So fühlt er sich also an, der Boden der Tatsachen. Real Madrid hat Fußball-Deutschland demonstriert, dass sich die Grundkoordinaten des Clubfußballs mitnichten fundamental verändert haben in den letzten Jahren. Es ist wie meist: Bayern München spielt oben mit, aber nur einigermaßen. Der Rest der Bundesliga nicht. Gar nicht. Und die Bundesliga ist auch weder „die stärkste Liga der Welt“ noch ausgeglichener als die Ligen in England oder Spanien. Dem momentanen Trend zur deutschen Selbstüberschätzung zum Trotz.
Wer ist Schuld am Reinfall von München? Guardiola? Vielleicht ein wenig. Weil er Ballbesitz mit Torgefahr verwechselt. Schweinsteiger, Lahm? Sicher auch. Aber vor allem: die anderen 17 Bundesligaclubs. Weil sie in dieser Saison in dramatisch wettbewerbsfeindlicher Weise ihre Spiele gegen den FC Bayern abgeschenkt haben. Der Club war gefühlt seit Spieltag drei Deutscher Meister. Jeweils mit amüsiertem Lächeln durften die Bayern Tor um Tor schießen. Es herrschte die gepflegte Langeweile. Der Guardiola-Club hat in dieser Saison nie auch nur im mindesten Wettkampftemperatur aufgenommen.
Wie auch. Wenn es völlig okay ist, 0:3 zu verlieren; wenn Teams wie Eintracht Frankfurt gegen den FC Bayern gar Spieler schonen, weil sie sowieso keine Chance erwarten, dann ist es für die Bayern schwer, eine solche Saison ernst zu nehmen. Die Bundesliga hat es sich kuschelig einfach gemacht mit den Bayern. Für Spieler und Trainer sämtlicher Clubs diente die vermeintliche Überdominanz der Münchner als bequeme Ausrede, sich mal für ein Wochenende keinem Gedanken an echten Wettbewerb aussetzen zu müssen. Die Medien haben sekundiert, indem sie Bayern feierten und den Verlierer mit Samthandschuhen anfassten. „Finden Sie die Bayern auch so toll?“, wurden die gefragt, nicht „Warum haben Sie verloren?“ Diese Haltung hat letztlich alle verwirrt – vor allem die Bayern selbst. Die Klatsche heute Abend war die Quittung. Die Folgen sind für die gesamte Liga übel.
Schön wäre es also, wenn das Gefasel von der Übermannschaft aufhört. Dass sie das nicht ist, haben wir gerade gesehen. Als Alternative wäre ich ernsthaft für die Einführung einer europäischen Clubliga. Da herrscht dann nämlich ein richtiger, ernsthafter, interessanter Wettbewerb. Und zwar an jedem Spieltag.
Dortmund hat in München 3:0 gewonnen. Dortmund hat Real Madrid (die neue Übermannschaft?) zuhause 2:0 geschlagen. Es gibt keinen Grund, den deutschen Vereinsfußball zu unterschätzen.
Kurzer Hinweis: Hier geht es um Vereinsfußball, das hat mit "Fußballdeutschland" nichts zu tun, sondern mit Geld. In Deutschland haben die Spieler quasi Beamtenstatus, da die Deutsche Fußball-Liga bekanntlich von den Zwangsgebührenzahlern (exakte Summe geheim, man munkelt von 500 Millionen pro Jahr) und den Steuerzahlern (Finanzierung der Polizeieinsätze) bezahlt wird. Mir geht das schon lange am Arsch vorbei. Hoffen wir auf ein Vorrunden-Aus bei der WM.
Die künstliche Aufregung ist mir nicht nachvollziehbar. Beim Fußball kommt es vor, dass einer verliert. Bayern war in den letzten 5 Jahren viermal im Semi- und zweimal im Finale. Letztes Jahr gegen den BVB. Titelverteidigung hat in der CL noch keiner geschafft, und das ist auch irgendwie beruhigend, denn so bleibt's spannend. Wenn's bei Ronaldo und Bale richtig läuft, ist Real derzeit kaum zu schlagen. Barca hat im spanischen Cup gar nicht gut ausgesehen. Die beste Figur hat wer gemacht - der BVB. Also: Deutschlands Fußball ist top- Nur eben nicht alleine. Das wäre ja auch ziemlich langweilig.
Die Bayern sind schlecht. Letztes Jahr die CL gewonnen, dieses Jahr im Halbfinale rausgeflogen. Pfui! Und die anderen sind schuld. Dass die Bundesliga die stärkste Liga der Welt ist, habe ich bislang aber nur in der Zeitung gelesen. Ich würde sagen, dass die BuLi im europäischen Vergleich gut mithalten kann und fähig ist, einige sehr gute Spieler aus dem Ausland anzulocken. Aber jetzt kann Bayern nicht die CL gewinnen - und alles ist schlecht. Ich glaube, hier spricht ein enttäuschter Schönwetter-Fan. Die anderen überlegen, was man besser machen kann und freuen sich auf die nächste Saison.
Stimme, Herr Glaesel völlig zu. Sollen die spanischen Vereine mal ihre Steuerschulden bezahlen, dann sehen wir weiter. Im übrigen: Es wird Zeit, dass die deutschen Vereine aus diesem internationalen Fussball-Zirkus aussteigen - der hat mit Sport nichts mehr zu tun, sondern ist Brot & Spiele. Die Deutschen schaffen´s bloss nicht, nationales Selbstbewusstsein auf anderem Weg zu gewinnen. Stattdessen hofieren die Bundeskanzlerin, der Bundespräsident Profi-Kicker (die im Zweifelsfall nicht mal die Nationhymne singen können) bei Länderspielen oder beim DFB-Pokal. Armes Deutschland.
Ach Du liebe Güte, Fußballthemen auf der Achse. Und wieder strotzen Blog und Kommentare vor Unkenntnis und Denkfehlern. Warum haben Sie, Herr Gutzmer, diesen Blog nicht im Mai vergangenen Jahres geschrieben? Haben sich etwa alle Umstände innerhalb eines Jahres komplett geändert? Und, Herr Endrst, was glauben Sie, was ich schon alles vorhergesagt habe? Insbesondere nach den Ereignissen ... Es ist nahezu ausgeschlossen, dass ein Team mehrere Jahre hintereinander alle Wettbewerbe komplett beherrscht. Das weiß jeder, der sich dem sportlichen Wettkampf stellt bzw. gestellt hat. Deshalb bitte, Achse-Redaktion, Fußball-Blogs künftig nur noch von Experten zulassen! Beste Grüße George Urbanski
Schuld sind die Grünen, die EU, der öko-industrielle Komplex, der Islam und das Gutmenschentum im Allgemeinen und nicht etwa Spieler, die in individuellen Situationen (ja - im Fußball ist auch jede "Standardsituation" noch individuell) versagt haben. Schließlich befinden wir uns auf der "Achse des Guten".