Jahrelang agierte das Oxford Climate Journalism Network (OCJN) weitgehend außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung und übte dennoch erheblichen Einfluss darauf aus, wie Klimathemen in Redaktionen weltweit „geframed“ wurden. Betreut vom Reuters Institute for the Study of Journalism (RISJ) bildete das Programm zwischen 2022 und 2025 rund 800 (!) Journalistinnen und Journalisten aus mehr als 120 Ländern im sogenannten „Gaslighting“ zu Klima aus.
Nun wird der „Flaggschiff“-Sechsmonats‑Onlinekurs eingestellt. Die letzte Kohorte schloss ihre Ausbildung Ende 2025 ab, und die drei operativen Programmverantwortlichen – Katherine Dunn, Greg Cochrane und Diego Arguedas Ortiz – traten im Dezember zurück. Das Institut bestätigte, dass das Online‑Programm formell im Januar 2026 enden wird.
Beispielsweise galt es in den letzten Jahren die Ansicht zu fördern, dass einzelne extreme Wetterereignisse (Ahr, Kalifornien, etc.) mit dem menschlichen Herumspielen am Klima in Verbindung gebracht werden können. Im Beirat des OCJN findet man die aus Kiel stammende „Attributions‑Königin“ Dr. Friederike Otto, Klimaforscherin, Physikerin, promovierte Philosophin. Sie betreibt sog. Attributions-Studien am Grantham Institute for Climate Change des Imperial College London, diesen "aufregenden neuen alchemistischen Zweig der Pseudowissenschaft“ (Daily Sceptic). Nicht einmal der IPCC folgt den so aus Modellen gewonnenen Ansichten. Eine weitere frühere Referentin, die Professorin für Klima und Gesellschaft Saffron O’Neill von der University of Exeter, hat über die Notwendigkeit von „Geldstrafen und Gefängnis“ spekuliert, um das Äußern von Skepsis gegenüber der „gut belegten“ Klimawissenschaft zu bestrafen. Was gut zu den Zensurbestrebungen der „Globalen Initiative für Informationsintegrität im Klimawandel" passt, die in einem erst unlängst in einem hier veröffentlichten Beitrag betrachtet wurde.
Die Schließung hat bei den Alumni Enttäuschung ausgelöst, wirft aber auch tiefere Fragen darüber auf, wie koordinierte Netzwerke Klima-Legenden formen – insbesondere in Ländern wie Deutschland, von denen mehrere große Medienhäuser in den frühen Kohorten vertreten waren.
Ein Netzwerk in offener Sicht
Für die breite Öffentlichkeit wirkt Klimajournalismus oft wie eine direkte Fortsetzung wissenschaftlicher Berichterstattung in den Medien. Das OCJN jedoch operierte als strukturiertes, internationales Ausbildungsnetzwerk, das Journalisten und Redakteure sowie Führungskräfte aus Nachrichtenredaktionen über Monate zusammenführte.
Die Teilnehmer befassten sich nicht nur mit "Klimawissenschaft", sondern auch Erzählrahmen, redaktionellen Strategien und Methoden zur Publikumsansprache. Kritiker argumentieren, dass dies eine Form der „Narrativharmonisierung“ über Medien hinweg erzeugt habe – also ähnliche Deutungs‑ und Darstellungsweisen in vermeintlich konkurrierenden Angeboten.
Deutsche Medien waren in der zweiten Kohorte 2022 besonders stark vertreten. Leute aus dem ARD‑Hauptstadtstudio, Der Spiegel und Zeit Online nahmen gemeinsam teil – eine ungewöhnliche Konzentration von Einfluss aus einem einzigen nationalen Mediensystem. Insgesamt nahmen wenigstens 24 Teilnehmer (14 w/9 m/1?/) aus Deutschland teil, dazu noch 6 der Deutschen Welle aus dem Ausland. Vertreten waren neben den o.g. ARD/ ZDF/ BR/ WDR/ Süddeutsche Zeitung/ Deutsche Welle/ Deutschlandfunk/ Correctiv/ AFP/ Politico etc. Das wirft eine berechtigte Frage auf: Hat das OCJN zu einem einheitlicheren Stil der Klimaberichterstattung in Deutschland beigetragen?
Zwar gibt es keine Hinweise auf eine verschwörerische, koordinierte Messaging‑Strategie, doch die gemeinsame Ausbildungsumgebung setzte Teilnehmer unzweifelhaft denselben redaktionellen Rahmenwerken, Expertennetzwerken und Kommunikationsstrategien aus. Mit dem Ergebnis einer eigentlich unübersehbaren Verengung der Perspektiven, die der ahnungslosen Öffentlichkeit präsentiert wurden.
Interessant auch die Finanzierung hinter der Mission: Das OCJN wurde von philanthropischen Organisationen wie der Laudes Foundation und der European Climate Foundation finanziert – Stiftungen, die offen das Ziel verfolgen, den globalen Übergang zu einer CO2‑armen Wirtschaft zu beschleunigen. Diese Stiftungen halten es nicht einmal für nötig, ihre Ziele zu verbergen. Ihre Beteiligung wirft jedoch eine strukturelle Frage auf, die für jedes journalistische Ausbildungsprogramm relevant ist: Können Journalistinnen und Journalisten volle Unabhängigkeit bewahren, wenn ihre berufliche Weiterbildung von Organisationen mit klaren politischen Zielsetzungen finanziert wird?
Kritisch daran ist das Spannungsverhältnis zwischen advocacy‑getriebener Philanthropie und redaktioneller Autonomie. In einer Zeit, in der das Vertrauen in Medien fragil ist, kann bereits die Wahrnehmung von Einfluss erhebliche Folgen haben.
Warum das Programm endet: Geld, Strategie und Politik
Das RISJ hat keine einzige umfassende Erklärung für die Einstellung veröffentlicht, doch mehrere Faktoren scheinen zusammengekommen zu sein:
Auslaufende Finanzierungszyklen. Das Programm stützte sich auf mehrjährige philanthropische Zuschüsse. Etliche dieser Zyklen endeten 2025, und die langfristige Finanzierung eines globalen, kostenfreien Ausbildungsprogramms erwies sich als zunehmend schwierig. Hat vielleicht mit Trump zu tun.
Eine strategische „kreative Pause. Programmleiter Diego Arguedas Ortiz bezeichnete 2026 als Jahr der Reflexion. Das Institut will die langfristigen Wirkungen der Ausbildung bewerten, statt Kohorte um Kohorte fortlaufend zu erweitern.
Verlagerung hin zu spezialisierten Interventionen. Das RISJ setzt künftig diese Prioritäten:
- seine Journalist Fellowships in Oxford für die mittlere Karrierephase
- Führungsprogramme für Nachrichtenmanager
- akademische Forschung zur Nutzung und Wahrnehmung von Klimaberichterstattung. (Wenn das nicht auf die Unabhängigkeit der Wissenschaft abzielt!)
- Das Modell der massenhaften Online‑Teilnahme passt nicht mehr zu dieser strategischen Ausrichtung. Breitere politische und branchenspezifische Zwänge. Die Klimadiskussion ist zunehmend global polarisiert. Internationale Klimanetzwerke sehen sich zunehmender Überprüfung und finanziellen Belastungen ausgesetzt, was groß angelegte Programme schwerer tragbar macht.
Ein deutscher Blickwinkel: Medien, Politik und Konvergenz
Der Einfluss des OCJN fiel zeitlich mit Entwicklungen in der deutschen Politik zusammen. Während Journalisten in Oxford klimafokussierte Schulungen erhielten, setzten sich etwa die mit dem Netzwerk CEN der englischen Konservativen kooperierende KlimaUnion innerhalb von CDU/CSU nicht etwa für Erleichterungen, sondern für stärkere Klimaverpflichtungen als die Partei nach außen kommuniziert innerhalb des traditionell bürgerlich‑konservativen Lagers ein. Hinter den Kulissen! Anders als beim CEN in Großbritannien ist nicht zu erfahren, welche Parlamentarier der KlimaUnion angehören!
Diese parallelen Bewegungen bedeuten nicht zwangsläufig Koordination. Sie zeigen jedoch, wie klimafokussierte Netzwerke sowohl im journalistischen als auch im politischen Bereich gleichzeitig die nationale Debatte aus unterschiedlichen Richtungen prägten.
Das Ergebnis war eine Phase, in der Klimanarrative in Medien und Politik ungewöhnlich stark übereinzustimmen schienen – ein Trend, der inzwischen umstrittener geworden ist, da deutsche Parteien ihre Klimapositionen angeblich neu bewerten. Oder zumindest vor Wahlen so tun!
Was nach der Schließung bleibt
Obwohl das OCJN‑Onlineprogramm endet, gibt das Reuters Institute die Klimaberichterstattung nicht auf. Es wird fortsetzen: seine in Oxford angesiedelten Journalist Fellowships, seine akademische Forschung zur Klimaberichterstattung und sein Alumni‑Netzwerk, das 2025 gestartet wurde, um die rund 800 Teilnehmenden verbunden zu halten. Darüber hinaus hat mit Unterstützung des OCJN die Webseite Carbon Brief , die sog. Global South Climate Database eingerichtet. Dabei handelt es sich um eine öffentlich zugängliche Datenbank von Wissenschaftlern und Experten auf den Gebieten Klimawissenschaft, Klimapolitik und Energie. Es listet das Fachgebiet jeder Person, ihre institutionelle Zugehörigkeit, Kontaktdaten und andere relevante Informationen auf.
Mit anderen Worten: Die formale Ausbildungs‑Pipeline schließt, doch das Netzwerk, das sie geschaffen hat, bleibt bestehen – und kann die Klimaberichterstattung weiterhin indirekt beeinflussen.
Das Ende des OCJN markiert – vielleicht – einen bedeutenden Einschnitt in der eintönig konturlosen Landschaft des Klimajournalismus. Für Befürworter hat das Programm "Expertise" in einem Bereich aufgebaut, in dem Desinformation weit verbreitet ist. Für Kritiker stellte es eine Form zentralisierter Einflussnahme dar, welche die eigentliche Vielfalt der Perspektiven in der öffentlichen Debatte bedrohte.
Gelenkter Klimajournalismus hat weitgehend nichts mit Faktenvermittlung zu tun — er bewegt sich meist dogmatisch an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik, Philanthropie und globalen Kommunikationsnetzwerken. Die Hoffnung auf eine baldige, ausgewogene, unabhängige Klima-Berichterstattung in den Medien dürfte trügen.
Carlheinz Swaczyna veröffentlicht in Fachzeitschriften und beschäftigt sich mit Verkehrs- und Infrastrukturthemen. Er lebt in Krefeld.
Besagtes „Netzwerk“ (einer der Lieblingsbegriffe neuzeitlicher Organisationsforscher, auch betreffend Wirtschaftsunternehmen) bestätigt letztlich den offenbar inhärenten Bedarf vieler Zeitgenossen nach geistiger Führung. Man kann offensichtlich nicht geeignet mit geistiger Freiheit umgehen, sondern lässt sich stattdessen von anderen leiten. Das ist bequem, vergleichsweise sicher und bringt in Kontakt mit Gleichgesinnten (d.h. Gleichgeschalteten). Man mag darüber schmunzeln, den Kopf schütteln – oder aber besorgt sein: denn jene Menschen verfügen in westlichen Gesellschaften auch über Wahlrecht.
Nichts ist echt. Als die Iraner neulich ihr Internet gekappt haben, sind plötzlich die schottischen Unabhängigkeitstwitterer verstummt. Wenn Russland das macht, hat die Achse nur noch halb so viele Leserkommentare.
hi, das Klima ist der letzte Urwaldschrei der alten Medien, ihr letzter hingespritzter Teufel an der Wand, bevor sie in das funktionelle Nichts versinken.
Die betroffenen Medien werden, wie auch der Verfasser andeutet, ihre „Klima-Berichterstattung“ nicht aufgeben, aber das angesprochene Publikum ist doch Gott sei Dank kritischer und skeptischer geworden.
GEGEN DIE MENSCHHEIT! --- Coronalügen, Oxford, Tavistock, Englischer Sozialismus, Deep-State-Netzwerke, uralte und neue Klimalügen, militärisch geplante PsyOps … und am Ende wird nicht nur UK ein Kalifat sein
Eher kein Leuchtturm dieses Flaggschiff, denn 800 Klimajournos für die Putzkolonne scheinen doch gar etwas wenig, um das Ziel der globalen Energiewende nicht zu gefährden!
Wie viele deutsche Teilnehmer hat denn diese „Schulung“? Denn in deutschen Nachrichtensendungen wie HEUTE oder BR24 wird dieses Thema recht oft behandelt auch im Bezug auf Katastrophen oder auch „zu warme und trockene Sommer“.