Maschinenbauers haben einen anderen Wert für Deutschland als der gleiche Betrag, weil Mitarbeiter im Wirtschaftsministerium an neuen Vorschriften für die Industrie arbeiten. Ein Dachdecker oder Klempner macht etwas Nützliches, was die Menschen haben wollen und brauchen – bei dem Teil der „Wertschöpfung“, wo Zwangsgebühren in „Aufklärungs-TV“ umgesetzt werden, sind manche anderer Meinung.
Also nicht nur ist es undenkbar und unrealisierbar, dass eine Hälfte der heutigen Wertschöpfung in „Klimaschutz“ geht, anstatt in echte Produktion von im weitesten Sinne nützlichen Dingen. Wenn die deutsche Industrie den Bach runter geht, reicht schon der Verlust eines weiteren Zehntels der Wirtschaftsleistung – und die Abwärtsbahn wird so rutschig, dass das gesamte Land zerfällt und von sozialer Unruhe zerrissen wird. Dann helfen auch keine neuen Staatsschulden oder Umverteilungsorgien. Dann ist einfach Ende.
Dass Deutschland mit zu teurer Energie nicht den Hauch einer Chance hat, in der Zukunfts-Branche der „Künstlichen Intelligenz“ mitzumachen, ist da fast nur noch eine Fußnote – aber bezeichnend und wichtig. Die Rechenzentren fressen, wie sich inzwischen herumgesprochen hat, gewaltige Mengen Strom. Computer mögen zwar am Ende „schlauer“ sein als jedes menschliche Gehirn, aber sie sind ihrer biologischen Konkurrenz energetisch um Größenordnungen unterlegen. Aber keine Sorge, Frau von der Leyen wird sicher eine Lösung finden, wie man gleichzeitig Energie verteuert und doch eine glänzende Zukunft mit KI ermöglicht. Die EU wird einfach ein weiteres Papier schreiben und alle wohlfeilen Wunschvorstellungen mutig auflisten, so wie sie unauflösbare Widersprüche auch sonst rhetorisch aus dem Weg räumt und das Ganze als „Strategie“ verkauft.
Die Nagelprobe: Klimaschutz durch Bahnfahren?
Unser Establishment ignoriert tapfer die Realitäten und versteckt sich hinter rhetorischen Floskeln, Durchhalte-Parolen und phantasievollen Maßnahme-Paketen, die nicht einmal das Prädikat „kosmetisch“ verdienen. Die „Energiewende“ und die „Klimapolitik“ der EU müssen gestoppt werden, komplett, sofort.
Machen wir zum Schluss und als Beweis noch einmal die Gegenrechnung auf: Angenommen, wir könnten es uns leisten, ein knappes Zehntel unserer heutigen Wirtschaftskraft in Klimaprojekte zu „investieren“. Das können wir zwar nicht wirklich, aus den vorgeführten Gründen, weil damit schon ein viel zu großer Teil unserer gesamten Industrie-Kapazitäten zweckentfremdet würde, aber als Gedanken-Experiment unterstellen wir es für einen logischen Moment. Dann müssten, zugunsten der hochgehaltenen „Klimaneutralität“, ungefähr 400 Milliarden Euro jährlich reichen, um etwa 600 Millionen Tonnen CO2 zu vermeiden.
Pro Tonne dürften die Vermeidungskosten dann nur bei 670 Euro liegen, aber das reicht ja heute schon hinten und vorne nicht, wie an einem weiteren Beispiel aus dem Verkehrssektor, der parallel zur Energie „gewendet“ werden soll, leicht zu erkennen ist: Angeblich kann man CO2 vermeiden, indem die Leute Bahn statt Auto fahren. Nur leider: damit der Eisenbahn-Regionalverkehr in Deutschland überhaupt funktioniert, wird er vom Bund mit „Regionalisierungsmitteln“ subventioniert, die über die Länder letztlich an die Verkehrsunternehmen gehen.
Die Größenordnung der Subventionierung liegt mindestens bei 15 Cent je gefahrenem Personen-Kilometer (vgl. die erzielten Verkehrsleistungen). Mit 670 Euro kann man demnach knapp 4.500 Kilometer erzielen – klingt nach viel. Nützt aber nichts, denn wenn (alles hypothetisch!!!) entsprechende Verkehrsleistungen vom bösen PKW zur lieben Eisenbahn „verlagert“ werden, selbst wenn außerdem fiktiv die Eisenbahn komplett „klimaneutral“ fahren könnte (davon kann nicht ansatzweise die Rede sein!), dann müsste man je Personen-Kilometer über 200 Gramm CO2 einsparen, um auf eine Tonne zu kommen.
Schickes Bahnfahren nur ohne Energiewende
Damit der zu vermeidende PKW so viel CO2 je Personen-Kilometer emittiert, darf er nur mit einer Person besetzt sein und muss mindestens sieben Liter je gefahrenem Kilometer verbrauchen – moderne Mittelklasse-Verbrenner liegen aber deutlich darunter.
Aber in Wahrheit ist natürlich nur ein kleiner Anteil der Eisenbahn-Fahrgäste Publikum, das vom Auto „abgeworben“ oder „verlagert“ wurde. Auf jeden solchen Exoten kommen mehrere Fahrgäste, die sonst eben nicht mit dem Auto fahren würden oder könnten. Schon deshalb kann die Sache nicht funktionieren.
Die Eisenbahn fährt auch nicht klimaneutral – und falls sie es irgendwann doch schaffen würde, zu welchen Kosten auf Seiten der Energieversorgung? Wobei nicht nur der Verbrauch für die reine Mobilität zu beachten ist, denn anders als beim PKW fallen bei der Eisenbahn außerhalb von Lokomotive oder Triebwagen noch größere Umfänge „stationären“ Energieverbrauchs an, für Bahnhöfe und Werkstätten und Verwaltung. (Und zwar weit mehr als für die „Traktion“!)
Zudem haben wir gedanklich bisher noch keinen einzigen Cent berücksichtigt, damit eine marode Schienenbrücke saniert wird, geschweige denn eine Strecke neu gebaut oder ein Knotenpunkt leistungsfähiger gemacht wird. Um Missverständnissen vorzubeugen: Es geht hier nicht darum, ob Deutschland sich ein leistungsfähiges Bahnsystem leisten soll. Aber CO2-Vermeidung zu noch tragfähigen Vermeidungskosten kann man damit nicht erzielen. In Wahrheit wird umgekehrt ein Schuh draus: Je weniger Geld für „net zero“ verschwendet wird, desto leichter ist es, Steuergeld für attraktive öffentliche Verkehrsmittel zu mobilisieren. Eine positiv brummende Volkswirtschaft macht es möglich, eine verarmte, de-industrialisierte gerade nicht.
Der Kanzler kann es nicht
Und wir sind hier nicht bei einem exotischen, willkürlich herausgestellten Anwendungsfall, sondern einem Lieblingsprojekt der grünen Weltretter, angeblich einem Paradebeispiel dafür, wie durch kluge politische Steuerung erfolgreich das Klima gerettet werden könne, eben im Zusammenspiel von „Energie- und Mobilitätswende“.
Deutschland hat sich daran gewöhnt, „Klimaschutz“ um jeden Preis zu betreiben. Niemand rechnet wirklich nach, wie hoch die Vermeidungskosten bei konkreten Projekten und Maßnahmen tatsächlich liegen. Solange nur annähernd vorstellbar ist, dass eine noch so geringe Menge CO2 vermieden werden könnte, ist jede „Investition in die Zukunft“ gerechtfertigt. Das Ergebnis ist, – eigentlich nicht überraschend –, dass wir alle miteinander vor dem Bankrott stehen, ein weiteres Stagnieren der Wirtschaft schon fast das obere Ende der Fahnenstange wäre, dass die De-Industrialisierung weitergeht.
Was vorstehend gerechnet und in abstrakter Annäherung abgeschätzt wurde, das sind natürlich alles keine „wissenschaftlichen Studien“, wie wir sie aus dem Establishment vorgeführt bekommen. Es sind darin spekulative Elemente enthalten, aber sehr viel näher an der realen Welt und plausiblen Erwartungen, als man von der Klima- und Energiewende-Propaganda behaupten kann, und durchweg schon absurd wohlwollend zugunsten der Klima-Phantasten. Womöglich hat US-Präsident Trump eben doch recht: Es ist alles ein verlogener Hokuspokus und führt Europa in den Abgrund. Wir stehen schon an der Kante.
Wenn der Kanzler glauben machen möchte, mit ihm gebe es „Klimaneutralität“, unumkehrbar, aber auch schönstes Wirtschaftswachstum und materielle Sicherheit, einfach aufgrund der Genialität und Erfindungskraft seiner Regierung, könnte er ebenso behaupten, er könne über Wasser schreiten und Wasser in Wein verwandeln. Beides wären einfachere Aufgaben.
Teil 1 lesen Sie hier.
Michael W. Alberts hat langjährige Erfahrung in der Politikberatung und in politischer Kommunikation und sich für Achgut schon häufig mit Fragen der Klima-, Energie- und Verkehrspolitik auseinandergesetzt.
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Deutschland gehts doch gut – wir haben Sondervermoegen in Huelle und Fuelle
@A. Ostrovsky, ebenfalls gestern: „Ich habe die KI ausdrücklich gefragt: >>HVDC-Systeme können sehr wohl Schwungverhalten emulieren Moderne HVDC‑Verbindungen, insbesondere solche von Siemens, Hitachi oder ABB (heute Hitachi Energy), verfügen über leistungsfähige Regelalgorithmen, die das Verhalten klassischer rotierender Maschinen nachbilden können. Dieses Verfahren nennt sich synthetic inertia oder virtual synchronous machine…“ -- Tja, da haben Sie und die KI mich sauber ertappt ;) Ich möchte dennoch anmerken, dass Haferburgs Text es explizit so formulierte, als ob die Drehmomente der REALEN Schwungmassen der guten französischen AKWs regelmäßig das miserable iberische Flatternetz stabilisieren müssten (überspitzt). -- „Die Blindkompensation der AC-Leitungen hätte bei Energierichtung FR->ES in Spanien gemacht werden müssen.“ -- So wie ich das im Faktenbericht lese (2.3.3, 2.3.4), war die Richtung des Energieflusses von ES nach FR (ab kurz vor 11:00 Uhr, anderthalb Stunden vor dem Blackout).
@A. Ostrovsky, gestern: „Die Mehrzahl der Verbraucher wird heute über leistungsgeregelte Schaltnetzteile versorgt. Das ist eine relativ neue Situation, die man bei Auslegung der Netze möglicherweise ignoriert.“ Da fehlt mir wirklich der globale Überblick. Mein damaliger Computer hatte schon vor 40 Jahren ein Schaltnetzteil, seitdem kamen Flachbildschirm, Drucker, Router, digitale Unterhaltungsgeräte und LED-Lampen dazu, schon richtig. Aber wenn ich das mal grob zusammenrechne, lande ich bei 1000 Watt. Neben Toaster besitze ich noch Wasserkocher, Espresso-Maschine, E-Herd, Waschmaschine, Bügeleisen. Bei letzterem habe ich gerade nachgesehen und bin fast erschrocken: 2400 Watt. Selbst wenn die Netzspannung um 10% sinkt, der Ohmsche Widerstand des dann kühleren Heizelements kleiner wird, überschlage ich immer noch 2000 Watt, der Strom sinkt zwar, aber bleibt im Vergleich zu den 1000 Watt der Schaltnetzteilsumme größer. Und so ein Bügeleisen schaltet regelmäßig ein und aus, jedenfalls höre ich da so ein Klacken (Relais?). Bei Unternehmen sieht das ganze natürlich wieder anders aus, manche haben große Maschinen ohne Schaltnetzteile, dagegen findet man in Rechenzentren nicht anderes… Ich kann nur anekdotisch berichten, dass ich vor 30-40 Jahren häufiger mal einen kleinen (Rechnerabsturz) oder auch mehrminütigen Stromausfall erlebt habe, in den letzten 15 Jahren nur einen einzigen, und der war Bagger-induziert und somit mehrstündig. Wenn also die Netze seit Jahren auf Kante betrieben werden, müssten Stromausfälle dann nicht häufiger auftreten? Nur so meine Gedanken.
@Thomas Szabó, vielen Dank für die Erklärung Ihrer Theorie zur Wohlstandsverblödung. Sie ist ganz und gar nachvollziehbar. ABER: Was ist die Ursache dafür, dass die Verblödeten so leicht und mit der Zeit auf immer mehr dumme Ideologien hereinfallen? Was Dostojewski angeht, habe ich auch ein Zitat: ♦Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt.♦ (F. Dostojewski, Briefe). – - – Meine Theorie könnte Ihre Theorie ergänzen, wenn Sie es zulassen würden: Seit Jahrzehnten mangelt es an der christlichen Arbeitsethik (nicht Calvins unerbittliche, sondern die vernünftige). Besser als ich kann sie Dr. Hanniel Strebel erklären. Auszug: •Arbeit ist Schöpfungsplan Gottes.• →Im Rahmen des Schöpfungsberichts ist festgehalten, dass der Mensch über die geschaffene Welt herrschen soll (1Mo 1,28). Etwas später wird noch hinzugefügt, dass er seine Umgebung „bebauen und bewahren“ soll (1Mo 2,15). […] Gott hat den Menschen nicht in eine fixfertige Umgebung gestellt, sondern das Potenzial zur Entwicklung in sie hineingelegt. Unser Auftrag lautet, diese Umgebung weiter zu gestalten und auszubauen. Daraus können wir den Schluss ziehen, dass wir zum Arbeiten geschaffen worden sind. Arbeit ist Schöpfungsplan Gottes.← Nachzulesen bei bibelbund.de „Zuerst die Arbeit dann das Vergnuegen“. Ergänzung von mir: Gott hat dem Menschen unmittelbar nach seiner Erschaffung einen Forschungsauftrag (= Arbeitsauftrag) erteilt: 1. Buch Mose/Genesis, Kapitel 2, Vers 19f •Und Gott der HERR machte aus Erde alle die Tiere auf dem Felde und alle die Vögel unter dem Himmel und brachte sie zu dem Menschen, dass er sähe, wie er sie nennte; denn wie der Mensch jedes Tier nennen würde, so sollte es heißen. Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen•. Das nennen wir heute „Taxonomie“.- – - Ja, die Ideologen haben übernommen; „wir“ haben es zugelassen. FJS‚ Narrenschiff-Narrativ lässt grüßen.
Ist Kanzler Fritzchen nicht Anwalt ? Woher soll ein Anwalt wissen wie die Stromerzeugung eines Landes funktioniert ? Übrigens ist das WACHSTUM einer
Volkswirtschaft doch gerade der schlimmste Feind der Grünfaschisten. Also läuft doch alles wie geplant.
@Lutz Herrmann / 08.10.2025 : >>„Es ist Teil des Konzepts, dass das US-Imperium nur dadurch gefährdet werden kann, dass Deutschland und Russland friedlich zusammenarbeiten.“ Nichts neues aus der Russenklappse. Alles ist eine PsyOp und Verschwörung.<< ## Nur weil Sie die englische Sprache nicht verstehen, müssen Sie nicht derart grundlos ausfällig werden. Da hat wohl etwas gefehlt in Ihrer Kinderstube? Treten Sie ab!
Ja, Deutschland könnte richtig was reißen, einschl. Vollversorgung und Wohlstand für alle. Das ist aber in diesem Land nicht gewollt. Liegt nicht am Boden selbst, sondern an den Menschen, die diesen besiedeln. Die sind schon von ganz besonderem Schlage. Mit denen sollte man auch nicht mehr sprechen oder irgendwas bei denen kaufen, sofern es nicht vermeidbar ist. Sich der Eskalation des Status Quo in den Weg zu stellen würde einen nur selbst unter die Räder bringen. Und das vermutlich auch ziemlich schnell.