Solange es die DDR gab, wusste die Einheitspartei, wo der Schlüssel zur Macht lag. In ihren Koalitionskabinetten hatte die SED stets darauf geachtet, mindestens zwei Ressorts zu besetzen, das Innen- und das Bildungsministerium; das letztere mit Margot Honecker, Erichs getreuer Gefolgsfrau. Die beiden kannten das von George Orwell mustergültig formulierte Credo aller Gesinnungsdiktatoren: Wer die Gegenwart beherrscht, beherrscht die Vergangenheit; wer die Vergangenheit beherrscht, beherrscht die Zukunft. Das Rezept hat sich als falsch erwiesen, denn eine große Zukunft hat die DDR ja gerade nicht erlebt. Schulpolitiker sind aber zähe Leute, sie wollen die Welt nach ihren Vorstellungen verändern, und wenn es beim ersten Mal nicht klappt, dann eben später.
Als diese Leute Ernst machten, war eine von ihnen, die FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher, zu einer Informationsreise in die DDR aufgebrochen. Um dort zu entdecken, dass es im real existierenden Sozialismus viel besser zuging als von der bürgerlichen Presse behauptet – etwa so gut wie von der Hamburger „Zeit“ hingebungsvoll beschrieben. Dort, im Paradiese der Werktätigen, war das Lernen Ehrensache, die Liebe zur Arbeit Wirklichkeit. Es gab Kinderkrippen und Kindergärten, Vorschulen und Oberschulen, alles aus einer Hand. Gleiche Lernziele, gleiche Lernerfolge, die Parole der Linken, hier galt sie, und Frau Hamm-Brücher war begeistert, auch wenn sie persönlich auf Ausnahmen bestand. Denn ihre eigenen Kinder schickte sie nicht auf öffentliche Schulen, sondern aufs Internat Schloss Salem. Mit den eigenen Kindern, meinte sie zur Begründung, sei man nun einmal immer etwas eigen.
Carl-Heinz Evers, damals Schulsenator in Berlin, wollte von solchen Ausnahmen nichts wissen. Als guter Sozialist hatte er verstanden, dass es zwei ganz verschiedene Arten von Gleichheit gibt – den Ausgleich nach oben und den Ausgleich nach unten –, und weil es mit dem ersten immer schwierig ist, entschied er sich für den zweiten, den nach unten. Der Übergang zum Sozialismus sei eine historische Notwendigkeit, hatte er bei Marx und Engels gelesen, und Evers glaubte das. Im Grundwiderspruch von Kapital und Arbeit sah er den Skandal, in seiner Beseitigung das Ziel der Geschichte. Der revolutionäre Kampf der Arbeiterklasse sei der Anlass, die führende Rolle der Partei die Bedingung, die Gesamtschule das Mittel, alle Kinder gleich zu machen.
Die Schule gegen Objektivität und Rationalität
Soweit das Programm. Ein paar Ungeduldige hatten es wörtlich genommen und geglaubt, ab sofort schießen zu dürfen oder zu müssen. Damit hatten sie den radikalen Schulreformern einen Bärendienst erwiesen; doch nur fürs erste. „Holger, der Kampf geht weiter“, hatte Rudi Dutschke seinem Freund ins Grab nachgerufen: die Losung aller Fanatiker, derer von links genauso wie derer von rechts. Auch Hitler hatte ja nicht auf Anhieb Glück gehabt, neun seiner Leute waren bei dem Versuch, mit der Waffe in der Hand die Macht zu ergreifen, erschossen worden. Doch Hitler hatte aus seinem Missgeschick gelernt. Von jetzt an wollte er die Macht auf legalem Weg erobern – und hatte das zehn Jahre später auch geschafft. Die Reißbrettpädagogen wollten es so ähnlich machen, mit Rahmenrichtlinien und Lernzielkatalogen, die die Jugend erobern.
Tatsächlich hat es diesmal etwas länger gedauert, nicht zehn, sondern fünfzig Jahre. Unter dem Druck der von Frau Merkel arrangierten Masseneinwanderung liegt das Ziel, die Schule ohne dies und gegen das, nun aber greifbar vor aller Augen: die Schule gegen Objektivität und Rationalität, gegen Fleiß, Beharrlichkeit und Leistung. Die Schule ohne Noten und ohne Prüfungen, ohne Mathematik (weil ein Erzeugnis bürgerlich-technischer Ideologie), ohne fremde Sprachen (weil überflüssig in der „Einen Welt“) und ohne Deutsch. Klaus Wowereit, der es mit ganzen neun Wörtern – „Ich bin schwul und das ist auch gut so“ – zum Regierenden Bürgermeister gebracht hatte, wollte diese Karriere auch Einwanderern aus Anatolien erschließen und empfahl deshalb, an den Berliner Schulen mehr Türkisch und weniger Deutsch zu sprechen. Womit er, wie man hört, auch ziemlich weit gekommen ist.
So ist der pädagogische Fortschritt doch noch ans Ziel gekommen. Der Antikapitalismus heißt jetzt Antirassismus, Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen, und muss deswegen ausgerottet werden. An die Stelle der Arbeiterklasse sind die Fremden, die Migranten, die Nicht-Deutschen als revolutionäres Subjekt getreten. Die Rolle der führenden Partei wird nicht mehr von einer einzigen, sondern von mehreren Parteien wahrgenommen, die keine Volksdemokratie, sondern „UnsereDemokratie“ verteidigen – der alte Plan, neu aufgemacht. Und diesmal konnte er gelingen. Wer aus der Dritten oder Vierten Welt nach Deutschland kommt, hat schnell begriffen, was den Deutschen so lange Zeit nicht in die Köpfe wollte: dass Lesen überflüssig, Rechnen entbehrlich, Leistung unanständig und Bürgergeld ein ordentlicher Beruf ist. Bei jeder neuen Untersuchung schneidet das deutsche Schulwesen, ehemals führend in aller Welt, immer schlechter ab. Das „Neue Deutschland“, von dem die SED nur geträumt hatte, scheint endlich da zu sein.
Dr. Konrad Adam ist Journalist, Publizist und ehemaliger Politiker der AfD. Er war Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Chefkorrespondent und Kolumnist der Tageszeitung „Die Welt“ in Berlin.
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„Bückbürgertum – Eine Geschichte verlorener bürgerlicher Kulturkämpfe von 1945 bis 2026“ von Ulf Poschardt, Westend Verlag 2026, hier bestellbar.

„Das Rezept hat sich als falsch erwiesen, denn eine große Zukunft hat die DDR ja gerade nicht erlebt.“ ?????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????? So, wie es sich heutzutage darstellt, hat die DäderäDää inkl STASI Kader doch zu 110% gewonnen!!! „brd“ geschluckt/sozialistisch ausgesaugt/kommunistisch vernichtet/„unsere dEmokratie“ ersetzt!… …
Zu besagtem Carl-Heinz Evers, damals Schulsenator in Berlin, fällt mir wieder folgendes ein, da ich zu dieser Zeit in den 60ern am Gymnasium war: Dieser Evers brillierte mit einem irren Vorschlag, er wollte in den Schulen die Prozentrechnung abschaffen, da dadurch nur die kapitalistische Ausbeutung gefördert würde. Irgendwie kam es aber glücklicherweise nicht zur Umsetzung der Schnapsidee dieses sozialistischen Wirrkopfes. Diskussionsstoff war es aber dennoch.
Irgendwie eine schiefe Sicht auf die Dinge. Sicher hatte das Schulwesen eine ideologische Ausrichtung, und es sollten ideale DDR Bürger gepägt werden aber einheitliche Vorgaben für Lehrpläne und ein gewisse Struktur vom Kindergarten bis zu Hochschulreife hat noch niemandem geschadet. Das Chaos was 16 Bundesländer, unfähige Politiker ind Pädagogen bisher erzeugt haben, wird mit zum Untergang Deutschlands beitragen. Vom Einfluß der Massenzuwanderung gar nicht erst zu reden
Man muss ich immer wieder klar machen. Sowohl Internationale als auch National-Sozialisten leben vom Zwei-Klassen denken, dem Klassenkampf.
Während die einen meinen, sie seien die unterdrückte Klasse, denken die anderen, sie seien die überlegene Klasse. Und beiden ist letztlich inne, die andere Klasse zu eliminieren. Beides ist klassischer Rassismus. Man muss nur Klasse mit Rasse übersetzen.
Da aber jeder Mensch ein Unikat ist, Und jede Gruppierung letztlich eine Art Gleichmacherei, aus welchen Eigenschaften auch immer, ist, verengt sie die Individualität des Einzelnen, beschneidet die Freiheit ein Stück.
Nur der freie Mensch ist kann frei von Gruppenzwängen sein. Deswegen ist die Freiheit der größte Feind beider Sozialistengruppen (links wie rechts). Sie brauchen Autokratie und Freiheitsbeschränkung um ihren Klassenkampf zu organisieren.
Der richtige Regenbogen hat unendlich viele Farben. Der Mensch besteht auch nicht aus Schwarzen und Weisen, alle Nuancen zwischen dunkelstem Braun und blassestem Tein treten auf. Wer anfängt ihn, den Regenbogen bzw. den Mensch in sieben, sechs, etc. Farben (oder LGBHGWQKH+) zu gruppieren ist schon Rassist.
Die Zerstörung der Bildung in sämtlichen Schulen der BRD begann schon mit der Entstehung der DDR zum Zwecke der Schwächung der Freien Welt als unschlagbare Konkurrenz des Sozialismus, zunächst langsam und kaum merklich, dann seit den 60ern immer schneller. Nach dem Mauerfall jedoch galoppierte sie, zuletzt im Endspurt mittels Einwanderung und Inklusion, nun aber zum Zwecke der Beendigung Gesamtdeutschlands. Die DDR wollte in der BRD weiterleben, nach der Aufgabenänderung allerdings strebt sie den gemeinsamen Untergang an.
Schade, aber es ist ein immer wiederkehrender, scheinbar unausrottbarer Fehler. Das DDR- Bildungssystem war zwar durchideologisiert, aber einen Fehler haben damals herrschenden Kleinbürger und Halbgebildeten nicht gemacht: Mathematik verteufelt und Naturwissenschaften abgewertet. Dieses Verdienst ist wirklich den wohlstandsverwahrlosten Salonkommunisten des Westens exklusiv zuzurechnen. Sie sind also tatsächlich noch ein Stück dämlicher als Honecker und Konsorten.
Und trotzdem war es die bürgerliche, damals noch nicht linkszersetzte FAZ, die 1999 den Giftmord an Kohl ins Werk setzte und dem Verhängnis im Hosenanzug den Weg freimachte. Und weil Schäuble, doppeltes Verhängnis, mit Kohl noch eine Rechnung offen hatte, liess er sie vergnüglich gewähren statt sie hochkant rauszuwerfen.
Und jetzt seid ihr final bei Ernst Sieferle angekommen. Es gibt keinen Fall in der Geschichte, in welchem ein Land aus sowas noch herauskam. Dafür Libanon, Syrien, aktuell Frankreich und England, das alte Rom, etc etc etc pp ad nauseam.