Bis zur „vollständigen Einsatzreife“ der 350 Schützenpanzer Puma hat das Bundesverteidigungsministerium derzeit rund 5,99 Miliarden Euro eingeplant. Das berichtet das Onlinemagazin „Telepolis“ mit Bezug auf die Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage des Linken-Politikers Matthias Höhn. Ursprünglich seien rund 2,90 Milliarden Euro eingeplant gewesen – also in etwa die Hälfte.
Laut „Telepolis“ begründet das Verteidigungsministerium die Kostensteigerung mit Verträgen, die höhere Preise erlaubten, sowie mit einer „Fortschreibung des Fähigkeitsprofils“. Tatsächlich hat sich dieses seit den ersten Planungen im Jahr 2004 wesentlich verändert. Die Medien berichteten von kuriosen bürokratischen Vorgaben und Sonderwünschen der Militärs. So mussten die Hersteller zum Beispiel dafür sorgen, dass im Innenraum des Schützenpanzers auch hochschwangere Soldatinnen arbeitsstättenverordnungsgerecht befördert werden können.
Aufgrund solcher Vorgaben explodierten die Entwicklungskosten für den Puma, der bereits zu Projektbeginn als der teuerste Schützenpanzer im Westen galt. Die ursprünglich für 2014 vorgesehene Auslieferung der ersten Serienmodelle an die Truppe verzögerte sich bis 2015; anstatt der ursprünglich geplanten Stückzahl von 1000 Panzern sollen nur noch 350 gebaut werden.
