Eine entbehrungsreiche Zeit liegt vor uns, das räumt die Politik jetzt ein. Aber sie sagt uns auch, dass in jeder Krise eine Chance steckt. Das Leben wird nicht schlechter, nur anders.
„Es gibt zwei Arten, wie man die Not lindern, ja sie vielleicht sogar beseitigen kann: entweder indem man die Not tatsächlich beseitigt – das aber geht nicht immer, zum mindesten sofort – oder indem man das Gefühl für die Not beseitigt! Und das geht, wenn man es richtig anfängt!“
Eine Überlegung, die sich unsere politischen Verantwortlichen längst zu eigen gemacht haben. Beim Umgang mit ihren Verzichtsappellen und der Fahrt aufnehmenden Wirtschaftskrise, der Aussicht auf einen sinkenden Lebensstandard und, wer weiß, demnächst zugeteilte oder auch mal nicht vorhandene Energie spielt das psychologische Moment schließlich eine entscheidende Rolle.
Wie fängt man es denn nun richtig an? Hier ein paar Beispiele:
Das von den Grünen angestrebte „Ende des motorisierten Individualverkehrs“ (Berlins Verkehrssenatorin Bettina Jarasch) verliert seinen Schrecken, wenn dem entmotorisierten Verkehrsteilnehmer (nennen wir ihn Carlos) eingeimpft wird, welche Vorteile der Umstieg aufs Fahrrad für ihn hat: Schluss mit mörderischen Benzinpreisen! Keine nervige Parkplatzsuche mehr! Weniger Verkehrsunfälle. Mehr Fitness. Außerdem viel besser fürs Klima.
Das gilt auch und noch mehr für den Verzicht auf Flugreisen. Und die Nepalesen werden sich freuen, wenn keine Touristen mehr im Himalaya ihren Müll hinterlassen. Aber auch für den Daheimgebliebenen eröffnet der Verzicht ganz neue Möglichkeiten. So wird er seine Heimatregion besser kennenlernen, die er problemlos mit dem ÖPNV erreichen kann. Und: „Vielleicht machen ein paar Wochen, in denen man zu Fuß Europa erkundet, ja glücklicher als eine Fernreise mit all dem Stress, den der Wechsel von Zeit- und Klimazonen mit sich bringt“, wie in der „Süddeutschen Zeitung“ schon vor vier Jahren mal zu lesen war. Vor allem begeht man dann kein ökologisches Verbrechen.
Kuscheln bei Kerzenschein
Fleisch ist zu teuer? Kein Problem! Für Steak muss man zwar fast 60 Prozent mehr bezahlen (beim Discounter Lidl kostete laut „Focus" das Rumpsteak vom Rind bislang 16,99 Euro pro Kilo, jetzt 26,99 Euro), aber erstens ist der Wechsel zur vegetarischen Ernährung gut für die Tiere und zweitens ist der Verzicht auf Fleisch auch für den Konsumenten vorteilhaft, wie Ernährungsminister Cem Özdemir kürzlich ausführte: „Wer sich darauf einlässt, kann neue Vielfalt und neue Kulinarik gewinnen."
Selbst Stromausfälle sind locker zu verschmerzen. In Afrika leben mehr als 600 Millionen Menschen ohne Strom. Im Südsudan sogar über 90 Prozent der Bevölkerung. Und es geht! Sie sind trotzdem glücklich, singen und tanzen. Kalte Wohnungen, sagen Wissenschaftler, sind gut für Gesundheit und Figur: „Eigentlich wäre es gesund, wenn wir täglich vor Kälte zittern, denn dabei wird Fettgewebe abgebaut.“
Und mal ehrlich: Wäre es so schlimm, wenn man den Herd nicht anwerfen kann, weil kein Strom da ist? Rohkost ist ohnehin gesünder. Wirtschaftsminister Robert Habeck hat eben berichtet, er habe seine „Duschzeit noch mal deutlich verkürzt“ – gut fürs Zeitmanagement! Und ist es nicht viel romantischer, einen Abend bei Kerzenlicht zu verbringen statt im kaltweißen Licht fieser LED-Lampen? Fällt die Heizung aus, wird auch mehr gekuschelt. Stromausfälle bringen uns einander näher!
Es wird vielleicht ein bisschen Überzeugungsarbeit erfordern, aber irgendwann werden die Menschen das Gefühl für die Not verlieren – nichts mehr besitzen, aber glücklich sein, wie Klaus Schwab so schön sagte.
Das Zitat zu Beginn des Textes ist übrigens 90 Jahre alt und stammt von einem Mann, der ziemlich genau wusste, wie man Menschen geschickt hinter die Fichte führt. Ein Jahr später wurde er Reichskanzler.
Beitragsbild: Creative Commons CC0 Pixabay

@ H. Merx. Ja, man sollte meinen dieses Siedlungsgebiet hat seit Jahrzehnten Millionen an (Muckibudengestärkten) Jungmännern aus allen Shitholes der Welt importiert und z.T. schon in 3. Generation reproduziert. Da sollten doch ausreichend Kofferträger vorhanden sein, eines funktionierenten Gepäckbandes bedarf es doch da garnicht mehr. Doch halt ich vergaß, die sind zur Sommerzeit ausreichend damit beschäftigt die Freibäder zu Okkupieren um bei 12jährigen Kartoffelmädchen den Bereich zwischen den Oberschenkeln oder wenigstens die sekundären weib. Geschlechtsmerkmale zu befummeln. Da kann man nichts machen, dass ist halt kulturelle Bereicherung. Die wurde den Kartoffeln versprochen und geliefert.
Das mit dem sich Näherkommen auf der Couch oder gar Kuscheln wird aufgrund der „AHA+L-Regeln“ schon mal nichts. Die „dürfen wir nämlich niemals hinterfragen“ (Wieler), also auch nicht beim Erfrieren. Und spätestens im Herbst droht uns ganz sicher die nächste Irgendwas-„Welle“. So langsam glaube ich die Verschwörungstheorie von der geplanten Bevölkerungsreduktion…
@ Peer Doerrer. Ich reiße Sie ja nur ungern aus ihren Träumen, aber vergessen Sie ihre Selbstversorgungsideen besser ganz schnell! Sie werden die Arbeit haben und nichts Ernten. Da waren vorher schon robustere Neubürger oder Dauerreisende am Werk. Selbst wenn es ihnen gelingt eine 24/7 Bewachung ihrer Fläche zu organisieren, Sie werden mit ihren Freunden in der Unterzahl sein und gegen die mind. messerisierten Ernter den kürzeren ziehen. Die Amis taugen nicht als Vorbild, da der Farmer im Zweifelsfall „Stand your ground“ mit einem geeigneten Werkzeug durchsetzen wird.
Glauben Sie nicht? Letztes Jahr und das Jahr davor, da gab es noch keine exorbitanten Gemüsepreise, trotzdem haben sie meiner Freundin aus dem Garten (Ldk. Offenbach) die Krautköpfchen aus dem Garten geklaut. Der Garten liegt in einer Gartenanlage und diese ist vlt. 300 m von einem Wohngebiet entfernt.
Und beim Frierer war auch nicht alles schlecht.
„Eine entbehrungsreiche Zeit liegt vor uns“. Wir sollten die Formulierungen ausarbeiten, damit nicht Teile der Bevölkerung verunsichert werden, Ich schlage vor, besser die Formulierung von der „unentbaerlichen Zeitung“ zu verwenden. Damit kommen wir auch unseren Kollegen und Glaubensbrüder*Innen bei den Printmedien entgegen. KAROOLAA, hast du heute schon die UNENTBAERLICHE ZEITUNG … ?
AH: „Es gibt zwei Arten, wie man die Not lindern, ja sie vielleicht sogar beseitigen kann: entweder indem man die Not tatsächlich beseitigt – das aber geht nicht immer, zum mindesten sofort – oder indem man das Gefühl für die Not beseitigt! Und das geht, wenn man es richtig anfängt!“
Kommunikationstheoretische Neuformulierung des inhaltlich nach wie vor äußerst beliebten AH-Zitats:
‚Not, die vermittelt und auch zuweilen recht unvermittelt oder unmittelbar aus dem Handeln der Politiker resultiert, ist niemals eine tatsächliche Not, sondern bestenfalls nach allgemeiner Übereinkunft ein gewisses sichtbar gewordenes Defizit in der Kommunikationsbewirtschaftung derselben.‘
Die Reformulierung geht also bruchlos aus ihrer älteren Vorlage hervor. Wie man damit sieht, kann man dem AH eine gewisse Wiedergänger-Zeitgeistigkeit, mit welcher er in der heutigen Ampel-Politik rund um das ausgerufene „Kommunikationsdilemma“ Scholz fußt, deshalb nicht absprechen.
Jetzt mault mal hier gefälligst nicht so rum! Immerhin hat Deutschland als einziges Land der Welt eine Regierung, die ihre Wahlversprechen nicht nur zu 100% erfüllt sondern sie sogar noch übertrifft. Ein wenig Dankbarkeit dafür wäre schon angebracht.