Vera Lengsfeld / 13.01.2015 / 11:24 / 24 / Seite ausdrucken

Sie sind das Volk!

Trotz massivster Hetze gegen die Pegida und ihre Ableger, trotz der Nazikeule, die von Medien und Politik geschwungen wird, trotz Aufrufen von Heiko Maaß und Co. , auf das verfassungsmäßige Grundrecht der Demonstrationsfreiheit zu verzichten, wächst die Protestbewegung weiter.

Mehr als 40 000 in Dresden, also mehr als mit den Ressourcen vom Freistaat und der Stadt Dresden mobilisiert werden konnten, 5000 in Leipzig und 1000 in Berlin, doppelt so viele wie am letzten Montag.

Wird es nicht langsam Zeit, die Hetze einzustellen und anzuerkennen, dass den Protesten Probleme zugrunde liegen, die gelöst werden müssen?

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Paypal via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Jens Berndt / 13.01.2015

Es liegen mir zwei Dinge am Herzen: Der Riss geht mittlerweile bis die Freundeskreise hinein, die Situation verhärtet sich immer mehr. Fragt man bei der Gegenseite nach den Quellen ihrer Meinungsbildung, hört man meist Fernsehen und Print. Weise ich dann auf alternative Quellen hin, wie z.B. Die Achse des Guten, Tichys Einblicke oder den sehr lesenswerten Blog von Henryk M. Broder, erreicht man schnell eine gewisse Nachdenklichkeit. Aber ich möchte nicht, dass an diesem fortgesetzten Streit, der für mich den Kern lange verlassen hat, jahrelange Freundschaften zerstört. Womit wir beim zweiten Problem wären, was ich nur einmal am Beispiel der Teilnehmerzahlen der beiden letzten Dresdner Demos festmachen möchte: An der durch Freistaat und Stadt Dresden initiierten Demo am Sonnabend sollen angeblich 35.000 Menschen auf dem Neumarkt gewesen sein. Der Platz ist aber nur knapp 8.000 m² groß und laut Ordnungsamt für maximal 17.000 Besucher zugelassen. Das war ja auch ein Grund für die Stadt Dresden, den Pegida-Organisatoren diesen Platz zu verwehren. Am Montag hingegen war ein Demonstrationszug von geschätzt 800 m Länge unterwegs, Zahlen der Polizei vom Abend gingen von rund 40.000 Teilnehmern aus, die Veranstalter von 50.000. Offiziell war am anderen Morgen nur noch von 25.000 Teilnehmern die Rede, die aber sogleich ins Verhältnis von allen Gegendemonstrationen bundesweit gesetzt wurden. Damit war wieder einmal bewiesen, was bewiesen werden musste: Die stehen allein, die Dresdner. Wann hört die offizielle Politik - gestützt von Medien, die Wunschergebnisse liefern die den Vergleich mit den Planerfüllungszahlen in der DDR nicht scheuen brauchen - endlich auf, immer wieder nachzulegen? Es war genau die gleiche unnachgiebige Haltung der damaligen Staats- und Parteiführung, die diese dann schlussendlich in den Abgrund gerissen hat. Aber auch wir können stur sein. Frau Merkel und Herr Maaß sollten bitte nicht vergessen, wo das alles damals angefangen hat: Bei uns in Dresden!

Angelika Eberl / 13.01.2015

Aus Dr. Angela-Merkels Rede am CDU-Parteitag v. 1. Dez. 2003 (damals Vorsitzende der CDU): Damals sagte Dr. Angela Merkel in etwa das, was heute PEGIDA fordert: Zitat: „Deshalb müssen wir aber auch immer wieder fragen: Wo hört Toleranz auf und wo fängt Beliebigkeit an? Ein Beispiel: Manche unserer Gegner können es sich nicht verkneifen, uns in der Zuwanderungsdiskussion in die rechtsextreme Ecke zu rücken, nur weil wir im Zusammenhang mit der Zuwanderung auf die Gefahr von Parallelgesellschaften aufmerksam machen. Das, liebe Freunde, ist der Gipfel der Verlogenheit, und eine solche Scheinheiligkeit wird vor den Menschen wir ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen. Deshalb werden wir auch weiter eine geregelte Steuerung und Begrenzung von Zuwanderung fordern.“ Zitatende Sie finden die Originalquelle in ZEIT online, wenn Sie das Folgende manuell eingeben: zeit.de/reden/deutsche_innenpolitik/200349_merkelcduparteitag   Seite12

Engelbert Gartner / 13.01.2015

Pegida als rechtsradikale Strömung zu bezeichnen ist, wenn man sich deren Thesen wirklich anschaut, nicht richtig. Würde ich auf die gleiche Art und Weise argumentieren, so könnte ich behaupten, dass die Gegendemonstranten für eine weiter Islamisierung unserer Gesellschaft auf die Strassen gehen. Ich habe feststellen müssen, dass fast jeder Politiker und fast alle Medien nur dass sehen und propagieren, was in das eigene Denkschema bzw. Weltanschauung passt. ( Möglicherweise geht das allen, mich eingeschlossen, genau so !!! ) Da unsere Gesellschaft immer weiter nach links rückt ( u.a. durch einseitige Berichterstattung in den Medien ) werden selbst Menschen, die ihre politische Heimat in der Mitte haben ( da wo früher die CDU war ) , als rechtsradikal, ängstlich,  fehlgeleitet und dumm verunglimpft. Fr. Lengsfeld machen so Sie weiter, auch wenn die Lage hoffnungslos ist. Mit traurigen Grüßen E.Gartner      

Dieter Faulenbach / 13.01.2015

Ich gehöre auch zum Volk und empfinde die PEGIDA-Demonstrationen nicht als meine Vertretung. Um mit PEGIDA zu schreiben, wird man das ja noch sagen duerfen.

Frank Mora / 13.01.2015

Welche Redaktion ist am nächsten dran? Die regionalredaktion des MDR. Eine wirklich bemerkenswerte Sendung “fakt ist” am gestrigen Abend. In der Mediathek ansehbar. Die Phalanx des vereinigten Pressecorps und der “politischen Klasse” ist verunsichert und beginnt vom hohen Roß herunterzusteigen.

Nohan Bertel / 13.01.2015

Liebe Frau Lengsfeld, ja es gibt Probleme, die gelöst werden müssen. Eines davon ist, dass sich viele Bürger in eine Reihe mit Rechten und Neonazis stellen. Und das geschieht bei PEGIDA und seinen Ablegern. Wenn die Organisatoren und Veranstaltungsverantwortliche bekannte und bekennende Rechte sind (mit denen Sie sicher nichts zu tun haben wollen), darf ich da nicht mit„marschieren“. Ich anerkenne damit auch deren Haltung. Punkt. Der Wahl-o-mat spuckt mir in vorderen Positionen auch regelmäßig abstruse Parteien aus, niemals würde ich die wählen, auch wenn vllt. 80% Prozent Übereinstimmung herrscht (gut, das liegt auch an deren harmlos formulierten Wahlprogrammen). Der nächste Schritt ist vielleicht, dass einige der PEGIDA-Marschierer „Kauft nicht beim Moslem“ an einen Laden sprühen. Wetten, dass sich die Zahl der Mitläufer kaum ändern würde? DAS ist eben auch ein Problem.

Manfred Haferburg / 13.01.2015

Das Unwort des Jahres ist “Lügenpresse”. Die Begründung der Sprachwissenschaftler ist garniert mit der Nazikeule. Liest man hingegen die von der Presse verbreiteten Zahlen über die gestrigen Demos, fällt auf, dass es einen nicht zu übersehenden Hang zum Unter- und Übertreiben gibt. Offensichtlich ist es für die Presse wichtig, die Zahlen von PEGIDA unter die Anzahl der Gegendemonstranten zu bekommen, um zu beweisen, dass ... Ja was eigentlich? Politik und Medien befinden sich in bester Gesellschaft. Führende deutsche Politiker und Meinungsmacher bezeichnen PEGIDA als “widerlich, ekelhaft, nazistisch… Die deutsche Kanzlerin kanzelt: “Der Islam gehört zu Deutschland”. Alle tönen: “Es gibt gar keine Islamisierung in Deutschland” Laut BKA bekommt der Islamische Terrorist Coulibali, der eine 25ig jährige farbige Polizistin auf offener Straße und vier jüdische Kunden in einem Supermarkt erschoß, massenhaft Sympathiekundgebungen. Ein polizeibekannter Islamist, der alle Kuffar (abfälliges Wort für Ungläubige) hasst bezeichnet PEGIDA als “Schweinemärsche” und potentielles Anschlagziel. Laut BKA forderte auch der österreichische Dschihadist Mohamed Mahmoud, seine Glaubensbrüder über Twitter auf, Attentate in Deutschland und Österreich zu verüben. Die Rede ist vom “Abschlachten” sogenannter Ungläubiger. Liebe Vera, mir kommt es so vor, als wären Kafka und Orwell auferstanden und würden unsere Zeitungen schreiben. Je suis Charlie et je suis Juif

Bärbel Schmidt / 13.01.2015

Wenn Merkel nun viele Forderungen der Pegida als ihre eigenen verkaufen würde, dann wäre sie im nu die Pegida los und hätte viele Wähler gewonnen. Ich vermute, sie wird das tun, wenn die Rechnung aufgeht. Sicher liest sie täglich die Umfrageergebnisse. Ihnen, liebe Frau Lengsfeld, ein ganz großes Dankeschön für Ihre Beiträge und alles Gute für 2015.

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Vera Lengsfeld / 16.05.2024 / 06:25 / 110

Die tägliche Gewalt gegen Bahn-Mitarbeiter. Ein Notruf im Wortlaut

Gewalt gegen Politiker ist das große Thema. Worüber nach wie vor kaum gesprochen wird, ist die alltägliche Gewalt, der die Bürger unseres Landes inzwischen ausgesetzt sind. Ein…/ mehr

Vera Lengsfeld / 13.05.2024 / 16:00 / 17

Im Moralgefängnis

Das Virus, das unsere Gesellschaft befallen hat, heißt Moralitis. Es ist ein kulturelles Virus, das die Gesellschaft schädigt, wie ein biologisches Virus den Körper. Wahrlich,…/ mehr

Vera Lengsfeld / 12.05.2024 / 12:00 / 13

Harald Martenstein auf Schloss Ettersburg

„Und sind wir auch regiert von Nieten, wir lassen uns das Lachen nicht verbieten“.  Schloss Ettersburg ist immer eine Reise wert. Nachdem der Musenhof Anna…/ mehr

Vera Lengsfeld / 21.04.2024 / 10:00 / 34

„Der General muss weg!” Der Fall Siegfried Buback

Als ich noch in der DDR eingemauert war, hielt ich die Bundesrepublik für einen Rechtsstaat und bewunderte ihren entschlossenen Umgang mit den RAF-Terroristen. Bis herauskam,…/ mehr

Vera Lengsfeld / 11.03.2024 / 16:00 / 20

Wie rettet man eine Demokratie?

Warum lässt die schweigende Mehrheit zu, dass unter dem Schlachtruf, die Demokratie und das Grundgesetz zu verteidigen, beides ausgehöhlt wird? Was man ganz einfach tun…/ mehr

Vera Lengsfeld / 06.02.2024 / 12:00 / 38

Wie man Desinformation umstrickt – und noch schlimmer macht

Wenn man gewisse „Qualitätsmedien" der Fehlberichterstattung und Manipulation überführt, werden die inkriminierten Texte oft heimlich, still und leise umgeschrieben. Hier ein aktuelles Beispiel.  Auf diesem Blog…/ mehr

Vera Lengsfeld / 04.02.2024 / 15:00 / 20

Die Propaganda-Matrix

Die öffentlich-rechtlichen Medien und die etablierten Medien leiden unter Zuschauer- und Leserschwund, besitzen aber immer noch die Definitionsmacht. Das erleben wir gerade wieder mit einer Propaganda-Welle. …/ mehr

Vera Lengsfeld / 02.02.2024 / 06:05 / 125

Wie man eine Desinformation strickt

Am 30. Januar erschien bei „praxistipps.focus.de“ ein Stück mit dem Titel: „Werteunion Mitglied werden: Was bedeutet das?“ Hier geht es darum: Was davon kann man davon…/ mehr

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com