Warum übernehmen wir so bereitwillig die großspurige Bezeichnung „Nationalsozialistischer Untergrund“? Einmal abgesehen davon, dass mit dem Kürzel NSU eine Stadt (Neckarsulm) und eine traditionsreiche Automobilmarke verunglimpft werden. Nach allem, was man bislang weiß, handelt es sich bei dem Killertrio um „drei durchgeknallte Ossis“, die allenfalls ein paar Hand voll Helfer hatten. Die Springerstiefel-Szene lacht sich doch ins Fäustchen ob der kostenlosen Propaganda, die sie zur Großgefahr aufbläst. Die 38-jährige Zschäpe kann sich im Gerichtssaal als neonazistische Pop-Ikone inszenieren, die adrett gestylt der puren Lust am Töten ein bürgerliches Gesicht gibt. Durch Vergleiche mit den Links-Terroristinnen der RAF, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin oder Brigitte Mohnhaupt wird diese politische Überhöhung zusätzlich unterstrichen. Die tatsächliche gesellschaftliche Nicht-Verankerung wird hingegen unterschlagen: Die dem Jenaer Mördertrio ideologisch nahestehende NPD ist finanziell wie personell ausgezehrt und verkümmert bei Wahlen regelmäßig als Splitter einer Splitterpartei. Wird hier also ein brauner Popanz aufgeblasen, damit sich der ewige „Kampf gegen Rechts“ immer neu rechtfertigen und finanzieren lässt? http://www.cicero.de/berliner-republik/deutschland-am-pranger-nsu-sind-wir-nun-zschaepe/54420