Rainer Bonhorst / 30.09.2019 / 10:00 / Foto: ezb.europa.eu / 12 / Seite ausdrucken

Schon wieder ein deutscher Flüchtling 

Ob wir das schaffen? Die deutsche Fluchtbewegung aus der Europäischen Zentralbank nimmt dramatische Formen an. Naja, rund 900.000 Migranten, wie seinerzeit im Wir-schaffen-das-Jahr Angela Merkels, sind es nicht. Aber drei Flüchtlinge in relativ dichter Folge – das ist keine kleine Zahl, wenn man die Exklusivität des fünfköpfigen EZB-Direktoriums bedenkt.

Offiziell handelt es sich bei Sabine Lautenschlägers Adieu nicht um eine Flucht, sondern um einen ganz gewöhnlichen, wenn auch vorzeitigen Abschied. Aber alle Beobachter dieser deutschen Fluchtbewegung wissen, dass Sabine Lautenschläger eine deutliche Kritikerin des EZB-Chefs Mario Draghi ist. Der Mann geht ihr, und nicht nur ihr, nun mal viel zu locker mit unserem Geld um.

Die Vorgänger Sabine Lautenschlägers, Jürgen Stark und Axel Weber konnten wohl auch nicht mehr zusehen, wie Draghi mit seiner Null-Zinspolitik und seinem Anleihen-Kaufprogramm versucht, offiziell den Euro, inoffiziell die wankenden Südländer zu retten. 

Nun gut, oder auch nicht gut: Die Lücke, die Frau Lautenschläger hinterlässt, wird des Proporzes halber wohl wieder deutsch besetzt. Neue Hoffnung also für das Land der Sparer? Wird ihr Nachfolger auch ein entschiedener Gegner Draghis oder seiner Nachfolgerin Christine Lagardes sein? Also, ich weiß nicht. So einer würde ja die kleine Truppe der Helikoptergeld-Kapitäne durch unbotmäßiges Gegensteuern nur wieder ärgern. Zwar verabschiedet sich Mario Draghi in Kürze. Aber Christine Lagarde ist in der Geldpolitik bekanntlich eine Draghistin. In Frankfurt nichts Neues. Da ist ein Gegensteuern kaum gefragt. Der Helikopter hält sich sowieso nur mit Mühe in der Luft.

Was bleibt? Allein zu Hause sitzt Bundesbankchef Jens Weidmann und kann nicht viel tun. Ich schon: Ich löse mein kleines Sparkonto auf, ehe es mir gekündigt oder mit Strafzinsen belegt wird. Aber wohin mit den Kröten? Mal sehen, was die Börse zu bieten hat. Moment mal. Die Börse. Ist das ganze Theater vielleicht ein klammheimliches Börsen-Beschaffungsprogramm? Die Börse als Zufluchtsort der Draghi-Geschädigten? Aber wieviele Flüchtlinge schafft die Börse? Es könnten ein paar Millionen werden.

Foto: ezb.europa.eu

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Sabine Lotus / 30.09.2019

Stopfen Sie die Scheine ins Kopfkissen. Da haben sie wenigstens noch einen praktischen Nutzen. Und wenn der feuchte Ökodiktaturtraum dann endlich endlich Wirklichkeit ist, können Sie damit sogar noch ein Feuerchen in die Dunkelflaute legen. Aber nicht erwischen lassen. Solch subversives Verhalten gibt Gulag.

Erwin Obermaier / 30.09.2019

Ich bin etwas überrascht über die “900000 Flüchtlinge im Merkeljahr”. Laut Migrationsbericht des Statistischen Bundesamtes kamen 1,9 Mio. Menschen in Deutschland an und 800000 verließen Deutschland. Das macht 1,1 Mio. Wenn man aber einfach mal vermutet, daß unter den 1,9 Mio. hauptsächlich Leistungsempfänger sind und bei den 800000 die Deutschland verlassen haben in erster Linie Leistungsträger sind, dann sollte man die Zahl 900000 deutlich nach oben korrigieren.

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