Was also soll das Buch bewirken? Ein Zeuge der Autorin ist der von ihr geschätzte Berliner Kunsthändler Bernd Schultz. Als sich Heinz Berggruen seinerzeit entschloss, nicht ihn, sondern ein anderes Auktionshaus mit der Versteigerung jener Cézannes und van Goghs zu beauftragen, verschickte Schultz einen unerhörten und üblen Brief an Berliner Freunde und Bekannte, in dem er Berggruen der Geschäftemacherei beschuldigte – wohl, weil er das Geschäft nicht selbst betreiben konnte. Später, in der berühmten Restitutionsdebatte um das Berliner Kirchner-Bild, durfte man einen Artikel aus seiner Feder in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ lesen: „Sie sagen Holocaust und meinen Geld.“ Nicht viel anders sieht das die „SZ“: „Der Kunstsammler und Weltbürger Heinz Berggruen wurde als Integrationsfigur der Berliner Republik verehrt. Aber er hat im Grunde immer seine eigenen Geschäfte verfolgt.“
http://www.tagesspiegel.de/kultur/ein-denunziatorisches-werk/5832078.html