Gastautor / 31.07.2021 / 12:00 / Foto: Bundesregierung/Bergmann / 118 / Seite ausdrucken

Sie gendern, um zu herrschen

Der Grund für die Propagierung von Gendersprache ist nicht die Beförderung der Gleichberechtigung sondern die Verfestigung von Herrschaft mit Hilfe der Sprache.

Von Friedrich Lang.

Jedermann weiß, dass die sogenannte Gendersprache aus linguistischer und soziologischer Sicht unsinnig und nicht praktikabel ist. Sogar deren Befürworter. Wie ein aktueller Artikel aus der FAZ, der das „durchgegenderte“ Wahlprogramm der Grünen analysiert, zeigt, ist Gendersprache falsch, weil sie das generische Maskulinum (wie bei Polizist und Mond) genauso ignoriert wie das generische Femininum (wie bei Amsel und Ente, markiertes Maskulinum: Enterich). Die generische Verwendung der Wortform eines Geschlechts dient der Sprachökonomie. Sprachökonomie ist essenziell, weil Sprechen die potenteste Form des Handelns ist, der sich Menschen bedienen können. Ein Satz kann Hunderttausende töten, wie der Befehl des Einsatzes der Atombomben über Hiroshima und Nagasaki. Ein Wort kann entscheidend sein, wie beim dringlichen Aussprechen einer Warnung. Ohne Sprachökonomie wäre keine effiziente Kommunikation möglich.

Daher sparen wir in der Sprache ständig Worte ein, durch implizite Bedeutung, durch Mehrdeutigkeit, durch ergänzende Mimik und Gestik, aber auch durch Abstraktion und eben generische Wortformen. Sprachökonomie ist nicht nur für die Alltagssprache unabdingbar, sondern auch für Fachsprachen, wie die Sprache auf der Intensivstation („Defi max!“ [„Führen Sie eine Defibrillation des Herzens mit maximaler Leistung aus!“]) oder in der Luftfahrt, und auch für sakrale Sprache oder Sprache in der Kunst, etwa in der hochverdichteten Sprache der Lyrik. Ohne Sprachökonomie gäbe es keine Intersubjektivität, keine Verständigung zwischen den Menschen und keine Kultur, die uns von den Tieren unterscheidet.

Dysfunktionale Gendersprache

Weil durch die Mehrdeutigkeit, die die Sprachökonomie mit sich bringt, kein Satz ohne Kontext verstanden werden kann, benötigen wir umfassenden Kontext, um Sätze oder längere Sprechakte im Sinne des Sprechers zu verstehen. Beispielsweise enthält der Satz – Von Paris müssen wir vor Einbruch der Nacht in Abbeville ankommen – Personendeixis (Wer sind wir? – Sprecher und Zuhörer), vier temporale Referenzen, nämlich implizites Präsens und drei in der Zukunft (die Zeitpunkte der Ankunft in Paris, in Abbeville und des Einbruchs der Nacht) sowie drei Verweise auf Orte, nämlich den Standort des Sprechers (implizit) sowie Paris und Abbeville (explizit). Je nach Ort des Sprechers kann es sich um die Hauptstadt von Frankreich und eine Stadt in der Normandie oder um die Orte Paris, Texas und Abbeville, Louisina in den USA handeln. Für den Sprecher und seinen Zuhörer jedoch ist der Satz glasklar, weil diese alle Referenzen und impliziten Bedeutungen sofort und unbewusst entschlüsseln.

Doch durch die Gendersprache verliert die Sprache ein wesentliches Element ihrer effektiven Verwendung, die geschlechtlich generischen Wortformen. Wie Munske im oben verlinkten Artikel erläutert, werden dadurch nicht nur in Komposita wie „bürger*innennah“ oder „Unterstützer*innenkreis“ den „Bestimmungsgliedern die Eigenschaften einer grammatikalischen Kategorie“ beraubt, was zu agrammatikalischen Sätzen führt. Vielmehr wird auch jegliche Sprachverwendung mit Singular unmöglich, es kommt zu Unsätzen wie „Die/der diensthabende Polizist*in soll sich sofort bei der/dem Vorgesetzte*(n) melden.“ Bei dem Beispiel ist auch keine grammatikalisch ebenfalls widersinnige Partizipialkonstruktion, die Gendersprecher zur Vermeidung des Genus wie bei „Studierenden“ verwenden, möglich, man kann nicht „Vorgesetztenden“ sagen.

Deshalb, so beobachtet Horst Haider Munske, verwendet das Parteiprogramm der Grünen auch keinen Singular. Dies mag in einem Dokument der kollektiven politische Ideologie dieser Partei möglich sein, aber nicht in der Lebenswirklichkeit der Bürger. Durch die Vermeidung des Singulars zeigen die Grünen, dass auch sie wissen, dass die Gendersprache nicht funktioniert. Keiner der Autoren des Parteiprogramms würde in einer Notsituation oder unter echtem Druck Gendersprache verwenden.

Warum also die Gendersprache?

Wenn die Gendersprache nicht funktionieren kann, warum wird sie dann propagiert? Das Hauptargument der Befürworter besteht darin, dass die natürliche Ausprägung der geschlechtsgenerischen Wortformen Machtstrukturen zum Ausdruck bringe. Beispielsweise bringen sie vor, dass alle beruflichen Funktionen mit dem generischen Maskulinum gebildet werden (wie Richter, Soldat, Lehrer). Dies sei Ausdruck einer patriarchalischen Gesellschaft, die die Frauen unterdrücke.

In der Tat haben Frauen in der abendländischen Entwicklung erst spät die Rechte als Vollbürger erhalten, die Männer in den USA bereits 1776 und in einigen Kantonen der Schweiz bereits 1830 bekamen. Es dauerte in Europa allerdings noch lange, bis auch nur alle Männer die Rechtsgleichheit (Isonomie) erhielten, erst gegen Ende dieses Vorgangs erhielten auch Frauen diese Rechte. Bis in das 20. Jahrhundert hinein waren in weiten Teilen Europas nicht alle Männer vor dem Gesetz gleich.

Seit mehr als zwei Generationen leben wir aber in einer Gesellschaft, die Frauen die gleichen Rechte gibt wie Männern, von einer Unterdrückung der Frauen kann in den meisten Ländern Europas keine Rede mehr sein. Heute besetzen Frauen oberste Machtpositionen in der Exekutive, der Legislative und der Judikative, aber auch in Parteien, der Wirtschaft und in Verbänden. In prestigeträchtigen Berufen, die ehemals Männern vorbehalten waren, wie etwa der Arztberuf, dominieren sie mittlerweile.

Verfestigung von Herrschaft mit Hilfe der Sprache

Diese Entwicklung der Emanzipation der Frauen und ihres erfolgreichen Kampfes und ihrer Rechtsgleichheit vollzog sich weitgehend ohne Änderung des Sprachgebrauchs, was zeigt, dass die geschlechtsgenerischen Wortformen nicht Ausdruck der Unterdrückung durch Sprache, sondern der Sprachökonomie sind. Außerdem erlaubt unsere Sprache die Verwendung geschlechtsspezifischer markierter Wortformen wie bei „Richterin“ oder „Bundeskanzlerin“, wenn das erforderlich ist. Doch die meisten Feinheiten werden nicht durch die Wahl der Wortformen, sondern durch die hochkomplexe Kombination der zahlreicheren Ebenen der Sprachgestaltung zum Ausdruck gebracht.

Der wahre Grund für die Propagierung von Gendersprache ist nicht die Beförderung der Gleichberechtigung oder die Abschaffung von über Sprache ausgeübter Macht, sondern die Verfestigung von Herrschaft mit Hilfe der Sprache. Wie funktioniert das?

Die Verwendung von Gendersprache ist ein Indikator für die Zugehörigkeit zu einer neuen Herrschaftsschicht. Wer sich dieser künstlichen, dysfunktionalen Sprache bedient, zeigt seine Distinktion und seine Fähigkeit, den Code der Eliten zu beherrschen. Gleichzeitig führt die Unfähigkeit, Gendersprache zu verwenden, zur ungewollten Selbstkennzeichnung der nicht den Eliten zugehörigen Gruppen. Erst recht führt die aktive Verweigerung der Verwendung von Gendersprache durch sprachmächtige, gebildete Sprecher zur Autostigmatisierung. Beispielsweise verweigern zahlreiche Autoren und Journalisten diese dysfunktionale Sprachform, weil sie sich nur mit Hilfe natürlicher Sprache effektiv und effizient ausdrücken können oder weil sie zum Ausdruck bringen wollen, dass sie diese Form obrigkeitlicher Sprache ablehnen.

Gendersprache als Usurpationssymptom

Gleichzeitig wird Gendersprache fast immer zusammen mit der Sprache der „political correctness“ verwendet. Diese Sprache, die bestimmte spontan entstandenen Lexeme und idiomatische Wendungen zu verbieten und durch Neologismen zu ersetzen trachtet, hat formal eine ähnliche Funktion wie die von Victor Klemperer untersuchte Lingua tertii imperii („Die Sprache des Dritten Reiches“) oder die Sprache der Kommunisten, die George Orwell aus eigener Anschauung als Exkommunist (er kämpfte auf deren Seite im Spanischen Bürgerkrieg) kannte und in 1984 überspitzt dargestellt hat.

Solche mit Sprachverboten, Neologismen und plakativen, oft propagandistisch eingesetzten neoidiomatischen Wendungen und Slogans durchsetzte künstlichen Sprachen dienen immer der Etablierung oder dem Erhalt einer usurpatorischen Ordnung. Usurpatorische Ordnungen sind willkürliche Machtverhältnisse, die von einer kleinen Gruppe auf Kosten der Allgemeinheit durchgesetzt werden, indem etablierte Machtverhältnisse überwunden werden. Sind die Usurpatoren Revolutionäre, ergreifen sie wie Napoleon, Lenin oder Hitler mit Gewalt die Herrschaft. Ihre von Kraftausdrücken, Akronymen und Gewalthuldigung strotzende Sprache ist für ihren Herrschaftsanspruch und -stil charakteristisch.

Eine Usurpation kann aber auch ohne oder mit wenig Gewalt durchgeführt werden. Beispielsweise achtete Kaiser Augustus bei seiner Usurpation der römischen Republik und deren Umwandlung in das Prinzipat peinlich genau darauf, den Schein der Republik mit Hilfe von Pseudoinstitutionen zu wahren. Die Senatoren und andere Gruppen der ehemals republikanischen Eliten konnten sich weiterhin der Illusion hingeben, noch an der Macht beteiligt zu sein.

Im „stählernen Gehäuse der Hörigkeit“ eingerichtet

Heute vollzieht sich die Machtergreifung der globalen Eliten ebenfalls schleichend, sie kommt im Gewand der alten rechtsstaatlich-republikanischen Ordnung daher. Wir erleben, wie auf der Basis einer historisch immer noch neuartigen massiven Produktivität, die zwischen 1800 und 1970 erst exponentiell, dann linear (mit abnehmender Dynamik) gewachsen ist, bevor das Wachstum der Produktivität vor gut zehn Jahren im Wesentlichen zum Erliegen kam, eine schleichende Usurpation stattfindet, bei der unsere Institutionen und staatlichen Normen langsam erodiert werden und ihren essenziellen Kern verlieren.

Die schleichende Usurpation ist nur wegen des hohen Wohlstandsniveaus und der sehr hohen Versorgungssicherheit der Bevölkerung möglich. Wäre die Produktivität nicht so hoch, könnten usurpatorische Akte wie die Massenmigration oder die willkürliche Ausrufung einer Pandemie mit massiven Repressionen nicht durchgesetzt werden. Die Menschen nehmen es hin, weil sie panem et circenses (Versorgung und Unterhaltung) haben.

Eine weitere Voraussetzung für die stille Usurpation, die wir erleben, ist die Notwendigkeit staatlicher Institutionen, auf den durch die industrielle Revolution massiv beschleunigten sozialen Wandel aktiv zu reagieren – der Wandel ist seit über 100 Jahren so schnell und so umfassend, dass eine spontane gesellschaftliche Reaktion darauf nur partiell wirken kann. Dieser Prozess hat den Staat viel mächtiger gemacht als vor der Industrialisierung und hat zu einer umfassenden Durchdringung gesellschaftlicher Prozesse mit bürokratischen staatlichen Aktivitäten geführt.

Die Menschen haben sich im „stählernen Gehäuse der Hörigkeit“ eingerichtet, die Durchdringung aller Lebensbereiche durch den Staat akzeptiert und seine Autorität verinnerlicht, sie identifizieren sich mit dieser Form der Herrschaft. Die Usurpation greift nun für viele Menschen unmerklich auf dieses dichte Geflecht von Staatlichkeit und tief verwurzelter Loyalität der Bürger gegenüber dem Staat zurück. Herrschaft ist dadurch breiter und umfassender verwurzelt als je zuvor in der Geschichte der Menschheit. Die befördert das Werk der Usurpatoren.

Das Sprachregime der Gendersprache und der „political correctness“ sind lediglich kulturelle Symptome dieses politischen Prozesses. Interessanterweise wird die Usurpation, die vielen Menschen in anderen Bereichen nicht bewusst wird, für eine ganz breite Mehrheit der Menschen im Bereich der Sprache (70 bis 80 Prozent der Bevölkerung lehnen Gendersprache ab) sichtbar und erlebbar. Sie wehren sich, indem sie sich das wichtigste Instrument ihres Handelns nicht vom Staat vorschreiben lassen.

Wie Sprachen entstehen und sich entwickeln

Denn intuitiv wissen die Bürger, dass ihre Sprache spontan entstanden ist und sich nur autonom wandelt und entwickelt. Sie ist Ausdrucksform und Kommunikationsmittel sozialer Normen. Sprache ist eine der grundlegendsten sozialen Normen, die viele andere Normen erst ermöglicht. Alle sozialen Normen, über die wir verfügen, die höhere Säugetiere aber nicht haben, sind sprachgebunden. Dazu gehören viele implizite, nicht kodifizierte Verhaltensnormen wie subtile Höflichkeits- und Verhaltensregeln, die nur über Sprache vermittelt werden können, aber auch alle in Sprache gefassten expliziten sozialen Normen wie das Recht oder die Zehn Gebote.

Sprachliche Innovationen können im Volksmund entstehen und sich dann in der gesprochenen und geschriebenen Sprache ausbreiten. Sie können auch von Dichtern und Denkern geschaffen werden und sich über die Eliten dann in den lebendigen Sprachkörper hineinarbeiten. Viele idiomatische Wendungen und Sprichworte sind so entstanden, beispielsweise aus Luthers Bibelübersetzung, der Schlegel-Tieck’schen Shakespeare-Übersetzung oder aus Goethes Faust. Doch auch die Verbreitung von solcher Hochsprache ist ein spontaner Prozess, der nicht gesteuert werden kann. Niemand versteht wirklich, wie das geht; die Entwicklung der Sprache durch die Sprechergemeinschaft ist ein System komplexer Systeme.

Vorgeschriebene herrschaftliche Sprache wie Gendersprache oder die Sprache der „political correctness“ haben genauso wenig Chancen, sich spontan zu erhalten wie die lingua tertii imperii oder die Polit-Sprache der DDR mit ihren absurden Abkürzungen wie „Diamat“ (dialektischer Materialismus) oder Slogans wie „Der Sozialismus wird siegen, weil er die Wahrheit ist.“ Politische Kunstsprachen sind schon tot, während sie von Angehörigen der politischen Eliten oder ihren weisungsgebundenen Beamten im Zenit der Herrschaft gesprochen und geschrieben werden. Jeder kann diese Sprache dekodieren und ihre Verlogenheit, Hohlheit und Falschheit entlarven. Der Volksmund macht das durch Ironie, Begriffsumkehr (ein politisch korrekter Ausdruck wie „Behinderter“ wird zum Schimpfwort gemacht), Nichtbeachtung oder Satire und Spott („Frauofrau statt Mannomann?“ – F. Merz).

Es ist schmerzhaft, diese verlogene, das Sprachgefühl verletzende und die Freiheit des Ausdrucks hindernde anmaßende Herrschaftssprache lesen und hören und als Staats- oder Konzernangestellter mittlerweile auch sprechen und schreiben zu müssen. Doch es ist undenkbar, dass dieser menschenfeindliche Unsinn sich auf die Dauer halten kann. Keine Usurpation hält sich lange, und keine lingua tertii, quatri oder quinti imperii kann dauerhaft bestehen.

Foto: Bundesregierung Bergmann

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Werner Tale / 31.07.2021

Das Thema “Gender in der Sprache” verdeckt ein dahinterliegendes, viel größeres und kontroverseres Thema: Gender Mainstreaming. Leider ist der Wahnsinn dieser Ideologie den wenigsten bewusst. Von vielen werden diese zwei Dinge auch verwechselt bzw. gleichgesetzt, so wie oft ” Gleichheit” mit ” Gleichberechtigung” verwechselt wird.

Hans-Hasso Stamer / 31.07.2021

Die Organisation Foodwatch, der ich bisher eine gute Arbeit bescheinigt habe, und die von mir monatlich unterstützt wurde, fing plötzlich in ihrem Newsletter an zu gendern. Für mich 100-prozentiges Nogo. Ich habe Ihnen die Abbuchungsgenehmigung entzogen, zusammen mit einem entsprechenden Brief. Das ist die einzige Form, wie man solche Herrschaftsversuche abwenden kann: die Unterstützung entziehen, nicht wählen. Bzw. die einzige wirkliche Oppositionspartei wählen.

Elias Schwarz / 31.07.2021

Gender*innen ist*innen Übel*innen, aber das größt*innen Problem*innen sind diejenig*innen, die dies*innen grün*innen Partei*innen der Kobold*innen wähl*innen.

Peter Sieve / 31.07.2021

Die Propagierung der Gendersprache ist eine moderne Anwendung des altbekannten Machtpolitiker-Grundsatzes “Divide et impera”: Den Menschen werden Probleme eingeredet, die realiter keine sind, damit sie sich permanent benachteiligt wähnen und gegenseitig misstrauen und kontrollieren. Der Beitrag von Herrn Lang enthält viele richtige Gedanken dazu. Wenn es aber wieder einmal heißt: “70 bis 80 Prozent der Bevölkerung lehnen Gendersprache ab”, wird man als Angehöriger der älteren Generation nachdenklich. Ich erinnere mich noch gut daran, dass eine ebenso breite Mehrheit die gleichermaßen widernatürliche Idee einer “Ehe für alle” abgelehnt hat. Und heute? Mit Hilfe eines massenmedialen Dauerfeuers ist es innerhalb weniger Jahrzehnte gelungen, eine absolute Mehrheit für die Zustimmung zu dieser Idee zu erzeugen. Und nicht nur das: Kaum war das Projekt politisch durchgesetzt, musste jeder, der es noch öffentlich in Frage stellte, damit rechnen, als Unmensch aus der “Zivilgesellschaft” ausgestoßen zu werden. Warum sollte das mit der Gender-Sprache anders ausgehen? Ihre Verfechter sind von einem ebenso unerschütterlichen Sendungsbewusstsein erfüllt, wie es die Vorkämpfer der “Homo-Ehe” waren. Sicher, am Ende werden diese Wahnideen unweigerlich zur Selbstzerstörung der davon befallenen Gesellschaften führen. Aber was nützt einem diese traurige Gewissheit? Nur wer tief in der jüdisch-christlichen Tradition verwurzelt ist, wird in der steigenden Sintflut des modernen Irrsinns einen Halt finden können.

Georg Andreas Crivitz / 31.07.2021

Der zunehmende Gebrauch der »Gendersprache« und der »politisch korrekten« Sprache ist ein deutlicher Indikator für den weitreichenden Einfluss bestimmter politischer Kräfte. Dass selbst große, weltweit agierende Unternehmen wie der VW-Konzern sich sprachlich anpassen, zeigt wer die Richtung bestimmt, nämlich das politische Spektrum von links bis linksextrem. Der, im Gegensatz dazu, von den Medien immer wieder behauptete »Rechtsruck« ist eine Erfindung ohne Bezug zur Wirklichkeit, um von den tatsächlichen Machtverhältnissen abzulenken und kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen.

Hans Kloss / 31.07.2021

Das mit Ökonomie der Sprache ist vlt wahr. Oder auch nicht. Sprache ist aus Gründen der Verständlichkeit redundant also selbst bei Störungen zu verstehen. Dass muss so sein sonst könnte man ‘Achtung Feuer/Tiger/Kommunist’ missverstehen. Anders gesehen ist keine Sprache komplett: fragen Się bei Gödel und Co. um Details. Gendern ist kontraproduktiv, schädlich uns statt etwas zu klären, verursacht mehr Probleme. Mann kann nicht genau genug sein, weil eine Person sich zB Mal so oder so fühlt ohne sich Fluid zu fühlen. Wie genau beschreibt man eine Person die eine halbe Zeit Mann und sonst eine Frau ist (angenommen das möglich wäre?). Das ganze ist gleichzeitig eine reine Willkür und macht jeden zu Verbrecher weil man das Unmögliche probiert. Machtspiel - da stimme ich zu

S.Buch / 31.07.2021

Wenn Leute so einen Schwachsinn wie Gender-Gaga als Herrschaftsinstrument benutzen, machen Sie damit auch deutlich, wie es um ihren intellektuellen Pegelstand bestellt ist. Die Schiffe sitzen schon lange auf Grund gelaufen.

Renate Weiß / 31.07.2021

@ Winfried Jäger: Sie meinen, “vermutlich wissen nur wenige um…” die Querbeziehungen von Atlantik-Brücke, Bilderbergern (gibt’s die auch noch??) und Sonstigen.  AchseLeser sind wach und damit grüße ich Sie herzlich :-)

Sebastian Gumbach / 31.07.2021

Es wird viel publiziert in diesem Land. Sehr vieles ist Mittelmaß, manches ist gut. Und dann gibt es Artikel, die sind bahnbrechend, die verändern alles. Genau so ein Artikel ist ‘Sie gendern, um zu herrschen’ von Friedrich Lang. Ich danke dem Autor sehr für diesen wertvollen Essay. Jedee sollte ihn lesen

Boris Kotchoubey / 31.07.2021

“keine lingua tertii, quatri oder quinti imperii kann dauerhaft bestehen” Wichtiger ist, wie lange das Imperium selbst besteht. Das dritte hatte Anspruch auf 1000 Jahre, das vierte behauptet offensich, ewig zu sein.

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