Indirekt reagieren die Grünen aber auch auf den Wirbel um den grünen Europaabgeordneten Daniel Cohn-Bendit. Der bekannte einstige Sponti und spätere Realo hat 1975 in seinem Buch «Der grosse Basar» von sexuellen Erlebnissen mit Fünfjährigen berichtet. Das wurde lange Zeit übergangen, findet heute aber enorme Beachtung. Cohn-Bendit hat sich vor drei Jahren von diesen Passagen, die klar das schildern, was man in der Fachwelt heute als «Übergriff» bezeichnet, distanziert. Dies sei kein Tatsachenbericht, sondern «schlechte Literatur» gewesen. Später sprach er von «Mist», den er da geschrieben habe. Bei Verleihung des Theodor-Heuss-Preises im April brach er in Tränen aus und sagte, dass dies nie hätte geschrieben werden dürfen und dass die Empörung, die viele empfänden, wenn sie diesen Text lesen, gerechtfertigt sei. Nach den heftigen Anschuldigungen bei der Verleihung des Theodor-Heuss-Preises verzichtete Cohn-Bendit wenig später auf die Entgegennahme des Deutsch-Französischen Medienpreises. Er unterstreicht heute allerdings, eine Minderheitsposition sei die Legalisierung von Sex mit Kindern bei den Grünen in den achtziger Jahren gewiss nicht gewesen. «Das war bei den Grünen Mainstream». Özdemir wird es gehört haben. http://www.nzz.ch/aktuell/international/verstoert-ob-vergangener-verirrungen-1.18081254