Henryk M. Broder / 29.07.2008 / 12:13 / 0 / Seite ausdrucken

Sensation! Ludwig kann lesen!

Und jetzt, da er nicht mehr so viel arbeiten muss wie früher, kann er sich um die wirklich schönen Dinge des Lebens kümmern, z.B. ein gutes Buch lesen. So ist er, beinah automatisch, auf ein nagelneues Buch von mir gekommen, “Wer hat Angst vor Pornografie”, 197o bei Melzer erschienen, der mir bis heute das Honorar dafür schuldet. Ludwig jedenfalls hat die Lektüre sehr genossen und gleich einen weiteren taufrischen Text von mir aus dem Jahre 2003 gefunden, der es ihm angetan hat (http://www.henryk-broder.de/html/tb_delicatessen.html), denn er, Ludwig, träumt weder vom Ficken noch vom Essen, sondern immer nur von Palästina - so wie Karl May vom wilden Kurdistan phantasiert hat - und von einer “Entzionisierung Israels”, so wie andere früher von einer “Entjudung Europas” geträumt haben. Nur dass Ludwig zu feige ist, um selber zu träumen und lieber andere träumen läßt, um sie zustimmend zu zitieren. (http://www.watzal.com/Watzal_International_2008.pdf)

Anders als Karl May ist Ludwig ein echter Multi-Tasker, er hat gleich fünf Berufe: “Nahostexperte, Publizist, Redakteur, Journalist und Kritiker von Besatzungspolitiken und Menschenrechtsverletzungen in Deutschland”. Man stelle sich vor, er checkt bei der Bahnhofsmission ein und trägt in der Anmeldung als Beruf “Kritiker von Besatzungspolitiken und Menschenrechtsverletzungen in Deutschland” ein, worauf ihn der Empfangschef fragt: “Wieso in Deutschland, warum nicht in Simbabwe?”, worauf Ludwig antwortet: “Ist näher, muss ich nicht so weit reisen.” Denn neben seinen fünf Berufen hat Ludwig einen Zeitvetreib: “Er ist in seiner Freizeit auch noch Hobbyfarmer.” Und zwar sehr erfolgreich! Zwischen den Beeten (“Between the Lines”) in seinem Schrebergarten züchtet er Stilblüten und Neurosen, seine Spezialitäten. Das kann er, der Ludwig. Demnächst wird er wieder ein paar Neuerscheinungen der Weltliteratur rezensieren: Edgar Allan Poe, Alexandre Dumas und Jules Verne. Und zwischen den Zeilen vielleicht auch das neue Werk von Israel Shamir.

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