
Es liegen mir zwei Dinge am Herzen: Der Riss geht mittlerweile bis die Freundeskreise hinein, die Situation verhärtet sich immer mehr. Fragt man bei der Gegenseite nach den Quellen ihrer Meinungsbildung, hört man meist Fernsehen und Print. Weise ich dann auf alternative Quellen hin, wie z.B. Die Achse des Guten, Tichys Einblicke oder den sehr lesenswerten Blog von Henryk M. Broder, erreicht man schnell eine gewisse Nachdenklichkeit. Aber ich möchte nicht, dass an diesem fortgesetzten Streit, der für mich den Kern lange verlassen hat, jahrelange Freundschaften zerstört. Womit wir beim zweiten Problem wären, was ich nur einmal am Beispiel der Teilnehmerzahlen der beiden letzten Dresdner Demos festmachen möchte: An der durch Freistaat und Stadt Dresden initiierten Demo am Sonnabend sollen angeblich 35.000 Menschen auf dem Neumarkt gewesen sein. Der Platz ist aber nur knapp 8.000 m² groß und laut Ordnungsamt für maximal 17.000 Besucher zugelassen. Das war ja auch ein Grund für die Stadt Dresden, den Pegida-Organisatoren diesen Platz zu verwehren. Am Montag hingegen war ein Demonstrationszug von geschätzt 800 m Länge unterwegs, Zahlen der Polizei vom Abend gingen von rund 40.000 Teilnehmern aus, die Veranstalter von 50.000. Offiziell war am anderen Morgen nur noch von 25.000 Teilnehmern die Rede, die aber sogleich ins Verhältnis von allen Gegendemonstrationen bundesweit gesetzt wurden. Damit war wieder einmal bewiesen, was bewiesen werden musste: Die stehen allein, die Dresdner. Wann hört die offizielle Politik - gestützt von Medien, die Wunschergebnisse liefern die den Vergleich mit den Planerfüllungszahlen in der DDR nicht scheuen brauchen - endlich auf, immer wieder nachzulegen? Es war genau die gleiche unnachgiebige Haltung der damaligen Staats- und Parteiführung, die diese dann schlussendlich in den Abgrund gerissen hat. Aber auch wir können stur sein. Frau Merkel und Herr Maaß sollten bitte nicht vergessen, wo das alles damals angefangen hat: Bei uns in Dresden!
Aus Dr. Angela-Merkels Rede am CDU-Parteitag v. 1. Dez. 2003 (damals Vorsitzende der CDU): Damals sagte Dr. Angela Merkel in etwa das, was heute PEGIDA fordert: Zitat: „Deshalb müssen wir aber auch immer wieder fragen: Wo hört Toleranz auf und wo fängt Beliebigkeit an? Ein Beispiel: Manche unserer Gegner können es sich nicht verkneifen, uns in der Zuwanderungsdiskussion in die rechtsextreme Ecke zu rücken, nur weil wir im Zusammenhang mit der Zuwanderung auf die Gefahr von Parallelgesellschaften aufmerksam machen. Das, liebe Freunde, ist der Gipfel der Verlogenheit, und eine solche Scheinheiligkeit wird vor den Menschen wir ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen. Deshalb werden wir auch weiter eine geregelte Steuerung und Begrenzung von Zuwanderung fordern.“ Zitatende Sie finden die Originalquelle in ZEIT online, wenn Sie das Folgende manuell eingeben: zeit.de/reden/deutsche_innenpolitik/200349_merkelcduparteitag Seite12
Pegida als rechtsradikale Strömung zu bezeichnen ist, wenn man sich deren Thesen wirklich anschaut, nicht richtig. Würde ich auf die gleiche Art und Weise argumentieren, so könnte ich behaupten, dass die Gegendemonstranten für eine weiter Islamisierung unserer Gesellschaft auf die Strassen gehen. Ich habe feststellen müssen, dass fast jeder Politiker und fast alle Medien nur dass sehen und propagieren, was in das eigene Denkschema bzw. Weltanschauung passt. ( Möglicherweise geht das allen, mich eingeschlossen, genau so !!! ) Da unsere Gesellschaft immer weiter nach links rückt ( u.a. durch einseitige Berichterstattung in den Medien ) werden selbst Menschen, die ihre politische Heimat in der Mitte haben ( da wo früher die CDU war ) , als rechtsradikal, ängstlich, fehlgeleitet und dumm verunglimpft. Fr. Lengsfeld machen so Sie weiter, auch wenn die Lage hoffnungslos ist. Mit traurigen Grüßen E.Gartner
Ich gehöre auch zum Volk und empfinde die PEGIDA-Demonstrationen nicht als meine Vertretung. Um mit PEGIDA zu schreiben, wird man das ja noch sagen duerfen.
Welche Redaktion ist am nächsten dran? Die regionalredaktion des MDR. Eine wirklich bemerkenswerte Sendung “fakt ist” am gestrigen Abend. In der Mediathek ansehbar. Die Phalanx des vereinigten Pressecorps und der “politischen Klasse” ist verunsichert und beginnt vom hohen Roß herunterzusteigen.
Liebe Frau Lengsfeld, ja es gibt Probleme, die gelöst werden müssen. Eines davon ist, dass sich viele Bürger in eine Reihe mit Rechten und Neonazis stellen. Und das geschieht bei PEGIDA und seinen Ablegern. Wenn die Organisatoren und Veranstaltungsverantwortliche bekannte und bekennende Rechte sind (mit denen Sie sicher nichts zu tun haben wollen), darf ich da nicht mit„marschieren“. Ich anerkenne damit auch deren Haltung. Punkt. Der Wahl-o-mat spuckt mir in vorderen Positionen auch regelmäßig abstruse Parteien aus, niemals würde ich die wählen, auch wenn vllt. 80% Prozent Übereinstimmung herrscht (gut, das liegt auch an deren harmlos formulierten Wahlprogrammen). Der nächste Schritt ist vielleicht, dass einige der PEGIDA-Marschierer „Kauft nicht beim Moslem“ an einen Laden sprühen. Wetten, dass sich die Zahl der Mitläufer kaum ändern würde? DAS ist eben auch ein Problem.
Das Unwort des Jahres ist “Lügenpresse”. Die Begründung der Sprachwissenschaftler ist garniert mit der Nazikeule. Liest man hingegen die von der Presse verbreiteten Zahlen über die gestrigen Demos, fällt auf, dass es einen nicht zu übersehenden Hang zum Unter- und Übertreiben gibt. Offensichtlich ist es für die Presse wichtig, die Zahlen von PEGIDA unter die Anzahl der Gegendemonstranten zu bekommen, um zu beweisen, dass ... Ja was eigentlich? Politik und Medien befinden sich in bester Gesellschaft. Führende deutsche Politiker und Meinungsmacher bezeichnen PEGIDA als “widerlich, ekelhaft, nazistisch… Die deutsche Kanzlerin kanzelt: “Der Islam gehört zu Deutschland”. Alle tönen: “Es gibt gar keine Islamisierung in Deutschland” Laut BKA bekommt der Islamische Terrorist Coulibali, der eine 25ig jährige farbige Polizistin auf offener Straße und vier jüdische Kunden in einem Supermarkt erschoß, massenhaft Sympathiekundgebungen. Ein polizeibekannter Islamist, der alle Kuffar (abfälliges Wort für Ungläubige) hasst bezeichnet PEGIDA als “Schweinemärsche” und potentielles Anschlagziel. Laut BKA forderte auch der österreichische Dschihadist Mohamed Mahmoud, seine Glaubensbrüder über Twitter auf, Attentate in Deutschland und Österreich zu verüben. Die Rede ist vom “Abschlachten” sogenannter Ungläubiger. Liebe Vera, mir kommt es so vor, als wären Kafka und Orwell auferstanden und würden unsere Zeitungen schreiben. Je suis Charlie et je suis Juif
Wenn Merkel nun viele Forderungen der Pegida als ihre eigenen verkaufen würde, dann wäre sie im nu die Pegida los und hätte viele Wähler gewonnen. Ich vermute, sie wird das tun, wenn die Rechnung aufgeht. Sicher liest sie täglich die Umfrageergebnisse. Ihnen, liebe Frau Lengsfeld, ein ganz großes Dankeschön für Ihre Beiträge und alles Gute für 2015.
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