In seinem Buch „The Herd“ beschreibt der Journalist Johan Anderberg, warum Schweden anders als der Rest der Welt keine drakonischen Corona-Maßnahmen verhängte. Hochinteressant und spannend wie ein Thriller!
Der schwedische Sonderweg in der Corona-Zeit hat sich, obwohl gerade in den deutschen Medien entweder kritisiert oder lieber gleich ganz ignoriert, als der richtige erwiesen: Das Land ist mit seinem besonnenen Kurs unterm Strich besser gefahren als die allermeisten anderen Länder – und zwar ohne wirtschaftliche Verheerungen und menschliche Tragödien, ohne zerstörte Kindheiten und Stilllegung des sozialen und gesellschaftlichen Lebens, ohne den Abbau von Grundrechten und eine bösartige Spaltung der Gesellschaft, kurz: ohne all die schädlichen und absurden Maßnahmen, mit denen die Menschen in Deutschland – und nicht nur hier – traktiert wurden. Was ja der Grund dafür war, warum man das Phänomen Schweden entweder kritisierte oder ignorierte, denn lange galt die Corona-Politik, wie sie außerhalb Schwedens praktiziert wurde, als alternativlos. Also musste der schwedische Weg heruntergeschrieben werden (ein Beispiel hier).
Warum ist das skandinavische Land diesen Sonderweg gegangen und wie verlief er? Das arbeitet der schwedische Journalist Johan Anderberg in seinem Buch „The Herd. How Sweden Chose Its Own Path Through the Worst Pandemic in 100 Years” ebenso kenntnisreich wie spannend heraus. Er beschreibt darin das erste Jahr der „Pandemie” seit März 2020 in einem packenden Reportagestil, Robin Alexanders „Die Getriebenen“ nicht unähnlich, schildert die Charaktere der Protagonisten (insbesondere den Staatsepidemiologen Anders Tegnell und seinen Mentor Johan Giesecke) farbig und detailliert, etwa indem er E-Mail-Diskussionen und Gespräche rekonstruiert, aber auch die „Gegenspieler“ der beiden, die das allgemeine Narrativ von der großen tödlichen Seuche teilten und auf mehr Maßnahmen drängten.
Denn auch in Schweden war der Kurs, den Giesecke und Tegnell einschlugen und beibehielten, nicht unumstritten: Der öffentliche Druck war durchaus hoch, die Presse und teils auch die Politik waren sehr kritisch, insbesondere was die recht hohen Sterbezahlen im Frühling 2020 in den Alten- und Pflegeheimen betraf. Aber auch da verloren die Experten nicht die Nerven. Ebenso wenig, wenn vermeintliche Verbündete wie Boris Johnsons Großbritannien erst eine ähnliche Strategie ankündigten, um dann doch umzufallen. Die schwedischen Experten behielten einfach kühlen Kopf, als man in anderen Ländern schon durchdrehte, machten sich ständig kundig über Ansteckungspotenziale und Sterblichkeitsraten des „neuartigen“ Virus. Frühzeitig fassten sie tendenziell eine Immunität ins Auge, wofür sich jeder zweite Schwede hätte anstecken müssen. Strategie: möglichst schnelles Erreichen der Herdenimmunität mittels Durchseuchung und – gegebenenfalls – Impfung.
Fatale Folgen der Maßnahmen rechtzeitig erkannt
Die Frage war: Wie konnte man den Menschen ermöglichen, ihr normales Leben in Zeiten der Corona-Krise fortzuführen, Lebensqualität und Freiheit zu bewahren, ohne unkalkulierbare Risiken einzugehen? Anderberg beschreibt, welche Erfahrungen mit früheren „Pandemien“ von der Spanischen Grippe über Schweinegrippe und SARS bis hin zu Ebola gemacht wurden, Erfahrungen, aus denen Tegnell den Schluss zog, keinesfalls überzureagieren. Dabei erfährt der Leser viel Wissenswertes über Seuchen, die die Menschheit in den vergangenen hundert Jahren heimgesucht haben, und so auch über Tegnells Denken und Handeln. Dieser hatte etwa seinerzeit die Schweinegrippegefahr überschätzt und so viele Leute impfen lassen wie nirgendwo sonst, was im Fall des Impfstoffs „Pandemrix“ zu hunderten Narkolepsiefällen geführt hatte. Denselben Fehler wollte er nicht noch einmal machen.
Tegnell und Giesecke waren sich bald einig, dass die Sterblichkeit von Covid im Rahmen bleiben würde, dass Kinder nicht ansteckend seien und dass drakonische Maßnahmen, wie andere Länder sie ergriffen, mehr Schaden als Nutzen bringen würden. Ende 2020 führte die schwedische Politik zwar teilweise Restriktionen wie Kontaktbeschränkungen ein, aber weder wurden in großem Stil Schulen geschlossen, noch wurden Lockdowns, Maskenzwang oder ähnliche Grausamkeiten angeordnet. Denn anders als manche geltungsbedürftige Experten in Deutschland, die der Regierung willfährig zuarbeiteten und mögliche Schäden der Maßnahmen komplett ausblendeten, hatten sich die beiden Epidemiologen rechtzeitig überlegt, welche fatalen Nebenwirkungen drakonische Maßnahmen zeitigen würden: Depressionen durch Angst und Entfremdung, ein geschwächtes Immunsystem aufgrund sozialer Isolation, schwerwiegende Erkrankungen, deren Behandlung von einem Gesundheitssystem, das von der „Pandemie“ hypnotisiert ist, an die Wand gefahren wird, Verarmung. So blieb den Schweden fast alles erspart, was den Menschen in anderen Industrieländern das Leben so schwer machte.
Anderbergs Buch, das in seinem Heimatland unter dem Titel „Flocken“ (Die Herde) erschien und zum Bestseller avancierte, ist fast uneingeschränkt zu empfehlen. Es gibt lediglich zwei kleine Haken: Zum einen deckt es nur den Zeitraum eines Jahres nach Beginn der Krise im März 2020 ab, ist also letztlich nicht aktuell – tatsächlich hat die weitere Entwicklung ja erst recht gezeigt, dass der „schwedische Weg“ der richtige war. Und: Zur Zeit des Abschlusses des Buches war für den Autor noch nicht absehbar, dass eben nicht die Impfung der „Gamechanger“ sein würde, der die Pandemie beendet, sondern tatsächlich die Herdenimmunität. Neben der Ungnade des „zu frühen“ Erscheinens mag außerdem für manche potenzielle Leser eine Rolle spielen, dass das Buch bisher nur ins Englische übersetzt wurde (es erschien im April). Wer wissen möchte, wie es auch bei uns hätte laufen können, kommt um Johan Anderbergs Werk nicht herum.
Johan Anderberg: „The Herd. How Sweden Chose Its Own Path Through the Worst Pandemic in 100 Years”, erhältlich etwa hier als Taschenbuch für 20,21 Euro.
Beitragsbild: Frankie Fouganthin CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Damals war ich nicht sicher, ob der schwedische Weg richtig sei, allerdings hielt ich ihn angesichts der weit fortgeschrittenen Migrationsprobleme, die sich Schweden eingehandelt hat, für den einzig möglichen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß Lockdownregeln -bis hinein in die Familien!- sich unter diesen Bedingungen überhaupt hätten durchsetzen lassen. Die ersten Maßnahmen, die in Deutschland mit der Begründung verhängt wurden, man müsse die totale Überlastung der Intensivstationen verhindern, fand ich noch richtig. Nur, daß sich herausstellte, daß die befürchtete Überlastung nicht durch Massen von Covid-Kranken eintrat, sondern -durch die aufwendige Isolierung eines jeden positiv Getesteten- eher selbst fabriziert wurde.
Es war von Anfang an jedoch fatal, das Sterbegeschehen bei den Hochbetagten und schwer Vorgeschädigten als Zeichen einer gefährlichen Pandemie zu deuten. Es bleibt richtig, dem menschlichen Immunsystem zu vertrauen und der natürlichen Evolution der Viren, hin zu immer weniger tödlichen Varianten mit hoher Verbreitung.
Auch Herr Tegnell hat Fehler gemacht – bei der Schweinegrippe Pandemie. Aber ganz offensichtlich hatte er daraus gelernt. Dieses „Lernen“ wäre dem deutschen Experten für Angst und Panik auch zu wünschen – im Interesse der Bürger unseres Landes. Aber an eine Lernfähigkeit dieses Herrn glaube ich nicht. Das mittlere Sterbealter ist in Deutschland 2021 deutlich gesunken. In Schweden ist es gestiegen.
Vielen Dank für den Hinweis. Ja, es ist gut, wenn Fachleute sich mit einem Problem beschäftigen. Leider ist das in Deutschland immer seltener der Fall.
Das sind eben die zwangsläufigen Ergebnisse, sobald der Verstand eingesetzt und die hypothetische Wissenschaft und ihr Dogma, dass dem des Katholizismus vor fünfhundert Jahren höchst ähnlich ist, benutzt wird. Aber es ging nie um Gesundheit, sondern um eine Agenda. Ist natürlich das große Problem, wenn die Pseudoeliten von Dumm – und Faulheit, Traumatisierung, Narzissmus, Aussendarstellung und Infantilität durchseucht sind. Das Thema moderner Massenmensch und, obwohl maßgeblich in den letzten 100 Jahren von diesem Industreietypus gewünscht und gefordert, und seine krankhaften Auswüchse wäre final noch zu bearbeiten. Allerdings nicht von korrupten, opportunistischen, Kriminellen und verlogen Trotteln ( siehe gerade China ), sondern von entwickelten Geistern. Schlussendlich wurde und wird hier eine faschistoide, totalitäre, stalinistisch und nationalsozialistisch verbrämte Agenda durchgepeitscht. Da genügt der Blick nach Kiew und sein CIA – Marionetten – und Gaunerkabinett genauso wie nach Genf, Moskau und Washington. Aufwachen ist eben ein schmerzhafter Prozess. Bon chance ! Angenehme Woche.
Eine Gruppe von schwedischen Wissenschftlern kommt in einer im März 2022 in „ Nature “ veröffentlichten 17-seitigen Studie zu ganz anderen Schlußfolgerungen über das Für und Wider der schwedischen Covid-Politik. Die Studie ist auch unter dem ersten Namen der Wissenschaftlergruppe „ Nele.Brusselaers“ auffindbar. Am Ende von 2020, dem ersten Jahr der Pandemie, hat auch der schwedische König in einer Rede das Versagen der Gesundheitspolitik in Schweden beklagt. Es scheint, dass man sich sehr tiefgehend mit den schwedischen Gegebenheiten befassen muß, um „ Erzählungen “ von unwiderlegbaren Fakten trennen zu können. Anders ist im Ergebnis nicht immer besser.
Die Prämisse stimmt nicht und ist die erste dreiste Lüge. Wer die akzeptiert hat schon verloren. Es gab nie eine Corona Pandemie – schon gar nicht eine gefährliche! Erst durch die geänderte Definition seitens der WHO konnte eine Pandemie erklärt werden, die keine war. Und das war schon vor zwei Jahren für jeden (auch ohne medizinischen Hintergrund) erkennbar. Der Rest ist Kriminalgeschichte.
Diesen Artikel kann ich, als in Schweden lebend, voll und ganz unterschreiben. Zitat: „ Ende 2020 führte die schwedische Politik zwar teilweise Restriktionen wie Kontaktbeschränkungen ein, aber weder wurden in großem Stil Schulen geschlossen, noch wurden Lockdowns, Maskenzwang oder ähnliche Grausamkeiten angeordnet.“
Genauso war es! Während der ganzen Coronazeit haben ich NUR beim Arztbesuch eine Maske tragen müssen ( eine OP-Maske , niemals FFP2)
Alle Geschäfte, einschliesslich Supermärkten und Restaurants, waren IMMER geöffnet. Ende vergangenen Jahres, als die Coronazahlen in allen Ländern hoch gingen, wurden die Zahlen der Kunden in den Geschäften und Supermärkten( je nach Grösse) eingeschränkt, ebenso in Restaurants. Dort durfte man zeitweise nur mit 4 Personen am Tisch sitzen. Aber KEINE Maske, – KEINE Tests – KEIN Impfnachweis wurden verlangt. Auch beim Arztbesuch wurde ich nicht getestet. Es galten Abstandsregeln und Desinfektionsmittel waren überall aufgestellt und an den Kassen die Plexiglasscheiben. Aber alle diese Regeln wurden NIE EINGEFORDET sondern waren FREIWILLIG. Eingeschränkungen gab es im Prinzip nur für Veranstaltungen. Diese wurden alle abgesagt. Ich fand es die ganze Zeit erschreckend im deutschen Fernsehen die Maskenparaden zu sehen und auch jetzt noch scheint Deutschland fast das einzige Land zu sein wo man sich nur schwer von der Maskierung trennen kann. Dieser Anblick blieb mir hier in Schweden zum Glück erspart. Es gab zwar auch hier einzelne
Personen die eine „Ansiktsmask“ trugen, aber das waren, wie gesagt, zum Glück nur eine geringe Anzahl ängstlicher Personen oder aber ausländische ( meistens deutsche)Touristen.