Es grenzt aber schon an Wirtschafts-Analphabetismus, wenn Leute wie Schirrmacher von einem “Machtkampf zwischen dem Primat des Ökonomischen und dem Primat des Politischen” schreiben. Es handelt sich hier keinesfalls um die Machtergreifung der Märkte, sondern um eine seit Jahrzehnten andauernde Selbstentmachtung der Politik durch eigene Verantwortungslosigkeit. Seit Jahrzehnten leben die postmodernen westlichen Demokratien konstant über ihre Verhältnisse. Die Bürger haben dabei kräftig mitgemacht, weil sie stets dazu geneigt haben diejenigen zu wählen, die ihnen mehr Verteilungsversprechen gemacht haben ohne sich groß zu fragen, wie das alles finanziert werden soll. Man hoffte immer, etwas vom großen Verteilkuchen abzubekommen und hoffte gleichzeitig, dass die Rechnung dafür am Ende irgendjemand anderes bezahlen muss. Im Zweifel die eigenen Kinder oder die Kinder anderer Leute. Ein Geschäft zwischen Bürger und Politik zulasten Dritter.
http://flatworld.welt.de/2011/11/03/das-griechische-referendum-oder-die-demokratie-in-zeiten-der-krise/#more-585