Von Martin Toden.
Was passiert, wenn ein ehemaliger Soldat sich wieder für die Bundeswehr engagieren möchte? Er braucht vor allem ein dickes Fell und viel Geduld.
Jeder länger gedient Habende kennt den virtuellen Soldaten, der immer dann herhalten muss, wenn es gilt, ein Beispiel für das undurchdringliche Dickicht der sich zu Tode verwaltenden Truppe darzustellen – sei es bei der politischen Bildung für die gesamte Kompanie oder anlässlich der x-ten Unterrichtsstunde im Fach Wehrrecht auf dem Cheflehrgang. Es ist der Hauptgefreite Dosenkohl (mitunter nur Gefreiter oder manchmal auch schon Hauptfeldwebel). Begleiten wir diesen furchtlosen Kameraden heute bei seinem Versuch, wieder Anschluß an „seine Bundeswehr“ zu bekommen.
Wie wir mittlerweile wissen, ist jedermann, der einmal den flecktarnfarbenen (oder, falls vor dem Jahr 1991 gedient, olivgrünen) Feldanzug der Bundeswehr trug, nolens volens ein Reservist. Solange es sich staatlicherseits von der Friedensdividende gut leben läßt, ist das für die Betroffenen kein Thema und der Bund vergisst ihn einfach. Das ändert sich deutlich, wenn HG Dosenkohl z.B. beim Klassentreffen nicht nur die Steffi aus der 9b wiedertrifft, sondern auch seinen alten Bolzplatzkumpel, der als Berufssoldat dient und (immer noch) Interessantes und Herausforderndes aus der Truppe berichten kann. Dosenkohl lässt die Steffi Steffi sein und entschließt sich, sein Reservistendasein wieder zu aktivieren und sich für die Reserve der Bundeswehr zu engagieren. Ein optimistisches Vorhaben, wie wir sehen werden.
Die Zuständigkeiten des Reservistenverbandes
Zuständig für die Aufnahme, Betreuung und Unterstützung der Reservisten ist hierzulande qua Satzung der „Verein der Reservisten der deutschen Bundeswehr e.V.“, kurz VdRBw oder auch „Reservistenverband“ genannt, der über 115.000 Mitglieder vertritt und eine Mittlerfunktion zwischen der Bundeswehr und der Zivilgesellschaft einnimmt. Wenn HG Dosenkohl sich jetzt also an die Reservistenkameradschaft seines Vertrauens wendet und dort ordentliches Mitglied wird, begibt er sich automatisch unter die Fittiche des VdRBw. Optimistisch, wie er nun mal ist, hofft er, bezüglich Wissens- und Klarstand in militärischen Dingen wieder auf den aktuellen Stand und womöglich darüber hinaus gebracht zu werden, idealerweise in der Gemeinschaft seiner Kameraden und mit dem festen Ziel vor Augen, sich als Soldat der Reserve für unser Land nützlich zu machen.
Gemäß Artikel 2 Abs. 6 seiner Satzung leistet der Reservistenverband einen „Beitrag zur Aus-, Fort- und Weiterbildung der Reservisten für militärische Aufgaben in enger Zusammenarbeit mit und im Rahmen des Auftrags der Bundeswehr“. Es sei in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass dieser Aspekt der Verwirklichung des Satzungszwecks erst unter Spiegelstrich 10 erscheint, womit die Bedeutung der „militärischen Aufgaben“ schon eine gewisse Einordnung in die sonstigen Prioritäten erfährt.
Eine verpflichtende Aufgabe für die Inübunghaltung oder gar Fähigkeitsprüfung der Reservisten geht daraus nicht hervor. Seit 2014 existiert ein Pilotprojekt „militärische Ausbildung“ zwischen Verteidigungsministerium (BMVg) und VdRBw, das dem Verband bestimmte Zuständigkeiten für alle Reservisten (nicht nur Verbandsmitglieder) überträgt. Dies ist wohlgemerkt ein „Projekt“, kein in Gesetzes- oder Verordnungsform gegossenes Regelwerk, dessen es bedürfte, um die Zuständigkeiten bei und für die Reserve wirklich verbindlich festzulegen.
Der VdRBw ist demnach zuständig für die Abnahme der Leistungen im Rahmen der „Individuellen Grundfertigkeiten (IGF) und Körperlichen Leistungsfähigkeit (KLF)“ der Reservisten. Die IGF-Ausbildung wird seitens der Bundeswehr grundsätzlich als wichtig erachtet, um die Einsatzbereitschaft und die Fähigkeiten der Reservisten zu gewährleisten. Offiziell wird verkündet, VdRBw und Bundeswehr seien bestrebt, die Ausbildung der Reservisten kontinuierlich zu verbessern und an die aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen anzupassen. Darauf hofft ja auch unser tapferer Hauptgefreiter Dosenkohl. Aber ist das auch so? Werfen wir einen detaillierteren Blick auf die IGF.
Was ein Soldat heutzutage können muss
Die oben verlinkte Zentralanweisung B1-224/0-2 definiert, was von jedem Soldaten (und grundsätzlich auch von jedem beorderten Reservisten) zu fordern ist. HG Dosenkohl ist notabene noch unbeordert, das ändert aber nichts daran, dass auch er nach dieser Vorschrift zu behandeln ist, wenn er im Reservistenverband aktiv wird. Ich erspare mir und Ihnen das genaue Zitieren der selbstverständlich durchgegenderten Vorschrift, bei deren Durchlesen man einen starken Kaffee bereithalten sollte, um nicht einzuschlafen, und führe die Punkte schlicht und entkernt auf:
- Beherrschen der Schießfertigkeit
- Beherrschen der Selbst- und Kameradenhilfe
- Beherrschen elementarer ABC-Schutzmaßnahmen
- Erhalt und Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit
Es ist der Bundeswehr anzurechnen, dass sie der Fähigkeit des Soldaten, mit seiner Waffe umgehen zu können, immerhin in dieser Vorschrift die höchste Priorität einräumt. In ihrer Außendarstellung verzichtet sie nach wie vor darauf.
Dieser Punkt ist der vielleicht wichtigste beim ganzen Thema, darum legen wir heute hierauf ein besonderes Augenmerk: Der Soldat muss schießen können. Das notwendige, enge Verhältnis des Infanteristen zu seiner (im Idealfall ihm persönlich zugewiesenen) Waffe ist andernorts ein glaubensähnliches Thema und seine Verinnerlichung wird dort von jedem Soldaten erwartet. In den US-amerikanischen Streitkräften besitzt jeder, der einen Feldanzug trägt, die Grundqualifikation des Rifleman, also des einfachen Infanteristen. Man sollte also meinen, dass sich HG Dosenkohl keinen Tagträumereien hingibt, wenn er davon ausgeht, als Mitglied des Reservistenverbandes nun auch wieder den Umgang mit militärischen Schusswaffen üben zu können. Aber, ach.
Vor dem ersten Schuss
Immer dann, wenn bei einer Veranstaltung des Reservistenverbandes militärisches Gerät benötigt wird (nicht nur Waffen, sondern auch Fahrzeuge etc.), muss das im Rahmen einer sogenannten „Dienstlichen Veranstaltung (DVag)“ geschehen. Das militärische Gerät – in unserem Fall also Handwaffen (G36, P8, MP7, MG3 etc.) wird dann von einem aktiven Truppenteil gestellt. Das liegt daran, dass das inzwischen zuständige Streitkräfteamt für die Reserve in Deutschland keinerlei militärische Ausrüstung vorhält, auf die man regelmäßig zugreifen könnte. Es bedarf also der Ausstattung der „echten“ Bundeswehr, die sich ohnehin schon am Rande des Zusammenbruchs bewegt, wie der scheidende Heeresinspekteur Generalleutnant Mais unlängst konstatierte – eine Feststellung, die ihn nun das Amt kostete.
Der Wust an Formalitäten und der enorme Organisationsaufwand, der seitens der inzwischen zuständigen Stellen des Streitkräfteamts – Kompetenzzentrum Reserve – erforderlich ist, um ein solches Reservistenschießen durchführen zu können, soll hier unbeachtet bleiben. Wir bleiben beim Kameraden Dosenkohl, der sich darauf freut, nächsten Samstag auf der Schießbahn des heimatlichen Truppenübungsplatzes mit seinen Kameraden aus der Reservistenkameradschaft mal wieder im Staub liegen und auf Pappscheiben schießen zu können.
Der sieht sich jetzt jedoch unvermittelt dem Geheimdienst der Bundeswehr gegenüber, dem Bundesamt für den Militärischen Abschirmdienst (BAMAD). Denn für jeden Reservisten wird vor der ersten Dienstlichen Veranstaltung verpflichtend eine Sicherheitsüberprüfung eingeleitet, und zwar eine sogenannte „Beorderungs- und Heranziehungssicherheitsüberprüfung (BeoHSÜ)“. Die soll verhindern, dass „Reservisten mit terroristischem, extremistischem oder gewaltgeneigtem Hintergrund an Kriegswaffen aus- und weitergebildet werden und/oder Zugang zu Kriegswaffen und Munition der Bundeswehr erhalten.“
Jeder Reservist unter Generalverdacht?
Man mag den Zweck dieser Vorschrift grundsätzlich nachvollziehen können – in meinen Augen ist das einer der größten Fehltritte, den sich die Bundeswehr in Bezug auf die Reserve jemals geleistet hat. Die manische Angst des Ministerialbeamten vor der so empfundenen, allgegenwärtigen Gefahr durch (vorzugsweise rechte) Extremisten in ihren Reihen hat dazu geführt, dass tatsächlich jeder Reservist, der bei einer Dienstlichen Veranstaltung eine Waffe in die Hand nehmen will, sicherheitsüberprüft werden muss. Für den HG Dosenkohl ist das – wie für die allermeisten Reservisten, mit denen ich darüber gesprochen habe – eine kapitale Beleidigung, weil es ihn unter den Generalverdacht des Extremismus stellt.
Aber Dosenkohl wäre nicht Dosenkohl, wenn er nicht das eingangs erwähnte dicke Fell hätte. Er bleibt also tapfer und hofft auf einen baldigen Abschluss seiner Sicherheitsüberprüfung. Diese entspricht in etwa der SÜ 1 nach dem Sicherheitsüberprüfungsgesetz (SÜG). Durchgeführt wird sie wie erwähnt durch das BAMAD. Die derzeitige Dauer eines solchen Verfahrens beträgt sechs bis neun Monate – das BAMAD ist personell hoffnungslos unterbesetzt und demzufolge total überlastet. Die Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen wie einem Schießen sind deshalb viel niedriger, als es möglich wäre. Der HG Dosenkohl fragt sich, was er denn tun kann, um dieser Behördenclownerei zu entgehen.
Wer schon mal geschossen hat, hat’s leichter?
Nach dem Wechsel der Zuständigkeit für die Reserve weg von den Landeskommandos hin zum Streitkräfteamt sind immer noch dieselben Personen verantwortlich (nur in einer anderen Kommando-Struktur). Diese Kameraden, für die ich hier mal eine Lanze brechen muss, weil sie echte Sisyphos-Arbeit verrichten, sind oft erfahrene „alte Hasen“ und wissen: Eine Sicherheitsüberprüfung für einen bisher unbeorderten Reservisten wie unseren Hauptgefreiten wird nur sehr ungern angestoßen, aus den erwähnten Kapazitätsgründen. Darum bekommt Dosenkohl nun eine Mail von seinem zuständigen Beauftragten für die Reservistenarbeit, in der ihm mitgeteilt wird, dass er nicht auf die SÜ warten müsse. Immerhin habe er ja bereits schon einmal gedient und mit der ihm damals zugewiesenen Waffe geschossen. Alle Übungen, die er mit dieser Waffe (und ggf. mit weiteren Handwaffen) damals schon geschossen habe, könne er auch jetzt absolvieren, ohne SÜ. Alles, was er dafür bräuchte, sei sein Schießbuch. HG Dosenkohl denkt kurz nach: Hat er sein Schießbuch noch? Wir ahnen es: Er hat es nicht mehr.
Pflichtbewusster und gehorsamer Mannschafter, der er war und ist, hat er sein Schießbuch, in dem er während seiner zwei Jahre freiwilligem Wehrdienst penibel jeden Schuss vermerkte, den er mit dem Sturmgewehr, der Pistole, der Panzerfaust und dem MG abgab, nach Dienstzeitende abgegeben. Wie sich jetzt zeigt, war das ein Fehler.
Sein Schießbuch sollte eigentlich bei seinen Personalunterlagen aufbewahrt werden. Immer dann, wenn im Kontext Bundeswehr ein „eigentlich sollte“ auftaucht, kann man davon ausgehen, dass es definitiv nicht stattfindet. Die Anfrage beim zuletzt für HG Dosenkohl zuständigen Truppenteil (den es nach der x-ten Umstrukturierung der Bundeswehr mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nicht mehr gibt) bezüglich des Schießbuchs hat darum das erwartbare Ergebnis: Kein Schießbuch. Wer jetzt hofft, dass es in einem Land, das ja schon seit mindestens zehn Jahren von sich denkt, es sei IT-Weltmeister, bei der Truppe eine Datenbasis gibt, in der solche Dokumente gespeichert und abrufbar sind, der wird enttäuscht. Es gibt natürlich keine zentrale digitale Buchführung über Schießnachweise, auch nicht bei der aktiven Truppe.
Und so bleibt dem armen HG Dosenkohl nur das Hoffen und Warten auf Einleitung, Durchführung und Abschluss seiner Sicherheitsüberprüfung. Mit etwas Glück bekommt er dann irgendwann doch mal wieder ein G36 in die Hand. Ob das für ihn und für die Bundeswehr sinnvoll ist, ist durchaus fraglich. Es wird nämlich noch kafkaesker.
Fortbildung verboten
Die überaus solide und treffsichere Waffe HK G36 ist bekanntlich ein Auslaufmodell, nachdem eine auf „Fake News“ basierende Kampagne seine Tauglichkeit für den Einsatz infrage stellte und die Beschaffung eines Nachfolgers erforderlich machte. Dieser Nachfolger ist das HK 416 (beim Bund „G95“ genannt). Die geplante Neubeschaffung soll inkl. Umlaufreserve nach aktuellen Recherchen 118.000 Gewehre umfassen. Das würde bedeuten, dass nicht einmal jeder aktive Soldat „seine“ Waffe zur Verfügung hat. Es werden somit zwei inkompatible Waffensysteme nebeneinander in der Truppe bleiben, weil die unbeorderte Reserve nur mit dem G36 schießen wird.
Dieser Effekt wird verstärkt durch zwei unterschiedliche Schießausbildungen: Die Inübunghaltung nach alter Vorschrift für die Reservisten und das neue Schießausbildungskonzept für die aktive Truppe. Dies wird zwar auf den Seiten des Reservistenverbandes beworben, bleibt aber für den unbeorderten Reservisten und unseren braven HG Dosenkohl unerreichbar. Denn wie das (nicht eingestufte) Begleitschreiben aus den Tiefen der Rechtsabteilung III 3 des BMVg zur BeoHSÜ für Reservisten festlegt, ist nicht nur „eine weitergehende Ausbildung an Waffen, als der betroffenen Person bereits zuteil wurde (…) untersagt“, sondern eine „Fort- und Weiterbildung an Kriegswaffen oder in neuen Schießausbildungskonzepten (…) unzulässig“.
Unbeorderte Reservisten wie der HG Dosenkohl bleiben also ohne Ausstattung und dürfen nur nach abgeschlossener SÜ ans G36 (falls sich nicht irgendwo ihr altes Schießbuch findet). Sie bleiben ohne Ausbildung am neuen G95. Wie sie dann für die Bundeswehr irgendeinen Wert haben sollen, bleibt mehr als fraglich. Ob ehemalige Soldaten noch in signifikanter Anzahl Lust auf ein Engagement in der Reserve haben, ebenfalls.
Ein kleines Schmankerl nebenher: Das neue Schießausbildungskonzept der Bundeswehr wurde nach seiner Einführung vor über 15 Jahren in der Truppe kurz „NSAK“ (gesprochen: „EnnSack“) genannt. Irgendein besorgter Schreibtischtäter fand dann heraus, dass es bis 1931 in Deutschland ein „Nationalsozialistisches Automobilkorps“ gab (das später umbenannt und in die SA überführt wurde), welches auch mit „NSAK“ abgekürzt wurde. Das hat zur Folge, dass diese Abkürzung nun in der Truppe nicht mehr verwendet werden darf und auch auf der entsprechenden Seite der Bundeswehr nicht mehr auftaucht. Der treue Soldat muss jetzt „neuSack“ sagen.
Das Streitkräfteamt, seit neuestem die zuständige Instanz für die Reserve, hat ein „Kompendium Reserve“ herausgegeben, in dem wichtige (und weniger wichtige) FAQ zum Thema beantwortet oder wenigstens angesprochen werden. Es wird auch ein elektronisches Postfach genannt, an das man Anforderungen oder Änderungsvorschläge senden möge. Man erwartet vielleicht so etwas wie „kontakt@...“ oder „redaktion@...“ als Mail-Adresse. Die ganz auf Service und Effizienz ausgerichtete Bundeswehr ist da allerdings schon weiter. Man wende sich an die sehr leicht zu merkende Adresse „skakompzresangelbwdezgrds@bundeswehr.org“. Alles klar?
Demnächst in diesem Theater: Der Mount Everest des Reservisten: Die Beorderung!
Teil eins dieser Reihe finden Sie hier.
Martin Toden (61) ist studierter Personalentwickler, Reserveoffizier der Bundeswehr und blickt auf 40 Jahre zivile und militärische Führungserfahrung zurück. Er schreibt hier unter Pseudonym.
Nur gut, dass der Russe das nicht weiß, der Artikel gehört unter Verschluss, oder?
Selbst Wehrpflichtiger gewesen. Manche Menschen hatten Spaß an der Kameradschaft und der Landesverteidigung. Ich wusste nicht, dass der Staat es ihnen so schwer macht. Ich war später lieber bei der Ortsfeuerwehr. Und jetzt denke ich über Auswanderung nach. Zu Recht…
„Immer dann, wenn bei einer Veranstaltung des Reservistenverbandes militärisches Gerät benötigt wird (nicht nur Waffen, sondern auch Fahrzeuge etc.), muss das im Rahmen einer sogenannten “Dienstlichen Veranstaltung (DVag)„ geschehen. Das militärische Gerät – in unserem Fall also Handwaffen (G36, P8, MP7, MG3 etc.) wird dann von einem aktiven Truppenteil gestellt.“ – Das ist die Theorie, zu der es in der Realität bei Auftreten der dort auch aktiven vielen „Waffennarren“ reichlich „Wildwuchs“ gibt, was Vorhandensein von Waffen und Munition angeht. -- Habe ich mal von einem „Freund“ vernommen, also nur aus 3. Hand.
Auflösen, neugründen. Ohne Zivilbeamte. Das Nähere ist nachzulesen im Buch der Richter, Stichwort: Gideon.
@A.Ostrovsky: Wieso sollte ich etwas gegen Gewinnstreben in exakten Wissenschaften haben? Dazu sagt die Bibel sinngemäß. „Jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert“. Aber eben auch nicht maßlos. Philosophie ist für mich keine exakte Wissenschaft, sondern fast immer Stochern im Nebel. Anderenfalls gäbe es nicht so unendlich viele Meinungen zum Sinn und Ziel des Lebens. Christliche Theologie könnte eine exakte Wissenschaft sein, wenn die Theologen sich tatsächlich und ausschließlich mit dem beschäftigen würden, was in der Bibel geschrieben steht, möglichst ergänzt durch Sprachkenntnisse in den Bibelsprachen. Historische, archäologische und linguistische Forschung gehören ebenfalls dazu. Meiner persönlichen Meinung nach sind Pastoren, die gute Bibelschulen besucht haben, bibelfundierter in der Auslegung als die meisten akademisch ausgebildeten Pfarrer heutzutage. Philosophische Exkurse haben dort m.E. nichts zu suchen, s.o. – - Kennen Sie John Lennox? Das ist ein emeritierter Oxforder Mathe-Prof und ernsthaft gläubiger Christ. Dr. Werner Gitt (Informatiker) ist ein anderes Beispiel. Exakte Wissenschaft und christlicher Glaube schließen einander keineswegs aus, sondern im Gegenteil. Das im Detail zu beschreiben, ist an dieser Stelle unmöglich. Dr. Lennox hat wunderbare Bücher über biblische Themen geschrieben. Blaise Pascal war auch kein Irrer. Von ihm sind „Gedanken über die Religion“ überliefert. Daraus zitiere ich: „Ihr sagt also, daß wir unfähig sind zu erkennen, ob es einen Gott giebt. Indessen es ist gewiss, daß Gott ist oder daß er nicht ist, es giebt kein Drittes. Aber nach welcher Seite werden wir uns neigen? Die Vernunft, sagt ihr, kann aber nichts entscheiden. […] Nach der Vernunft könnt ihr keins von beiden leugnen. So werfet denn nicht denen Irrthum vor, die eine Wahl getroffen, denn ihr wißt nicht, ob sie Unrecht haben, und ob sie schlecht gewählt.“
@A.Ostrovsky: Was Wissenschaft sein sollte und vor hundert Jahren vielleicht noch gewesen ist, habe ich schon kapiert. Ein Zitat von Planck (ich habe es nicht persönlich von ihm gehört) lautet: „Die Wissenschaft schreitet von Beerdigung zu Beerdigung.“ Tut sie das heute auch noch? Werden glamouröse Theorien noch beerdigt, wenn sie sich als Blödsinn herausgestellt haben? Ich denke: NEIN, das passiert nicht. Aber mein Hirn ist wohl zu klein, um Sie so zu verstehen, wie Sie verstanden werden wollen und sicher von allen anderen Lesern verstanden werden. Jedenfalls fühle i c h, i.g., mich von „der Wissenschaft“, inklusive der „Naturwissenschaft“ gründlich verarxt. Gehört Medizin nun zu den Naturwissenschaften oder ist sie – was meiner auf Erfahrung gründenden Meinung entspricht – schlicht und einfach ein Verfahren von „trial and error“, sprich irgendwas Empirisches, das nicht erst in unserem Jahrhundert, aber nun verstärkt, vor allen Dingen Geld in ganz bestimmte Kassen spülen soll? Das mit der Ehrfurcht, in welcher ich nicht erstarre, war selbstverständlich nicht ernst gemeint, sonder ludwig. Aber das eigentliche Problem bleibt doch davon unberührt, denn jeder definiert Wissenschaft nach eigenem Gusto und eigenen Interessen. Ganz so wie Gerechtigkeit, Wahrheit und Gewissen.
@Ilona Grimm @A.Ostrovsky … Sie haben vollkommen Recht, Frau Grimm. Die heutige Wissenschaft verbreitet mehrheitlich politische Narrative & keine wissenschaftlichen, was genauso unsinnig ist, wie Ihre unseligen Märchen vom Superhelden Lattenjupp aus dem antiken Hollywood & orientalischen Marvel-Imperium. Ansonsten hoffe ich, daß es Ihnen gut geht, wie allen Achse-Lesern. Das Wissen & das Denken verbindet Leser. Seien wir dankbar, daß es die Achse gibt.