Schlappe für Blume, Solidarität für Achgut

Der Antisemitismusbeauftragte Michael Blume gab sich siegessicher, doch ein Gericht pfiff ihn wegen seiner Verunglimpfungen von Achgut.com nun zurück. Unzählige Stammleser der liberalen „Welt“ begrüßen dies mit einer Solidaritätswelle aus lesenswerten Kommentaren. 

Letzten Freitag erließ das Verwaltungsgericht Stuttgart für „Die Achse des Guten“ (Achgut Media GmbH) eine einstweilige Anordnung gegen das Bundesland Baden-Württemberg. Dessen umstrittener Antisemitismusbeauftragter Dr. Michael Blume hatte sein Amt dazu missbraucht, gegen dieses ihm missliebige Medium in rechtswidriger Weise vorzugehen. Begrüßt hatte er die Zurückziehung von Werbeanzeigen von Audi und Volkswagen mit der Begründung, viele der hier schreibenden Autoren würden „rassistische und demokratiefeindliche Positionen“ vertreten, zugleich hatte er den vor allem durch seine Corona-Kritik bekannt, beliebt und gehasst gewordenen Finanzwissenschaftler Stefan Homburg die Verbreitung von „Verschwörungsmythen“ unterstellt. Anhand seines Autorenprofils lässt sich diese Bezichtigung überprüfen; auch sollte man wissen, dass für Blume die Titulierung als „Meister Proper der Antisemitismusbekämpfung“ Rassismus ist. Das offenbart ja doch einen recht sonderbaren Umgang mit derlei Begriffen. 

Über die wegen Blumes verfassungswidriger Äußerungen erlassenen einstweiligen Anordnung haben inzwischen WELT, Deutschlandfunk, die Badische Zeitung und die Südwest-Presse berichtet. Auf ein großes öffentliches Interesse deuten ebenfalls die Leserkommentare auf Welt.de hin. Die Schnittmenge der Leserschaft von Welt und Achgut.com dürfte sehr hoch sein. Unzählige Kommentatoren – wohl größtenteils Stammleser, denn für die Kommentarfunktion benötigt man ein Benutzerkonto – drücken dort ihren Unmut gegen Blume und ihre diesbezügliche Solidarität mit Achgut.com aus. Auch die praktizierte Cancel Culture und Wokeness seitens Audi kommen überhaupt nicht gut weg. 

Deutschland, eine freiheitliche Gesellschaft? 

„Auch wenn ich nicht mit allen Inhalten der ‚Achse‘ übereinstimme, ist sie für mich eine Perle der Meinungsfreiheit“, schreibt jemand, während ein anderer feststellt: „Es ist gut, dass diesem sog. 'Antisemitismusbeauftragten' Michael Blume juristisch endlich Grenzen aufgezeigt werden bei seiner unerträglichen Verunglimpfung von Juden, die ihm persönlich nicht schmecken.“ Ein Dritter fragt nachdenklich: „Wenn große Unternehmen auf üble Denunzianten reagieren und den wirtschaftlichen Ruin alternativer Unternehmen befördern und wenn Staatsdiener ihr Amt für Propaganda gegen Missliebige verwenden, nennt sich das dann ‚freiheitliche Gesellschaft‘ und sind das die ‚westlichen Werte‘? Glücklicherweise gibt es noch Richter, die uns schützen, allerdings lässt die kommende Juristengeneration diesbezüglich nichts Gutes erwarten.“ Aber lesen Sie am besten selbst

Im Vorfeld gab sich Blume übrigens überaus siegesgewiss: Auf dem von ihm ausgiebig bespielten Blog „Scilogs.spektrum“ ordnete er die den gerichtlichen Schritten vorangehende Abmahnung von Rechtsanwalt Steinhöfel als eine sogenannte SLAPP-Attacke ein. Gemeint sind damit juristische Einschüchterungsversuche, die den Zweck haben, Menschen aus politischen Gründen zum Schweigen zu bringen. Er vertritt dort ernsthaft die Auffassung, dass auf Achgut.com die Einschränkung von Meinungsfreiheit und die Cancel Culture nur kritisiert würden, bis bei einer einstweiligen Machtübernahme von Rechtspopulisten und Rechtslibertären dann selbst zensiert würde. 

Blume unterstützt demnach öffentlich die wirtschaftliche Schädigung eines kritischen Mediums via Werbe-Boykott, anstatt den argumentativen Schlagabtausch zu suchen, und wähnt sich zugleich als Opfer einer Attacke auf seine Meinungsfreiheit, wenn eine Publikation den Rechtsweg wider die Obrigkeit beschreitet, um sich zur Wehr zu setzen. Blumes Kritik folgte das Verwaltungsgericht nicht, was der Antisemitismusbeauftragte immerhin akzeptiert: „Er, Blume, müsse aber auch rechtsstaatlich akzeptieren, dass er als Beauftragter der Landesregierung bei seinen Meinungsäußerungen ‚strengeren Einschränkungen‘ unterliege als als Bürger und Wissensfhaftler“, zitiert ihn die Südwest Presse auf ihre Anfrage an ihn. Die Pressemitteilung des Gerichts findet sich hier.  

Ein Welt-Kommentator schrieb übrigens: „Dieser Herr Blume hat sich schon so oft zum Gespött gemacht, das kann dem Anliegen seines Amtes nicht gut tun. Die Achse stellte Blume oft bloß, indem sie ihn einfach nur zitiert…“ Aktuell verlautbart der Ministerialbeamte der Landesregierung Baden-Württemberg, dass er den sogenannten Star-Wars-Day „per Beauftragten-Podcast 2020 ‚offiziell anerkannte‘“. 

Foto: Dr. Michael Blume/Council of Europe CC BY 3.0 via Wikimedia Commons

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Ludwig Luhmann / 28.09.2022

Ich überfliege die WELT mehrmals täglich und finde jeden Tag Ungeheuerliches, was den Great Reset und die allgemeine Zersetzung Deutschlands vorantreibt. Seit Merkels Davoser Rede bzw. Kriegserklärung vom Januar 2020 mache ich das so.

Hans-Peter Dollhopf / 28.09.2022

Herr Scharpf, kann man Schatten in den Schatten stellen?

Gabriele Klein / 28.09.2022

Als ich den Lebenslauf von Herrn Blume anlässlich seiner “Auszeichnung” als Antisemit durch das Wiesenthal Center genauer studierte um herauszufinden zu welcher jüdischen Gemeinde er denn nun gehört, war ich bass erstaunt dass Herr Blume gar kein Jude ist,  Somit stellt sich mir die Frage wie viel Mangel an Sensibilität muss man eigentlich haben um jemanden zum Antisemitismusbeauftragen zu küren, der nicht mal jüdisch ist. Während meiner gesamten Berufstätigkeit stieß ich   nicht einmal auf eine nicht -behinderte Behindertenbeauftrage oder einen männlichen Frauenbeauftragten. Man mag nun argumentieren dass ein nicht Jude u. U. das Amt besser erledigt als ein jüdischer Antisemit wie es ihn in der Geschichte ab u an auch gab, Allerdings scheint mir die Wahrscheinlichkeit, dass ein Jude auf der Antisemitenliste des Wisenthal Centers landet sehr viel geringer als dies bei einer anderen Religionszugehörigkeit der Fall sein könnte.  Aber lassen wir das, um zur nächsten Frage überzugehen:  Wurde Herr Blume WENIGSTENS von jüdischer Seite nominiert. Aber auch das scheint nicht der Fall zu sein. Denn wenn ich Google frage lese ich:“Der Landtag hat auf Antrag der Fraktionen von Grünen, CDU, SPD und FDP/DVP die Landesregierung ersucht, einen Beauftragten für Antisemitismus einzusetzen. Der Ministerrat hat auf Vorschlag des Ministerpräsidenten Dr. Michael Blume zum Antisemitismusbeauftragten der Landesregierung berufen.“Unklar bleibt obs auch noch andre Bewerber gab…..? Hmmm klingt irgendwie so wie die Ernennung von Ordensbrüdern ins hohe Amt,  die auch berufen werden. Ausnahme bei dieser klerikalen Vorgehensweise scheint mir nur der Papst zu sein, der wird am Ende gewählt Aber das wäre bei der Ernennung eines Antisemitismusbeauftragten der Demokratie vermutlich zu viel. Herr Blume bewarb sich ja nicht um das Amt des Papstes. (Bis jetzt zumindest noch nicht…..)

Markus Knust / 28.09.2022

Oh toll! Die Achse hat einen weiteren Sieg über einen begrenzten Menschen errungen, der in einer funktionierenden Gesellschaft irgendwo die Glühbirnen wechseln würde. Und dann auch noch der Lobgesang des linksgrünen Springer Blattes und deren Forum.  Mehr geht fast nicht! Ihr seid auf dem Weg in die Mitte des Mainstreams, fast wieder aufgenommen bei den demokratischen Dingsbumsen. Meinen Glückwunsch, auch an Steinhöffel. Der wird uns sicher auch noch mit einem eigenen Artikel beglücken, um diesen Meilenstein des Journalismus; in der Überresten des Rechtsstaates, gebührend zu feiern. Ob Blume noch eine Antwort gibt? Neue asiatische Cosplay Puppen, nebst Broder Feitstanz - weil der doch auch so überlegen ist. Bitte unbedingt weiter berichten, dass Thema ist soooo spannend!

Regina Lange / 28.09.2022

Naja,  so toll wie hier dargestellt, ist WELT wahrhaftig nicht! Dort ist man, wenn man Kommentare schreibt die nicht ins WELT - Bild passen,  sehr schnell weg vom Fenster. Ich habe da so meine Erfahrungen gemacht. WELT zensiert gerne und viel! Aber der “Achse” gratuliere ich zum errungenen Erfolg .

Thomas Taterka / 28.09.2022

@Jakob Mendel - Ich hab’s, Herr Mendel : Reich - Ranicki hätte es gewußt !

Thomas Taterka / 28.09.2022

@Jakob Mendel - Ich hätte auf Fritz Kortner gewettet , aber egal ( eigentlich nicht ! ) , auf dem Friedhof liegen sie jetzt wie zwei Brüder aus der gleichen Familie . Auf dem Grab könnte stehen : ” Groß waren sie beide , aber sein Bruder war frecher ! ” Danke für Ihre Antwort , Herr Mendel .

Klaus Biskaborn / 28.09.2022

Die WELT wird hier überhöht dargestellt. Sie war in der Tat vor Jahren noch ein letzter Hort der Objektivität, vielleicht sogar mit einer restlichen konservativen Ausrichtung. Das ist längst vorbei. Diese Zeitung Online ist längst ins Grün-Linke Lager gewechselt. Allerdings lässt sie, wie beim beschriebenen Vorgang zu beobachten, auch kritische Stimmen zu und sogar Stimmen die der achse beispringen!

Thomin Weller / 28.09.2022

Gratulation, das wurde endlich mal Zeit Amtsträger zu ihren bezahlt- und zugedachten Aufgaben zurück kehren. Wie konfus der Blume ist, hier ein Beispiel.—>“Die religiöse Verquickung Wissenschaft, Zensur, Religion und vor allem die Energiewende. Michael Blume: „Mit jedem Schritt zur Dekarbonisierung, der Förderung erneuerbarer Energien, von Bildung und der Verbesserung von Recycling können Akteure in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft nicht nur den Umwelt- und Klimaschutz fördern, sondern auch Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Frieden und die Überwindung antisemitischer Propaganda.“ (Quelle: Apollo, “Antisemitismus-Beauftragter: Energiewende gegen Judenhass”, Max Roland)”<—Der Blume hat noch weit mehr schräge Inhalte geäußert. Der Netzwerk-Blog „Scilogs.spektrum“ scheint eine Brutstätte zu sein. Auffällig das Bild von Hr. Blume hier bei der Achse und das in der Welt. Das sind doch zwei verschiedene Menschen. “Religionswissenschaftler Michael Blume mit Scilogs-Preis 2009 ausgezeichnet. ...die Erforschung der biologischen Wurzeln von Religiosität.” Dann sollte mal sein Maßstab an ihn selbst angelegt und die “physio-psychognomie” befragt werden. Evangelikale lieben sowas.

I. M. Wrath / 28.09.2022

“Er vertritt dort ernsthaft die Auffassung, dass auf Achgut.com die Einschränkung von Meinungsfreiheit und die Cancel Culture nur kritisiert würden, bis bei einer einstweiligen Machtübernahme von Rechtspopulisten und Rechtslibertären dann selbst zensiert würde.” Auffassungen kann man ja vertreten, es ist aber schon ein bisschen widersinnig wegen einer Auffassung/Vermutung einen Krieg gegen ein Medium zu führen, dass derzeit für Meinungsfreiheit steht und bei dem es keine Anhaltspunkte gibt, dass sich das ändern soll. Mir scheint, es handelt sich hier um einen Fall akuter Projektion. Denn genau dies ist doch was er und seinesgleichen immer immer praktiziert haben.

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