Josef Bayer, Gastautor / 21.10.2020 / 12:00 / Foto: Tomaschoff / 33 / Seite ausdrucken

Seit wann ist Sprache gerecht?

Am 8. Oktober veröffentlichte der VDS Vorsitzende Prof. Walter Krämer auf Achgut.com den Beitrag „Schluss mit dem Genderunfug oder ich esse meine Bibel!“. Darin ging es um den missverstandenen Kampf für Gleichberechtigung, dem die Sprache als Kollateralschaden zum Opfer fällt. Das argumentative Gegenstück übernahm die Sprachwissenschaftlerin Dr. Luise F. Pusch, die sprachlich die Frau als Abweichung von der Norm, die vom Mann bestimmt wird, erkannt haben will – dies, so Pusch, gelte es abzustellen. Der Autor hat die beiden Positionen zum Anlass für seinen Beitrag genommen.

Schon der Titel des Beitrags von Luise F. Pusch, Für eine gerechte Sprache, sollte aufhorchen lassen. Was sollte man sich unter dem Adjektiv „gerecht“ in Bezug auf Sprache vorstellen? Gerechtigkeit kann nur von einem rationalen Wesen geübt werden, dem man einen Wertekodex zuschreiben kann. Ein von ihm gefälltes Urteil oder sein Verhalten kann gerecht oder ungerecht sein. Unbelebte Entitäten wie Steine, Verkehrsampeln, 20-Cent-Münzen und so weiter können nicht gerecht sein, ebenso Neugeborene oder Tiere, da sie über keinen moralischen Wertekodex verfügen. Institutionen und Behörden wie etwa die Finanzbehörde können nur qua der in ihnen waltenden Agenten als gerecht beziehungsweise ungerecht bezeichnet werden.

In welchem Sinn sollte also Sprache oder eine bestimmte Sprache gerecht oder ungerecht sein, oder eventuell gerechter als eine andere? Bei näherer Betrachtung erweist sich diese Frage als ebenso sinnlos wie etwa die Frage, ob das visuelle System oder das Verdauungssystem gerecht oder ungerecht ist. Es sei denn, man unterstellt der Sprache, von Menschen oder vergleichbaren rationalen Wesen angetrieben, gesteuert oder gar entworfen zu sein. So könnte eine Sprache qua des Wertesystems seiner Schöpfer als gerecht oder ungerecht bezeichnet werden. Dies würde aber implizieren, dass die Sprache beziehungsweise eine Sprache wie das Deutsche inklusive seiner Grammatik und Phonologie von Menschen entworfen worden ist. Dieser Gedanke stößt aber an derartig viele Grenzen, dass er sich im Nu als völlig unhaltbar erweist.

Luise F. Pusch ist eine ausgebildete Sprachwissenschaftlerin, die sich durchaus auch mit Grammatiktheorie auseinandergesetzt hat (siehe ihre Monographie von 1980 „Kontrastive Untersuchungen zum italienischen 'gerundio': Instrumental- und Modalsätze und das Problem der Individuierung von Ereignissen“.) Ich unterstelle ihr also, dass es ihr wissenschaftlicher Hintergrund verbietet, an Sprache als ein System zu glauben, das zu ungunsten der Frauen von sexistischen Männern entworfen und durch die Jahrhunderte tradiert worden ist. Wenn das so ist, wird es aber sehr schwierig, der Sprache oder einer Einzelsprache in einem ernsthaften Sinn Ungerechtigkeit vorzuwerfen. Es wäre Frau Pusch zu empfehlen, einmal eine kleine Pause einzulegen und vor der Weiterverfolgung ihres Sprachverbesserungsprogramms über mögliche realistische Szenarien zur Genese und Funktion von Sprache nachzudenken. Literatur dazu gibt es zuhauf. Ein Titel wie „Für eine gerechte Sprache“ dürfte dann nicht mehr auftauchen.

Das Prinzip MAN

Pusch spricht von einem Prinzip, das sie „MAN“ nennt; es steht für „der Mann als Norm“. Die Frau wäre nach diesem Prinzip die Ausnahme, das heißt die Abweichung von der Norm. Wir sprechen hier wohlgemerkt vom natürlichen Geschlecht, genannt „Sexus“, nicht vom grammatischen Geschlecht, genannt „Genus“. Was wäre Evidenz für das Prinzip MAN in der natürlichen Sprache? Ein Substantiv wie Held bezeichnet, weil es grammatisch maskulin ist, nach dieser Vorstellung ausschließlich Männer, während man für die Erfassung von Frauen durch sogenannte Movierung die Endung -in anfügen muss: Heldin. Die weibliche Form ist untergeordnet und muss erst aus der männlichen Form heraus erzeugt werden. Aber ist das wirklich so?

Erstens gibt es auch Movierung in die andere Richtung, und zweitens, und viel wichtiger, beruht das Prinzip MAN, jedenfalls wenn es als ein Prinzip der Grammatik verstanden werden sollte, auf einem schweren Irrtum. MAN unterstellt nämlich dem männlichen Substantiv bei Personenbezeichnungen (und verblüffenderweise nur dort) eine Sexuszuschreibung, die sich anhand verschiedener Tests als unhaltbar erweist. Wenn Gerlinde für ihr heldenhaftes Handeln geehrt wird, bedeutet das keineswegs, dass sich Gerlinde ausgerechnet wie ein Mann verhalten hat. Um ihr Handeln angemessen zu charakterisieren, bedarf es keiner Ausweichung auf die Form heldinnenhaft. Das Lexem Held ist zunächst einmal sexusneutral, es ist, wie man sagt, „generisch“.

Erst die Movierung ändert das. Heldin ist nicht nur dem grammatischen, sondern auch dem natürlichen Geschlecht zugeordnet. Daher würde Gerhard wurde für sein  heldinnenhaftes Handeln geehrt als unpassend oder ungewöhnlich empfunden. Gerhard wäre hier als besonders effeminiert dargestellt. Es gibt jede Menge Belege dafür, dass MAN der Grammatik etwas unterstellt, was nicht in ihr steckt. Ewa Trutkowski hat in einem Artikel von 2019 das folgende überzeugende Beispiel geliefert. Man kann sagen (i) Peter ist ein guter Lehrer, aber Maria ist eine schlechte, aber nicht (ii) Maria ist eine gute Lehrerin, aber Peter ist ein schlechter. Natürlich wird das Wort Lehrer in Bezug auf Peter als Bezeichnung für einen Mann interpretiert. In Bezug auf Maria ist dieses Substantiv aber trotz seiner maskulinen Endung auf -er sexusneutral.

So lässt es sich mühelos dazu verwenden, den fehlenden Teil in dem Fragment [eine schlechte ...] mental zu ergänzen. Mit dem sexusfestgelegten Substantiv Lehrerin lässt sich das nicht machen. Die mentale Ergänzung des fehlenden Teils in dem Fragment [ein schlechter ...] führt unweigerlich zu dem ungrammatischen Resultat ein schlechter Lehrerin. Ist das nicht faszinierend? Der Kontrast erklärt sich, wie Trutkowski ausführt, elegant dadurch, dass Lehrer zunächst einmal ein generisches Maskulinum ist, also lexikalisch nicht a priori auf das natürliche männliche Geschlecht festgelegt ist. Genau davon geht aber das von Pusch propagierte und bekämpfte Prinzip MAN aus. Als linguistisches Prinzip kämpft also MAN wie Don Quichote gegen Windmühlen.

Die Grammatik ist einfach um Klassen raffinierter, als die veranschlagte naive Zuordnung der sprachlichen Gendergerechtigkeit uns weismachen möchte. Diese Faktenlage überrascht nicht, wenn man einräumt, dass die Sprache nicht das Produkt sexistisch eingestellter Konstrukteure, sondern der menschlichen Evolution und ihrer Dynamik ist. Für schöne tradierte Ausdrücke wie das Studentenwerk oder das Lehrerzimmer gibt es folglich nicht den geringsten Anlass für monströse und teilweise semantisch abwegige beziehungsweise redundante Umbenennungen in Studierendenwerk oder Lehrer- und Lehrerinnenzimmer. Es gibt hier keine Ungerechtigkeit, denn das Prinzip MAN beruht schlicht auf einem Irrtum.

Die Grammatik ist unantastbar

Das ewige Starren auf die Substantive bringt die Diskussion nicht voran, vor allem weil Sprache nicht nur aus Wörtern besteht, sondern in erster Linie über abstrakte Prinzipien verfügt, die regeln, wie die Wortbausteine in größeren Strukturen bis hin zu ganzen Sätzen verwaltet werden. Als gelernte Sprachwissenschaftlerin weiß Luise Pusch natürlich, was damit verbunden ist. Und so kündigt sie auch an, „die Grammatikregeln auf basisdemokratischem Weg ändern“ zu wollen. Allerdings: Grammatikregeln und Basisdemokratie? Wie passt das zusammen? Ich kann mir darunter rein gar nichts vorstellen. Grammatik ist etwas hoch abstraktes, vergleichbar mit der Mathematik oder der Musik. Was hat sie mit Gesellschaftsmodellen wie (Basis-)Demokratie zu tun? Es wäre wunderbar, wenn dafür auch nur ein einziges gutes Beispiel vorgelegt würde. Man könnte sich etwa basisdemokratische Maßnahmen zur Erleichterung der Sprache hin zu einer „leicht(er)en Sprache“ vorstellen.

Im Deutschen wäre dann das Subjekt einfach immer am Satzanfang, und Nebensätze hätten ebenfalls das Verb an der Stelle nach dem Subjekt, anstatt sie am Satzende herumlungern zu lassen; oder die schrecklichen Artikel würden verschwinden oder einfach bezüglich Genus neutralisiert werden zu „de“. Warum sind die Sprecher eigentlich nie auf solche „Sprachverbesserungen“ gekommen? Offenbar war jahrhundertelang kein Bedarf dafür. Im Bezug auf das Programm einer Stärkung der Gendergerechtigkeit müsste man sich zunächst einmal um die eher grammatik-immanenten Elemente der Genus-Asymmetrie – bei Luise Pusch MAN – kümmern. Es gibt da die Fragepronomina, die für genderbewegte Menschen skandalöserweise hartnäckig maskulin sind, und das auch dann, wenn die Rede nur von Frauen ist. Auch an eine reine Frauengruppe gerichtet wäre die Frage nach üblichem Sprachempfinden: Wer hat sein Handy dabei? Die Frage Wer hat ihr Handy dabei? ist formal in Ordnung, bedeutet aber für die allermeisten Sprecher des Deutschen, dass sich mit ihr auf eine unabhängige Person bezogen wird, so wie in Wer hat Gerlindes Handy dabei?

Zur Änderung dieses Ärgernisses – basisdemokratisch oder auch nicht – müsste man tief in die Syntax und Semantik der Frage eingreifen, und ebenso in die Syntax von Indefinitausdrücken wie jemand und niemand. Diese sind nämlich ebenfalls irreversibel maskulin, vgl. niemand, der nicht lesen kann im Gegensatz zu dem ungrammatischen niemand, die nicht lesen kann. Man stelle sich solche Sätze vor wie Jemand, die nicht lesen kann, bekam eine Stelle als Köchin oder Wir hatten niemanden, der ihre Handtasche gestohlen wurde, in der Reisegruppe. Sie wären, bezogen auf das natürliche Geschlecht, plausibel, werden aber hartnäckig als ungrammatisch empfunden. Man könnte jedem oder jeder nur viel Spaß bei der Arbeit an diesem aussichtslosen Umerziehungsprojekt wünschen, bei dem zentrale Bestandteile der Syntax des Deutschen beseitigt und durch irgendwelche geschlechtsneutrale Umschreibungen umgangen werden müssten.

Die Bringschuld ist bei der feministischen Linguistik

Das von Luise Pusch und anderen, seit über 40 Jahren weitestgehend erfolglos verfolgte feministische Sprachverbesserungsprogramm erweist sich als undurchführbar. Warum? Sprecher achten auf die Botschaft, die sie vermitteln wollen, und nicht auf die Regeln ihrer Grammatik. Diese sind ihnen in der Regel oft gar nicht explizit zugänglich. Das feministische Umerziehungsprogramm müsste die Menschen dazu kriegen, beim Sprechen permanent ihre eigene Grammatik zu überwachen. Und das angesichts eines vorhandenen perfekt funktionierenden Systems, in dem MAN keine Rolle spielt, das deshalb nicht ungerecht ist und auch nicht sein kann, und an dem es deshalb auch nichts zu verbessern gibt.

MAN mag im gesellschaftlichen Bereich trotz der immer mehr weiblich besetzten Führungspositionen immer noch eine gewisse Rolle spielen. In der Grammatik des Deutschen spielt es auf alle Fälle keine Rolle. Daher ist dem Wunsch von Professor Krämer und dem Verein Deutsche Sprache, die Grammatik des Deutschen möge so bleiben wie sie ist, nicht das geringste vorzuwerfen. Die Bringschuld ist bei der feministischen Linguistik. Und diese hat leider bisher nichts liefern können, was ihr Anliegen überzeugend unterstützt. Sie hat sich längst aus der wissenschaftlichen Erforschung der Sprache entfernt und ist zu einer präskriptiven Ideologie geworden.

Sprache wird von Menschen verwendet, aber sie ist nicht in einem irgendwie nachvollziehbaren Sinn von Menschen „gemacht“. Daher kann sie nicht gerecht oder ungerecht sein. Die hartnäckige und unreflektierte Interpretation der maskulinen Formen als männerbevorzugend und damit frauendiskriminierend läuft auf allen Ebenen ins Leere. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Genus/gender würde anders aussehen.

Wenn hier kein Sprachterror zu verorten ist, wo dann?

Luise Pusch findet Walter Krämers Charakterisierung der feministischen Sprachvorschriften und deren momentaner Umsetzung als „Sprachterror“ unangemessen. Die feministische Sprachkritik sei lediglich der basisdemokratische Weg, die Sprache frauenfreundlich(er) zu machen. Naiven Vertreterinnen der feministischen Sprachinnovationen mag das in ihrem jeweiligen Wolkenkuckucksheim in der Tat so erscheinen. Die Realität zeigt leider etwas völlig anderes. Allenthalben wird nämlich inzwischen von oben herab und gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit zu bestimmen versucht, wie man Deutsch zu schreiben und zu sprechen hat. Wer sich diesen Vorgaben verweigert, wird als reaktionär, als rechts und damit als indiskutabel beiseite gestellt.

In Extremfällen werden Studenten, die sich dem Gender-Kauderwelsch verschließen, schon jetzt mit Minderbewertung ihrer Qualifikationsarbeiten bedroht. An Universitäten, in Amtsstuben, Behörden, Unternehmen, Stiftungen und vor allem in den Medien wird inzwischen massiv Druck ausgeübt, sich dem genderpolizeilichen Terror – ja, kein milderer Ausdruck wäre hier angemessen – zu unterwerfen. Die Duckmäuser schimpfen wohl heimlich, aber beugen sich willig dem Diktat. In Zürich musste sich die Gemeinderätin Susanne Brunner gerichtlich (!) die Berechtigung erstreiten, offiziell weiterhin von Anwohnern anstatt von Anwohnerinnen und Anwohnern sprechen und schreiben zu dürfen. Wenn hier kein Sprachterror zu verorten ist, wo dann?

Mir ist es gerade im Zusammenhang mit Luise Pusch, die ich vor langer Zeit persönlich kennen und auf eine gewisse Weise durchaus auch zu schätzen gelernt habe, wirklich unverständlich, wie aufgeklärte Menschen, die sich ehemals oft sogar als politisch links eingestuft haben, dem zutiefst anti-liberalen Wesen der feministischen Sprachmanipulationen auf den Leim gehen können.

Foto: Tomaschoff

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Leserpost

netiquette:

Sabine Heinrich / 22.10.2020

O jemineh - wer kann denn Sprachwissenschaftlerinnen wie Frau Dr. Pusch heute noch ernst nehmen? Jede selbstbewusste -auch lesbische - Frau kann ihre Phrasen nur skeptisch zur Kenntnis nehmen und sich fragen, ob diese Frau nichts anderes zu tun hat oder noch nicht darüber hinweggekommen ist, dass sie - nun muss ich vorsichtig sein - ein wenig aus dem Rahmen der sog. “normalen” Frauen fällt. Dass der Autor ihr so große Aufmerksamkeit widmet und mit seinem Artikel dafür sorgt, dass sie wieder Aufmerksamkeit erfährt, wird sie sicher freuen und gelangweilten, um sich selbst rotierenden Frauchen (m/w/d) Gesprächsstoff bieten. Vor ein paar Jahrzehnten waren die Auslassungen von Frau Pusch durchaus lesens- und nachdenkenswert, zumal sie gut schreiben kann und damals jedenfalls auch über eine gute Portion Humor verfügte.

Gert Köppe / 21.10.2020

Sprache dient der Verständigung. Für die Gerechtigkeit sind Gesetze und die Justiz zuständig. So einfach ist das, ihr Gender-Ga-Ga-Schwätzer.

giesemann gerhard / 21.10.2020

@Petra Wilhelmi: Die Feministinnen werden bald jede Menge Themen haben, garantiert ... .

Hans-Werner Foitzik / 21.10.2020

Dieser ganze Genderunfug ist einfach krank, krank und nochmals krank. Er ist Ausdruck einer dekadenten Spezies, die sich wichtig machen will und nichts besseres zu tun hat, als sich mit so einem Mist zu beschäftigen.

G. Schilling / 21.10.2020

@Jürgen Probst; Offensichtlich gibt es in D sonst keine Probleme. Lassen wir sie noch ca. zehn Jahre spinnen. Dann wird es soweit sein und die Scharia regelt das Leben und die Sprache.

Joachim Neander / 21.10.2020

@ Jürgen Probst: Ich muss Ihnen recht geben, Die große Mehrheit der Muslime in Deutschland wird türkisch- oder arabischstämmig sein. Das Türkische kennt kein grammatisches Geschlecht, und die Araber werden sich Arabisch, das zwar zwei Genera, m und w, kennt, aber die Sprache ist, in der der Qur’an offenbart wurde, von niemandem verhunzen lassen.

Dr. Wolfgang Monninger / 21.10.2020

Ein weiteres Beispiel: Wenn ich z.B. die politische Leistung A.Merkels kommentieren möchte, könnte ich es so ausdrücken: 1) “Merkel ist DER beste (oder genau so gut: DER schlechteste) Kanzler seit 1945” - alternativ kann ich sagen: 2) “Merkel ist DIE beste ..(schlechteste) Kanzlerin seit 1945”. Fall 1: nutzt das generische Maskulinum und löst damit das Komparativ- (oder Superlativ-) Problem, da es beide Geschlechter einschließt. Fall 2: der Vergleich geht ins Leere, da Merkel die einzige Frau in dieser Polition seit 1945 ist. Fazit: Das generische Maskulinum ist alternativlos.

Gerhard Maus / 21.10.2020

@ Petra Wilhelmi: sehr gut - Sie sprechen vielen aus der Seele, vor allem den “Power-Frauen” (jedenfalls denen, die ich kenne, und das sind einige ...), die sauer auf Frauenquoten sind, weil sie nicht als “Quotilden” angesehen werden wollen. Losgetreten haben die Gender-Gaga-Lawine nach meiner Erinnerung die Politiker vor ca. 15 Jahren mit ihrem verschleimten “Bürgerinnen und Bürger” und “Wählerinnen und Wähler”. Und wer nicht stark (!) genug war, wurde von der Lawine mitgerissen ...

Karla Kuhn / 21.10.2020

Peter ist ein guter Lehrer. Maria ist eine schlechte Lehrerin. Oder Maria ist eine gute Lehrerein . Peter ist ein schlechter Lehrer. Schüler werden kaum Peter, bzw. Maris sagen, sondern Herr XX und Frau XX,  damit ist für mich die Sache gegessen. Ich schreibe nach wie vor Studenten, Sehr geehrte Damen und Herren, etc.  und bis heute hat sich keiner daran gestört. Auch wenn, interessiert es mich nicht, ich werde wegen ein paar “Gender- Ga Ga Besessenen”  meinen Schreibstil nicht ändern. Regina Horn, einfach köstlich,  ich glaube, die wissen das selber nicht. A. Ostrobsky, heeerlich, zu wenig 90 jährige ? Nee, das ist nicht gendergerecht. Und die können dann nicht mal an Corona sterben, mangels “Masse.” Aber wenigstens kann ich herzlich lachen in dieser verrückten Zeit.

Gabriele H. Schulze / 21.10.2020

Lieber Herr Bayer, ich frag ja nur: braucht es nach “qua” überhaupt einen Artikel? Also “qua in ihnen waltender Agenten” im 2. und “qua Wertesystem” im 3. Absatz? Ich stelle mir übrigens vor, welche Auswirkungen “gendergerechtes” Sprechen hätte; wieviele Sprechpausen es gäbe, weil jeder erst mal im Hirn sortieren müßte. Auch nicht schlecht….

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