Inzwischen gibt es weit über 100 Projekte. Leider keinen einzigen SMR in Betrieb – ja nicht einmal in Bau – in Europa. Anders die Situation in Russland und China. In den USA läuft die Aufholjagd auf vollen Touren und in voller Bandbreite. Wegen der Übersichtlichkeit wird sich hier nur auf die im Bau befindlichen bzw. in der Standortgenehmigung befindlichen Reaktoren beschränkt.
Weltweit kommen die Stromnetze an ihre Grenzen. Grundsätzlich gilt, je größer die Leistung der Kraftwerke ist, desto mehr „Netz“ zur Verteilung der elektrischen Energie ist nötig. Prinzipiell ist es deshalb sinnvoll, die Kraftwerke möglichst nah an den Verbrauchsschwerpunkten zu errichten. Praktisch einzige Ausnahme sind Wasserkraftwerke und Vorkommen minderwertiger Kohle. Selbstverständlich werden große Kraftwerke in Industrieländern auch weiter ihre Bedeutung haben. So nutzt man z.B. in China die Skaleneffekte voll aus, mit Kernkraftwerken aus sechs und mehr Reaktoren mit jeweils über einem Gigawatt elektrischer Leistung.
Definition der SMR
Ursprünglich wurden SMR über die elektrische Leistung definiert. Der Wert von 300 MWel war dabei ziemlich willkürlich. Heute steht die Modularität im Vordergrund. Module sollen in Fabriken gefertigt und getestet werden. Diese werden dann komplett auf die Baustelle transportiert und dort zu einem Kraftwerk „zusammengeschraubt“. Damit werden die (teuren) Arbeitsstunden auf der Baustelle enorm reduziert. Die Kosten verringern sich durch Serienfertigung. Vorbild ist dabei die Produktion von z.B. Flugzeugen.
Neuerdings hat sich auch eine untere Grenze von etwa 10 MWel etabliert: Die so genanten Mikroreaktoren. Diese kommen vornehmlich aus dem militärischen Sektor und unterliegen damit auch besonderen Genehmigungsverfahren, die wesentlich kürzer sind. Zumindest ergibt sich hier ein neuer „Dual-Use“ Sektor.
Die aktuellen Gruppen
Heute sind vier Reaktorprinzipien in der Entwicklung. In der Reihenfolge ihres Entwicklungsstandes:
- Leichtwasserreaktoren sind bereits im Einsatz (Russland, China) bzw. in Bau (Kanada). Dies ist nicht verwunderlich, da sie auf den Erfahrungen der vorhandenen Kraftwerke der Generation III+ aufbauen können. Dabei geht die Philosophie beim Entwurf von der Verwendung möglichst vieler bereits erprobter Bauteile (GE Hitachi Vernova BWRX-300 Siedewasserreaktor) bis zum „neu gedachten“ Reaktor (NuScale integrierter Druckwasser-Reaktor).
- Hochtemperaturreaktor mit Gas gekühlt. Dieser Typ, z.B. mit Kugelhaufen als Reaktorkern und Helium als Kühlmittel, ist ursprünglich in Deutschland entwickelt und getestet worden. Ziel war eine möglichst hohe Betriebstemperatur für chemische Anwendungen. In China ist bereits ein Prototyp aus zwei Reaktoren mit je 250 MWth zur Stromerzeugung am Netz (Shidaowan HTR-PM). Ein innovatives Projekt, bei dem Sattdampf aus HUALONG-Druckwasserreaktoren mittels HTGR überhitzt wird, ist im Kraftwerk Xuwei in Bau.
- Reaktoren mit schnellen Neutronen, mit flüssigen Metallen gekühlt Durch die Spaltung mit schnellen Neutronen können Uran, Plutonium und höhere Aktinoide genutzt werden. Damit verringert sich nicht nur der sog. „Atommüll“, sondern die Ausnutzung des Natururan steigt um etwa den Faktor 100. Große Reaktoren mit Natrium als Kühlmittel sind und waren in zahlreichen Ländern in Betrieb. Ein Reaktor mit Blei als Kühlmittel ist in Russland in Bau.
- Salzschmelze. Man unterscheidet Reaktoren, bei denen das Salz gleichzeitig Brennstoff und Kühlmittel ist und Reaktoren, bei denen es nur als Kühlmittel dient. Man will die Beseitigung von Plutonium aus heute zwischengelagerten, abgebrannten Brennelementen mit Thorium als zusätzlicher Energiequelle besonders elegant kombinieren. Starkes Interesse besteht auch im Schiffbau, als Antrieb für große Containerschiffe.
Leichtwasser SMRs
Russland hat eine Baureihe integrierter Reaktoren für seine Eisbrecherflotte geschaffen. Aus dieser Baureihe wurden auch Reaktoren für die Stromerzeugung und Wärmeversorgung an Land abgeleitet.
- Seit 2019 ist die Akademik Lomonosov zur Versorgung von Pevek in der Chukotka Region in Betrieb. Bereits im Januar 2025 hat das Kraftwerk eine Milliarde kWh Elektrische Energie zuverlässig geliefert. Das komplette Kraftwerk mit allen notwendigen Installationen befindet sich auf einer Barge (144 m lang, 30 m breit, 21.000 t Verdrängung), die von der Werft bis zu ihrem endgültigen Liegeplatz geschleppt wurde. Sie besitzt zwei KLT-40s integrierte Druckwasserreaktoren mit zusammen 70 MWel Leistung.
- Für die schwere Eisbrecherflotte wurden die RITM-200 Reaktoren gebaut. Auf dieser Basis wurde die Baureihe RITM-200C für Kraftwerke entwickelt. Es befinden sich 14 Reaktoren in unterschiedlichen Stadien in Bau. Im Mai 2026 wurde der erste RITM-200C mit einem Schnabelwagen der Eisenbahn von Moskau zur Werft gefahren. Die Floating Power Unit (FPU-106) wird über zwei RITM-200C mit zusammen 106 MWel verfügen und ist zur Versorgung der Kupfermine im Industriegebiet Chukotka Autonomous Okrug bestimmt. Sie braucht nur alle fünf Jahre einen Brennelementewechsel.
- Im Mai 2026 wurde mit dem Guss des ersten von sechs RITM-400N für ein Kraftwerk in Usbekistan begonnen. Das Kraftwerk aus sechs SMR soll eine Leistung von 330 MWel haben. Der erste SMR soll 2029 kritisch werden.
China baut seit July 2021 an seinem ACP100 Linglong One auf der Changjiang Halbinsel in der Hainan Provinz. Der integrierte Druckwasserreaktor hat eine Leistung von 125 MWel. Er soll auch zur Meerwasserentsalzung dienen. Er soll noch dieses Jahr in den kommerziellen Betrieb gehen.
Argentinien baut (mit Unterbrechungen) an seinem selbst entwickelten SMR CAREM-25 (Central Argentina de Elementos Modulares). Es ist eine Demonstrationsanlage mit 32 MWel. Er dient als Basis für das Kraftwerk Atucha III. Bestehend aus vier ACR-300 mit zusammen 1200 MWel. Es soll in fünf Jahren ans Netz gehen.
Kanada baut den ersten Siedewasserreaktor von GE Vernova Hitachi BWRX-300 in Darlington. Im Mai 2026 war Baubeginn des ersten von vier geplanten Reaktoren in Reihe. Fertigstellung des ersten SMR ist für 2030 geplant. Zahlreiche Projekte sind international in Vorbereitung. Hier in alphabetischer Reihenfolge: Bulgarien, Estland, Litauen, Norwegen, Polen, Schweden, Slowakei, Tschechien, UK, Ungarn, USA, VAE. Es ist mehr als verständlich, dass viele Energieversorger erst mal abwarten, wie der Bau und die Betriebserfahrungen des FOAK (first of a kind) sich darstellen. Sollten die Bestellungen eingehen, dürfte der Preis schnell sinken. Der FOAK ist eher handwerklich hergestellt – vergleichbar dem „Messemodell“ eines neuen PKW. Die Lernkurve bei diesem Typ könnte schnell sehr steil verlaufen.
Rumänien hat im Februar endgültig die Entscheidung für den Bau von sechs NuScale SMR mit einer Leistung von je 77 MWel zum Ersatz für das Kohlekraftwerk in Doicești getroffen. NuScale war der erste SMR, der eine vollständige Genehmigung in den USA hatte. Die Kommerzialisierung ist etwas unglücklich verlaufen. Die Fertigstellung ist für 2033 geplant.
Schweden, Tschechien, UK. In diesen Ländern besteht eine enge Kooperation mit Rolls-Royce (R&R) für den Bau von Druckwasser-SMR mit einer Leistung von 470 MWel. R&R hat jahrzehntelange Erfahrung im Bau von kleinen Druckwasserreaktoren für Atom-U-Boote in GB. Das Konzept ist in einigen Punkten bemerkenswert: Das komplette Kraftwerk wird zum Erdbebenschutz elastisch gelagert. Die Module, aus denen vor Ort die Anlage zusammengebaut wird, sind so bemessen, dass sie noch komplett transportiert werden können. Vorher werden alle Module in der Fabrik ausgiebig getestet. Dieser SMR hat die Chance, der „europäische Reaktor“ zu werden. Sehr attraktiv auch für alle Länder, die nicht so abhängig von den USA oder Russland sein wollen.
Finnland plant den Bau von 10 Heizreaktoren LDR-50 mit jeweils einer Wärmeleistung von 50 MWth für seine Fernwärmenetze. Diese Reaktoren sollen lediglich heißes Wasser mit einer Temperatur von 150 °C erzeugen. Der erste noch nicht nukleare (elektrisch beheizte) Reaktor ist seit Februar 2026 in Helsinki im Bau. Das Konzept stößt auf größtes Interesse im gesamten skandinavischen Raum.
Hochtemperatur SMR
Für hohe Temperaturen sind Reaktoren mit TRISO-Brennelementen (Tristructural-Isotropic) vorgesehen. Sie können nachweislich bis zu 1.650°C ertragen, was sie sehr sicher gegen Verluste der Kühlung macht. Als Kühlmittel dient überwiegend Helium und neuerdings auch Salz.
Japan. Seit 2011 – mit Unterbrechungen – ist der High-Temperature Test Reactor (HTTR) in Oarai, Ibaraki Prefecture in Betrieb. Er hat eine Wärmeleistung von 30 MWth .
China. Seit 2000 betreibt die Tsinghua Universität den Forschungsreaktor HTR-10 mit einer Wärmeleistung von 10 MWth. Seit Dezember 2023 befindet sich die Anlage HTR-PM in Shidaowan im kommerziellen Betrieb. Es handelt sich um zwei Kugelhaufen-Reaktoren, die auf eine gemeinsame Turbine mit 210 MWel wirken. Jeder Reaktor ist mit über 400.000 Brennstoff-Kugeln (Durchmesser 6 cm, 7 Gramm Uran, auf 8,5 Prozent angereichert) beladen und erzeugt damit eine Wärmeleistung von 250 MWth. Als Kühlmittel dient Helium. Seit April 2024 liefert die Anlage auch Heizdampf für 1.850 Haushalte. Ein innovatives Projekt befindet sich im Kraftwerk Lianyungang seit Januar 2026 in Bau. Dort werden zwei Druckwasserreaktoren vom Typ Hualong (2416 MWel) und ein HTGR (high-temperature gas-cooled reactor) mit 660 MWel errichtet. Das Neue daran ist die Produktion von Heißdampf durch Überhitzung des Sattdampfes aus den Druckwasserreaktoren mit der Wärme der HTGR.
USA X-Energy will vier Hochtemperaturreaktoren mit je 200 MWth und 80 MWel zur Versorgung eines Dow Chemical Werks in Texas mit Strom und Heißdampf (650 °C) bauen. Bei den Xe-100 Reaktoren handelt es sich um Kugelhaufenreaktoren mit Helium als Kühlmittel. Im Mai 2026 haben die zuständigen Genehmigungsbehörden das „environmental assessment (EA)“ erteilt. Beim EA handelt es sich um ein von Donald Trump beschleunigtes Verfahren für bereits bestehende Chemieanlagen. Kurz gesagt, beurteilt das EA nur die zusätzlichen Gefährdungen durch die Reaktoren für den bereits vorhandenen Standort. Anders als beim wesentlich zeitaufwändigeren „environmental impact statement (EIS)“ für eine neue Anlage auf der „Grünen Wiese“.
Reaktoren mit schnellen Neutronen
Reaktoren mit schnellem Neutronenspektrum können auch Uran 238 und höhere Aktinoide spalten. Ursprünglich stand die etwa um den Faktor 100 bessere Ausnutzung des Natururan im Vordergrund. Man glaubte in den 1950er Jahren, dass die Uranvorkommen nur begrenzt wären. Zum Glück ist das Gegenteil der Fall. Natururan ist auch heute noch weltweit zu eher geringen Preisen förderbar. Deshalb waren bisher diese Reaktoren gegenüber Leichtwasserreaktoren unwirtschaftlich. In den letzten Jahren kommt die Problematik der ständig wachsenden Menge abgebrannter Brennelemente hinzu. Sie werden in den Medien immer wieder fälschlich als „Atommüll“ bezeichnet und dienen als letzter Kampfbegriff gegen die friedliche Nutzung der Kernenergie. Werden sie für Reaktoren mit schnellen Neutronen genutzt, bedeutet das drei Vorteile:
- Rohstoff aus vorhandenem Abfall für mehrere Jahrhunderte zur Stromgewinnung auf heutigem Niveau.
- Gleichzeitiger Abbau der Lagermenge für „Atommüll“.
- Entschärfung der Langzeitlagerung in geologischen Tiefenlagern. Die Spaltstoffe aus schnellen Reaktoren sind in Jahrzehnten bis – in Ausnahmefällen – Jahrhunderten keinerlei Gefährdung für Menschen mehr. Eine kostspielige Lagerung in speziellen Bergwerken wäre überflüssig.
Russland hat den BN-600 und BN-800 in kommerziellem Betrieb. Sie verwenden Natrium als Kühlmittel. Der Bau eines Reaktors mit 1.200 MWel ist in Vorbereitung. Ein bleigekühlter Reaktor BREST-OD-300 ist in Bau. Seine Fertigstellung ist noch in diesem Jahrzehnt geplant. Er verwendet neuartige Brennelemente aus Uran-Plutonium-Nitrit. In dem Kraftwerk wird eine Wiederaufbereitung integriert, sodass nur noch Spaltprodukte gelagert werden müssen und Uran-238 etc. als Brennstoff zugeführt werden muss.
China. Seit 2011 ist in der Nähe von Peking ein Prototyp mit Natriumkühlung mit 65 MWth in Betrieb. Seit 2017 bzw. 2020 sind zwei CFR600-Einheiten in Bau. Die Brennelemente für diese beiden Reaktoren mit jeweils 600 MWel werden aus Russland geliefert. Ab Mitte des Jahrhunderts sollen schnelle Reaktoren mit Natrium als Kühlmittel der Standard in China werden. China wird dann aus seiner wachsenden Flotte Leichtwasserreaktoren über genug potenziellen Brennstoff verfügen.
Indien. Im April 2026 wurde der schnelle Brüter Kalkpakkam in Tamil Nadu zum ersten Male kritisch. Es ist eine Eigenentwicklung mit 500 MWel. Er wird mit Natrium gekühlt und soll langfristig Uran-233 aus Thorium erbrüten.
USA. TerraPower hat im April 2026 mit dem Bau eines mit Natrium gekühlten Reaktor in Kemmerer, Wyoming begonnen. Als Besonderheit gilt, dass der Reaktor und die Turbine durch einen Solar-Salz-Speicher entkoppelt sind. Dadurch lässt sich die Leistung zwischen etwa 250 und 500 MWel stufenlos pendeln, ohne den Reaktor unmittelbar zu belasten. Das Kraftwerk soll bis 2032 fertig sein, um ein Kohlekraftwerk zu ersetzen. Oklo baut im Idaho National Laboratory seinen Oklo Aurora Powerhouse, einen mit flüssigem Natrium gekühlten Reaktor mit einer elektrischen Leistung von 75 MWel. Seine Besonderheit ist die Verwendung von recyceltem metallischen Brennstoff. Der Reaktor soll 2027 in Betrieb gehen.
Schweden plant sechs Blykalla-Reaktoren mit Bleikühlung in Norrsundet, Gävle, in Ost-Schweden zu errichten. Sie sollen eine Leistung von zusammen 300 MWel haben. Die Reaktoren sollen noch in der ersten Hälfte des nächsten Jahrzehnts in Betrieb gehen.
Frankreich/Italien. Der französische Reaktorhersteller Nucleo baut in Bologna, Italien einen nicht nuklearen Demonstrationsreaktor PRECURSOR für einen bleigekühlten SMR. Der Kern ist durch eine elektrische Heizung zum Test der Komponenten und Berechnungsverfahren ersetzt. Parallel laufen die Vorbereitungen für einen LFR-AS-30 SMR in Indre-et-Loire in West-Frankreich. Der Prototyp mit einer elektrischen Leistung von 30 MWel soll bis 2032 fertig gestellt sein.
Salzschmelzen (MSR)
Bisher sind noch keine SMR mit Salz als Brennstoff und Kühlmittel in Bau. Die Genehmigungsverfahren erscheinen doch wesentlich aufwändiger als gedacht. Es besteht prinzipiell die Möglichkeit, mit thermischen oder schnellen Neutronen zu arbeiten. Es kann der Brennstoff Thorium verwendet werden, was die Versorgung mindestens um den Faktor vier gegenüber Uran verlängert. Außerdem ist Thorium bisher „radioaktiver Abfall“ z.B. bei der Gewinnung seltener Erden.
China. In Wuwei, in der Gansu Provinz, läuft seit Oktober 2023 ein Versuchsreaktor. Er hat den Betrieb mit Thorium auch praktisch nachgewiesen.
USA. Kairos Power verfolgt eine Kombination mit TRISO-Brennelementen und Salz als Kühlmittel. Daraus ergibt sich eine wesentlich bessere Energiedichte als bei der Kühlung durch Helium. Der Versuchsreaktor Hermes 1 mit einer Wärmeleistung von 35 MWth ist in Bau und soll 2028 in Betrieb gehen. Gleichzeitig wird der Prototyp Hermes 2 mit einer elektrischen Leistung von 50 MWel gebaut, der 2030 in Betrieb gehen soll. Ist er erfolgreich, will Google 500 MWel an verschiedenen Standorten ab 2035 errichten.
Ausblick
In den nächsten 10 Jahren wird sich die Welt neu sortieren. China baut konventionelle Leichtwasserreaktoren in Serie. Man hat sich auf zwei Typen (Hualong und CAP-1000) geeinigt, um Skaleneffekte voll auszureizen. Man baut inzwischen für rund 2.500 US$/kWel. Ab Mitte dieses Jahrhunderts sollen nur noch schnelle Reaktoren zur Wiederverwendung der abgebrannten Brennelemente neu gebaut werden. Was passiert, wenn die gigantischen Kapazitäten auf den Weltmarkt drängen?
Die Zahl der SMR-Anbieter (zur Zeit etwa 160) wird sich bald konsolidieren. Wenn man Skaleneffekte über „Massenfertigung“ realisieren will, wird die Anzahl wohl unter 10 Anbieter sinken müssen. Jedenfalls ist außerhalb Europas sehr viel Euphorie und spekulatives Geld im Spiel.
Dieser Beitrag erschien zuerst auf Klaus-Dieter Humpichs Blog.
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„Atomenergie – jetzt aber richtig – Wie die ‚dümmste Energiepolitik der Welt‘ abgewendet werden kann“ von Klaus-Dieter Humpich und Manfred Haferburg, Achgut Edition 2024, hier bestellbar.

Zum Inhalt des Buches: Es ist keine Frage ob, sondern lediglich wann „die dümmste Energiepolitik der Welt“ (wallstreet-Journal) – in Deutschland euphemistisch „Energiewende“ genannt – beerdigt wird. Und was dann? Überall auf der Welt werden längst wieder die Weichen für die Kernenergie gestellt, CO2-frei wie bisher, aber intelligenter, resilienter, mobiler und preiswerter als je zuvor. Die Atomenergie kann auch hierzulande der Nukleus für einen neuen Wohlstand sein, auch diese Einsicht wird sich unter der Last des Faktischen durchsetzen. Die beiden Energieexperten Manfred Haferburg und Klaus Humpich analysieren den deutschen Irrweg und zeigen Wege aus der Sackgasse. Dieses Buch ist ein Almanach der Vernunft für alle, die in Deutschland erfolgreich wirtschaftlich tätig sind und damit fortfahren wollen.
Egal ob das mit den SMRs überhaupt was wird und wie lange das noch dauert.
Wir in D sind in der glücklichen Lage solche Dinger nicht zu brauchen, wir haben
Sonne und Wind. Und wie Medien berichten, beneiden uns die Anderen deswegen.
Ich gehöre zu der Generation, die noch im Vorschulalter mit der Michkanne in den Milchladen geschickt wurde. Und ich verrate ihnen dass ich nicht in den Laden im Nachbarhaus gehen durfte, wo man über die Mauer in den Hof sehen konnte…. Es war der andere Milchladen, der 800Meter weiter war. Ja, in so eine Milchkanne passten keine fünf Liter Milch. Zum Glück wusste die Verkäuferin das damals, das wäre sonst eine Schweinerei geworden, weil ich mich sicher damals im Vorschulalter manchmal „verplant“ habe. Ich musste den ganzen Wag lang vor mich hin sagen „ein Liter Milch und fünf Eier“. Man bekam damals tatsächlich noch fünf Eier, nicht sechs und nicht zwölf. Das machte es einfacher. Aber das Risiko des Versprechers war nicht gebannt. Ja, also die Milchkanne, ich will gar nicht ausschließen, dass da vielleicht 1,3 Liter rein passten, aber wir kauften immer nur einen Liter. Das war quasi der Speicher. Wenn ich am Montag einen Liter kaufte, stand die Kanne den ganzen Montag bis zum Abend und am Dienstag meistens noch in der kühleren Kammer. Ich hatte da keinen Überblick über den Ladezustand. Ich ging einfach wieder los, wenn ich das Go bekam. Das war ein zyklischer Betrieb. Man konnte nachts um drei nirgends Milch kaufen. Deshalb verstehe ich das Gejammer nicht, heute, dass nachts die Sonne nicht scheint. Und selbst wenn wir neben dem Hühnerstall eine Kuh gehabt hätten, die konnte auch nicht nachts gemolken werden. Flattermilch war das sozusagen. Völlig unbeherrschbar, eine Extrem-Gefahr für die kontinuierliche Milchversorgung. Aber WIR KANNTEN ES JA GAR NICHT ANDERS, und hatten deshalb keine Blockaden, einfach mit der Realität zu leben, statt gegen sie. Und wenn wir zehn Kühe im Hühnerstall gehabt hätten, die 24/7 Milch geben, Sonderzüchtung, was hätten wir dann nachts damit gemacht? Gegen Gebühr entsorgt! Oder gespeichert?
Die Akademik Lomonosov nutzt einen U-Boot-Reaktor. U-Boot-Reaktoren sind von Natur aus SMRs & werden schon seit vielen Jahrzehnten gebaut. Die Bürokraten, Verwaltungsjuristen & Zertifizierungswahnsinnigen wollen wieder absahnen, wo sie nicht gesät haben.
Es ist auch so: Das „sich durchsetzen“ hat drei Gesichter.
a) Sich beim Staat durchsetzen erfordert die Fähigkeit, keinen klaren Gedanken und kein ehrliches Wort über Jahre sagen zu können, sonst ist man nach kurzer Zeir aus dem Rennen, weil man irgendwo eingewiesen wird.
b) Das sich durchsetzen bei den Fininziers erfordert die Fähigkeit ununterbrochen pseudo-evidenten Bullshit zu prodizieren. Sobald dort das erste reale Teilsystem entsteht, muss man das mit Sichtblenden abschirmen, die mit Glanzprospekten im Großformat beklebt sind.
c) Sich in einem hochkomplexen naturwissenschaftlich-technischen Gebiet durchzusetzen erfordert die vollständige Abwesenheit der Tugenden a und b und das reicht sogar noch nicht einmal.
Von der Sorte a findet man in jeder Kleinstadt Tausende, von der Sorte b noch zehn und von der Sorte c keinen einzigen. Aber weil Darwin mit seinen Nischen nicht ganz falsch lag, gibt es immerzu die Aufsteiger aus der Menge a oder b in die Nicht-Menge c. Aber da wird es quantendynamisch. Sobald höhere Bänder bevölkert werden, kommt es zu massenhaft spontanen Sprüngen zurück, je mehr „Individuen“ kurzzeitig auf Level c sind. Mit anderen Worten, wer von a oder b kommt, dem fehlen für c alle Voraussetzungen. Herr Humpich, mal ein offenes Wirt. Wohin Sie gehören, haben sie sich ja mit Ihrem Meisterwerk aus den 70-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts dokumentiert. Und wenn sogar der Kontrafunk schon meldet, dass die Nuklearia jetzt mit den Transatlantiker-Atominos zusammenmachen, …. jetzt habe ich den Rest vom Satz vergessen. Sie werden sich durchsetzen. Aber Energie wird da nicht entstehen, weil es ja den Energieerhaltungssatz gibt. Da können auch Sie nicht dagegen an. Aber wir dürfen uns nicht dem ideologischen Glauben hingeben, die Zeit der Kernkraft wäre in Deutschland ein für alle Mal vorbei. Sie kommt, irgendwann, aber das ist dann das ANDERE Deutschland. Dann werden endlich die Prophezeiungen wahr, die in der ukr. Mythologie fest verankert…
„Jedenfalls ist außerhalb Europas sehr viel Euphorie und spekulatives Geld im Spiel“. Wieso Spekulation, sind die Dinger so teuer und nicht von Ingenieuren berechnet? Oder steht SMR etwa für „Soufflé Modular Reactors“…
>>Inzwischen gibt es weit über 100 Projekte. Leider keinen einzigen SMR in Betrieb – ja nicht einmal in Bau – in Europa. Anders die Situation in Russland und China.<<
## Das erinnert mich an Windows. Die Zeit zwischen Ankündigung und Freigabe einer neuen Version wurden immer länger, während die Zeit zwischen der Ankündigung einer neuen Version und der Ankündigung des Nachfolgers immer kürzer wurde. Also weit über 100 Projekte, aber noch nirgendswo sieht man irgendein erstes Baustellenschild. Das deckt sich etwa mit den sonstigen Ankündigungen aus der Politik. Großes Geschrei, aber es geht einfach nichts los. Und dann, wenn doch mal einer nachfragt, war es alles ganz anders gemeint. Und der politische Feind hat es verhindert. Das Sprichwort „Viel Feind, viel Ehr“ hat sich verselbständigt und macht nun unter denen die Runde, die den Sinn gar nicht verstehen. Die Ehre kommt nicht von den Feinden, sondern wenn man sich dann am Ende doch durchsetzt. Und das ist noch ein weites Feld, Louisa. Da sind die Geräusche um Flamanville und Hinkley Point viel leiser geworden. Was ist dann da, an der Westfront los?
Menschenskind, der Artikel strotzt wie üblich nur so vor Konjunktiven, wie alle Gleichgearteten. Interessant werden solche Artikel erst, wenn man nach Konjunktiven gezielt suchen muss und der Text sonst aus Vollzugsmeldungen besteht.