Gerade einmal 171 Rückkehrwillige haben bislang bei der Prämie zugegriffen. Offensichtlich zu schwer, wegen der vielen kleinen Scheine. Schweden möchte seine Problemfälle loswerden und bietet 350.000 Kronen pro Erwachsenen, der freiwillig in sein Herkunftsland zurückkehrt. Für einen Haushalt sind höchstens 600.000 Kronen drin, etwa 53.800 Euro.
Die Schwedendemokraten machen auch keinen Hehl daraus, welche Zuwanderungsgruppen sie besonders im Auge haben. Auf einem Wahlkampfbus steht die freundliche Frage: „Vermissen Sie Mogadischu?“ Darunter der Hinweis auf die Rückkehrprämie. Davon lässt sich in Mogadischu einiges anfangen. Schweden hat damit eine erstaunliche politische Wandlung vollzogen.
Schweden war jahrelang refugees-welcome-besessen. Mit diesem Rausch brüstete man sich, doch jetzt folgt der Kater. Ein Kater? Zehntausende. Kaum ein anderes europäisches Land berauschte sich derart an seiner eigenen moralischen Großzügigkeit. Die Türen standen offen und die Staatskasse gleich daneben. 2015 stellten rund 163.000 Menschen dort einen Asylantrag. Zwischen 2015 und Ende 2025 kamen insgesamt mehr als 330.000 Asylanträge zusammen. Ende 2025 lebten 2.210.638 im Ausland geborene Menschen in Schweden. Mehr als jeder fünfte Einwohner.
Dann kam die Ernüchterung. Plötzlich knallten nicht mehr nur die Sektkorken der Willkommensgesellschaft, denn auch Kinder erledigen Mordaufträge. Das trübte das Bild, unübersehbar. In den Vorstädten entstanden kriminelle Netzwerke. Drogenhandel, Erpressung, Schießereien und Sprengstoffanschläge gehören inzwischen zur schwedischen Wirklichkeit. 2022 wurden 391 Schießereien mit 62 Toten registriert. Im Jahr 2025 waren es noch 158. Bis Ende August 2026 wurden 53 Schießereien gezählt. Der härtere Kurs zeigt Wirkung. Eingeschlagen wurde er allerdings nicht aus Langeweile.
Der Mahnbescheid geht nach Mogadischu
Für 2024 identifizierte die Polizei rund 1.700 Minderjährige als aktiv Beteiligte krimineller Netzwerke. Allein bis Ende Juli 2024 standen 93 Kinder unter 15 Jahren im Verdacht, an Mord, Mordversuch oder Beihilfe dazu beteiligt gewesen zu sein. Das sind jene Zahlen, bei denen selbst der hartnäckigste Willkommensvertreter irgendwann beide Hände braucht, um sich Augen und Ohren zuzuhalten.
Die Regierung zog die Notbremse. Kriminelle ohne schwedischen Pass sollen leichter hinausgeworfen werden. Andere sollen freiwillig gehen. Ihnen trägt der Staat dafür einen Geldkoffer hinterher. Schweden hat also jahrelang viel Geld dafür ausgegeben, um Asylanten anzulocken. Nun gibt es viel Geld dafür, dass sie wieder gehen.
Die Frage ist nur: Warum greifen so wenige zu, denn nur 171 Menschen wollten bislang den Geldkoffer. Wer einmal am süßen Honig des europäischen Sozialsystems geleckt hat, lässt sich offenbar auch mit einem dicken Geldbündel nur schwer davon überzeugen, dass Mogadischu dauerhaft die bessere Adresse ist. Schnee, Dunkelheit und Elchgefahr hin oder her.
Ganz ohne Sicherungsseil verschenkt Stockholm die Kronen allerdings nicht. Wer die Bedingungen verletzt und zurückkehrt, wird zur Rückzahlung verpflichtet. Dann darf die Behörde ihren Bescheid nach Mogadischu schicken und hoffen, dass Empfänger, Briefkasten und Geldkoffer noch am selben Ort wohnen. Vermutlich ist das Geld längst über alle Berge, während das Mahnschreiben noch beim Übersetzer liegt.
Die entscheidende Schwäche der Ausreiseprämie ist ohnehin eine andere: Der Staat kann einen Menschen dafür bezahlen, Schweden zu verlassen. Er kann ihn aber nicht am Boden von Mogadischu festschrauben. Und selbst wer tatsächlich nach Mogadischu fliegt, muss dort nicht für alle Ewigkeit bleiben. Mit 31.400 Euro Startkapital lässt sich schließlich noch manches anfangen. Auch eine neue Reise. Vielleicht beginnt eines Tages alles wieder von vorn. Diesmal in Berlin. Denn wir haben ja Platz und Geld. Und Kundschaft im Görlitzer Park.
Meinrad Müller ist ehemaliger Unternehmer und betrachtet das Zeitgeschehen gerne mit etwas Abstand.
Ich glaube noch nicht dran…
Was kostet ein syrischer Pass? Möglicherweise könnte ein kurzer Urlaub in Schweden recht lukrativ sein?
Einreisen,Geld mitnehmen, wieder ausreisen.
Der Gedanke hätte Potential, wenn ohnehin jeden Tag zehn voll besetzte Flieger abheben. Aber 60 Riesen für eine Familie haben bei uns Abertausende schon spätestens im Juli gerafft…
Zuckerbrot ohne Peitsche hat noch nie geklappt.
Auch der Muselmann kann rechnen. Ein Lebenlang auf anderer Leute Tasche leben bringt unterm Strich mehr, als eine Ausreiseprämie.
Große Fehler konnte man aber noch nie mit kleinen Fehlern korrigieren. Jene, die für diese desaströse Politik verantwortlich waren, laufen ja noch darum. Da müßte man anfangen und die Justiz alles ausschöpfen für einen glaubhaften Neuanfang.