Kolja Zydatiss, Gastautor / 01.02.2018 / 06:00 / Foto: Tim Maxeiner / 5 / Seite ausdrucken

Serie Klimawandel (4): Klimamoral

 Seit Jahren inszeniert sich die deutsche Regierungschefin Angela Merkel als „Klimakanzlerin“. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich die deutsche Energiewende jedoch als teure, symbolische Wohlfühlaktion, die keinen nennenswerten Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen leistet. Mangels ausgereifter Speichertechnologien sind die volatilen Energiequellen Wind und Sonne einfach nicht in der Lage, konventionelle fossile Kraftwerke zu ersetzen. Ob die selbstgesteckten Klimaziele der Bundesregierung jemals erreicht werden, ist höchst fraglich.

Wirkliche Fortschritte beim Klimaschutz könnte ein konsequenter Ausbau der Kernenergie bringen, doch die wirksamste Technologie zur CO2-Vermeidung wird seit dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima komplett abgelehnt. Die verbleibenden deutschen Kernkraftwerke sollen bis 2022 abgeschaltet werden. Zu den unerbittlichen Gegnern der Kernenergie gehören auch einflussreiche internationale Umweltschutz-NGOs wie Greenpeace und Friends of the Earth. Auch die Fracking-Revolution wird vehement abgelehnt, obwohl sie in den USA maßgeblich zur Emissionsreduzierung beiträgt.

Es drängt sich die Frage auf, ob es bei dem ganzen Klimaschutz-Hype wirklich um Klimaschutz geht. Auffällig ist die Tendenz, über das Thema diverse andere Anliegen voranzutreiben. Für die Globalisierungskritikerin Naomi Klein etwa ist der Klimawandel „das beste Argument, das progressive Kräfte jemals hatten.“ In ihrem Buch „Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima“ erklärt die kanadische Bestsellerautorin, wie die Klimakatastrophe das Ende von Marktfundamentalismus und Wachstumsideologie einläuten und „die Welt zum Besseren ändern“ kann.

Solches Denken findet sich nicht nur am linken Rand. Vorbehalte gegenüber Wirtschaftswachstum, technologischem Fortschritt und vermeintlich exzessivem Konsum gehören heute in westlichen Gesellschaften zum Mainstream. Vielen „Klimabesorgten“ scheint es vor allem um die Ablehnung dieser Attribute moderner, für gewöhnlich kapitalistischer Industriegesellschaften zu gehen. Letztlich ist es das menschliche Streben nach einer besseren materiellen Zukunft, was hier auf der Anklagebank landet.

Wie sonst lässt sich der enge Fokus auf Verzicht, Regulierung, Deindustrialisierung und Subventionierung wenig beeindruckender „Erneuerbarer“ erklären? Wohl auch als Reaktion auf solche Verwirrungen ist (vor allem in konservativen, liberalen und rechtspopulistischen Kreisen) eine Gegenbewegung mit nicht selten verschwörungstheoretischen Zügen entstanden. Diese „Skeptiker“ halten die globale Erwärmung für einen Schwindel bzw. für Teil eines linken Komplotts, eine Ökodiktatur zu errichten.

Dieser Beitrag erschien auch in Novo. Dort finden Sie auch zusätzliche Grafiken.

 

 

Serie Klimawandel (1): Die letzten 500 Millionen Jahre

Serie Klimawandel (2): Menschengemachter Klimawandel

Serie Klimawandel (3): Kulturkämpfe auf dünnem Eis

Serie Klimawandel (5): Ambitionierter denken

Foto: Tim Maxeiner

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Leserpost (5)
Dr Alf Domeier / 01.02.2018

Im letzten kommt der Autor der Wahrheit m.E. schon näher , denn der sog. Klimawandel ist keineswegs unumstritten . Und der verheerende Einfluß von CO2 auf Erderwärmung ist es ebenfalls nicht . Die Bezugsgröße durchschnittlicher Erdtemperatur wurde auf das Jahr 1850 festgelegt , einen Zeitpunkt der nachweislich weit unter dem Durchschnitt lag . Sämtliche Klimaprognosen mussten bisher nach unten korrigiert werden . Die Klimasensitivität liegt mit 0,6 Grad Temperaturerhöhung pro Verdoppelung des CO2-Gehaltes in einem ausgesprochen unbedenklichem Bereich . Temperaturerhöhungen gingen in zurückliegenden Zeiträumen nachweislich CO2-Erhöhungen voraus und nicht umgekehrt . ( Nachzulesen bei EIKE , wen`s interessiert) Wer erzählt hier wohl Märchen ?

Hans Hofmann-Reinecke / 01.02.2018

Was die Grünen antreibt ist nicht die Liebe zur Umwelt, sondern der Hass auf Industrie und Technik… …und auf die Männer, die beides geschaffen haben, auf die Ingenieure und Unternehmer. Letztere sind ihnen zwar intellektuell überlegen, trotzdem gelingt es den Grünen mit eigenen Waffen den Fortschritt und seine Schöpfer restlos zu diskreditieren. Sie erzählen Märchen und versprechen eine sanfte, nachhaltige Zukunft, wenn die Drachen auf dem Weg dahin erst einmal getötet sind; wenn Kernkraft, Auto, Pharma und Strom endlich beseitigt sind. Eine wachsende Schar naiver Schöngeister und logisch-numerischer Analphabeten und Anal-phabetinnen folgt den Rattenfängern arglos in jede ideologische Sackgasse. Dabei könnte man schon heute eine Vorschau ins Paradies haben, in eine Welt frei von Fortschritt, frei vom Fluch der Technik und des Kapitalismus. Kommen Sie nach Afrika! Hier gibt es fünfzig Länder die genau das bieten. Komisch nur, dass so viele aus diesem Paradies fliehen wollen.

Wulfrad Schmid / 01.02.2018

“Wohl auch als Reaktion auf solche Verwirrungen ist (vor allem in konservativen, liberalen und rechtspopulistischen Kreisen) eine Gegenbewegung mit nicht selten verschwörungstheoretischen Zügen entstanden. Diese „Skeptiker“ halten die globale Erwärmung für einen Schwindel bzw. für Teil eines linken Komplotts, eine Ökodiktatur zu errichten.” - Das ist der Gipfel der Niveaulosigkeit in diesem Artikel. Spätestens hier wird deutlich, wes politischen Geistes Kind der Autor ist und was sein Artikel bewirken soll: Diffamierung der Klimaskeptiker, ganz gleich, wie richtig deren Argumente sind. Diese 4 Teile sind ein Armutszeugnis für Achgut!

Rudolf George / 01.02.2018

Der Wunsch eine Ökodiktatur zu errichten, kann als durchaus reale Zielsetzung der Linksgrünen angesehen werden. Man kann sich fragen, warum Linke und Grüne so gerne zusammengehen. Der Grund ist, dass beiden Ideologien, d.h. der sozialistischen und der ökopolitischen, eine gemeinsame Grundtendenz zugrundeliegt. Sozialisten sind der Ansicht, dass der Mensch ein böses Wesen ist, das stets seinen Mitmenschen ausbeuten möchte, was als Übel begriffen wird, das nur durch Umerziehung und Zwang zur Solidarität bekämpft werden kann. Ökoideologen sind der Überzeugung, dass der Mensch der Feind der Natur ist, der selbige stets ausbeuten will, was nur durch Umerziehung und Zwang zur Genügsamkeit bekämpft werden kann. Beiden Ideologien wohnt also eine Neigung zur Diktatur inne, und der entscheidende Berührungspunkt beider Wunschdiktaturen ist die Bekämpfung des „Kapitalismus“, der für sowohl die Menschen- als auch Naturausbeutung verantwortlich gemacht wird. Naomi Klein ist ein typisches Beispiel.

Dr. med. Christian Rapp / 01.02.2018

Wenn ich 2 km über die Grenze nach Holland gehe, sehe ich zahlreiche Häuser, welche nicht einmal Thermopenverglasung haben…. und Deutschland wird zu Tode reguliert.

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