Das Rektorat der Uni Wien gab Ende des letzten Jahres neue Leitlinien für die interne Kommunikation bekannt, wie die NZZ vermeldete. Es geht um „Geschlechterinklusiven Sprachgebrauch in der Administration der Uni Wien“, also darum, sprachlich deutlich zu machen, „dass es mehr als zwei Geschlechter gibt und Geschlechtsidentitäten, geschlechtliche Ausdrucksweisen und Körper vielfältig sind“ (nachzulesen in diesem Dokument). Dies trage zur Vermeidung von Missverständnissen und Diskriminierung bei.
Da seit dem 1. Januar 2020 die Wiener Uni zur Codierung des Geschlechts neben „M“ für „männlich“ und „W“ für „weiblich“ auch „'X' für divers und alle anderen Bezeichnungen des Geschlechts, die weder unter M noch W fallen“ anbietet, sind in „der Administration der Universität Wien (...) Formulierungen zu wählen, die respektieren, dass manche Menschen weder 'weiblich' noch 'männlich' sind, und die die Gleichstellung sprachlich zum Ausdruck bringen (diskriminierungsfreie, geschlechtergerechte und inklusive Sprache).“
Dementsprechend lautet die Empfehlung 1: „Geschlechtsangaben sollten vermieden werden, solange sie nicht notwendig sind.“ Der Wunsch, „alle Geschlechter“, also nicht nur die profan binär unterteilten Männlein und Weiblein, sondern auch alle anderen miteinzuschließen, führt zu Empfehlung 2: „Wenn nicht alle Geschlechter explizit genannt werden, können geschlechtsneutrale (nicht-binäre) Formulierungen verwendet werden.“
Ich frage mich, inwiefern es möglich sein soll, „alle Geschlechter“ explizit zu bennen, ob es reicht, alle, die sich weder als Mann noch als Frau verstehen, als „Diverse“ zu bezeichnen oder ob hier eine weiterführende Unterteilung nötig würde. Aus diesem Grund empfiehlt die Uni Wien möglicherweise „geschlechtsneutrale Formulierungen“, da diese niemand ausschließen (darunter versteht man die berühmten Gerundium-Wortschöpfungen „Studierende“, „Lehrende“, „Mitarbeitende“, aber auch Formulierungen wie „Liebes Kollegium!“). Der Nachteil daran ist jedoch eindeutig – Sie ahnen es bereits – dass bei diesen Formen „die Geschlechtervielfalt unsichtbar“ gemacht wird. Idealerweise sollte man also seine Formulierungen genauso abwechslungsreich gestalten, wie die blühenden Landschaften der Geschlechter-Diversität. Also Empfehlung 3: „In einer geschlechtlich konnotierten Ansprache sollten keine binären Formulierungen verwendet werden.“
Spleens von Winkelgelehrten
Als Nonplusultra erscheint der Uni Wien die Verwendung des Gendersternchens, da dieses von vornherein alle, die genannt werden sollen, miteinschließt und niemanden ausschließt. Dies dürfte für Sie vermutlich nichts Neues sein. Darüber hinaus empfiehlt die Wiener Uni jedoch, das Gendersternchen auch in die mündliche Kommunikation miteinfließen zu lassen und als kurze Pause zu sprechen. Denn ohne Unterbrechung klingt beispielsweise das Wort „Student*innen“ wie „Studentinnen“. Das darf natürlich nicht sein. Wo blieben denn dann alle anderen Geschlechter?
Die Nutzung der Uni-Website durch sehbehinderte Personen, die hierfür Vorleseprogramme (Screenreader) verwenden, wird somit jedoch vor eine besondere Herausforderung gestellt: Denn die ahnungslosen Computerstimmen lesen beim Vortragen der entsprechenden Seite mitunter rücksichtslos über die Gendersternchen hinweg. Nur ein Hinweis am Anfang der jeweiligen Internetseite kann hier Abhilfe schaffen. „Anschaulich wird bei so viel Differenzierung einzig, dass die Inklusion der einen Minderheit den Ausschluss der anderen bedeutet“, stellt Birgit Schmid trocken fest, als sie sich in der NZZ über diese Praxis wundert.
Zu guter Letzt lautet die Wiener Empfehlung 4: „Es sollte weder vom äußeren Erscheinungsbild noch vom Namen einer Person auf ein bestimmtes Geschlecht geschlossen werden.“ Bevor Sie also Ihrem Instinkt vertrauen und eine Person einfach als männlich oder weiblich identifizieren, schreiben Sie laut Dokument besser „Liebe*r Studierende*r“, „Lieb* Studierend*“ oder einfach nur „Guten Tag [Vorname] [Nachname]“, denn so genau kann man es ja nie wissen.
Wenn Sie nun glauben, dass es sich hierbei um Spleens von ein paar Winkelgelehrten einer einzelnen Uni handelt, kann ich Ihnen verraten, dass beispielsweise die Praxis der Gendersternchen-Aussprache weder brandneu noch eine Wiener Spezialität ist.
Während meines eigenen geisteswissenschaftlichen Studiums wurde ich mit der delikaten Angelegenheit der gelungenen Aussprache des Gendersterns bereits vertraut gemacht. Ich weiß noch, wie ich eines Tages in einem literaturwissenschaftlichen Seminar saß und die Dozentin immerzu von den „Leser ... innen“ sprach. Manchmal sagte sie aber auch „Lese ... rinnen“, was mich nachhaltig verwirrte. Irgendwann bemerkte ich, dass sie mittels stockenden Sprechaktes versuchte, den Genderstern auditiv zu vermitteln. Es wirkte verkrampft und ganz und gar unnatürlich. Vielleicht ist es aber auch nur eine Frage der Übung. Möglicherweise gelingt es leichter, wenn man dabei die Pobacken zusammenkneift. Sie können es ja selber einmal ausprobieren.
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Ich habe da eine Lösung und sie ist einfach, billig und effektiv also sichtbar besser als jede Idiotie die unsere Regierende uns seit Jahrzehnten zumuten: alle Texte unserer Herrscher sollten geschwärzt werden. Besser noch komplett einstellen alles was die Regierung in D. tut aber wenn das nicht geht, dann alles schwärzen. Wenn man nicht lesen kann, kann man nicht verletzt oder diskriminiert werden, nicht wahr? Als Bonus kriegt man weniger Murks serviert. Ist das nicht was man in den Neudeutsch als Win-Win nennt?
Es hilft nur, den ganzen Blödsinn nicht ernst zu nehmen und/oder zu ignorieren. Wenn überhaupt darauf eingehen, dann nur beispielsweise mit Bezeichnungen wie "Verbrecherinnen und Verbrecher", "Terroristinnen und Terroristen", "Ignorantinnen und Ignoranten", "Vergewaltigerinnen und Vergewaltiger", Kinderschänderinnen und Kinderschänder", "Psychopathinnen und Psychopathen, "Lügnerinnen und Lügner", "Metzgerinnen und Metzger", "Henkerinnen und Henker" "Idiotinnen und Idioten" und weitere nette Anreden, damit die holde Weiblichkeit nicht zu kurz kommt. Immer schön höflich bleiben, damit der Gender-Wahnsinn oder besser Gender-Wahnsinnin zu vollem Glanz kommt. Oder muss ich sagen: Glanzinnen und Glanz?
An Karl Dreher: Auch weibliche Sachverständige werden offensichtlich diskriminiert. Und ein männlicher Hund sollte dann auch, der Vielfalt der Sprache zuliebe, besser mit Rüde bezeichnet werden.
@Herr Volgnandt - "Haben die denn keine andern Sorgen. So verblöden wir doch alle." - Das ist offenbar ausdrücklich so erwünscht. Ein dummes Volk wehrt sich schließlich nicht...- Das Schlimme ist nur, dass die, die jetzt mit diesem Quark aufwachsen, diesen für "normal" halten! Wenn wir alle nicht mehr sind, wird es die "neue Aristokratie" mit dem herangezüchteten, verblödeten Pöbel entsprechend spielend einfach haben. Der Weg ist bereitet...(Daher muss die Generation 50+ ja auch diskreditiert, gesellschaftlich unmöglich gemacht und zu Nazis abgestempelt werden. Wir stören einfach das System. Da wir noch selbstständiges Denken gelernt haben, könnten wir möglicherweise so manchen Youngster davon überzeugen, es damit auch mal zu versuchen und sich stets beide Seiten einer Medaille anzusehen, um sich dann eine eigene Meinung zu bilden. Das muss jedoch mit allen Mitteln verhindert werden! Orwell hatte recht. Er hat sich nur im Zeitplan geirrt...)
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Diverse......So in etwa?
Um Ideen zu bekommen, wie man die Stern-Konstrukte auch akustisch umsetzen, also vorlesen könnte, empfehle ich, auf youtube zu suchen nach: Victor Borge Phonetische Interpunktion
Das ehemalige Deutschland ist zu einer FREAK Show verkommen. Tummelplatz für Gehirnschwangere. Noch NIE war es so einfach politische Ämter zu bekleiden.